Linksliberale in der FDP
Gerd-Manfred Achterberg (* 2. Juni 1948 in Sülfeld): Von 1964 bis zum Ende der sozialliberalen Koalition im Jahr 1982 Mitglied der FDP; 1984 trat er in die SPD ein.
Lars Alt (* 5. August 1991 in Wolfenbüttel): Er trat 2007 mit 16 Jahren den Jungen Liberalen und der FDP bei. Von März 2015 bis Juni 2021 war er Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Niedersachsen; rückte im Oktober 2020 in den Niedersächsischen Landtag nach. In der FDP-Landtagsfraktion war Alt Sprecher für die Bereiche Wissenschaft, Forschung, Kultur und Jugend. Im Landtag gehörte Alt dem Ausschuß für Wissenschaft und Kultur an. Er war darüber hinaus Mitglied im Unterausschuß Verbraucherschutz sowie stellvertretendes Mitglied im Kultusausschuß. Er war der jüngste männliche Abgeordnete der 18. Wahlperiode des Niedersächsischen Landtags. Da die FDP an der Fünfprozenthürde scheiterte, verpaßte Alt den Wiedereinzug in den Landtag und schied als Abgeordneter im November 2022 aus. Alt wird dem sozialliberalen Flügel der FDP zugerechnet.
Gustav Altenhain (* 5. Dezember 1891 in Haßlinghausen; † 23. Dezember 1968 in Gevelsberg): Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte er sich an der Gründung der Liberal-Demokratischen Partei in Westfalen, die sich am 7. Januar 1946 in Opladen an der Gründung der FDP in der britischen Zone beteiligte. Auf deren Gründungsparteitag wurde er zu einem der sechs stellvertretenden Vorsitzenden des Zonenverbands gewählt und im Juni 1947 in dem Amt bestätigt. Er war zugleich Vorsitzender des FDP-Landesverbands Westfalen und wurde nach Bildung des FDP-Landesverbands Nordrhein-Westfalen am 27. Mai 1947 dessen Vorsitzender. In diesem Amt wurde er, der dem linken Parteiflügel zugerechnet wurde, im August 1947 in einer Kampfabstimmung vom Parteirechten Friedrich Middelhauve abgelöst. Seit Anfang 1952 gehörte er zu einer innerparteilichen Gruppe um Carl Wirths und Karl Schneider, die den Kurs der nationalen Sammlung, wie er von Middelhauve und Ernst Achenbach verfolgt wurde, scharf kritisierte. Altenhain war 1946 Mitglied im Provinziallandtag von Westfalen, gehörte 1946 bis 1948 als stellvertretendes Mitglied dem Zonenbeirat der britischen Zone an und war 1953 bis 1964 Mitglied der Landesversammlung von Westfalen-Lippe. Altenhain gehörte 1946/47 zunächst den beiden ernannten nordrhein-westfälischen Landtagen an und war anschließend von April 1947 bis 1958 gewählter Landtagsabgeordneter. Er war dort 1946 bis 1954 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion, 1948 bis 1949 stellvertretender Vorsitzender im Personalausschuß und 1950 bis 1955 stellvertretender Vorsitzender im Ausschuß für Haushalt und Finanzen. 1950 bis 1954 war er außerdem Zweiter Vizepräsident des Landtags. Der Landtag wählte ihn zum Mitglied der Bundesversammlungen 1949 und 1954, in denen jeweils Theodor Heuss zum Bundespräsidenten gewählt wurde, und 1959, als die Wahl auf Heinrich Lübke fiel. Altenhain amtierte 1945/46 als Bürgermeister in Haßlinghausen.
Alexander Nuno Pickart Alvaro (* 26. Mai 1975 in Bonn): Während seines Studiums war er bei der Deutschen Bank, als Mitarbeiter am Lehrstuhl von Jochen Taupitz an der Universität Mannheim und in den Büros des NRW-Landtagsabgeordneten Christian Lindner und der Bundestagsabgeordneten Gisela Piltz tätig; bei der Europawahl 2004 erreichte Alvaro ein Mandat im Europäischen Parlament; dort schloß er sich wie alle FDP-Mitglieder der Fraktion Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) an, deren innenpolitischer Sprecher er bis 2009 war; zudem war er Mitglied im Ausschuß für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres und stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Industrie, Forschung und Energie sowie im Petitionsausschuß darüber hinaus gehörte er den Delegationen für die Beziehungen zum Palästinensischen Legislativrat und für die Beziehungen zu Indien an; seit der Europawahl 2009, bei der er wiedergewählt wurde, war er stellvertretender Vorsitzender im Haushaltsausschuß sowie Mitglied im Ausschuß für bürgerliche Freiheiten; er wurde am 18. Januar 2011 zu einem der 14 Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments gewählt; nach dem Rücktritt von Silvana Koch-Mehrin als Leiterin der FDP-Landesgruppe im Mai 2010 wurde Alvaro als ihr Nachfolger im FDP-Parteipräsidium gewählt; außerdem kam es zu einer Einigung zwischen Alvaro und Koch-Mehrins Nachfolger als Delegationsleiter, Alexander Graf Lambsdorff, der zufolge Lambsdorff dieses Amt 2011 an Alvaro weitergab; Mitglied der Europa-Union-Parlamentariergruppe, im Präsidium des Europäischen Parlaments und Delegierter für die Beziehungen zum Ira; im März 2012 hat er das Manifest der Spinelli-Gruppe unterzeichnet; beim Düsseldorfer FDP-Kreisparteitag im Oktober 2013 kündigte Alvaro an, zur Wahl 2014 nicht mehr für das Europäische Parlament zu kandidieren.
Roland Appel (* 5. Januar 1954 in Köln): Von 1972 bis 1982 war er Mitglied der FDP/DVP in Baden-Württemberg; von 1982 bis 1984 war Appel (Gründungs-)Mitglied der F.D.P.-Abspaltung "Liberale Demokraten"; seit 1985 ist er Mitglied der Partei "Die Grünen". Parallel zum Studium arbeitete er als Mitarbeiter der FDP-Bundestagsabgeordneten Helmut Schäfer, Wolf-Dieter Zumpfort und Wolfram Bergerowski bis zur Wende 1983.
Gerhart Rudolf Baum (* 28. Oktober 1932 in Dresden; † 15. Februar 2025 in Köln): Er engagierte sich zunächst bei den Jungdemokraten, deren Bundesvorsitzender er von 1966 bis 1968 war. Dort trat er insbesondere für die Durchsetzung der Grundrechte und für eine neue Deutschland- und Ostpolitik in einer sozialliberalen Koalition ein. Seit 1954 war er Mitglied der FDP. Von 1962 bis 1972 war er Kreisvorsitzender der FDP in Köln und von 1966 bis 1998 Mitglied im FDP-Bundesvorstand. Von 1970 bis 1990 gehörte er außerdem dem FDP-Landesvorstand von Nordrhein-Westfalen an. Von 1978 bis 1991 war er Mitglied im FDP-Präsidium und von 1982 bis 1991 einer der stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden. Baum gehörte dem von ihm gegründeten linksliberalen Freiburger Kreis an, dessen Mitglieder sich auf die Grundsätze der sogenannten Freiburger Thesen der FDP von 1971 berufen und der sich für den Schutz von Bürgerrechten einsetzt und deren Einschränkung durch staatliche Überwachungsmaßnahmen zu verhindern sucht. Von 1969 bis 1973 war er Mitglied im Rat der Stadt Köln und hier Vorsitzender der FDP-Fraktion. Von 1972 bis 1994 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Baum ist stets über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag eingezogen. Am 15. Dezember 1972 wurde er als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern in das Kabinett Brandt II berufen. Dieses Amt behielt er zunächst auch unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. Nach dem Rücktritt von Werner Maihofer wurde er am 8. Juni 1978 zum Bundesminister des Innern ernannt. Während seiner Amtszeit als Innenminister führte Baum eine Liberalisierung des von allen Parteien eingeführten Radikalenerlasses herbei, indem er einen "Verzicht auf die Regelanfrage" durchsetzte. Als Bundesinnenminister bremste er in einer Phase "neuer Nachdenklichkeit" den Übereifer der Strafverfolgungsbehörden, suchte den Dialog mit dem Umfeld der Terroristen (u. a. durch ein Spiegel-Gespräch mit dem RAF-Mitglied Horst Mahler) und förderte die politikberatende, sozialwissenschaftliche Ursachenforschung sowie die geistig-politische Auseinandersetzung mit dem Terrorismus. Als Innenminister hatte er seinerzeit auch die Zuständigkeit für Umweltpolitik (es gab noch kein separates Bundesministerium für Umwelt). Als Innenminister war Baum für die Einführung der Sommerzeit in der Bundesrepublik Deutschland im April 1980 verantwortlich. Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition trat er am 17. September 1982 zusammen mit den anderen FDP-Bundesministern zurück, kritisierte aber in einer Bundestagsrede die Art des Koalitionswechsels und sprach dem Bundeskanzler Schmidt nicht das Mißtrauen aus. Danach widmete er sich dem Menschenrechtsschutz. Von 1992 bis 1998 hatte er die Leitung der deutschen Delegation bei der UN-Menschenrechtskommission inne. Im Jahr 1993 leitete er die deutsche Delegation bei der UN-Weltkonferenz über Menschenrechte in Wien, die von Menschenrechtsverletzungen auf dem Balkan geprägt war. Anschließend war er für die UNO tätig, zum Beispiel von 2001 bis 2003 als UNO-Beauftragter für die Menschenrechte im Sudan. Von 1969 bis 1977 gehörte er dem Beirat der Friedrich-Naumann-Stiftung an. Er war Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen und in verschiedenen Gremien von Amnesty International und Human Rights Watch. Baum war Mitorganisator des jährlich vergebenen Dresden-Preises für internationalen Frieden. Am 3. März 2004 entschied das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) nach Verfassungsbeschwerde - unter anderem von Baum, neben Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Burkhard Hirsch -, daß große Teile des Gesetzes zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (Großer Lauschangriff) gegen die Menschenwürde verstoßen und deshalb verfassungswidrig sind. Baum erhoffte sich durch das Urteil auch eine Einschränkung der Telefonüberwachung, insbesondere bei Journalisten. Auch mit einer weiteren Verfassungsbeschwerde (mit Burkhard Hirsch und weiteren vier Klägern) hatte er Erfolg. Das Luftsicherheitsgesetz wurde am 15. Februar 2006 vom Ersten Senat des BVerfG im zentralen Punkt für verfassungswidrig und nichtig erklärt. Ein Abschuß von Passagiermaschinen im Entführungsfall verstoße gegen das Grundgesetz, da dies weder mit dem Grundrecht auf Leben noch mit der Garantie der Menschenwürde vereinbar sei. 2008 hatte eine Verfassungsbeschwerde gegen die durch das nordrhein-westfälische Verfassungsschutzgesetz legalisierte Online-Durchsuchung ebenfalls Erfolg: Am 27. Februar 2008 wurde die betreffende Regelung für verfassungswidrig erklärt. Eine Verfassungsbeschwerde gegen die im November 2007 beschlossene Vorratsdatenspeicherung, bei der Baum einer der vielen Beschwerdeführer war, hatte ebenfalls Erfolg. Das Bundesverfassungsgericht entschied am 2. März 2010, dass die Vorratsdatenspeicherung zwar nicht grundsätzlich mit dem Grundgesetz unvereinbar sei, die damalige gesetzliche Regelung aber nicht verhältnismäßig und somit verfassungswidrig war. Die betreffenden Paragraphen des Telekommunikationsgesetzes sowie der Strafprozeßordnung wurden für nichtig erklärt und die bereits erhobenen Daten sollten, sofern sie nicht durch die Telekommunikationsanbieter für interne Abrechnungen benötigt wurden, gelöscht werden. Baum vertrat zusammen mit den Rechtsanwälten Burkhard Hirsch und Peter Schantz mehrere Berufsgeheimnisträger (u. a. die Journalisten Michael Naumann und Christoph Maria Fröhder und den Rechtsanwalt Ulrich Schellenberg) gegen verschiedene Regelungen des BKA-Gesetzes, die unter anderem das Vertrauensverhältnis zwischen Ärzten, Psychotherapeuten, Rechtsanwälten und Journalisten mit ihren Patienten, Mandanten und Informanten stark einschränken. Auch diese Verfassungsbeschwerde war erfolgreich. Das Bundesverfassungsgericht erklärte die meisten dieser Regelungen des Bundeskriminalamtgesetzes, die als Unterabschnitt 3a durch das "Gesetz zur Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus durch das Bundeskriminalamt" vom 25. Dezember 2008 mit Wirkung zum 1. Januar 2009 eingefügt wurden, für verfassungswidrig. Baum äußerte sich mehrmals öffentlich zu den Wahlerfolgen der Alternative für Deutschland (AfD). Seiner Einschätzung nach gibt es seit Jahren vor allem in Teilen des Bürgertums eine "Unterströmung rechtsextremistischer Verführung". Die AfD sei ein Signal, daß viele Menschen sich von der Demokratie entfernt hätten, skeptisch seien und zum Teil diese Demokratie und ihre Regeln verachteten. Aus seiner Sicht sei dies "die größte, stärkste und gefährlichste Bedrohung unserer Demokratie seit 1945". Die alten Nazis, so wie er sie gekannt habe, seien wieder da. Als Innenminister setzte er sich für die Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur ein, darunter auch Neue Musik. Baum wandte sich 1996 gegen den geplanten Entzug der Förderung des SWR der Donaueschinger Musiktage, des wichtigsten Musikfestivals für Neue Musik, durch den Intendanten Peter Voß. 2004 setzte er sich für das weitere Bestehen des SWR Vokalensemble Stuttgart ein, das in der Fachwelt zu den besten Chören der Welt gezählt wurde. Baum war Mitglied im Kuratorium der "Donaueschinger Musiktage", im Vorstand der Kölner Ausstellungshalle "Fuhrwerkswaage" und unterstützte 2005 die umstrittene RAF-Ausstellung in den Kunst-Werken Berlin. Am 1. Juli 2005 wurde er zum neuen Vorsitzenden des Kulturrates NRW in Köln gewählt. Aus Altersgründen stellte er sich als Vorsitzender am 6. Juni 2023 nicht erneut zur Wahl. Baum war von 2013 bis 2015 Vorsitzender des Aufsichtsrats des Suhrkamp Verlags. Baum zählte zu den Initiatoren der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die Ende November 2016 veröffentlicht wurde. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er die Gerhart und Renate Baum-Stiftung, die seit 2016 einen mit 10.000 Euro dotierten Menschenrechtspreis vergibt. Zu den bisherigen Preisträgern zählen 2016 Women in Exile (eine Initiative geflüchteter Frauen), 2019 Ahmad Mansour, 2021 Maryja Kalesnikawa, 2022 Katja Petrowskaja und 2024 die Frauenrechtsorganisation Hami Women Empowerment Organisation. Baum erhielt 1980 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. 2008 wurde er "wegen seines unermüdlichen Engagements zur Stärkung und Sicherung der Bürger- und Freiheitsrechte" mit dem Theodor-Heuss-Preis ausgezeichnet. 2006 wurde er von der Verlagsgruppe markt intern und kooperierenden Verbänden zum Kustos des mittelständischen Unternehmertums ernannt. 2009 erhielt er den Erich-Fromm-Preis wegen seines Eintretens für die Menschenrechte und die im Grundgesetz verbürgten Grund- und Freiheitsrechte sowie in Anerkennung für sein "mutiges Vorgehen gegen ein unverhältnismäßiges Sicherheitsstreben […] das in Wirklichkeit die 'Furcht vor der Freiheit' (Erich Fromm) verstärkt und das Vertrauen in die Freiheitsrechte zerstört." 2010 erhielt Baum den Giesberts-Lewin-Preis der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, weil er "sein ganzes Leben hindurch als Jurist, als Politiker und Publizist für die universelle Geltung der Menschenrechte, für die Bedeutung individueller Freiheitsrechte und für aktive Toleranz im Zusammenleben der Völker zum Beispiel bei den Vereinten Nationen, erfolgreich gearbeitet" hat. 2012 wurde ihm gemeinsam mit Bernd Wagner von der Arnold-Freymuth-Gesellschaft der "Arnold-Freymuth-Preis" für Zivilcourage und Verdienste um den demokratischen Rechtsstaat verliehen. Am 10. September 2012 erhielt Baum die Silberne Stimmgabel des Landesmusikrats Nordrhein-Westfalen für seine Verdienste um das Musikleben des Landes NRW. Baum ist Träger der Ehrennadel des Deutschen Komponist:innenverbandes. 2013 wurde Baum das dritte Ehrenmitglied der Kulturpolitischen Gesellschaft (KuPoGe). Damit wird sein kultur- und gesellschaftspolitisches Engagement gewürdigt. Am 24. Februar 2014 wurde Baum mit dem Ehrenring des Rheinlandes für seinen jahrzehntelangen Einsatz für Bürger- und Menschenrechte ausgezeichnet. Der Laudator Jürgen Wilhelm bezeichnete Baum als "Missionar des Rechtsstaates". Der Ehrenring des Rheinlandes wird vom Landschaftsausschuß des LVR vergeben, "um die herausragende Bedeutung der regionalen Selbstverwaltung in einem wachsenden Europa zu würdigen". Am 23. August 2017 erhielt Gerhart Baum den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. 2019 erhielt Baum den Kulturgroschen des Deutschen Kulturrats und 2021 wurde ihm der Hauptpreis des Marion Dönhoff Preises zuerkannt. 2022 erhielt Baum für herausragende Verdienste auf dem Gebiet der Literaturförderung den Literaturtaler 2022. Im Jahr 2023 erhielt Baum die Goldene Sonne für sein politisches Lebenswerk sowie für seinen Kampf um Menschenrechte die Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft verliehen. Am 19. Juli 2023 erhielt Baum von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland. Ende Januar 2024 wurde Baum für seinen unermüdlichen Einsatz für die Menschenrechte von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln die Ehrendoktorwürde verliehen.
Peter Becker (* 7. Januar 1941 in Berlin; † 18. September 2024 in Lohfelden): Er trat 1968 der FDP bei, war stellvertretender Landesvorsitzender der Deutschen Jungdemokraten in Hessen und von 1974 bis 1976 Mitglied des Bundesvorstands. Von 1972 bis 1981 saß er im Marburger Stadtparlament. 1982 trat er aus der FDP aus.
Emmy Dora Caroline Beckmann (* 12. April 1880 in Wandsbek; † 24. Dezember 1967 in Hamburg): In der Weimarer Republik gehörte sie der DDP (ab 1930: Deutsche Staatspartei) an. Sie beteiligte sich 1945 an der Gründung der Partei Freier Demokraten, aus der später der Hamburger FDP-Landesverband wurde. Innerparteilich zählte sie zum linken Parteiflügel. So gehörte sie neben Hans-Harder Biermann-Ratjen, Harald Abatz, Max Dibbern, Anton Leser und Lieselotte Anders zu den Unterzeichnern von Edgar Engelhards Aufruf für eine liberale Sammlung vom 20. Januar 1951, der sich gegen die Planungen der Landesverbände Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen aussprach, aus der FDP eine Partei der nationalen Sammlung zu machen. Von 1921 bis 1933 und von 1949 bis 1957 gehörte Beckmann der Hamburgischen Bürgerschaft an. Bereits 1946 wollte die britische Besatzungsmacht sie in die Ernannte Bürgerschaft berufen, sie lehnte dies jedoch im Hinblick auf ihre berufliche Tätigkeit als Oberschulrätin ab. Bei den Beratungen über die neue Hamburgische Verfassung beantragte sie, den Satz "Dem Senat müssen Frauen angehören" in Artikel 33 aufzunehmen, konnte sich damit jedoch nicht durchsetzen. Selbst aus der eigenen Fraktion stimmten nur Emilie Kiep-Altenloh, Lieselotte Anders, Walter Brosius und Hans-Harder Biermann-Ratjen für den Antrag. Nach der Bürgerschaftswahl 1953 wurde sie von den Hamburger Frauenverbänden neben Emilie Kiep-Altenloh für ein Senatorenamt vorgeschlagen, kam jedoch nicht zum Zuge. 1957 wurde sie zwar erneut in die Bürgerschaft gewählt, verzichtete aber aus Altersgründen auf das Mandat. Schwerpunkt ihrer parlamentarischen Arbeit war die Bildungspolitik. Im Gegensatz zu Senator Heinrich Landahl und der SPD sprach sie sich gegen die sechsjährige Grundschule und für das 13. Schuljahr auf dem Gymnasium aus. Sie begründete dies damit, daß sechs Jahre auf dem Gymnasium für eine Hinführung zu wissenschaftlichem Arbeiten auf der Universität zu kurz seien. Bei der ersten Bundestagswahl 1949 kandidierte sie hinter Hermann Schäfer und Willy Max Rademacher auf Listenplatz drei der FDP-Landesliste, der jedoch nicht zum Einzug in den Bundestag reichte. An der ersten Bundesversammlung nahm Beckmann als eine der Vertreterinnen Hamburgs teil. Beckmann gehörte von 1958 bis 1960 dem Kuratorium der Friedrich-Naumann-Stiftung an.
Dieter Biallas (* 19. Juni 1936 in Eydtkuhnen; † 17. Juli 2016 in Hamburg): Er gehört seit 1969 der FDP an; leitete bis 2002 die deutsche Abteilung von Transparency International; Ende August 2014 kündigten Biallas und der ehemalige stellvertretende Landesvorsitzende der Hamburger FDP, Najib Karim, die Gründung einer neuen, sozialliberalen Partei an; Biallas und Karim waren im Monat zuvor, erzürnt über das Kandidatennominierungsverfahren, aus der FDP ausgetreten; die Gründung der Partei "Neue Liberale" fand am 28. September 2014 in Hamburg statt.
Hans-Harder Biermann-Ratjen (* 23. März 1901 in Hamburg; † 25. April 1969 ebenda): Er trat im Februar 1947 der FDP bei; ab Ende 1949 beteiligte Biermann-Ratjen sich innerhalb der Hamburger FDP am Demokratischen Zirkel, in dem sich der linke Flügel der Landespartei zusammenfand; am 20. Januar 1951 gehörte er mit Harald Abatz, Emmy Beckmann, Lieselotte Anders, Anton Leser und Max Dibbern zu den Unterzeichnern des Aufrufs für eine liberale Sammlung von Edgar Engelhard, der sich gegen die Pläne der Landesverbände Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen wendete, aus der FDP eine Partei der Nationalen Sammlung zu machen; von 1958 bis 1967 war er Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung; von Juni bis zum 2. Dezember 1945 und von 1953 bis 1966 Präses der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg und holte in dieser Eigenschaft u. a. Gustaf Gründgens nach Hamburg; zeitweise leitete er auch die Senatskommission für die Justizverwaltung (eine eigenständige Justizbehörde gab es noch nicht); als Vorsitzender dieser Kommission verfügte er mehrfach, auch gegen den Willen der Staatsanwaltschaft, die Einleitung disziplinarischer Untersuchungen gegen Richter wegen deren Tätigkeit zur Zeit des Nationalsozialismus; im September 1959 ordnete er eine Überprüfung aller in der NS-Zeit in Hamburg und Altona von Sondergerichten erlassenen Todesurteile an.
Karl Theodor Bleek (* 19. März 1898 in Kirn; † 15. Dezember 1969 in Marburg): Er beantragte am 18. Dezember 1941 die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. Januar 1942 aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.893.812). In seinem Entnazifizierungsverfahren, das vor seiner Vereidigung als Oberbürgermeister der Stadt Marburg durchgeführt wurde, verschwieg er seine NSDAP-Mitgliedschaft. Die Spruchkammer, die von einem Zeugen darauf hingewiesen wurde, prüft diesen Hinweis nicht, so daß er als vom Gesetz "nicht betroffen" eingestuft wurde. Unter Bleek gewann die von ihm mitgegründete LDP (Liberal-Demokratische Partei Hessen, später FDP) die Kommunalwahl von 1946 in Marburg mit 40,4 Prozent der Stimmen (SPD: 27,2 %, CDU: 23,2 %), wodurch er der erste frei gewählte Oberbürgermeister in der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg wurde. Dieses Amt hatte er von 1946 bis 1951 inne. 1951 wurde er Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, bevor er 1957 bis 1961 Amtschef des Bundespräsidialamts wurde. Bleek gehörte 1946 der verfassunggebenden Versammlung Hessens und anschließend bis zum 9. Oktober 1951 dem Hessischen Landtag an. Seit 1947 war er Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion und stellvertretender Landesvorsitzender. 1949 wurde er in den FDP-Bundesvorstand gewählt, wo er – im Gegensatz zum hessischen Landesvorsitzenden August-Martin Euler – zu den gemäßigt linksliberalen Kräften gehörte. Von 1949 bis 1951 amtierte er außerdem als erster Bundesschatzmeister der FDP. Weiterhin war er Vorsitzender der LDP/FDP Marburg und des Bezirks Marburg. Bleek war Mitglied der ersten Bundesversammlung. Ab 1963 war er Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes. Nach Bleek waren der Karl-Theodor-Bleek-Platz und der Karl-Theodor-Bleek-Steg in Marburg benannt. Beide wurden im Jahr 2021 nach der FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher umbenannt.
Sebastian Blumenthal (* 4. August 1974 in Bergen auf Rügen): Er wurde noch als Schüler 1992 Mitglied der FDP; bei der Bundestagswahl 2005 kandidierte er auf einem hinteren Listenplatz und konnte insofern noch nicht ins Parlament einziehen; 2009 trat er als Direktkandidat der FDP in Kiel an und errang über die Landesliste ein Abgeordnetenmandat im Deutschen Bundestag; hier war er Mitglied im Ausschuß für Arbeit und Soziales und im Ausschuß für Kultur und Medien (dort Vorsitzender des Unterausschusses Neue Medien); darüber hinaus gehörte er der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft an; inhaltlich widmete er sich schwerpunktmäßig der Netzpolitik, wo er für eine weitgehende Deregulierung des Internets eintrat; zwischen 2010 und 2012 Mitglied der Grundsatzkommission der FDP unter dem damaligen Generalsekretär Christian Lindner (nach dessen Rücktritt als Generalsekretär unter dessen Nachfolger Patrick Döring) und wirkte in dieser Funktion am neuen Grundsatzprogramm der FDP mit, welches auf dem Parteitag der FDP am 22. April 2012 beschlossen wurde. Als einer von nur drei FDP-Abgeordneten stimmte Sebastian Blumenthal in der 68. Sitzung des Deutschen Bundestages der Wahlperiode am 28. Oktober 2010 gegen die Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten; Weil seine Partei bei der Bundestagswahl 2013 an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, schied auch er im Oktober 2013 aus dem Bundestag aus.
William Borm (* 7. Juli 1895 in Hamburg; † 2. September 1987 in Bonn): 1945 schloß er sich der LDP an und wurde Vorsitzender des Industrieausschusses. Von 1948 bis 1950 war er stellvertretender LDP-Landesvorsitzender. 1950 wurde er von der DDR-Volkspolizei am Grenzübergang Eisenach-Wartha auf der Transitautobahn verhaftet und zwei Jahre später vom Landgericht Greifswald wegen Kriegs- und Boykotthetze zu zehn Jahren Strafhaft verurteilt. Er saß in den Strafanstalten Bützow-Dreibergen, Luckau und Cottbus. Dort verpflichtete er sich Ende der 1950er Jahre gegenüber der Hauptverwaltung Aufklärung zur Zusammenarbeit und wurde am 28. August 1959 vorzeitig aus der Haft entlassen. Zwischen 1960 und 1969 war er Landesvorsitzender, 1972 bis 1982 Ehrenvorsitzender der Berliner FDP, 1960 bis 1982 Mitglied des FDP-Bundesvorstands, 1963 bis 1967 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und 1965 bis 1972 Bundestagsabgeordneter. Am 20. Oktober 1969 eröffnete er als Alterspräsident die erste Sitzung des 6. Deutschen Bundestages. 1967 war er Mitbegründer des Republikanischen Clubs. Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition 1982 verließ er die FDP und beteiligte sich an der Gründung der Partei "Liberale Demokraten" (LD), wenig später schied er aus der aktiven Politik aus. Borm wurde 1970 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz und 1975 mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern, 1975 mit der Ernst-Reuter-Plakette des Landes Berlin in Silber und 1982 mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille ausgezeichnet. 1980 wurde er Stadtältester von Berlin. Im September 1985 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Karl-Marx-Universität Leipzig. Während der gesamten Zeit hielt Borm unter dem Decknamen IM Olaf engen Kontakt zum MfS, traf sich regelmäßig mit dem Chef der Auslandsaufklärung Markus Wolf und Führungsoffizieren in der DDR. Nach Angaben von MfS-Oberstleutnant Günter Bohnsack schrieb der DDR-Geheimdienst in den 1960er Jahren viele seiner Bundestagsreden und Artikel. Die Ansprache als Alterspräsident des Deutschen Bundestages am 20. Oktober 1969 sei von Wolf bearbeitet worden. Nachdem Borm bereits 1969 die Stasi-Spionin Johanna Olbrich alias Sonja Lüneburg als Sekretärin zur Seite gestellt worden war, brachte die Stasi-Auslandsspionage ("Hauptverwaltung Aufklärung" - HV A) 1978 auch den Politologen Jürgen-Bernd Runge als persönlichen Sekretär in Borms Bonner Büro unter. Die Beteiligten wußten nichts von der inoffiziellen Zusammenarbeit der jeweils anderen mit der Stasi. Politisch setzte sich Borm für eine Verständigung mit der DDR ein, legte 1963 einen umstrittenen Deutschlandplan vor. 1966 schlug er vor, mit der DDR über die Wiederzulassung der KPD zu verhandeln, im Austausch für mehr Reisefreiheit der West-Berliner. 1979 verlangte er die Anerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft. 1981 engagierte er sich öffentlich für die Friedensbewegung gegen den NATO-Doppelbeschluß, sprach am 10. Oktober vor 250.000 Menschen im Bonner Hofgarten. Im gleichen Jahr stellte er sich gegen Außenminister Hans-Dietrich Genscher, warf ihm ein finales Hinwirken auf die Wiedervereinigung Deutschlands vor, das der Entspannungspolitik in Europa entgegengesetzt sei. Obgleich er öffentlich für den politischen Liberalismus eintrat, erklärte Borm in einem geheimen Gespräch mit dem Leiter der Westabteilung beim ZK der SED Herbert Häber 1979, die Idee des Sozialismus sei richtig. Zwar sei die Ausformung in der DDR noch nicht ausreichend attraktiv, doch solle das nicht als Kritik verstanden werden. Da Borm den Titel "Stadtältester" getragen hatte, stand ihm die unmittelbare Widmung seiner letzten Ruhestätte als Ehrengrab des Landes Berlin zu, die noch im Todesjahr erfolgte. Diese Widmung war nach seinerzeitiger Rechtslage bei Stadtältesten auf vierzig Jahre befristet, hätte anschließend aber auf Beschluß des Berliner Senats hin verlängert werden können. Auch die Anfang der 1990er-Jahre erstmals gegen Borm erhobenen Vorwürfe der Agententätigkeit für die DDR änderten am Ehrenstatus des Grabs über anderthalb Jahrzehnte lang nichts. In Gestalt einer mit "Ehrengrab für Stasi-Spitzel?" betitelten "Kleinen Anfrage" an den Senat vom 7. August 2009 stellte Michael Braun, Mitglied der CDU-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses, die fortgesetzte Würdigung Borms zur Diskussion. Daraufhin gab der Senat ein Gutachten der Birthler-Behörde in Auftrag, um die Vorwürfe gegen Borm prüfen zu lassen. Das Gutachten kam zu dem Ergebnis, daß eine Tätigkeit Borms für das MfS "nicht eindeutig nachweisbar" sei, vor allem auch weil wesentliche diesbezügliche Aktenbestände noch im Jahr 1990 mit Genehmigung der DDR-Regierung vernichtet worden waren. Dennoch beschloß der Senat in seiner Sitzung vom 8. September 2009 "auf Grund der hohen Wahrscheinlichkeit, daß die gegenüber William Borm bestehenden Vorwürfe zutreffen", den Zeitraum der Anerkennung von Borms letzter Ruhestätte als "Ehrengrab" von 40 auf 20 Jahre zu verkürzen, was der üblichen Ruhefrist auf Berliner Friedhöfen gleichkam. Da diese Frist bereits abgelaufen war, hatte der Senatsbeschluß den sofortigen Entzug des Ehrengrabstatus bei William Borm zur Folge.
Carola von Braun, auch Carola Freifrau von Braun (* 12. September 1942 in Nakuru, Kenia): Von 1979 bis 1981 war sie Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion im Rhein-Sieg-Kreis und von 1980 bis 1983 als Mitglied des Deutschen Bundestages bildungs- und kulturpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion. Von 1984 bis 1990 war sie die erste Frauenbeauftragte des Berliner Senats. Danach wurde sie Landesvorsitzende der FDP. Bei der Berlinwahl 1990 war sie Spitzenkandidatin der FDP. Bei dieser Wahl kehrte die FDP in das Berliner Abgeordnetenhaus zurück und von Braun wurde Mitglied des Abgeordnetenhauses, wo sie auch zur Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde. Von 1982 bis 1992 gehörte sie dem Kuratorium der Friedrich-Naumann-Stiftung an. Von 1986 bis 1994 war sie Mitglied des Bundesvorstands der FDP, von 1991 bis 1994 Mitglied des Bundespräsidiums der FDP. 1994 gab sie zunächst den Landesvorsitz der FDP und dann den Fraktionsvorsitz auf. Gleichzeitig beendete sie auch die Parlamentsarbeit. Grund war ihre Verstrickung in die sogenannte "Figaro-Affäre". Ihr wurde seinerzeit von fraktionsinternen Rechnungsprüfern vorgeworfen, private Flug- und Taxispesen sowie Friseurrechnungen über die FDP-Fraktionskasse abgerechnet zu haben. Wegen Fehlens tatsächlicher und rechtlicher Anhaltspunkte wurde das strafrechtliche Ermittlungsverfahren mit Verfügung der Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Berlin vom 26. September 1994 eingestellt. Auch der Landesrechnungshof Berlin hatte am Verhalten von Brauns nichts zu beanstanden. Carola von Braun initiierte 1992 die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin - Stadt der Frauen e. V. (Üpfi), ein über Fraktionsgrenzen wirkendes Bündnis engagierter Frauen des Berliner Abgeordnetenhauses, der Berliner Landesregierung, der Gewerkschaften, aus Wissenschaft, Kultur und weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens. Sie ist deren Vorstandssprecherin. Außerdem ist von Braun Mitglied im Präsidium des Internationalen Bunds (IB), einem freien Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit.
Hermann "Beppo" Brem (* 1961 in Olching): Als Student engagierte er sich zunächst 5 Jahre lang beim Sozialliberalen Hochschulverband (SLH), bei den Jungen Liberalen und in der FDP. Dabei war er von 1985 bis 1986 Bundesvorsitzender des SLH und von 1989 bis 1990 Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen. Brem ist seit 2007 Mitglied der Partei "Bündnis 90/Die Grünen". Neben der Parteipolitik engagiert sich Brem insbesondere im Sport und in der LGBTIQ*-Bewegung.
Heiner Bremer (* 11. Juli 1941 in Pinneberg): Er war bis 1971 FDP-Kreisvorsitzender im Kreis Pinneberg, anschließend bis zu seinem Parteiaustritt 1982 Mitglied des FDP-Landesvorstands Schleswig-Holstein. 1970 bis 1972 war er Bundesvorsitzender der Jungdemokraten, der damaligen Jugendorganisation der FDP. Er galt wie die gesamte Organisation als links, so daß der spätere bayerische FDP-Vorsitzende Josef Ertl 1970 aufgrund des Berliner Manifests der Jungdemokraten, das Übereinstimmungen zwischen Sozialismus und Liberalismus feststellte, den Ausschluß Heiner Bremers aus der FDP forderte. Er bezeichnete ihn als "Adepten sozialistischer Ideen".
Walter Brosius (* 9. Oktober 1902 in Hamburg; † 22. Dezember 1973 ebenda): In der Zeit des Nationalsozialismus schloß er sich der als Verein der Hafenfreunde getarnten liberalen Widerstandsgruppe um Friedrich Ablass an, die sich später als Gruppe Freies Hamburg bezeichnete. Brosius gehörte im September 1945 zu den Mitbegründern der Partei Freier Demokraten, die später zum Hamburger Landesverband der FDP wurde. Im Dezember 1949 beteiligte er sich an der Gründung des Demokratischen Zirkels, in dem sich der linke Flügel der Hamburger FDP traf.
Arnd Brummer (* 5. Juni 1957 in Bad Mergentheim): In Hamburg übernahm er Ämter in der FDP. Er war ab 1995 zunächst stellvertretender und von 1997 bis 1999 Landesvorsitzender der FDP Hamburg. Zum Jahresende 2011 trat er aus der FDP aus. Er begründete dies mit der fortschreitenden "programmatischen Verwahrlosung" der Partei. Dies gelte insbesondere für die Felder Kultur- und Sozialpolitik. Ein Profil im liberalen Sinne billige er auf Bundesebene Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zu, die auf dem Sektor der Rechtspolitik Haltung zeige.
Klaus Brunnstein (* 25. Mai 1937 in Köln; † 19. Mai 2015 in Hamburg): Er war bis 1987 Mitglied der FDP. Von 1980 bis 1983 war er Landesvorsitzender der FDP in Hamburg, von 1981 bis 1983 auch Mitglied des FDP-Bundesvorstands. Er verließ die Partei, nachdem Ingo von Münch Zweiter Bürgermeister und Präses der Behörden für Kultur und für Wissenschaft und Forschung in Hamburg geworden war. Er gab der Bundespartei "Mitschuld" an der "systematischen Verschlechterung des Datenschutzes" und an den "schweren Mängeln des Volkszählungsgesetzes 1987". Von Februar 1983, als er für Helga Schuchardt nachrückte, bis zum Ende der Wahlperiode im März desselben Jahres gehörte Brunnstein dem Deutschen Bundestag an. Als einer der Beschwerdeführer erwirkte Brunnstein 1983 das Volkszählungsurteil, mit dem das Recht auf informationelle Selbstbestimmung in Deutschland erstmals anerkannt wurde. Mit einer an seinem Institut entwickelten PC-Software demonstrierte er auf öffentlichen Veranstaltungen, wie einfach bereits mit den damals verfügbaren Mitteln eine De-Anonymisierung von Volkszählungs-Datensätzen möglich war.
Eberhard Bueb (* 27. Juni 1938 in Berlin): Zunächst Mitglied der FDP. Unter dem Eindruck der Bücher "Die Grenzen des Wachstums" des Club of Rome und "Ein Planet wird geplündert" von Herbert Gruhl wechselte Bueb in die 1978 gegründete Partei "Grüne Aktion Zukunft" (GAZ). Bei der Gründung der Partei "Die Grünen" im Jahr 1980 war er Mitglied der Grundsatzkommission. Von 1985 bis 1987 war Bueb Bundestagsabgeordneter für die Partei "Die Grünen". Während dieser Zeit war er auch parlamentarischer Geschäftsführer. Bueb ist im Jahr 1999 aus der Partei "Bündnis 90/Die Grünen" aus Protest gegen den Militäreinsatz im Kosovo ausgetreten. Im Jahre 2012 trat er der Partei erneut bei.
Anneliese Buschmann (* 3. Juni 1906 in Havelberg; † 26. April 1999 in Hamburg): Sie gehörte, wie ihr Mann Julius, am 20. September 1945 zu den Mitbegründern der Partei Freier Demokraten, aus der später der Hamburger FDP-Landesverband wurde. Dort kümmerte sie sich um den Aufbau einer Landesfrauengruppe, deren Vorstand sie lange angehörte. Buschmann gehörte zu einer Gruppe von VVN-Mitgliedern in der Hamburger FDP, die insbesondere die Versuche bekämpften, ehemaligen Nationalsozialisten oder Leuten, die mit den Nazis allzu offen paktiert hatten, in Schlüsselstellungen in der FDP aber auch der Verwaltung der Stadt zu verschaffen. So erreichten sie z. B., dass der Bankier Hans Pilder, der in der Weimarer Republik DDP-Bürgerschaftsabgeordneter gewesen war, nach 1933 aber die Nähe zur NSDAP suchte, nicht Direktor der Hamburgischen Landesbank werden konnte.
Andreas Büttner (* 3. Juli 1973 in Kassel): Nach dem Umzug nach Brandenburg wurde er 2001 Mitglied der FDP; Büttner war Vorsitzender des Ortsverbands Templin, der nach innerparteilichen Querelen, zwischenzeitlich nur noch aus fünf Personen, darunter mehrere Familienangehörige Büttners, bestand; ein Großteil der Mitglieder einschließlich der drei Stadtverordneten hatte die Partei im November 2012 verlassen. Von 2008 bis 2011 war er auch Vorsitzender des Landesfachausschusses Bildung und Schule. Am 5. Dezember 2009 wurde er zum kommissarischen Generalsekretär der FDP Brandenburg bestellt. Bei der Landtagswahl in Brandenburg 2009 wurde Büttner erstmals in den Landtag gewählt. Auf dem Landesparteitag der FDP Brandenburg am 27. März 2010 wurde Büttner mit knapp 84 Prozent der Stimmen als Generalsekretär bestätigt. Er trat am 31. August 2010 als Generalsekretär zurück, nachdem er Nachfolger von Hans-Peter Goetz als Vorsitzender der FDP-Fraktion im Landtag Brandenburg geworden war. Büttner war stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport sowie Mitglied im Ausschuß für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie. 2010 leitete er im Hintergrund die Ablösung des damaligen Fraktionschefs Hans-Peter Goetz ein; ihm sollen eigene Ambitionen auf diesen Posten nachgesagt worden sein. Die Presse bezeichnete den Vorgang als "Putsch". Im März 2013 kandidierte Büttner für den Bundesvorstand der FDP. Mit 23,56 bzw. 20,52 Prozent der Stimmen in zwei Wahlgängen verfehlte er den Einzug in das Gremium. Am 6. April 2013 wurde Büttner zum stellvertretenden Vorsitzenden der FDP Brandenburg gewählt. Dabei verzichtete die bisherige Amtsinhaberin Linda Teuteberg überraschend zu seinen Gunsten auf eine Kampfkandidatur und beendete damit einen in der Partei schwelenden Führungsstreit mit dem Vorsitzenden Gregor Beyer. Am 30. November 2013 wurde Büttner zum Spitzenkandidaten der brandenburgischen FDP für die Landtagswahl am 14. September 2014 gewählt. Nach der verlorenen Landtagswahl, bei der die FDP aus dem Landtag ausschied, trat Büttner von dem Amt des stellvertretenden Vorsitzenden zurück. Im Oktober 2015 gab Büttner seinen Austritt aus der FDP und seinen Eintritt bei der Partei "Die Linke" bekannt; er war Vorsitzender des UM Queer e. V., einem Verein zur Integration und Vernetzung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transpersonen in der Uckermark.
Georgios "Jorgo" Chatzimarkakis (* 21. April 1966 in Duisburg): Er begann seine politische Laufbahn mit dem Eintritt in die ÖDP (Ökologisch Demokratische Partei) im Jahre der Tschernobyl-Katastrophe 1986. Er gab mehrfach an, daß die Programmatik dieser Partei zur Nutzung von Solarenergie für die Herstellung von Wasserstoff ausschlaggebend für den Eintritt in die ÖDP war, der er bis zum Jahre 1990 angehörte. Er wurde von den Jungen Liberalen zum Eintritt in die FDP ermuntert, der er im selben Jahr beitrat. Er war von 1995 bis 2011 Mitglied im Bundesvorstand der FDP und im Rat der ELDR. Von 2002 bis 2010 war er Generalsekretär des Landesverbands Saarland. Er gehörte parteiintern dem für einen eher sozialliberalen Kurs eintretenden sogenannten "Dahrendorf-Kreis" an. Nach der Europawahl in Deutschland 2004 wurde Chatzimarkakis Abgeordneter im Europäischen Parlament. Er war Mitglied im Ausschuß für Haushaltskontrolle und stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Industrie, Forschung und Energie. Er war außerdem Vorsitzender der Delegation im gemischten parlamentarischen Ausschuß EU-Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien. Im Zusammenhang mit dem Maßnahmenbündel der Europäischen Kommission zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit in der EU trat Chatzimarkakis für eine Lockerung des Werbeverbots für verschreibungspflichtige Medikamente ein. Im September 2007 machte Chatzimarkakis bundesweit auf sich aufmerksam, als er in einem Strategiepapier eine Fusion von FDP und der Partei "Bündnis 90/Die Grünen" vorschlug. Im Juni 2010 brachte Chatzimarkakis die Idee einer Bildungsstiftung ins Gespräch. Diese Stiftung soll von wohlhabenden Deutschen, die auf freiwilliger Basis spenden, finanziert werden. Die Stiftung soll u. a. frühkindliche Erziehung, Integrationshilfe und/oder die Bildung sozial Schwächerer fördern. In der parteiinternen Diskussion nach den drei Landtagswahlen im März 2011 trat Chatzimarkakis als ein Wortführer der Kritik an Parteichef Westerwelle auf. Im Juni 2012 gründete er in Brüssel den Abgeordnetenkreis "Friends of Greece". Zu den Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen ESM und Fiskalpakt äußerte er Mitte 2012: "Die Stabilisierung unserer Währung und damit unseres Wohlstands ist wichtiger als rechtstheoretisches Klein-Klein". Im April 2013 erklärte Chatzimarkakis, er werde bei der Europawahl 2014 nicht mehr für die deutsche FDP, sondern stattdessen für eine Partei in Griechenland antreten. Im Gespräch sei die Demokratische Linke. Seinen Schritt begründete er mit seiner Unzufriedenheit mit der deutschen Euro-Politik und seiner Loyalität zum Griechentum. Anfang 2014 trat er daraufhin aus der FDP aus und begründete dies mit der Europapolitik unter dem ehemaligen FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler. Am 23. Januar 2014 gründete Chatzimarkakis in Griechenland die Partei "Hellenische Europabürger", für die er bei der Europawahl 2014 kandidierte. Mit 1,44 Prozent der Stimmen bei der Europawahl 2014 blieb die Partei "Hellenische Europabürger" jedoch unterhalb der Drei-Prozent-Hürde. Somit ist Chatzimarkakis nicht mehr Mitglied des Europaparlaments. Laut der Internetplattform VroniPlag Wiki enthielten über 70 Prozent der Seiten der Dissertation Chatzimarkakis’ Plagiate. Chatzimarkakis erklärte, er habe in verschiedenen Weisen zitiert, was Platz für Spekulationen schaffe. In allen Fällen habe er die entlehnten Gedankengänge oder Sinnzusammenhänge durch Fußnoten ausgewiesen. In acht Fällen fehle die Quellenangabe aufgrund eines Redaktionsversehens, die genutzten Quellen seien aber allesamt im Literaturverzeichnis zu finden. Am 13. Juli 2011 beschloß der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn die Aberkennung des Doktorgrads. Die Doktorarbeit gebe Texte anderer Autoren wörtlich wieder, ohne daß sie durch Anführungsstriche als Zitate kenntlich gemacht seien, und vermittele so den Eindruck, es spreche der Autor Chatzimarkakis selbst. Die Promotionskommission habe festgestellt, daß über die Hälfte der Arbeit nicht von Chatzimarkakis verfaßt sei. Chatzimarkakis’ Klage gegen diese Entscheidung wurde am 22. März 2012 vom Verwaltungsgericht Köln abgewiesen. Die Fakultät habe zutreffend eine Täuschung angenommen, da der Kläger weite Passagen seiner Dissertation wörtlich aus fremden Werken übernommen habe, ohne diese eindeutig und entsprechend den Regeln wissenschaftlicher Arbeit zu kennzeichnen. Nach dieser Entscheidung erklärte Chatzimarkakis, er werde eine neue Doktorarbeit verfassen, um seine wissenschaftliche Reputation wiederherzustellen. Gleichzeitig ging er gegen die gerichtliche Entscheidung in Berufung. Einen Antrag auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln lehnte das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen mit Beschluß vom 24. März 2015 ab. Damit ist das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln rechtskräftig. Im Rückblick blieb dieser Ausgang des Plagiatsverfahrens im Vergleich zum Verlauf in anderen prominenten Fällen nicht unumstritten. Im März 2015 - sechs Wochen zuvor hatte das Kabinett Tsipras I nach einer vorgezogenen Parlamentswahl die Regierung übernommen - forderte Chatzimarkakis, Deutschland solle als "Wiedergutmachung für Nazi-Verbrechen" Milliarden für eine griechische Aufbaubank bezahlen. Das Amt als griechischer Sonderbotschafter, das er ab Ende 2014 innehatte, gab er in Absprache mit Ministerpräsident Alexis Tsipras im Mai 2015 auf. Im März 2018 ist Chatzimarkakis wieder der ÖDP beigetreten. Im Juli 2018 wurde er zum Vorsitzenden des ÖDP-Landesverbandes Saarland gewählt.
Ralf Gustav Dahrendorf, Baron Dahrendorf, KBE, FBA, (* 1. Mai 1929 in Hamburg; † 17. Juni 2009 in Köln): Obwohl er nach dem Krieg zunächst der SPD - und kurzzeitig auch dem damals von Helmut Schmidt geführten SDS in der Britischen Besatzungszone - angehört hatte, wurde er in seinem politischen Wirken vor allem als Vordenker des Liberalismus bekannt. Nachdem er zuvor bereits einmal auf einer regionalen Liste für die Freidemokraten kandidiert hatte, wechselte er 1967 endgültig zur FDP. Zusammen mit dem damaligen Generalsekretär Karl-Hermann Flach war er maßgeblich an der programmatischen Neuausrichtung der Partei in den späten 1960ern und frühen 1970ern beteiligt. Bekannt wurde er auch durch öffentliche Diskussionen mit den Protagonisten der 68er-Bewegung wie zum Beispiel Rudi Dutschke. 1968 zog Dahrendorf für die Liberalen als Abgeordneter in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Am 28. Oktober 1969 legte er sein Mandat nieder, als er über die Landesliste in den Deutschen Bundestag gewählt wurde, den er bereits am 25. August 1970 wieder verließ. Er war kurze Zeit in der ersten Regierung Brandt als Parlamentarischer Staatssekretär im Auswärtigen Amt tätig. 1970 wechselte er als Kommissar für Außenhandel in die EG-Kommission Malfatti nach Brüssel. In der Kommission Ortoli war er bis zu seinem Rücktritt 1974 für Forschung, Wissenschaft und Bildung zuständig. 1982 bis 1987 war Dahrendorf außerdem Vorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. Von 1983 bis 1987 war er Mitherausgeber der Zeitschrift liberal. 1988 trat Dahrendorf aus der FDP aus und im selben Jahr in die britische Liberal Democrats Partei ein. Er war Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. 1997 wurde ihm der Theodor-Heuss-Preis für sein politisches und geisteswissenschaftliches Lebenswerk verliehen. Zwischen 1969 und 2002 nahm Dahrendorf an insgesamt sieben Bilderberg-Konferenzen teil, vor allem zwischen 1969 und 1977, als er viermal teilnahm.
Max Ernst Dibbern (* 6. Juni 1889 in Stuttgart; † 1972): Während der Zeit des Nationalsozialismus schloß er sich der liberalen Widerstandsgruppe Gruppe Q, der späteren Gruppe Freies Hamburg, um Friedrich Ablass an. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich in der Deutschen Friedensgesellschaft und zunächst auch in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, aus der er im Februar 1950 wegen des wachsenden kommunistischen Einflusses jedoch austrat. Dibbern gehörte 1945 zu den Mitbegründern der Partei Freier Demokraten, aus der der Hamburger FDP-Landesverband hervorging. Dort wurde er Vorsitzender des Kreisverbands Niendorf-Lokstedt-Schnelsen. Ab Ende 1949 beteiligte er sich innerhalb der Hamburger FDP am Demokratischen Zirkel, in der sich der linke Flügel der Landespartei zusammenfand. Am 20. Januar 1951 gehörte Dibbern mit Harald Abatz, Emmy Beckmann, Lieselotte Anders, Anton Leser und Hans-Harder Biermann-Ratjen zu den Unterzeichnern des Aufrufs für eine liberale Sammlung von Edgar Engelhard, die sich gegen die Pläne der Landesverbände Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen wendeten, aus der FDP eine Partei der Nationalen Sammlung zu machen. Mitte der 1950er Jahre trat Dibbern aus der FDP aus und schloß sich der SPD an, in der er jedoch keine Ämter übernahm.
Stefan Diekwisch (* 26. Dezember 1946): Er schloß sich der FDP an und amtierte von 1986 bis 1988 als Staatssekretär im Ministerium für Bundesangelegenheiten und vom 9. November 1988 bis zum 21. Juni 1990 als Staatssekretär im Innenministerium des Landes Niedersachsen. Anfang der 1990er-Jahre vertrat er eine sozialliberale Politik. Er wurde 1991 als Nachfolger von Heinrich Jürgens zum Landesvorsitzenden der FDP Niedersachsen gewählt und kurze Zeit später als Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl im März 1994 aufgestellt. Bei der Landtagswahl erreichten die Freidemokraten jedoch nur 4,4 Prozent der Stimmen und konnten die Fünf-Prozent-Hürde nicht überspringen. Daraufhin stellte Diekwisch sich nicht mehr als FDP-Landesvorsitzender zur Verfügung und wurde in dieser Funktion durch Walter Hirche abgelöst. Diekwisch wurde auf dem Bundesparteitag 1992 als Beisitzer in den Bundesvorstand gewählt. Nach einer Wiederwahl auf dem Parteitag 1993 kandidierte er 1995 nicht mehr und schied aus dem Vorstand aus.
Wolfgang Döring (* 11. November 1919 in Leipzig; † 17. Januar 1963 in Düsseldorf): Er trat nach dem Zweiten Weltkrieg der FDP bei und wurde zum 1. August 1950 Hauptgeschäftsführer des Landesverbands Nordrhein-Westfalen. Ursprünglich sprach sich Döring für eine Politik der "nationalen Sammlung" aus, um eine eigenständige FDP gegenüber der CDU zu sichern, erkannte jedoch rasch die Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens und positionierte sich - insbesondere nach den Ereignissen der Naumann-Affäre - ab Mitte der 1950er Jahre eher auf dem rechtsstaatlichen Flügel der Partei. Er gehörte zu den sogenannten Jungtürken um Willi Weyer, Walter Scheel und Hans Wolfgang Rubin, die 1956 die Regierung von Karl Arnold (CDU) stürzten und damit kurzfristig zur Abspaltung des Ministerflügels und langfristig zur Öffnung der FDP in die politische Mitte führten. 1956 initiierte er Gespräche zwischen der FDP und der LDPD in der DDR, die in Weimar und Garmisch stattfanden und ein Vorbote der später von Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher betriebenen "neuen Ostpolitik" waren. Vor der Bundestagswahl 1957 organisierte er den zentralen Wahlkampf der FDP. Er war zusammen mit Karl-Hermann Flach einer der Hauptautoren des "Berliner Programms" von 1957. Flach sagte später über den programmatischen Kurswechsel Dörings: "Ich habe Döring mit liberalen Grundsätzen befreundet, er hat mich pragmatisch getrimmt". 1962 wurde er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Von 1954 bis 1958 war Döring Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen. 1955 wurde er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und nach dem Regierungswechsel am 12. März 1956 Vorsitzender der FDP-Fraktion. Vom 15. Oktober 1957 bis zu seinem Tode war Döring Mitglied des Deutschen Bundestages. Er wurde über die Landesliste in Nordrhein-Westfalen gewählt und war seit 1961 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Als Bundestagsabgeordneter bat er 1957 die Frankfurter Staatsanwaltschaft zu prüfen, ob man George John Dasch in Deutschland wegen Verrats an der Sabotageunternehmung "Pastorius" in den USA während des Zweiten Weltkriegs anklagen könne. In der Bundestagsdebatte über die Spiegel-Affäre warf er Ende 1962 Konrad Adenauer und der CDU/CSU ein gestörtes Verhältnis zu Recht und Gesetz vor. Der seit Jahren herzkranke Döring erlag auf einer Autofahrt nach Düsseldorf einem Herzinfarkt. Durch seine Bundestagsrede zur Spiegel-Affäre kamen vor allem aus der DDR (unbewiesene) Gerüchte auf, daß der Bundesnachrichtendienst oder der Militärische Abschirmdienst den Tod herbeigeführt hätten. Nach Döring sind die FDP-nahe Wolfgang-Döring-Stiftung, das Wolfgang-Döring-Haus, die Parteizentrale der FDP Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf und Straßen in Düsseldorf und Göttingen benannt. In den 1960er Jahren gab es eine Wolfgang-Döring-Gesellschaft, die zusammen mit der FDP Nordrhein-Westfalen die Wolfgang-Döring-Medaille verlieh.
Ulrich Martin Drescher (* 1. August 1952 in Frankfurt am Main): Sein politisches Engagement begann zunächst mit seinem Beitritt zu den Jungdemokraten 1970. Aufgrund des Mißtrauensvotums der FDP im Jahr 1982 gegen den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt trat er aus der FDP aus und gründete am 28. November 1982 in Bochum mit Gleichgesinnten die Partei "Liberale Demokraten", denen er bis 1986, u. a. als Landesvorstand Baden-Württemberg angehörte. Seitdem ist Drescher Mitglied der Partei "Die Grünen".
Hermann Dürr (* 7. Januar 1925 in Konstanz; † 9. Februar 2003): Er trat während seines Studiums der DVP und den Jungdemokraten bei. Nachdem er sich zunächst auf regionaler Ebene engagierte, wurde er 1954 Landesvorsitzender und 1957 Bundesvorsitzender der Jungdemokraten. Seit 1955 war er Mitglied des Landesvorstands der DVP in Baden-Württemberg. Im Jahr 1966 verließ er die FDP/DVP und trat der SPD bei. Dürr gehörte dem Deutschen Bundestag von 1957 bis 1965. Von 1961 bis zum 30. November 1964 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion.
Dieter Ehret (* 4. November 1959 in Weisweil): Er war seit 1991 Mitglied der FDP. Vom 13. April 2006 bis zum Mai 2011 gehörte Ehret dem Landtag von Baden-Württemberg an. Er profitierte bei der Wahl in besonderer Weise vom Wahlsystem, das die Zuteilung von Zweitmandaten an unterlegene Wahlkreisbewerber nach der Zahl der absoluten Stimmen im Wahlkreis vorsah. Sein Vorsprung auf den ersten nicht gewählten FDP-Bewerber im Regierungsbezirk Freiburg aus dem Wahlkreis Lörrach betrug 165 Stimmen. Dabei erhielt Ehret durch das landesweite FDP-Rekordergebnis von 65,3 Prozent allein in seiner Heimatgemeinde Weisweil 617 Stimmen und sicherte sich so den Landtagseinzug. Ehret war umweltpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. Entgegen der Mehrheitsposition der FDP vertritt er auch atomkraftkritische Positionen und setzte sich für ein Festhalten am Atomausstieg ein. Das erklärt sich durch die Geschichte der Emmendinger FDP, deren führende Akteure in den 1970er-Jahren, darunter der damalige Landtagsabgeordnete Hans Erich Schött, aktiv an den Protesten gegen das geplante Kernkraftwerk Wyhl beteiligt waren. Im Februar 2010 wurde bekannt, daß Ehret für die Landtagswahlen 2011 nicht mehr kandidieren würde. Als Grund hierfür nannte er die Energiepolitik der schwarz-gelben Regierung. Er hält die vorgesehene Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken für inakzeptabel. Im Herbst 2011 erklärte Ehret schließlich - ebenso wie zuvor bereits Schött - seinen Austritt aus der Partei.
Hinrich Enderlein (* 9. Mai 1941 in Luckenwalde): Er trat 1969 der FDP bei und gehörte deren linksliberalem Flügel an. Im Jahre 1972 wurde er in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt, dem er für den Wahlkreis Tübingen in vier Legislaturperioden bis 1988 angehörte. Von 1974 bis 1984 war er stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Baden-Württemberg, 1976 bis 1984 stellvertretender Fraktionsvorsitzender und 1985 bis 1988 Vorsitzender der FDP/DVP-Landtagsfraktion. Nach der deutschen Wiedervereinigung wechselte er in das wiedererrichtete Land Brandenburg und wurde dort am 1. November 1990 von Manfred Stolpe (SPD) zum Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur berufen. Dieses Amt hatte er bis 1994 inne. Er zeichnete für den Aufbau der Wissenschaftslandschaft in Brandenburg verantwortlich und gründete drei Universitäten, fünf Fachhochschulen und eine Reihe von außeruniversitären Instituten. Als Spitzenkandidat der FDP gelang ihm der Wiedereinzug der Partei in den Landtag 1994 nicht, die Partei erhielt nur 2,2 Prozent der Stimmen. Nach der verlorenen Landtagswahl übernahm er von Detlev Paepke den Landesvorsitz der FDP. Auch bei der Landtagswahl 1999 war Enderlein Spitzenkandidat seiner Partei, die FDP scheiterte mit 1,9 Prozent erneut am Landtagseinzug. Anschließend trat er gemeinsam mit dem restlichen Landesvorstand zurück. Von 1994 bis 2006 war er Vorsitzender des Hörfunkrats des Deutschlandradios. Enderlein wurde 2006 zum Ehrenvorsitzenden der FDP Brandenburg gewählt. Er gehörte seit 1999 dem Kuratorium der Friedrich-Naumann-Stiftung an. Außerdem war er von 2015 bis 2019 Vorsitzender des Auswahlausschusses der Begabtenförderung der Stiftung.
Edgar Engelhard (* 5. Mai 1917 in Hamburg; † 6. Juni 1979 ebenda): Ende 1945 wurde er von Alfred Johann Levy und Willy Max Rademacher für die Partei Freier Demokraten, wie sich die FDP in Hamburg damals noch nannte, geworben. Seit Anbeginn seiner politischen Tätigkeit sah er sich auf dem linken Parteiflügel. Am 30. Juli 1946 wurde er als Nachfolger von Hans Ludwig Waiblinger Vorsitzender der Jungdemokraten in Hamburg. Auf dem Parteitag des FDP-Zonenverbands für die britische Zone im Juni 1947 in Bielefeld sollte Engelhard auch zum Vertreter der Jungdemokraten im Zonenvorstand gewählt werden, unterlag aber Erich Mende. Im Oktober 1947 erfolgte seine Wahl in den Landesvorstand der Hamburger FDP und kurze Zeit später auch zum Vorstandsmitglied des Weltbunds junger Liberaler. Im November 1947 schließlich wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Jungdemokraten in den Westzonen gewählt. Bei Bildung des Wahlbündnisses zur Bürgerschaftswahl 1949 mit der CDU und der Deutschen Konservativen Partei (DKP) wurde er neben dem bisherigen Vorsitzenden des zuvor nur noch formal bestehenden Vaterstädtischen Bundes Hamburg (VBH) Paul de Chapeaurouge zum gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt. Als sich nach der Wahl CDU, FDP und DKP nicht auf eine gemeinsame Fraktion einigen konnten, löste sich der VBH auch formell auf. Auf dem Landesparteitag am 20. Januar 1951 veröffentlichte er den Aufruf für eine liberale Sammlung, der sich gegen die Pläne der Landesverbände Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen wendete, die FDP zu einer Partei der Nationalen Sammlung zu machen. Mitunterzeichner waren Harald Abatz, Emmy Beckmann, Lieselotte Anders, Anton Leser und Max Dibbern. Engelhard definiert in dem Aufruf die FDP als Partei der Mitte und des Ausgleichs und kritisiert den Weg nach rechts der oben genannten Landesverbände. Er schließt mit der Aufforderung, der Partei beizutreten, und den Worten: "Im Sinne der Tradition von Curt Platen und Carl Petersen. Für den sozialen und kulturellen Fortschritt. Für die individuelle und wirtschaftliche Freiheit. Für eine klare Absage an jede Form eines neuen Nationalismus. Für eine echte liberale Renaissance." Am Folgetag unterlag er bei der Wahl zum stellvertretenden Landesvorsitzenden mit 113 zu 156 Stimmen gegen Johannes Büll und wurde als Beisitzer wiedergewählt. Nach dem Tod des zweiten Stellvertreters Wilhelm H. Lindemann am 3. Juli 1952 wurde er schließlich zum stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt. Bei Gründung des Hamburg-Blocks am 28. September 1953 wurde Engelhard neben Erik Blumenfeld und Erwin Jacobi einer von dessen drei gleichberechtigten Vorsitzenden. Er behielt dieses Amt bis zum 26. November 1954, als Bürgermeister Kurt Sieveking zum alleinigen Vorsitzenden des Hamburg-Blocks gewählt wurde. Bis zur Auflösung des Blocks im Vorfeld der Bürgerschaftswahl 1957 war Engelhard dann dessen stellvertretender Vorsitzender. Von 1958 bis 1966 war er Landesvorsitzender der FDP in Hamburg. 1961 kandidierte er vergeblich für das Amt des stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden. Von 1954 bis 1966 gehörte er dem FDP-Bundesvorstand an. Engelhard gehörte von 1946 bis 1974 ununterbrochen der Hamburgischen Bürgerschaft an. Er ist damit bis heute der FDP-Bürgerschaftsabgeordnete mit der längsten Amtszeit. Auf seinen Antrag beschloß die Bürgerschaft am 27. November 1946, die Niendorfer Straße in Eppendorf in Geschwister-Scholl-Straße umzubenennen. Zunächst Parlamentarischer Geschäftsführer, war er von 1949 bis 1953 Vorsitzender der FDP-Bürgerschaftsfraktion. Mit Bildung der Hamburg-Block-Fraktion am 29. September 1953 im Vorfeld der Bürgerschaftswahl wurde Engelhard für den Rest der Wahlperiode deren stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Nach dem Wahlerfolg des Hamburg-Blocks wurde Engelhard am 2. Dezember 1953 von der Bürgerschaft in den Hamburger Senat gewählt. Dieser wählte ihn zum Zweiten Bürgermeister und entsandte ihn in die Gefängnisbehörde sowie in das Sportamt und das Amt für Bezirksverwaltung. Ab 4. Dezember 1953 gehörte er zudem der Senatskommission für die Justizverwaltung an (eine Justizbehörde gab es noch nicht). 1956 übernahm er nach dem Rücktritt des bisherigen Polizeisenators Josef von Fisenne für einige Monate zusätzlich die Verantwortung für die Polizeibehörde. Ab 1957 wurde er - nun in einer sozialliberalen Koalition - in die Behörde für Wirtschaft und Verkehr und weiterhin in das Sportamt entsandt, auch der Justizkommission gehörte er zeitweilig weiterhin an. Nach der Entscheidung des FDP-Landesparteitags, die Koalition mit der SPD, die bei der vorangegangenen Bürgerschaftswahl 59 Prozent der Stimmen erhalten hatte, zu beenden, schied er am 27. April 1966 aus dem Senat und damit auch aus dem Amt des Zweiten Bürgermeisters aus. Er engagierte sich im "Komitee ehemaliger politischer Gefangener", aus dem 1947 die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) wurde. Am 21. September 1950 verließ er die VVN wegen des immer größer werdenden kommunistischen Einflusses dort. Um deutlich zu machen, dass er mit diesem Austritt jedoch nicht seine linksliberalen, pazifistischen politischen Ansichten aufgab, trat er am 11. Oktober 1950 der Deutschen Friedensgesellschaft bei.
Christian Fenner (* 16. August 1942 in Berlin; † 2. Januar 2006 in Berlin): Im Jahr 1968 engagierte er sich im Liberalen Studentenbund Deutschlands (LSD). Als FDP-Mitglied trat er für einen sozialen Liberalismus ein, welchen er in den Freiburger Thesen der FDP vertreten sah. Wie viele andere Linksliberale verließ er nach der Bonner Wende 1982 die FDP. Christian Fenner trat dann der SPD bei.
Erwin Fischer (* 7. August 1904 in Reutlingen; † 15. Juli 1996 in Donaurieden): Seit Oktober 1930 war er Geschäftsführer der Deutschen Hochschule für Politik. 1933 wurde er nach einer Überprüfung durch die Reichskulturkammer und den SD aus diesem Amt entlassen, zudem wegen seiner SPD-Mitgliedschaft mit einem Vorlesungsverbot belegt. Da er jedoch zum 1. Mai 1933 in die NSDAP eingetreten war (Mitgliedsnummer 2.635.816), wurde er nach einem Revisionsverfahren wieder eingestellt und war zunächst vor weiteren Nachstellungen der Behörden sicher. Während seiner Tätigkeit als Anwalt vertrat er u. a. Paul Hindemith. Wegen seiner allzu selbständigen Kulturpolitik machte er sich bei KdF und Reichsjugendführung so unbeliebt, daß erneut seine Entlassung gefordert wurde. Im Februar 1943 wurde seine UK-Stellung aufgehoben und Fischer zur Wehrmacht eingezogen. Als Leutnant der Reserve geriet er an der Ostfront in Kriegsgefangenschaft, aus der er im Juni 1945 entlassen wurde. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1945 siedelte Erwin Fischer sich in Ulm an, wo er 1947 als Mitläufer zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Ab März 1950 übte er seinen Beruf als Rechtsanwalt wieder aus. Ab 1950 widmete sich Fischer verstärkt Bürgerrechtsorganisationen und der Publizistik. Anfang 1946 trat Fischer erneut der SPD bei, die er jedoch Ende 1950 wieder verließ. Später wurde er Mitglied der FDP, bei der er sich besonders im Bereich der Kirchenpolitik betätigte. Am 4. Oktober 1982 verließ Fischer die FDP. Er arbeitete für Bürgerrechtsorganisationen und freigeistige Verbände. So war er Gründungsmitglied der Humanistischen Union. Für die Humanistische Union führte er einige Prozesse vor dem Bundesverfassungsgericht zum Verhältnis von Staat und Kirche.
Karl-Hermann Flach (* 17. Oktober 1929 in Königsberg; † 25. August 1973 in Frankfurt am Main): 1946 trat er in die LDP (später LDPD) ein. 1948/49 arbeitete er als Volontär, später als Politischer Redakteur bei der LDP-Zeitung Norddeutsche Zeitung in Schwerin. 1949 wurde er in den LDP-Landesvorstand Mecklenburgs gewählt. Im Oktober 1949 flüchtete er aus der DDR nach West-Berlin, wo er in die FDP eintrat. 1956 wurde Flach Mitarbeiter in der FDP-Bundesgeschäftsstelle in Bonn und im Bundestagswahlkampf 1957 schließlich der engste Mitarbeiter des Wahlkampfleiters Wolfgang Döring, über den er später sagte: "Ich habe Döring mit liberalen Grundsätzen befreundet, er hat mich pragmatisch getrimmt." Vom 1. April 1959 bis 15. Mai 1962 war Flach als Nachfolger von Werner Stephan der Bundesgeschäftsführer der FDP und Wahlkampfleiter im Bundestagswahlkampf 1961 unter dem Parteivorsitzenden Erich Mende. Nach inhaltlichen Differenzen mit Mende zog Flach sich 1962 aus der Politik zurück und ging in die Redaktion der Frankfurter Rundschau (FR), zuerst als Ressortleiter für Innenpolitik. Zuletzt war er dort geschäftsführendes Mitglied der Redaktionsleitung und Prokurist des Druck- und Verlagshauses. Sein Nachfolger als Bundesgeschäftsführer wurde im September 1962 Hans-Dietrich Genscher. Auf dem FDP-Bundesparteitag 1971 in Freiburg im Breisgau kehrte Flach als erster Generalsekretär der FDP unter dem Parteivorsitzenden Walter Scheel in die Politik zurück. 1972 wurde er in den Deutschen Bundestag gewählt und danach stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Seine Sekretärin in dieser Zeit, Johanna Olbrich (alias Sonja Lüneburg), die zunächst für den Berliner FDP-Landesvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten William Borm gearbeitet hatte und später für den Bundestagsabgeordneten und Bundesminister für Wirtschaft, Martin Bangemann, arbeiten sollte, war eine Spionin der DDR-Staatssicherheit. 1971 veröffentlichte Flach sein Buch "Noch eine Chance für die Liberalen". Dieses Werk versuchte auf knapp 100 Seiten, liberale Positionen gegen seine politischen Gegner zu verteidigen und stellt eine vielbeachtete Theorie eines modernen Liberalismus in Abgrenzung u. a. zu sozialistischen Gesellschaftstheorien dar. Flach kommt dort unter anderem zu dem Ergebnis, daß "wenn ernsthafte Gefahr für ihre Besitzpositionen droht, (...) den herrschenden Kreisen in kapitalistischen Staaten die Rettung durch eine faschistische Ordnung lieber sein [kann] als ihr Abstieg. Im Sozialismus greift eine etablierte Führungsgruppe eher zu stalinistischen Praktiken, als sich echter Volkskontrolle, einer freien Öffentlichkeit und ihrer Abwahl auszusetzen." Das Grundsatzprogramm der Freiburger Thesen von 1971 entsprach Flachs politischen Vorstellungen. Seit den 1950er Jahren setzte er sich gegen die sogenannte "Bürgerblock-Mentalität" seiner Partei und für eine Öffnung der FDP für Arbeitnehmer ein. Er wurde zu einem der Wegbereiter der sozialliberalen Koalition 1969. Von 1959 bis 1962 war Flach Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung. Dem Kuratorium der Stiftung gehörte er von 1962 bis 1971 an. 1959 war er maßgeblich an der vom Liberalen Studenten Bund Deutschlands bzw. dessen Seniorenverband, dem Verband Liberaler Akademiker, initiierten Gründung der Zeitschrift liberal beteiligt, zu deren Herausgebern er bis zu seinem Tode gehörte. Am 25. August 1973 verstarb Flach an den Folgen eines im selben Monat erlittenen Schlaganfalls. Er wurde in Bötzingen am Kaiserstuhl beerdigt.
Hinnerk Fock (* 13. Juni 1943 in Hamburg): Er gehört seit 1969 der FDP an, wo er zum sozialliberalen Flügel gezählt wird. In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren war er stellvertretender Landesvorsitzender der Hamburger Liberalen. Mitte der 1990er-Jahre wurde er in die Programmkommission der Bundes-FDP berufen, wo er unter anderem mit Guido Westerwelle die Wiesbadener Grundsätze, das von 1997 bid 2012 gültige FDP-Grundsatzprogramm, erarbeitete. Die Landespartei machte ihn nach dem Rückzug von Wieland Schinnenburg von seinen Ämtern zum Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl im Februar 2008. Zudem wurde Fock am 15. Juli 2007 bei einem außerordentlichen Parteitag zum Landesvorsitzenden der FDP Hamburg gewählt. Nach einer deutlichen Niederlage auf einem Landesparteitag bei der Bewerbung um den Listenplatz 1 der Bundestagswahl 2009 gegen den Bundestagsabgeordneten Burkhardt Müller-Sönksen trat Fock am 29. Oktober 2008 ohne Angabe von Gründen vom Landesparteivorsitz zurück. Am 17. November 2018 wurde er vom Landesparteitag der FDP Hamburg zum Ehrenmitglied gewählt.
Rita Fromm, geb. Klemp (* 1. Mai 1944 in Josephshof, Kreis Schlochau; † 21. Juni 2024 in Karlsruhe): Die unruhigen 67er und 68er Jahre, das Aufbegehren der jungen Generation gegen eine verkrustete Nachkriegsgesellschaft, das Entstehen einer revolutionären Bewegung, die außerparlamentarische Opposition, die "Neue Frauenbewegung" und 1971 die Freiburger Thesen der FDP wirkten auf sie ein. Dem Slogan der Frauenbewegung "Das Private ist politisch" folgend engagierte sie sich für die FDP und übernahm Parteifunktionen auf Bundes- und Landesebene sowie in Karlsruhe. Rita Fromm war von 1980 bis 1983 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Klaus Gärtner (* 10. Januar 1945 in Obersontheim; † 15. April 2022 in Kiel): Er war seit 1968 Mitglied der FDP. Er war 1969/70 Hauptgeschäftsführer der FDP Saar und fungierte außerdem als Schatzmeister beim FDP-Bezirk Düsseldorf. Anschließend war er bis 1976 als Angestellter beim Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen tätig. Gärtner wurde bei der Bundestagswahl 1976 in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis 1983 angehörte. Er war über die Landesliste der FDP Nordrhein-Westfalen ins Parlament eingezogen. Seit 2002 war Gärtner Mitglied im Kuratorium der Stiftung Schüler Helfen Leben. Von 1981 bis 1982 war er Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung. In Kiel amtierte Gärtner vom 22. Mai 1988 bis zum 19. Mai 1993 als Staatssekretär im Finanzministerium (seit 1992 Ministerium für Finanzen und Energie) des Landes Schleswig-Holstein Anschließend wurde er als enger Vertrauter von Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD), trotz einer absoluten Mehrheit der SPD zum Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein berufen. Am 15. April 2002 trat er von diesem Amt zurück.
Christoph Giesa (* 20. September 1980 in Nürnberg): Er war Vorsitzender der Jungen Liberalen in Rheinland-Pfalz. Zur Europawahl 2004 kandidierte er erfolglos als rheinland-pfälzischer Spitzenkandidat für die FDP. 2010 war er Mitorganisator einer überparteilichen Facebook-Kampagne für den von SPD und der Partei "Bündnis 90/Die Grünen" vorgeschlagenen Joachim Gauck zur Wahl des Bundespräsidenten.
Otto Heinrich Luis Paul Magnus Georg Greve (* 30. Januar 1908 in Rostock; † 11. Juni 1968 in Ascona): 1945 beteiligte er sich an der Gründung der FDP. Im Februar 1946 kam er in den Vorstand für die britische Zone, dem er bis 1947 angehörte. Im Zonenvorstand leitete er das "Politische Büro", das seinen Sitz in Hannover hatte. Ende April 1948 trat er zur SPD über, weil er mit dem Rechtsruck der niedersächsischen FDP unter ihrem neuen Vorsitzenden Artur Stegner nicht einverstanden war. Wörtlich bezeichnete er den niedersächsischen FDP-Landesverband als "Behelfsheim der Reaktion".
Silke Groht (* 25. Mai 1948 in Lübeck): Sie war seit 1971 Mitglied der FDP und der Deutschen Jungdemokraten (DJD). Sie spielte eine maßgebliche Rolle an der Entstehung des FDP-Papiers "Freie Kirche im freien Staat", das im September 1974 beschlossen wurde und auf Forderungen der Jungdemokraten zur Trennung von Kirche und Staat aus dem Vorjahr zurückging. Groht war vom 28. Mai 1975 bis zum 28. Mai 1980 Mitglied des 8. Landtags von Nordrhein-Westfalen, in den sie über die Landesliste einzog. Sie war zu dem Zeitpunkt die jüngste Abgeordnete in NRW. Bei der Landtagswahl im Mai 1980 scheiterte die FDP mit 4,98 Prozent der Zweitstimmen an der Fünf-Prozent-Hürde und Silke Groht schied aus dem Landtag aus. Im Zusammenhang mit der "Wende" im Herbst 1982 wechselte sie zu der Partei "Liberale Demokraten". Auf der Gründungsversammlung am 28. November 1982 wurde sie in den ersten Bundesvorstand der neuen Partei gewählt.
Wolf-Dietrich Großer (* 27. Dezember 1927 in Kreuzburg, Oberschlesien; † 6. Dezember 2016 in München): Er trat 1966 der FDP Bayern bei und arbeitete 1971 an den Freiburger Thesen mit. Er war Ehrenvorsitzender der FDP Oberbayern. Großer wurde bei der Landtagswahl 1974 über die Bezirksliste Oberbayern in den Bayerischen Landtag gewählt. Er gehörte dem Ausschuß für Landesentwicklung und Umweltfragen an Nach dem Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl 1982 schied er erstmals aus dem Landtag aus. Nach der Landtagswahl 1990 zog die FDP in das Maximilianeum wieder für eine Legislaturperiode ein. Er war in dieser Wahlperiode wieder Mitglied des Ausschusses für Landesentwicklung und Umweltfragen sowie Mitglied des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes. Als stellvertretendes Mitglied gehörte er 1990 bis 1994 dem Untersuchungsausschuß "Gauweiler" und dem Zwischenausschuß an.
Miriam Gruß, geb. Krebs, (* 3. Dezember 1975 in Bobingen): Seit 1997 ist sie Mitglied der FDP. Von 2005 bis 2013 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort war sie familienpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion. Im Deutschen Bundestag saß sie im Ausschuß für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und im Ausschuß für Arbeit und Soziales und stellvertretendes Mitglied in der Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder und im Unterausschuß "Bürgerschaftliches Engagement". Zu ihren Initiativen zählte die Forderung, die Rechte von Kindern im Grundgesetz zu verankern. Diese Forderung wurde in einer Rede der Bundeskanzlerin bei einer Veranstaltung der Initiative "Deutschland für Kinder" am 29. August 2006 zum Thema gemacht. Darauf aufbauend startete Miriam Gruß eine fraktionübergreifende Initiative zu diesem Thema. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde sie bekannt, als sie im März 2006 vorschlug, Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach einem verlorenen Länderspiel vor den Sportausschuß des Deutschen Bundestages zu zitieren. Am 26. Oktober 2009 wurde Gruß von der Bundestagsfraktion der FDP zu einer der sechs stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Am 10. Mai 2011 kandidierte sie erneut als stellvertretende Fraktionsvorsitzende und verlor die Abstimmung gegen ihren Gegenkandidaten Martin Lindner mit 42:46 Stimmen. Durch das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2013 ist sie im 18. Bundestag nicht mehr vertreten. Miriam Gruß ist über die Landesliste Bayern in den Bundestag eingezogen. Ihr Wahlkreis ist Augsburg-Stadt. Am 14. Februar 2009 wurde sie auf Vorschlag von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger vom FDP-Landesparteitag zur Generalsekretärin der FDP Bayern gewählt und wurde damit Nachfolgerin von Martin Zeil. Auf dem Landesparteitag 2011 wurde sie mit 54 Prozent der Stimmen nur knapp im Amt bestätigt. Im Juni 2010 wurde sie in eine Programmkommission gewählt, die ein neues Grundsatzprogramm für die FDP erarbeiten soll. Seit dem 18. Juni 2017 war sie 1. Bürgermeisterin der Stadt Gundelfingen an der Donau. 2023 verzichtete sie auf eine Wiederwahl und schied zum 18. Juni 2023 aus dem Amt aus.
Bernd Hadewig (* 2. Juli 1946 in Wedel): Er trat 1967 den Jungdemokraten und der FDP bei. Von 1970 bis 1972 war er stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungdemokraten, anschließend bis 1974 zwei Jahre deren schleswig-holsteinischer Landesvorsitzender. Er gehörte seit 1974 dem FDP-Landesvorstand Schleswig-Holstein an. Von 1973 bis 1975 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Uwe Ronneburger. Hadewig gehört dem linksliberalen und ökologischen Flügel seiner Partei an. Dem Landtag Schleswig-Holstein gehörte Hadewig von 1975 bis 1979 und erneut vom 23. Oktober 1980, als er für Uwe Ronneburger nachrückte, bis 1983 an. Als Abgeordneter des schleswig-holsteinischen Landtags und der Eckernförder Ratsversammlung setzte er sich u. a. gegen Atomkraft, gegen einige Straßen- und Autobahnprojekte, für Umweltschutzmaßnahmen und für die Schaffung so genannter symbolischer "Atomwaffenfreier Zonen" auf kommunaler Ebene ein. Ein besonderes Verdienst erwarb er sich als erster "Borbyhof-Gegner" in seiner Eigenschaft als Eckernförder Ratsherr: Seine Kritik (u. a. an der Seriosität von angeblichem Bauherrn und einzelner der vorgesehenen Betreiber und an der Finanzierung) an einem dort Anfang der 1980er Jahre geplanten Bauvorhaben (u. a. Eissporthalle) erwies sich letztendlich nach über zweijähriger Diskussion als richtig.
Hildegard Hamm-Brücher, geb. Brücher (* 11. Mai 1921 in Essen; † 7. Dezember 2016 in München): Sie wurde über ihre Kandidatur im Mai 1948 für den Münchner Stadtrat auf die Liste der FDP Bayern gewählt. Hier war es Theodor Heuss mit seinen Ansichten und Warnungen zum Aufbau und zum Erhalt der Demokratie, der Verfassung usw., der sie in die Politik brachte. Hamm-Brücher wurde 1963 in den FDP-Bundesvorstand gewählt und war von 1972 bis 1976 stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei. Von 1985 bis 1991 war sie erneut Bundesvorstandsmitglied. Am 22. September 2002 trat sie nach 54 Jahren Mitgliedschaft aus der FDP aus und begründete dies mit der "Annäherung der FDP an die antiisraelischen und einseitig propalästinensischen Positionen des Herrn Möllemann" im Verlauf des Projekts 18. Hamm-Brücher gehörte von 1948 bis 1954 dem Stadtrat von München an. Von 1950 bis 1966 sowie von 1970 bis 1976 war sie Mitglied des Bayerischen Landtags. Bei der bayerischen Landtagswahl 1962 hatte man sie, "die den Funktionären oft zu klug und zu aufrichtig und manchen 'zu weit links' war, zur Strafe auf den hoffnungslosen Platz 17 der oberbayerischen Liste verbannt". Durch die in Bayern mögliche Vergabe von Stimmen an einzelne Kandidaten kam sie jedoch auf Platz 1. So zog sie, von den Medien stark beachtet, zum dritten Mal in den Landtag ein. Von 1950 bis 1966 vertrat sie den Wahlkreis Oberbayern, von 1970 bis 1976 den Wahlkreis Mittelfranken. Von 1972 bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Landtag war sie Vorsitzende der FDP-Fraktion, zudem ab Mai 1975 Mitglied des Ältestenrats. Von 1976 bis 1990 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie wurde jeweils über die Landesliste der FDP Bayern gewählt. Große Beachtung fand hier ihre Rede vom 1. Oktober 1982 anläßlich des Mißtrauensvotums gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt, in der sie sich gegen eine Wahl von Helmut Kohl zum Bundeskanzler und stattdessen für Neuwahlen aussprach. Hamm-Brücher kritisierte am Mißtrauensvotum, daß dieses "zwar neue Mehrheiten, aber kein neues Vertrauen in diese Mehrheiten" schaffe; ein "Machtwechsel ohne vorheriges Wählervotum" habe das "Odium des verletzten demokratischen Anstands". Hamm-Brücher sagte: "Ich finde, daß beide dies nicht verdient haben, Helmut Schmidt, ohne Wählervotum gestürzt zu werden, und Sie, Helmut Kohl, ohne Wählervotum zur Kanzlerschaft zu gelangen." Der CDU-Generalsekretär Heiner Geißler warf ihr daraufhin einen "Anschlag auf unsere Verfassung" vor. Als am 4. Mai 1984, ein halbes Jahr nachdem Eberhard von Brauchitsch und Otto Graf Lambsdorff wegen Steuerhinterziehung angeklagt worden waren, die FDP sich für eine Amnestie für Spender, Spendenvermittler und Spendenempfänger starkmachte, enthielt sie sich - zusammen mit Gerhart Baum und Burkhard Hirsch - der Stimme. 1967 wurde sie als Staatssekretärin in das von Ernst Schütte geleitete Kultusministerium des Landes Hessen berufen. Sie war damit die erste Frau in Hessen, die dieses Amt bekleidete. Am 22. Oktober 1969 wechselte sie als Staatssekretärin in das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft, das nach der Bundestagswahl 1969 in der ersten sozialliberalen Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt vom parteilosen Hans Leussink geleitet wurde. Dieses Amt hatte sie bis zum 31. Mai 1972 inne. Am 16. Dezember 1976, nach der Bundestagswahl 1976, wurde sie als Staatsministerin in das von Hans-Dietrich Genscher geleitete Auswärtige Amt berufen. Als solche war sie Mitglied der Regierung Schmidt II. Nach der Weltkonferenz über Kulturpolitik in Mexiko-Stadt im Juli / August 1982, an der sie als Delegationsleiterin Deutschlands teilnahm, regte sie einen Wandel der deutschen Restitutionspolitik an, welcher jedoch nicht umgesetzt werden konnte, da sie durch den Bruch der sozialliberalen Koalition am 17. September 1982 (kurz vor dem Ende der Regierung Schmidt III) aus der Bundesregierung ausschied. Bei der Bundespräsidentenwahl 1994 war sie die Kandidatin der FDP für das Amt des Bundespräsidenten. Die FDP versuchte, sich mit der Nominierung der sozialliberalen Hamm-Brücher vom Koalitionspartner CDU/CSU unabhängiger zu machen und auch eine mögliche Zusammenarbeit mit der SPD anzubahnen. Im ersten Wahlgang erhielt sie 132 und im zweiten Wahlgang 126 Stimmen - jeweils deutlich mehr als die 112 Wahlleute der FDP. Der Parteivorsitzende Klaus Kinkel riet ihr, im dritten Wahlgang nicht mehr anzutreten. Zuvor hatte Bundeskanzler Kohl - laut Hamm-Brücher - Kinkel "furchtbar beschimpft", sie "endlich aus dem Verkehr zu ziehen". Die Kandidatin forderte, die FDP-Fraktion über diese Frage abstimmen zu lassen. Nach kurzer Diskussion votierte die Fraktion im Sinne der Parteiführung. Die Mehrheit der FDP-Wahlmänner stimmte im dritten Wahlgang für den CDU-Kandidaten Roman Herzog. Von den hessischen Grünen wurde Hamm-Brücher als Wahlfrau für die 14. Bundesversammlung am 30. Juni 2010 nominiert. Hamm-Brücher hatte zuvor geäußert, daß sie den parteilosen Joachim Gauck wählen würde. Sie gehörte ebenfalls auf Vorschlag der hessischen Grünen der 15. Bundesversammlung am 18. März 2012 an. Von 1958 bis 1993 war sie Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung. Von 1959 bis 1987 war sie im Auftrag der Stiftung als Mitherausgeberin der Zeitschrift "liberal" tätig. 1964 wurde auf ihre und die Initiative von Ernst Ludwig Heuss, dem Sohn von Theodor Heuss, die überparteiliche Theodor-Heuss-Stiftung gegründet, deren Gründungsvorsitzende sie war und deren Vorsitz sie lange Jahre innehatte. 1974 bis 1988 war Hamm-Brücher Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentags. Sie war Mitglied des Kuratoriums am Jüdischen Zentrum München und gehörte dem Vorstand des Fördervereins Demokratisch Handeln e. V. mit Sitz in Jena an. Ferner unterstützte sie den Verein Gesicht Zeigen!. Bei der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Deutschland zählte sie neben Jutta Limbach, Ian Karan und anderen zu den Ehrenmitgliedern. Sie war Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und seit 1970 Mitglied des Goethe-Instituts. Seit 2009 wird der Hildegard Hamm-Brücher-Förderpreis für Demokratie lernen und erfahren verliehen. Die ersten Preisträger waren Wolfgang Edelstein und Eva Madelung und das Förderprojekt "Bunte Schule - bunte Stadt" der Integrierten Gesamtschule "Regine Hildebrandt" in Magdeburg. Verliehen wird der Preis jeweils im Juni in Jena gemeinsam mit der Lernstatt Demokratie des Fördervereins Demokratisch Handeln, welche einmal im Jahr einen bundesweiten Wettbewerb für in besonderem Maße demokratische Projekte allgemeinbildender Schulen ausschreibt. Auf diese Weise wollte Hamm-Brücher das Engagement alter und junger Menschen für Bildung und Demokratie würdigen. Hamm-Brücher stiftete den "Münchner Bürgerpreis gegen Vergessen - für Demokratie" zur Erinnerung an die Herrschaft der Nationalsozialisten und zur Stärkung der Demokratie. Der mit insgesamt 5000 Euro dotierte Preis wird in der Regel alle zwei Jahre vergeben, erstmals am 9. Mai 2011 anläßlich ihres 90. Geburtstags.
Ludwig Hartenfels (* 17. Juni 1894 in Kreuznach; † 6. April 1955 in Hamburg): Er gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 zu den Mitbegründern der Partei Freier Demokraten, aus der später der Hamburger Landesverband der FDP wurde. Am 27. Juli 1946 wurde er in den Landesvorstand der Hamburger Liberalen gewählt. Zudem gehörte er auch dem Vorstand der FDP in der britischen Besatzungszone an, aus dem er 1947 ausschied. Bei der Bürgerschaftswahl 1946 kandidierte er im Wahlkreis Fuhlsbüttel-Langenhorn-Ohlsdorf, konnte aber keines der vier dort zu vergebenden Mandate erringen. Hartenfels gehörte dem Hamburger Senat unter Max Brauer seit dem 15. November 1946 an und wurde als Präses in die Kulturbehörde entsandt. Er trat am 1. November 1949 kurz nach der Bürgerschaftswahl, bei der die FDP gemeinsam mit CDU und DKP als Vaterstädtischer Bund Hamburg antrat, von seinem Amt zurück. Bei der Bürgerschaftswahl 1949 kandidierte er nicht auf der Landesliste, sondern lediglich im Wahlkreis Wellingsbüttel, den er jedoch trotz des Wahlbündnisses nicht gewinnen konnte. Im September 1950 trat Hartenfels wegen des Rechtskurses der FDP in Hessen und Nordrhein-Westfalen aus der Partei aus. Nachdem die FDP Hamburg auf der Sitzung ihres Landesausschusses am 20. Januar 1951 diesem Rechtskurs klar den Kampf angesagt hatte, trat er zwei Tage später wieder in die FDP ein und begründete dies mit dem Ziel, "den freiheitlichen Kurs zu stärken".
Burkhard Hirsch (* 29. Mai 1930 in Magdeburg; † 11. März 2020 in Düsseldorf): Schon 1948 trat er der LDP in Halle (Saale) bei. Nach seiner Flucht nach Westdeutschland wurde er 1949 Mitglied der FDP und der Deutschen Jungdemokraten (DJD). Von 1959 bis 1964 war Hirsch Landesratsvorsitzender der DJD Nordrhein-Westfalen. Zwischen 1971 und 1977 bekleidete er das Amt des Kreisvorsitzenden der FDP Düsseldorf, deren Kreisvorstand er bereits seit 1965 angehört hatte. Von 1979 bis 1983 war er Landesvorsitzender der FDP Nordrhein-Westfalen, nachdem er bereits seit 1971 Mitglied des Landesvorstandes gewesen war. Dem FDP-Bundesvorstand gehörte Hirsch von 1976 bis 2005 an. Den Koalitionswechsel der FDP zur Union im Jahre 1982 (die damals so genannte Wende) lehnte Hirsch entschieden ab, blieb aber, wie Gerhart Baum und Hildegard Hamm-Brücher, in der Partei. In der Affäre um die Akten- und Datenvernichtung im Bonner Kanzleramt ("Bundeslöschtage") nach der Wahlniederlage der Regierung Helmut Kohls im Jahr 1998 war Hirsch amtlich bestellter Sonderermittler des Untersuchungsausschusses. Er wies nach, daß erhebliche Aktenlücken in brisanten Sachgebieten wie der Leuna-Verkaufs-Affäre und bei Rüstungsgeschäften mit dem Nahen Osten vorlagen. Lücken gab es bei Akten zu Treuhand-Privatisierungen, zum Waffenexport von Fuchs-Spürpanzern sowie zum Bau einer Panzerfabrik in Kanada. Der Bericht von Burkhard Hirsch über die "Bundeslöschtage" wurde nicht offiziell veröffentlicht, kam jedoch später über die Presse an die Öffentlichkeit. Hirsch wurde während der Arbeit des Ausschusses vor allem von Seiten der CDU und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung massiv kritisiert. Hirsch gehörte zum Freiburger Kreis und zum linksliberalen Flügel der FDP. Der Rechtsexperte trat immer wieder energisch für die Wahrung der Bürgerrechte ein. Gemeinsam mit seinen Parteikollegen Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Gerhart Rudolf Baum ging er erfolgreich vor dem Bundesverfassungsgericht gegen Teile des sogenannten Großen Lauschangriffs vor. Mit Blick auf seine sonstigen politischen Einstellungen überrascht sein Abstimmungsverhalten bei der historischen Abstimmung im Mai 1997 über die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe. Hirsch stimmte als einer von 138 Abgeordneten gemeinsam mit dem sehr konservativen Teil des Parlaments dagegen, Vergewaltigung auch in der Ehe als Verbrechen unter Strafe zu stellen. Die Gesetzesänderung wurde mit 471 Ja-Stimmen bei 35 Enthaltungen verabschiedet. Für die Abstimmung war die Fraktionsdisziplin aufgehoben worden. Zuvor war Vergewaltigung als "außerehelich" definiert, weswegen eine Vergewaltigung in der Ehe nur als bloße Nötigung strafbar war. Am 16. Oktober 1998 stimmte Hirsch im Bundestag gegen die Beteiligung deutscher Soldaten an einer möglichen NATO-Bombardierung Jugoslawiens. Dabei war er der einzige FDP-Abgeordnete (dazu die PDS-Bundestagsgruppe, 21 SPD-Politiker, 9 Grüne, 1 Unionspolitiker, 1 Fraktionsloser). In seiner mündlichen Erklärung machte er deutlich, daß er diesen Krieg für unmoralisch, völkerrechtswidrig und unnötig hielt. Erstens sei humanitäre Hilfe nicht mit militärischer Gewalt verbunden. Zweitens sei der 13. Deutsche Bundestag (1994 bis 1998), in dessen letzte Sitzung diese Abstimmung fiel, nicht mehr befugt, über die deutsche Kriegsbeteiligung abzustimmen, denn die kürzlich abgehaltenen Bundestagswahlen hätten schon über eine neue Zusammensetzung des Bundestages entschieden. Dieser neue Bundestag müsse sich mit der Entscheidung über Krieg und Frieden befassen. Drittens verbiete die Charta der Vereinten Nationen die Anwendung von Gewalt, außer der UN-Sicherheitsrat stimme ihr zu. Diese Zustimmung lag nicht vor, so daß der Krieg dem Völkerrecht einen irreparablen Schaden zufügen werde. Anfang 2005 legte Hirsch auch gegen das umstrittene Luftsicherheitsgesetz, das im Falle terroristischer Passagierflugzeugentführungen deren militärischen Abschuß bei potentieller Gefahr von Hochhausanschlägen ausdrücklich erlauben wollte, Verfassungsbeschwerde ein. Am 15. Februar 2006 erklärte das Bundesverfassungsgericht den § 14 III des Luftsicherheitsgesetzes für nicht mit dem Grundgesetz vereinbar und somit für nichtig. Die Richter folgten in ihrer Entscheidung in fast allen Punkten den Beschwerdeführern. Ferner wurde eine weitere Verfassungsbeschwerde von Hirsch und anderen Liberalen gegen die im November 2007 beschlossene Vorratsdatenspeicherung eingereicht. Hirsch war offizieller Unterstützer der überwachungskritischen Datenschutzdemonstration Freiheit statt Angst. Hirsch unterstützte 2011 zusammen mit den FDP-Abgeordneten Frank Schäffler, Holger Krahmer und Carlos Gebauer des "Liberalen Aufbruchs" das Verfahren für einen parteiinternen Mitgliederentscheid der FDP zum Europäischen Stabilitätsmechanismus, der Ende 2011 knapp scheiterte. Und er demonstrierte gegen die Euro-Rettungs-Aktivitäten. Er gehörte zu den Unterstützern der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die Ende November 2016 veröffentlicht wurde. Von 1981 bis 1990 gehörte er dem Beirat der Friedrich-Naumann-Stiftung an. Von 1964 bis 1972 war Hirsch Ratsherr der Stadt Düsseldorf. Von 1972 bis 1975 sowie von 1980 bis 1998 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und von November 1994 bis Oktober 1998 dessen Vizepräsident. Burkhard Hirsch zog stets über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag ein. Für die 1998 beginnende Legislaturperiode bewarb er sich nicht erneut um ein Mandat. Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 1975 wurde Hirsch am 28. Mai 1975 als Innenminister in die von Ministerpräsident Heinz Kühn (SPD) geführte Landesregierung von Nordrhein-Westfalen berufen. Dieses Amt behielt er auch unter dem ab 1978 amtierenden Ministerpräsidenten Johannes Rau (SPD). Am 19. November 1979 wurde er zusätzlich zum Stellvertreter des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt. Da die von ihm seit 1979 angeführte Landes-FDP bei der Landtagswahl 1980 an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte und die SPD die absolute Mehrheit erringen konnte, schied Hirsch am 4. Juni 1980 aus der Landesregierung aus. 1983 verlor er den Landesvorsitz der FDP an Jürgen Möllemann. 1992 unterlag er Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bei einer innerparteilichen Abstimmung über die Nachfolge von Klaus Kinkel als Bundesminister der Justiz.
Nadja Yvonne Hirsch (* 13. Juli 1978 in München): Sie trat 1999 der FDP Bayern und den Jungen Liberalen bei. 2008 wurde Hirsch auf dem Landesparteitag der FDP zur bayerischen Spitzenkandidatin für die Europawahl 2009 gewählt und trat auf Platz 9 der Bundesliste an. Im September 2009 schied Hirsch nach ihrer Wahl ins Europäische Parlament aus dem Münchner Stadtrat aus. Hirsch gehörte der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa an. Sie war stellvertretende Vorsitzende im Ausschuß für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten. Hirsch ist seit 2013 stellvertretende Vorsitzende des FDP Bundesfachausschuß für Medien und Digitales. Ab September 2013 war Hirsch Mitglied der Delegation für die Beziehungen zwischen der EU und den USA. Als Stellvertreterin war sie im Ausschuß für Kultur und Bildung (CULT), im Innenausschuß (LIBE) und in den Delegationen für die Beziehungen zur Arabischen Halbinsel und für die Beziehungen zu den Ländern Südasiens. Im Europawahlkampf 2014 war sie erneut bayerische Spitzenkandidatin und trat auf Platz 4 der FDP-Bundesliste an, verfehlte aber den Wiedereinzug ins EU-Parlament. 2017 rückte sie durch die Wahl der EU-Abgeordneten Alexander Graf Lambsdorff und Michael Theurer in den Bundestag ins EU-Parlament nach. Bei der Europawahl 2014 verpaßte Hirsch als vierte der FDP-Bundesliste den Wiedereinzug ins Europäische Parlament. Nachdem bei der Bundestagswahl 2017 zwei der drei FDP-Europaparlamentarier in den Bundestag einzogen, rückte sie für Alexander Graf Lambsdorff am 8. November 2017 wieder ins Europaparlament nach. Sie war Mitglied im Handelsausschuß und für die Liberale Fraktion verantwortlich für das EU-Japan-Partnerschaftswirtschaftsabkommen. Außerdem war sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Binnenmarkt und legte dort den Schwerpunkt auf digitale Themen. Seit 2017 war Hirsch Mitglied im gemischten parlamentarischen Ausschuß EU-Türkei. Hirsch war Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Europäisches Parlament. 2018 wählte die FDP Bayern sie erneut zur bayerischen Spitzenkandidatin für die Europawahl 2019, ihre Kandatur auf dem FDP-Europaparteitag 2019 für die aussichtsreichen Listenplätze 2 und 6 blieb jedoch erfolglos. Grund hierfür soll ein Konflikt zwischen ihr und der FDP-Generalsekretärin und Spitzenkandidatin für die Europawahl 2019, Nicola Beer, gewesen sein, da Hirsch Beer "fehlende Abgrenzung" und "gute Beziehungen" zur ungarischen Regierung vorgeworfen hatte. Hirsch wurde letztlich auf Listenplatz 29 gewählt, zog daraufhin ihre Kandidatur für das EU-Parlament zurück und ist 2019 aus diesem ausgeschieden.
Karl Holl (* 22. Juni 1931 in Altendiez; † 23. April 2017 in Bremen): Politisch war er nach seinem Engagement im Liberalen Studentenbund Deutschlands zuerst bei den Deutschen Jungdemokraten aktiv, der damaligen FDP-Jugendorganisation, deren Bundesvorsitzender er 1964 bis 1966 war. Zu dieser Zeit begann auch seine siebenjährige Mitgliedschaft im Stadtrat von Mainz für die FDP. Nach dem Wechsel nach Bremen wurde er 1979 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft (10. Legislaturperiode), legte jedoch 1982 wegen des Endes der sozialliberalen Koalition auf Bundesebene ("Wende") sein Mandat nieder und kehrte in die universitäre Lehre zurück. Holl war Mitglied und zeitweilig Vorsitzender des Kuratoriums der Wolf-Erich-Kellner-Gedächtnisstiftung. Von 1969 bis 1985 war er Mitglied, zeitweise Vorsitzender des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung. Die Historische Friedensforschung in Deutschland prägte Holl von ihren Anfängen in den 1970er Jahren an. Bereits vor seiner maßgeblichen Beteiligung an der Gründung des Arbeitskreises Historische Friedensforschung (AKHF) 1984 stand Holl im Zentrum eines Netzwerks junger Forscher, die sich um die Geschichte des organisierten liberal-demokratischen bürgerlichen Pazifismus und Antimilitarismus bemühten. Für seine Arbeit Pazifismus in Deutschland wurde er 1988 mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik der Stadt Oldenburg ausgezeichnet. Holl wurde 1996 emeritiert und lebte und forschte in der Folgezeit weiter in Bremen. Insbesondere trieb er sein lange verfolgtes Projekt einer Biografie des Friedensnobelpreisträgers Ludwig Quidde voran, das 2007 als Holls opus magnum erschien. Mit der umfassenden Biografie setzte er nach Meinung der Rezensenten "Ludwig Quidde, dem großen deutschen Pazifisten, ein bleibendes Denkmal".
Friedrich Wilhelm Hölscher (* 22. Juni 1935 in Schwelm; † 30. Dezember 2013 in Hamburg): Er trat 1966 der FDP bei. Von 1972 bis 1983 war Hölscher Mitglied des Deutschen Bundestages für die FDP im Wahlkreis Stuttgart I, ab dem 23. November 1982 als fraktionsloser Abgeordneter. Er wurde stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag gewählt. Von 1975 bis 1977 war er Kreisvorsitzender der Stuttgarter FDP. Hölscher hat seinen Parteiaustritt im November 1982 in einem Schreiben an den FDP-Bundesvorsitzenden Hans-Dietrich Genscher u. a. damit begründet, daß er in den nächsten Jahren nicht auf der Seite derjenigen stehen möchte, die unser Land vielleicht in die schwerste Konfrontation seit Bestehen der Bundesrepublik führen würden. Im Gegensatz zu den drei anderen Bundestagsabgeordneten, die damals wegen der so genannten Wende ebenfalls aus der FDP austraten (Ingrid Matthäus-Maier, Andreas von Schoeler und Günter Verheugen), ist Hölscher weder zur SPD übergetreten noch als Parteiloser in einer SPD-geführten Regierung aktiv geworden.
Gisela Hüller (* 26. September 1935 in Delmenhorst): Sie wurde Mitglied der FDP und verließ diese 1983 nach der Umorientierung der Partei, wie bundesweit viele andere. Von 1975 bis 1983 war sie Mitglied der 9. und 10. Bremischen Bürgerschaft und dort Mitglied verschiedener Deputationen, u. a. für Soziales.
Heiner Jüttner (* 12. Februar 1941 in Dortmund): Als 1972 das Mißtrauensvotum gegen Willy Brandt gescheitert war, trat Jüttner der FDP Aachens bei. Mit dem Schwerpunkt Steuer- und Finanzpolitik war er 1977/78 parlamentarischer Assistent der FDP-Bundestagsabgeordneten Ingrid Matthäus. Er kandidierte für sie bei der Bundestagswahl 1980 und kam auf 6,41 Prozent der Erststimmen. Er vertrat die Aachener FDP auf dem FDP-Bundesparteitag 1980 und initiierte den Beschluß der Bundespartei zum kommunalen Wahlrecht für EU-Bürger. In der (westdeutschen) Wendezeit (1982) verließ er die FDP. Bei den Deutschen Jungdemokraten war er mehrfach Kreis- und Bezirksvorsitzender. Im Herbst 1982 gehörte er zu den Mitgründern der Partei "Liberale Demokraten". Die Partei wollte die Bürgerrechts-, Umwelt- und Friedenspolitik des früheren linksliberalen FDP-Flügels fortsetzen. In Münster wurde Jüttner zum ersten Landesvorsitzenden in Nordrhein-Westfalen gewählt. Da die Partei "Liberale Demokraten" erfolglos blieb, wandte sich Jüttner ab 1983 der Partei "Die Grünen" zu. 2001 beendete er die Mitgliedschaft in der Partei "Bündnis 90/Die Grünen", weil sie entscheidende Grundsätze aufgegeben und einen völkerrechtswidrigen Krieg in Jugoslawien unterstützt hatten.
Najibulla "Najib" Karim (* 1973 in Kabul): 2009 trat er in die FDP ein und war bis 2013 Europabeauftragter in Hamburg. Außerdem wurde er stellvertretender Landesvorsitzender. Karim war Kandidat der FDP Hamburg zur Bundestagswahl 2013 sowie zur Europawahl 2014. Im September 2014 trat er aufgrund von Machtkämpfen aus der FDP aus und gründete zusammen mit Gleichgesinnten, wie Dieter Biallas und Sylvia Canel, die Partei "Neue Liberale", die sich als sozialliberal im Gegensatz zum Marktliberalismus der FDP verstand.
Michael Kleff (* 1952): Er trat 1968 den Deutschen Jungdemokraten bei. Er war zunächst Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen, 1976/77 stellvertretender Bundesvorsitzender und Schatzmeister der Jungdemokraten. Er war Mitarbeiter des linksliberalen "Pools" im Deutschen Bundestag, dem die Abgeordneten Helga Schuchardt und Gerhart Baum angehörten. 1978 war er Mitbegründer des "Liberalen Zentrums" in Köln. 1982 trat er wegen der "Wende" aus der FDP aus und wurde Mitglied der Partei "Liberale Demokraten". Für kurze Zeit war er Mitglied der Partei "Bündnis 90/Die Grünen".
Volker Klenk (* 22. März 1938 in Stuttgart): Über seinen Professor Ralf Dahrendorf fand er zur FDP. 1968 organisierte er Dahrendorfs Wahlkampf zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. 1976 zog Klenk als FDP-Abgeordneter für den Wahlkreis Stuttgart IV selbst in den Landtag von Baden-Württemberg ein, dem er bis 1980 angehörte. Sein wichtigstes politisches Anliegen waren Bürgerrechte. Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition im Herbst 1982 trat er aus der FDP aus. 1980 wurde er mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Aus Protest gegen den Schwarzen Donnerstag mit Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas gegen Teilnehmer der Stuttgart 21-Demonstrationen am 30. September 2010, bei dem er selbst verletzt wurde und noch heute unter den Folgen leidet (Stand 2016), gab er seine Auszeichnung zurück.
Ulrich Klug (* 7. November 1913 in Barmen; † 7. Mai 1993 in Köln): Er trat als 19jähriger, also in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit der sogenannten Machtergreifung, der NSDAP bei. 1968 wurde er Mitglied der FDP und gehörte zum sozial- bzw. linksliberalen Flügel der Partei. Vom 1. März 1971 bis zum 29. April 1974 amtierte er als Staatssekretär im Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Vom 30. April 1974 bis zu seinem Rücktritt am 23. Februar 1977 war er Senator der Justizbehörde in den von den Ersten Bürgermeistern Peter Schulz und Hans-Ulrich Klose geführten Senaten der Freien und Hansestadt Hamburg. Grund für seinen Rücktritt vom Amt des hamburgischen Justizsenators war, daß er die Personalakte von Günter Schultz, einem Richter am Hanseatischen Oberlandesgericht, an seinen Pressesprecher Wolfgang Schuchardt weitergegeben hatte, welcher deren Inhalt anschließend der Zeitschrift "Stern" zugänglich gemacht hatte. Mitte November 1982 trat er wegen der Bonner Wende (d.h. der Unterstützung Helmut Kohls als Bundeskanzler) aus der FDP aus. Von 1969 bis 1982 war er Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung.
Thomas-Sönke Kluth (* 31. Juli 1960 in Hamburg): Er trat mit 16 Jahren in die FDP ein und bekleidete verschiedene Positionen in deren damaliger Jugendorganisation Deutsche Jungdemokraten. 1982 trat er aus Protest gegen die Bonner Wende aus der FDP aus und beteiligte sich an der Gründung der Partei "Liberale Demokraten" (LD). Als im Laufe des Jahres 1983 deren Scheitern offenkundig wurde, verließ er die LD wieder. 1990 kehrte er in die FDP zurück. Von 2001 bis 2003 war er Bundesvorstandsmitglied der Bundesvereinigung Liberaler Mittelstand. Bei der Bundestagswahl 2002 kandidierte er auf Platz 3 der Landesliste und war Direktkandidat im Wahlkreis 23 Wandsbek. Kluth ist seit 2010 erneut Bezirksvorsitzender seiner Partei in Wandsbek, nachdem er bereits von 2003 bis 2005 dieses Amt innehatte. Über die Landesliste der FDP wurde er 2011 in die 20. Hamburgische Bürgerschaft gewählt. Bei der Bürgerschaftswahl 2015 trat er aus beruflichen Gründen nicht erneut an.
Sebastian Körber (* 5. Mai 1980 in Forchheim): Seit 2008 ist er stellvertretender Bezirksvorsitzender der FDP Oberfranken. 2009 wurde Körber als Beisitzer in den Landesvorstand der FDP Bayern gewählt. Außerdem war er von 2009 bis 2010 Landesvorsitzender der JuLis in Bayern. Er war Vorsitzender des FDP-Bundesfachausschusses Stadtentwicklung und Wohnungswesen. Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 zog Sebastian Körber über die Landesliste Bayern in den Deutschen Bundestag ein. Er war ordentliches Mitglied im Ausschuß für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie stellvertretendes Mitglied im Petitionsausschuß. Von seiner Fraktion wurde er als Schriftführer im Deutschen Bundestag benannt und vom Plenum gewählt. Ende Oktober 2013, nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag, wurde Körber vom FDP-Kreisverband Forchheim einstimmig als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl am 16. März 2014 nominiert, bei der er unter anderem gegen Amtsinhaber Franz Stumpf antrat und 9,87 Prozent der Stimmen erhielt. Bei der gleichen Kommunalwahl wurde Körber in den Kreistag des Landkreises Forchheim sowie in den Stadtrat seiner Heimatstadt Forchheim gewählt. Am 23. November 2013 wurde Körber zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der FDP Bayern gewählt. In diesem Amt wurde er 2015 bestätigt. Seit 2017 ist er Beisitzer im FDP-Landesvorstand. Bei der Bundestagswahl 2017 trat Körber als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Bamberg und auf Platz 15 der Bayerischen Landesliste an, konnte aber kein Mandat erringen. Am 14. Oktober 2018 wurde Körber über die Oberfrankenliste der FDP in den Bayerischen Landtag gewählt. Dort war Körber Vorsitzender des Ausschusses für Wohnen, Bau und Verkehr sowie Sprecher der FDP-Fraktion für Wohnen, Bau und Verkehr sowie für LSBTI. Bei der Bayerischen Landtagswahl vom 8. Oktober 2023 scheiterte die FDP Bayern an der Fünf-Prozent-Hürde. Auch Körber verlor im Zuge dessen sein Mandat. Am 22. Oktober 2023 wurde Körber zum neuen Bezirksvorsitzenden der FDP in Oberfranken gewählt. Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 tritt Körber als Direktkandidat der FDP im Bundestagswahlkreis Bamberg an. Seine Listenkandidatur für die Plätze 2 und 6 waren nicht erfolgreich, weshalb er nicht über die Landesliste abgesichert ist.
Ulrich Hermann Krüger-Limberger (* 18. Januar 1942 in Münster; † 6. März 2016): Er schloß sich 1958 den Jungdemokraten und 1960 der FDP an. 1969 wurde er Mitglied im Landesvorstand der hessischen FDP und zog 1970 über die Landesliste der Partei in den hessischen Landtag ein, dem er bis 1978 - zuletzt als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses - angehörte. In der 7. Legislaturperiode (1970 bis 1974) leitete er eine interdisziplinäre und interfraktionelle Arbeitsgruppe des Landtags, die das erste hessische Denkmalschutzgesetz vorbereitete. Krüger trat nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition 1982 aus der FDP aus und wurde erster Vorsitzender der neu gegründeten Partei "Liberale Demokraten" (LD). Die ersten Wahlen, an denen die LD teilnahmen, waren die hessischen Landtagswahlen 1983, bei denen Krüger auf Platz zwei der Landesliste und im Wahlkreis Wiesbaden I kandidierte. Das Wahlergebnis war ernüchternd: Die LD erhielt knapp 0,4 Prozent der Wählerstimmen. Nach Ablauf seiner einjährigen Amtszeit kandidierte Krüger nicht mehr zum Bundesvorsitzenden und zog sich weitgehend aus der Parteipolitik zurück. Nach seinem Austritt aus der LD wurde er 1985 Mitglied der SPD. Krüger-Limberger gehörte dem Beirat der Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union an und war von 1995 bis 2005 Vorsitzender des "Forums für Völkerverständigung Lich e. V.", einer Organisation, die sich vorrangig mit der Betreuung von Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigt und in der Krüger-Limberger von Abschiebung bedrohte Asylbewerber betreute. Er war außerdem zeitweilig Mitglied im Kuratorium der Wolf-Erich-Kellner-Gedächtnisstiftung.
Lieselotte Kruglewsky-Anders, geb. Anders, (* 6. Mai 1915 in Hamburg; † 18. November 2009 ebenda): Nach dem Zweiten Weltkrieg schloß sie sich zunächst dem Bund Freies Hamburg an, der aus dem Widerstandskreis um Friedrich Ablass entstanden war. Sie beteiligte sich dann am 20. September 1945 an der Gründung der Partei Freier Demokraten, dem späteren Hamburger Landesverband der FDP, in der sie auch als Pressereferentin tätig war. Am 31. März 1948 wurde sie als Vertreterin des linken Flügels zur Landesvorsitzenden der Jungdemokraten gewählt. Sie trat aber bereits nach einem halben Jahr wegen der Übermacht des rechten Jungdemokraten-Flügels um Hans Ludwig Waiblinger, der ihr Nachfolger wurde, zurück. Am 20. Januar 1951 gehörte sie mit Hans-Harder Biermann-Ratjen, Emmy Beckmann, Harald Abatz, Anton Leser und Max Dibbern zu den Unterzeichnern des Aufrufes für eine liberale Sammlung von Edgar Engelhard, die sich gegen die Pläne der Landesverbände Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen wendeten, aus der FDP eine Partei der Nationalen Sammlung zu machen. Am 27. März 1953 trat sie mit Aplomb aus der FDP aus, als sie eine Rede in der Bürgerschaft damit beendete, daß sie ihren Übertritt zur SPD erklärte und sodann in den Reihen der SPD-Fraktion Platz nahm. Einige Tage später wurde bekannt, daß ihr die SPD schon im Vorfeld der Rede einen sicheren Listenplatz bei der Bürgerschaftswahl desselben Jahres zugesichert hatte und Schulsenator Heinrich Landahl (SPD, vor 1933 DDP) ihr eine Stelle im Schuldienst verschafft hatte. Kruglewsky-Anders wurde 1949 im Wahlkreis 5 St. Georg in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt. Die FDP-Fraktion wählte sie am 2. November 1949 zu ihrer Schriftführerin. 1953 wurde sie dann für die SPD erneut in die Bürgerschaft, der sie bis 1974 angehörte, gewählt.
Horst Krumpen (* 15. Juli 1966 in Inden): 1986 trat er in die FDP ein. 1998 wurde er zum Schriftführer des FDP-Landesverbands Bayern und war damit Mitglied des FDP-Landesvorstands, im Jahr 2000 zum ehrenamtlichen Generalsekretär der FDP Bayern gewählt. Dieses Amt übte er bis Ende September 2004 aus. Gleichzeitig war er von 2001 bis Ende 2004 Mitglied des FDP-Bundesvorstands. 2002 kandidierte er für den Deutschen Bundestag im Wahlkreis Kulmbach als Direktkandidat und wurde Viertplatzierter. 2003 war er Spitzenkandidat der Mittelfränkischen FDP bei der Landtagswahl in Bayern und stand auf Platz 1 der Landesliste, die FDP scheiterte jedoch an der Fünf-Prozent-Hürde. Bei der Bundestagswahl 2005 kandidierte er erneut für den Deutschen Bundestag, diesmal im Wahlkreis Schweinfurt. Für seine Verdienste um die FDP in Bayern wurde Krumpen mit der Thomas-Dehler-Medaille in Gold geehrt. Von Oktober 2004 bis Ende 2006 war er als hauptamtlicher Landesgeschäftsführer und Pressesprecher der FDP Berlin, von 2007 bis 2009 als Leiter der Liberalen Bürgerbüros für den Fraktionsvorsitzenden der FDP-Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern, Michael Roolf, tätig. Im Juni 2010 trat Krumpen aus der FDP aus, im Oktober 2010 in die Partei "Die Linke" ein, weil er über die Sprüche von der "spatrömischen Dekadenz" und das Ignorieren der sozialen Frage der FDP erbost gewesen sei. Er engagiert sich 2007 im Netzwerk für Demokratie und Toleranz gegen Neonazismus in Wismar. Seit März 2019 ist er Landesvorsitzender des ADFC in Mecklenburg-Vorpommern und wurde im August 2021 und im März 2023 wiedergewählt. Krumpen engagiert sich für einen fahrradfreundlichen Verkehrswegsausbau.
Konstantin Elias Kuhle (* 11. Februar 1989 in Wolfenbüttel): Er ist seit 2002 Mitglied der Jungen Liberalen und gehört seit 2005 der FDP an. Bei den Jungen Liberalen war er Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Northeim, stellvertretender Landesvorsitzender für Programmatik der Jungen Liberalen Niedersachsen sowie stellvertretender Bundesvorsitzender für Programmatik. 2014 wurde er auf dem 48. Bundeskongreß in Kassel mit 86,7 Prozent der abgegebenen Stimmen als Nachfolger von Alexander Hahn zum Bundesvorsitzenden gewählt. 2015 wurde er in Bonn mit 95 Prozent, 2016 in Leipzig mit 83 Prozent und 2017 in Oberhausen mit 92,3 Prozent für ein Jahr im Amt bestätigt. 2018 trat er nicht mehr an. Zur Europawahl in Deutschland 2014 trat Kuhle für die FDP auf Platz 20 der von Alexander Graf Lambsdorff angeführten Liste an. Bereits 2009 hatte er erfolglos für ein Mandat im Europäischen Parlament kandidiert. 2016 wurde Kuhle als Direktkandidat der FDP für die Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 53 (Göttingen) nominiert. Er setzte sich gegen Lutz Knopek durch, der den Wahlkreis bis zum Jahr 2013 im Bundestag vertreten hatte. Im März 2017 wurde Kuhle von der Landesvertreterversammlung der FDP Niedersachsen auf Platz sechs der Landesliste der Partei für die Bundestagswahl 2017 gewählt. Bei der Bundestagswahl 2017 erhielt er 4,57 Prozent der Erststimmen, über die Landesliste gelang der Einzug in den Bundestag. Im April 2018 wurde Kuhle zum Generalsekretär des FDP-Landesverbands Niedersachsen gewählt. Seit 2019 ist er Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Göttingen-Osterode. Beim Landesparteitag 2023 trat er als Kandidat für die Wahl zum Vorsitzenden an und konnte sich gegen fünf Gegenkandidaten mit knapp 63 Prozent im ersten Wahlgang durchsetzen. In diesem Amt folgte er Stefan Birkner nach. Nach dem Einzug in den Deutschen Bundestag wurde Kuhle Mitglied im Ausschuß für Inneres und Heimat. Dort fungierte er in der 19. Wahlperiode als innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Außerdem war er Mitglied im Ausschuß für die Angelegenheiten der Europäischen Union sowie der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. In der Parlamentarischen Versammlung war er Berichterstatter für das Thema "Transparenz und Regulierung von Spenden an politische Parteien und Wahlkampagnen durch ausländische Spender". Kuhle war stellvertretender Vorsitzender der Parlamentariergruppe Anden-Staaten. Im Juli 2018 wurde er zum Mitglied der Gemeinsamen Kommission zur Umsetzung des Hilfskonzepts für die Opfer der Colonia Dignidad gewählt. Kuhle war in der 19. Wahlperiode Vorsitzender der Jungen Gruppe der FDP-Fraktion, der die 29 unter vierzigjährigen Abgeordneten der 80 Personen starken FDP-Fraktion angehören. 2022 gab das Bundesverfassungsgericht einer von Kuhle in seiner Eigenschaft als Abgeordneter Klage gegen die Bundesregierung auf Auskunft über die Zahl der ins Ausland entsandten Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz statt. Er hatte die Klage unter anderem auf das Argument gestützt, daß er diese Information benötige, um als Abgeordneter über die die deutschen Nachrichtendienste betreffenden Gesetze und deren Budget entscheiden zu können. Bei der Bundestagswahl 2021 zog er erneut über die Landesliste Niedersachsen in den Deutschen Bundestag ein. Während der Koalitionsverhandlungen zur Bildung der Ampel-Koalition leitete er gemeinsam mit Britta Haßelmann und Thomas Kutschaty die Arbeitsgruppe "Moderner Staat und Demokratie". In seiner Fraktion wurde Kuhle zum stellvertretenden Vorsitzenden seiner Fraktion und zum Vorsitzenden des fraktionsinternen Arbeitskreises III für die Themen Inneres, Recht, Gesundheit, Nachrichtendienste, Sport und Petitionen gewählt. Im März 2022 wurde er zudem zum Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums zur Kontrolle der Nachrichtendienste des Bundes gewählt. Kuhle fungiert als Obmann seiner Fraktion in der Kommission zur Reform des Wahlrechts und zur Modernisierung der Parlamentsarbeit. Als solcher war er maßgeblich an der im Jahr 2023 beschlossenen Reform des Wahlrechts zum Deutschen Bundestag beteiligt, die zu einer Verkleinerung des Bundestages führen soll. Wie schon in der 19. Wahlperiode ist Kuhle stellvertretender Vorsitzender der Parlamentariergruppe Anden-Staaten. Er gehört als stellvertretendes Mitglied der deutschen Delegation in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an. Kuhle wurde dem sozialliberalen Flügel der FDP zugerechnet. Konstantin Kuhle ist Mitglied der Europa-Union Deutschland. Zudem ist er Mitglied bei den Jungen Europäischen Föderalisten. Seit 2021 ist er Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Parlamentsfragen.
Peter Kunert (* 12. Oktober 1949 in Querfurt): Anfang der 1970er Jahre trat er der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD) bei und wurde im Dezember 1989 LDPD-Kreisvorsitzender, später Kreisvorsitzender der neugegründeten FDP der DDR in Querfurt. Zu den Kommunalwahlen in der DDR 1990 wurde er zum Bürgermeister von Querfurt gewählt, übte dieses Amt zunächst ehrenamtlich, ab Herbst 1990 hauptamtlich aus. Nachdem Gerd Brunner am 9. August 1991 als Landesvorsitzender der FDP Sachsen-Anhalt zurückgetreten war, wurde Peter Kunert auf einem außerordentlichen Parteitag am 7. September 1991 zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Einige Monate vor der Landtagswahl 1994 versuchte Wolfgang Rauls, Peter Kunert als Vorsitzenden der FDP Sachsen-Anhalt abzulösen, was jedoch mißlang. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung zwischen dem linksliberalen Landesvorsitzenden, der die Wahl von Ministerpräsident Christoph Bergner ablehnte und den Austritt aus der Koalition ankündigte, und der Landtagsfraktion, die Christoph Bergner trotz des Votum des Landesvorstands zum neuen Ministerpräsidenten mitwählte. Peter Kunert lehnte, unterstützt von Hans-Dietrich Genscher, eine Koalitionsaussage zugunsten der CDU ab und erklärte die Möglichkeit eines Eintretens in eine Ampelkoalition. Um dies zu verhindern, schickte der rechtsliberale Parteiflügel Rauls in den Kampf um den Landesvorsitz. Rauls scheiterte jedoch mit 120 zu 154 Stimmen. Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 1994 trat die FDP mit Kunert als Spitzenkandidaten an. Die Partei verlor fast zehn Prozentpunkte und scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde. Nach der Wahl schied Kunert als Landesvorsitzender aus; sein Nachfolger wurde Bruno Menzel. 1994 leitete die Magdeburger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Kunert ein, um zu untersuchen, ob er sich in seinem Amt persönliche Vorteile erschlichen habe. Kunert hatte im Juni 1990 wenige Tage vor der Währungsunion ein Haus in bester Lage zum Preis von 32.000 Ost-Mark vom Rat der Stadt gekauft. Die am Marktplatz gelegene Immobilie umfaßt 300 Quadratmeter Ladenfläche sowie drei Wohnungen. Von Juni 1990 bis März 2015 war er Bürgermeister der Stadt Querfurt und damit der dienstälteste hauptamtliche Bürgermeister in Sachsen-Anhalt.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (geborene Leutheusser, abgekürzt oft SLS; * 26. Juli 1951 in Minden): Seit 1978 ist sie Mitglied der FDP. Sie gehört dem Freiburger Kreis und dem linksliberalen Flügel der FDP an. Von 1991 bis 2013 war sie Mitglied des FDP-Bundesvorstands. Von 1993 bis 2013 war Leutheusser-Schnarrenberger im Präsidium der FDP - zunächst in ihrer Funktion als der FDP angehörende Bundesministerin, ab 1997 als gewählte Beisitzerin und zuletzt ab 2011 als stellvertretende Bundesvorsitzende. Von Dezember 2000 bis November 2013 war sie Landesvorsitzende der FDP Bayern. Sie setzte sich in einer Kampfabstimmung knapp gegen den bisherigen Landesvorsitzenden Hermann Stützer durch, der das Amt 1998 von Max Stadler übernommen hatte. Zentrales Ziel Leutheusser-Schnarrenbergers war der Wiedereinzug in den Landtag im Herbst 2003. Dieses Ziel wurde klar verfehlt (2,6 %), wenn auch das Ergebnis circa ein Drittel besser als 1998 war. Bei der Bundestagswahl 2005 erhielt die FDP in Bayern unter ihrer Führung 9,5 Prozent der Stimmen (nach 4,5 % bei der Bundestagswahl 2002); neun bayerische FDP-Abgeordnete zogen in den Bundestag ein (nach vier im Jahr 2002). Nach ihrem Rücktritt als Bundesjustizministerin im Januar 1996 wurde sie europapolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion. In dieser Eigenschaft begleitete sie für die FDP die Arbeit an einer Verstärkung der verfassungsmäßigen Grundlagen in der Europäischen Union. Von 2002 bis 2009 war sie eine der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und rechtspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion und war Obfrau im Rechtsausschuß des Bundestages. Nach der Landtagswahl 2008 unterzeichnete sie am 24. Oktober 2008 als Parteivorsitzende den Koalitionsvertrag mit der CSU. CSU und FDP wählten bei der konstituierenden Sitzung des Landtags am 27. Oktober 2008 Horst Seehofer zum Ministerpräsidenten (Kabinett Seehofer I). Leutheusser-Schnarrenberger erreichte in Umfragen im Vergleich zu anderen FDP-Politikern oft hohe Beliebtheitswerte. Laut Deutschlandtrend-Umfrage (ARD) am 5. Mai 2011 war Leutheusser-Schnarrenberger die beliebteste FDP-Politikerin. 2013 wurde sie von der FDP Bayern zur Ehrenvorsitzenden gewählt. Leutheusser-Schnarrenberger ist seit den bayerischen Kommunalwahlen von 2002 Mitglied des Kreistags Starnberg. Von 1990 bis 2013 war sie auch Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie trat im Wahlkreis Starnberg an, ist aber stets über die Landesliste der FDP Bayern in den Deutschen Bundestag eingezogen, 2002, 2005, 2009 und 2013 führte sie die Landesliste an. Ab 2002 war sie Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats und gehörte dort dem Ausschuß für Recht und Menschenrechte an. Durch das Scheitern ihrer Partei an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2013 war sie im 18. Bundestag nicht mehr vertreten. Danach trat sie nicht mehr für die Landesliste Bayern an. Am 18. Mai 1992 wurde Leutheusser-Schnarrenberger als Bundesministerin der Justiz in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen (Kabinett Kohl IV und Kabinett Kohl V). Am 14. Dezember 1995 kündigte sie aus Protest gegen die geplante akustische Wohnraumüberwachung im Rahmen des Großen Lauschangriffs, der von ihrer Partei in einer Mitgliederbefragung befürwortet worden war, ihren Rücktritt an und schied am 17. Januar 1996 aus dem Amt aus. Leutheusser-Schnarrenbergers Rücktritt aus Gewissensgründen - sie wollte die Entscheidung der Bundesregierung zum Einsatz des "großen Lauschangriffs", der 2004 vom Bundesverfassungsgericht gekippt wurde, nicht mittragen - wurde von vielen Menschen als Zeichen ihres Rückgrats wahrgenommen. Im Jahr 2009 wurde sie wieder Bundesjustizministerin und war damit die erste Ministerin in der bundesdeutschen Geschichte, die nach einem Rücktritt das gleiche Amt wieder innehatte. Als Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats von 2003 bis 2009 war sie Teil des Ausschusses für Recht und Menschenrechte. Sie befaßte sich mit der Rolle Rußlands im Europarat und dessen Verstößen gegen die EMRK. Leutheusser-Schnarrenberger äußerte sich kritisch zu der ungenügenden Zusammenarbeit Rußlands mit dem Europarat im Zusammenhang mit dem Tschetschenienkonflikt und zum Fall Yukos. Als Beobachterin (Rapporteur) des Yukos-Prozesses verfaßte Leutheusser-Schnarrenberger einen Bericht, der am 25. Januar 2005 im Rechtsausschuß der Parlamentarischen Versammlung des Europarats und im Plenum der Parlamentarischen Versammlung angenommen wurde. Im Jahr 2014 kandidierte Leutheusser-Schnarrenberger für den Posten der Generalsekretärin des Europarats. In der Abstimmung der Parlamentarischen Versammlung unterlag sie Amtsinhaber Thorbjørn Jagland mit 93:156 Stimmen. Leutheusser-Schnarrenberger engagiert sich seit 2004 als Stiftungsbeirätin der Stiftung Pro Justitia. Sie ist Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, stellvertretende Vorsitzende der Theodor-Heuss-Stiftung, Schirmherrin und Mitglied von Dunkelziffer e. V. - Hilfe für sexuell mißbrauchte Kinder, Mitglied des Stiftungsrats der Sebastian-Cobler-Stiftung und Mitglied im Board of Advisors der Global Panel Foundation. Sie war Mitglied des Beirats der Humanistischen Union. Sie ist auch Mitglied des Vereins Gegen das Vergessen - Für Demokratie e. V., des Deutschen Kinderschutzbundes e. V. Starnberg und auch Mitglied im Weißen Ring e. V. Sie gehörte zu den Unterstützerinnen von Alice Schwarzers PorNO-Kampagne, die eine Durchsetzung des Verbots der Pornografie anstrebt. Leutheusser-Schnarrenberger war aktives Mitglied der Mindener Stichlinge, Deutschlands ältestem aktiven Amateurkabarett. Seit 2014 gehört sie einem ohne Entlohnung tätigen, achtköpfigen Beirat mit externen Experten aus europäischen Ländern an, den Google Inc. als Reaktion auf Kritik an der Umsetzung des EuGH-Urteils vom 13. Mai 2014 zum Recht auf Vergessenwerden gründete und der bei der Erarbeitung eines Lösch-Leitfadens beraten soll. Seit September 2014 ist Leutheusser-Schnarrenberger Mitglied des Vorstands der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Seit September 2018 ist sie stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Sie ist ferner Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der GDD und gehört zu den Unterstützern der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die Ende November 2016 veröffentlicht wurde. Sie gehört seit Februar 2016 dem Stiftungsrat der Boris Nemzow Stiftung für die Freiheit an und war Vorstandsmitglied von Transparency International Deutschland, dem deutschen Chapter von Transparency International. 2018 wurde sie durch die nordrhein-westfälische Landesregierung zur ersten Antisemitismusbeauftragten des Landes ernannt. Ende Oktober 2024 legte sie ihr Amt nieder. Ihre Nachfolgerin wurde Sylvia Löhrmann. Am 11. Dezember 2018 wurde Leutheusser-Schnarrenberger vom Bayerischen Landtag zum nichtberufsrichterlichen Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs gewählt. Sie hatte das Ehrenamt von Januar 2019 bis zum Ende der Wahlperiode 2023 inne.
Wolfgang Lüder (* 11. April 1937 in Celle; † 19. August 2013 in Berlin): 1957 wurde er Mitglied im Liberalen Studentenbund (LSD), wurde dort 1961 zum Berliner Landesvorsitzenden, 1962 zum Bundesvorsitzenden und 1963 zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. An der Freien Universität wurde er 1958 Vorsitzender des Studentenparlaments und 1959 Studentensprecher im Akademischen Senat. Hier engagierte er sich führend in der Bewegung gegen die atomare Aufrüstung, wobei er betonte, dass es ihm um die Abrüstung in West und Ost gehe. Lüder trat 1962 in die FDP, 1963 in die FDP-Jugendorganisation Deutschen Jungdemokraten (DJD) ein. 1967 wurde er zum Landesvorsitzenden, 1968 für zwei Jahre zum Bundesvorsitzenden der Jungdemokraten gewählt. 1970 wurde er Mitglied des FDP-Bundesvorstands. Im Mai 1971 wählte ihn die Berliner FDP als prominentesten Vertreter des linksliberalen Flügels zum Landesvorsitzenden. Bis 1979 wurde er in dieser Funktion regelmäßig wiedergewählt. Bei den Wahlen in Berlin 1975 wurde er in einer SPD/FDP-Koalition Berliner Senator für Wirtschaft. Nach dem Rücktritt des FDP-Politikers Hermann Oxfort als Bürgermeister und Justizsenator übernahm Lüder im Juli 1976 zusätzlich das Amt des Stellvertretenden Regierenden Bürgermeisters. 1979 war er für wenige Monate Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Als Folge der Affäre um den Bauunternehmer Dietrich Garski, der zur Realisierung mehrerer Immobilienprojekte in Saudi-Arabien vom Land Berlin eine in mehreren Schritten erhöhte Bürgschaft erhalten hatte und Ende 1980 in Zahlungsunfähigkeit geraten war, wurde Lüder von der eigenen Fraktion im Abgeordnetenhaus zum Rücktritt gedrängt. Am 7. Januar 1981 erklärte er seinen Amtsverzicht, wies jedoch jegliche "Schuld oder Vorwerfbarkeit" von sich. Von 1987 bis 1994 war er Abgeordneter des Deutschen Bundestages, wurde stellvertretender Vorsitzender des Innenausschusses. 1987 wurde er vom Berliner Abgeordnetenhaus nach Fraktionsproporz gewählt; 1990 rückte er auf der FDP-Landesliste in das Parlament ein. 1991 gehörte er zu den Mitverfassern des parteiübergreifenden Antrages "Vollendung der Einheit Deutschlands (Berlin-Antrag)", der am 20. Juni 1991 in namentlicher Abstimmung mit 338:320 Stimmen vom Bundestag beschlossen wurde und schlußendlich in das Berlin/Bonn-Gesetz von 1994 mündete. 1993 wurde Lüder zu Unrecht verdächtigt, für das MfS gearbeitet zu haben. Wolfgang Lüder war bis zu seinem Tod aktiver Humanist und sowohl im Landes- als auch im Bundesvorstand des Humanistischen Verbandes Deutschlands. Er war ebenfalls Mitglied im Vorstand der Vereinigung Gegen Vergessen - Für Demokratie, Präsidiumsmitglied des Berliner Landesverbands der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Kuratoriumsmitglied der Karl-Hamann-Stiftung und Vorstandsmitglied der Deutsch-Taiwanischen Gesellschaft, deren Bundesvorsitzender er bis 2008 war. 1980 wurde er mit dem französischen Ordre national du Mérite ausgezeichnet. Seit 2012 war Wolfgang Lüder Stadtältester von Berlin.
Werner Maihofer (* 20. Oktober 1918 in Konstanz; † 6. Oktober 2009): Seit 1969 war er Mitglied der FDP. Als Vorsitzender der FDP-Programmkommission ab 1970 war er einer der Autoren der Freiburger Thesen. Im Vorfeld des Kieler Bundesparteitags von 1977 führte er den Vorsitz in der Perspektivkommission, deren Leitung er an Gerhart Baum abgab. Von 1970 bis 1978 war er außerdem Mitglied im Präsidium der FDP. Maihofer war Mitglied der Programmkommission der FDP von 1994 bis 1996 und prägte die Wiesbadener Grundsätze von 1997, das fünfte Grundsatzprogramm der Partei. Unmittelbar nach der Bundestagswahl 1972 war Werner Maihofer Mitglied des Deutschen Bundestages. Er wurde am 15. Dezember 1972 als Bundesminister für besondere Aufgaben in die von Bundeskanzler Willy Brandt geführte Bundesregierung berufen. Nach dem Rücktritt Brandts trat er am 16. Mai 1974 in die von Helmut Schmidt geleitete Bundesregierung als Bundesminister des Innern ein; der bisherige Innenminister Hans-Dietrich Genscher wechselte an die Spitze des Auswärtigen Amts. Anfänglich war es nicht einfach für Werner Maihofer, aus dem Schatten seines Vorgängers herauszutreten. Doch auch nach der Bundestagswahl 1976 behielt er das Amt inne. Seine Amtszeit war überschattet von den Terroraktionen der Gruppe Rote Armee Fraktion (RAF). Das betraf vor allem die Mordanschläge auf den Generalbundesanwalt Siegfried Buback (1920 bis 1977) am 7. April 1977, den Bankier Jürgen Ponto (1923 bis 1977) am 30. Juli 1977 und den Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer (1915 bis 1977) am 18. Oktober 1977. Darüber hinaus war er im Zuge der Fahndung nach den Mördern in die Lauschaffäre Traube und weitere illegale Aktivitäten des Bundesverfassungsschutzes verwickelt. Als diese Rechtswidrigkeiten in der Öffentlichkeit bekannt wurden, geriet er unter heftige Kritik und verlor außerdem den Rückhalt seiner Partei, da er diese Praktiken gebilligt hatte. Am 6. Juni 1978 trat er von seinem Ministeramt zurück. Dabei wies er auf seine Verantwortung für eine Fahndungspanne bei der Entführung von Hanns Martin Schleyer im so genannten Deutschen Herbst 1977 hin. Er kandidierte nicht wieder für den Bundestag. Während seiner Amtszeit als Minister gehörte er drei Kabinetten (Brandt II, Schmidt I und Schmidt II) an. Als Innenminister folgte ihm sein bisheriger Staatssekretär Gerhart Baum.
Ingrid Matthäus-Maier, geb. Matthäus (* 9. September 1945 in Werlte, Emsland): Im Jahr 1969 trat sie in die Jungdemokraten und die FDP ein. 1972 wurde Matthäus-Maier Bundesvorsitzende der Jungdemokraten (sie war erste weibliche Vorsitzende eines deutschen politischen Jugendverbands) und war von da bis zu ihrem Rücktritt 1982 Mitglied im Bundesvorstand der FDP. Sie war maßgeblich an der Formulierung des FDP-Kirchenpapiers "Freie Kirche im Freien Staat" beteiligt, das am 1. Oktober 1974 auf dem 25. FDP-Bundesparteitag in Hamburg verabschiedet wurde. Es bestand aus einer Präambel und 13 Thesen, die eine Neuregelung des Verhältnisses von Staat und Kirche im Sinne einer strikten Trennung beider voneinander vorsahen, so unter anderem die Abschaffung des Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts für die Kirchen, die Ersetzung der Kirchensteuer durch ein kircheneigenes Beitragssystem, Ablösung sämtlicher exklusiver Staatsleistungen an die Kirchen und die Aufhebung der bestehenden Staatskirchenverträge und Konkordate. Damit wurde erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik von einer regierungsverantwortlichen Partei das etablierte Staatskirchensystem offen problematisiert. Matthäus-Maier wurde bei der Bundestagswahl am 3. Oktober 1976 erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt (8. Wahlperiode). Hier war sie ab November 1979 Vorsitzende des Finanzausschusses. Damals regierte eine sozialliberale Koalition unter Helmut Schmidt (Kanzler seit Mai 1974); die FDP-Politik wurde damals maßgeblich geprägt von den FDP-Ministern im Kabinett Schmidt II (Hans-Dietrich Genscher, Werner Maihofer, Gerhart Baum, Hans Friderichs und Otto Graf Lambsdorff). Als es im Herbst 1982 zur sogenannten Wende kam und die FDP einen Koalitionswechsel von der SPD zur CDU/CSU vollzog, verließ Matthäus-Maier, die für den Erhalt der sozialliberalen Koalition eingetreten war, am 9. November 1982 die FDP-Bundestagsfraktion und legte auch den Vorsitz des Finanzausschusses nieder. Am 2. Dezember 1982 trat sie in die SPD ein und schied durch Niederlegung ihres Mandats aus dem Bundestag aus.
Martin Matz (* 13. April 1965 in Bremen): Von 2001 bis 2006 gehörte er dem Abgeordnetenhaus von Berlin an. Dort war er Mitglied im Hauptausschuß, Gesundheitsausschuß sowie im Lenkungsausschuß "Reform des Öffentlichen Gesundheitsdienstes". Bis 2004 war Matz Mitglied der FDP, darunter von 1996 bis 1998 Landesvorsitzender in Berlin und von 1997 bis 2003 Mitglied des FDP-Bundesvorstands. 2005 wechselte er zur SPD.
Gesine Meißner (* 22. Februar 1952 in Uelzen): Seit 1985 ist sie Mitglied der FDP und hatte seither verschiedene Funktionen auf verschiedenen Ebenen inne. Bis 2016 war sie Mitglied im Bundesvorstand. Sie ist Mitglied des Landesvorstands Niedersachsen, Mitglied bei den Liberalen Senioren und war bis 2016 im Rat der europäischen Partei ALDE und bis 2014 Vizepräsidentin der europäischen Liberalen Frauen. Meißner war von 2014 bis 2016 Bundesvorsitzende der Liberalen Frauen der FDP, seit 2016 ist sie stellvertretende Vorsitzende. Von 2003 bis 2009 war Meißner Mitglied des Niedersächsischen Landtags, zunächst für den Wahlkreis Lehrte (Burgdorf, Lehrte, Uetze), nach der Landtagswahl 2008 für den Wahlkreis Springe (Wennigsen, Hemmingen, Ronnenberg und Springe). Als Landtagsabgeordnete wirkte sie als Vorsitzende des Landtagsausschusses für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Wohnungsbau. Nach der Wahl ins Europäische Parlament gab sie 2009 ihr Landtagsmandat auf. Bei der Europawahl 2009 trat sie als Spitzenkandidatin der niedersächsischen Landesliste der FDP an. gewählt. Meißner war von 2009 bis 2019 Europaabgeordnete. Sie war Mitglied im Ausschuß für Verkehr und Fremdenverkehr sowie stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Entwicklung und Fischerei. Außerdem engagierte sie sich in der Mexiko-Delegation und in der Parlamentarischen Vereinigung EUROLAT für die Beziehungen zu Lateinamerika. Darüber hinaus war Meißner stellvertretendes Mitglied im Untersuchungsausschuß zu Emissionsmessungen in der Automobilindustrie. Ab Oktober 2018 war sie Vorsitzende der dreiköpfigen FDP-Delegation. Meißner ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Europäisches Parlament, bei Amnesty International und im deutschen Landfrauenverband.
Peter Menke-Glückert (* 27. März 1929 in Karlsruhe; † 7. September 2016): Von 1970 bis 1975 war er als Ministerialdirektor Leiter der Abteilung Umweltangelegenheiten im Bundesinnenministerium unter den Ministern Hans-Dietrich Genscher und Werner Maihofer und hatte so großen Anteil an der Etablierung der Umweltpolitik in der Bundesrepublik. 1975/76 wurde er Leiter der Abteilung Sport und Medienpolitik, seit 1977 leitete er die Abteilung Zivile Verteidigung, bevor er 1978 unter Gerhart Baum erneut die Abteilung Umweltangelegenheiten übernahm. Innenminister Friedrich Zimmermann (CSU) entließ ihn bei seinem Amtsantritt 1982. In Bonn wirkte er zudem als Leiter des IP-Instituts für Politik-Prognose. Menke-Glückert war Vorsitzender des Bundesfachausschusses für Umwelt der FDP. Zudem spielte er eine entscheidende Rolle für die Gründung der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung 1968 und war 1969/70 deren geschäftsführender Vorsitzender. Menke-Glückert gehörte ferner zur Gründergeneration der bundesdeutschen und internationalen Zukunftsforschung: Er war 1967 Gründungsmitglied der Gesellschaft für Zukunftsfragen, deren Vorsitz er ab 1975 übernahm, und wirkte ab 1973 für mehrere Jahre als Generalsekretär der World Futures Studies Federation. Von 1965 bis 1983 war er Mitherausgeber der Zeitschrift "liberal", in deren Redaktionsbeirat er anschließend bis 1991 saß. Er war von 1964 bis 1985 Mitglied im Vorstand der Friedrich-Naumann-Stiftung, gehörte vorher 1963/64 und dann ab 1985 für weitere 29 Jahre deren Kuratorium an, davon von 1985 bis 2009 als stellvertretender Vorsitzender. Sein weiteres Engagement bei dieser Stiftung bezog sich auf deren Programmausschuss (1991 bis 2014) und den Beirat (1964 bis 1985). Bis zu seinem Tod war er Mitglied des Kuratoriums der Wolf-Erich-Kellner-Gedächtnisstiftung, die den Wolf-Erich-Kellner-Preis verleiht. Er war auch Mitglied des Vorstands und des Beirats der VDI-Kommission Reinhaltung der Luft. Menke-Glückert setzte sich für die Information, Förderung und Stärkung von Bürgerinitiativen ein. Er kritisierte die Bürokratisierung der Verwaltungen sowie seine Beamtenkollegen als "Bürofaschisten". Er stieß die Umweltthematik in den Freiburger Thesen (1971) an und prägte 1970 den Satz "Das Vietnam-Erlebnis der Bourgeoisie ist das Umweltproblem". Als Geschäftsführer der Bonner Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt mahnte Menke-Glückert 1989: "Die beste Verpackung erzeugt erst gar keinen Müll." Er kritisierte 1995 das Duale System als untauglich. ("Das Duale System zur Erfassung von Verpackungsabfällen mit dem Grünen Punkt ist ein untauglicher Notbehelf von Handel und Industrie, drohenden Auflagen des Umweltministers zu entgehen und sich Innovationen zu ersparen.") Er übte 1995 Kritik an der Medienorientiertheit von Greenpeace: "Statt die wesentlichen Prioritäten einer modernen Umweltpolitik zu erkennen, läuft ununterbrochen ein grünes Geräuschband ab." Klaus Kinkel würdigte ihn zum 80. Geburtstag als "Umweltaktivisten der ersten Stunde" und "lautstarken Vorkämpfer der Entbürokratisierung". Menke-Glückert stiftete als langjähriger Präses des Verbands Liberaler Akademiker den Arno-Esch-Preis.
Gerhard Meyer (* 19. Januar 1937 in Deutsch Eylau; † 18. Mai 2016 in Hamburg): Mit Beginn seines Studiums trat er 1957 dem Liberalen Studentenbund Deutschlands bei. Seit 1958 war er auch Mitglied der Jungdemokraten, deren stellvertretender Bundesvorsitzender er von 1964 bis 1966 war. Von 1964 bis 1968 war er zudem Mitglied des Präsidiums des Weltbunds Liberaler und Radikaler Jugend, dessen Ehrenpräsident er ab 1966 war. Der FDP gehörte Meyer seit 1959 an. Von 1968 bis 1971 war er Präsident des Landesparteitags. Er wurde 1972 für zwei Jahre in den Landesvorstand der FDP Hamburg gewählt, dem er dann von 1974 bis 1977 qua Amt angehörte. Von 1975 bis 1979 war er Mitglied des Rundfunkrats des NDR, von 1982 des Bundesvorstands der FDP. Meyer gehörte von 1974 bis 1978 der Hamburgischen Bürgerschaft an. Bis zum 30. März 1977 war er Vorsitzender der FDP-Bürgerschaftsfraktion. Anschließend ruhte sein Mandat wegen der Wahl zum Senator. Bereits nach der Bürgerschaftswahl 1974 war Meyer vom Landesvorstand der FDP als Senator vorgesehen, er sollte die Leitung der Baubehörde übernehmen. Auf dem Landesparteitag, der die Nominierungen vornahm, unterlag Meyer, der zum linken Parteiflügel gezählt wurde, jedoch mit zwei Stimmen Unterschied dem eher konservativen Rolf Bialas. Am 30. März 1977 wurde Meyer von der Hamburgischen Bürgerschaft als Nachfolger von Ulrich Klug zum Senator gewählt und mit der Leitung der Justizbehörde als Präses in Hamburg betraut. Nachdem die FDP 1978 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war, schied er am 28. Juni 1978 aus dem Senat aus. Nach dem Rücktritt des Berliner Justizsenators Jürgen Baumann am 3. Juli 1978 wurde Meyer am 6. Juli 1978 zu dessen Nachfolger gewählt. In diesem Ressort verblieb er auch nach dem Rücktritt Dietrich Stobbes im Januar 1981. Er mußte jedoch wenige Monate später im Juni 1981 mit dem restlichen neugewählten Senat von Hans-Jochen Vogel zurücktreten, da die sozialliberale Koalition keine Mehrheit erhielt, die FDP sich jedoch noch weigerte, eine Koalition mit der CDU zu bilden.
Edda Müller (* 23. Juli 1942 in Sorau, Niederlausitz): Sie trat in den 1960er-Jahren in die FDP ein und ist seit 1993 parteilos. Nach einer kurzen Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei einem Bundestagsabgeordneten trat sie 1970 in die Verfassungsabteilung des Bundesministeriums des Innern ein. Von 1973 bis 1975 gehörte sie der Planungsabteilung des Bundeskanzleramts an, kehrte danach aber ins Bundesinnenministerium zurück. 1977 wechselte sie in das Umweltbundesamt. Dort war sie 1978 federführend an der Ausarbeitung des Umweltzeichen Blauen Engels beteiligt. 1987 übernahm sie eine Stelle im ein Jahr zuvor neu gegründete Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. 1991 übernahm sie dort die Leitung der Unterabteilung Grundfragen der Industrie- und Freizeitgesellschaft, Klimapolitik.
Klaus-Peter Murawski (* 17. Mai 1950 in Erfurt): Er engagierte sich ab 1969 in der FDP und bei den Jungdemokraten, deren stellvertretender Bundesvorsitzender er 1973 und bayerischer Landesvorsitzender 1974 war. 1978 wurde er in den Nürnberger Stadtrat gewählt. Dort war er bis 1981 Fraktionsvorsitzender der FDP, wechselte dann zur Partei "Die Grünen" und übernahm hier ab 1984 erneut die Funktion des Fraktionsvorsitzenden.
Friedrich Neunhöffer (* 1938): Er trat Ende der 1950er Jahre in den Liberalen Studentenbund Deutschlands (LSD), dann in die Deutschen Jungdemokraten (DJD) und in die FDP ein. Von 1966 bis 1968 war er Mitglied im Bundesvorstand der DJD, 1972 wurde er Landesvorsitzender in Baden-Württemberg und war 1973 bis 1974 DJD-Bundesvorsitzender. Von 1971 bis 2019 war er Mitglied im Bezirksbeirat Stuttgart-Mitte. 1982 verließ er die FDP und war Mitgründer der Partei "Liberale Demokraten". Später trat er der SPD bei. Seit 2005 ist er Mitglied der Linkspartei.PDS.
Sebastian Pini (* 1967 in Brüssel): Während des Studiums engagierte er sich in der Liberalen Hochschulgruppe an der Universität des Landes, später übernahm er den Vorsitz der Jungen Liberalen Saar. Innerhalb der Partei übernahm er verschiedene Führungspositionen, so war er u. a. Mitglied des Landesvorstands der FDP/DPS. Am 28. September 2012 trat er öffentlich aus der FDP aus. Am 9. Januar 2013 gab die Saarbrücker Zeitung bekannt, daß Pini in die Saarland SPD eingetreten ist. Seiner Ansicht nach habe sich die FDP bei den Inhalten zu engspurig aufgestellt. Er hoffe, daß die Liberalen wieder ihren Kompaß finden und zu Werten wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität finden. In dieser Frage habe die SPD aus seiner Sicht den besseren Kompaß. "Deswegen habe ich den Weg zur SPD gefunden und freue mich, dort aufgenommen worden zu sein." Im Rahmen des Regierungswechsels nach der Landtagswahl 2009 wurde Pini zum Staatssekretär im von Georg Weisweiler geführten Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz des Saarlandes ernannt. Nach dem Scheitern der Koalitionsregierung aus CDU, FDP und der Partei "Bündnis 90/Die Grünen" wurde Pini am 18. Januar 2012 in den vorläufigen Ruhestand versetzt.
Willy Max Rademacher (* 26. Dezember 1897 in Langenhagen bei Hannover; † 22. Juli 1971 in Hamburg): Rademacher, der nach dem Ersten Weltkrieg der DDP beigetreten war, gehörte während der Zeit des Nationalsozialismus dem Ende 1933 durch die Gruppe Q (später Freies Hamburg) zu Tarnungszwecken gegründeten Verein der Hafenfreunde an. Rademacher gehörte zu den Mitbegründern der FDP in Hamburg. Auf dem Landesparteitag am 27. Juli 1946 wurde er mit 129 von 186 Stimmen gegen Eduard Wilkening zum Vorsitzenden der FDP Hamburg gewählt. Bis 1958, als er wegen der Belastungen durch sein Bundestagsmandat nicht mehr antrat, und noch einmal von 1966 bis 1969 war er insgesamt 15 Jahre Landesvorsitzender. Dem FDP-Bundesvorstand gehörte er in unterschiedlichen Funktionen von 1951 bis 1970 an. 1957/58 war er als Vertreter des linksliberalen Flügels stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender. 1946 wurde Rademacher in die erste frei gewählte Hamburgische Bürgerschaft der Nachkriegszeit gewählt. Dieser gehörte er bis zu seiner Wahl in den Deutschen Bundestag an. Bundestagsabgeordneter war er von 1949 bis 1965. Während er 1949 und 1953 aufgrund von Wahlabsprachen u. a. mit der CDU in dem im Norden der Stadt gelegenen Wahlkreis Hamburg VIII ein Direktmandat - 1953 sogar mit der absoluten Mehrheit der Erststimmen - gewinnen konnte, wurde er in den nächsten Legislaturperioden über die Hamburger Landesliste der FDP ins Parlament gewählt. Im Bundestag setzte sich Rademacher insbesondere für die Förderung der deutschen Schifffahrt und der Werftindustrie ein. 1949 bis 1953 war er Vorsitzender des Bundestagsausschusses für das Verkehrswesen, 1953 bis 1957 dessen stellvertretender Vorsitzender. Vom 29. November 1961 bis zum 21. Dezember 1965 gehörte Rademacher auch dem Europaparlament an. Dort wirkte er vor allem für eine Harmonisierung der Wettbewerbsregeln im Verkehrsbereich innerhalb der EWG. 1964 hatte Rademacher Kontakt zu den Begründern der Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher (AUD), insbesondere seinem ehemaligen Parteifreund Hermann Schwann, beteiligte sich aber an der Gründung dieser national-neutralistischen Partei nicht.
Ursula Redepenning (* 12. November 1944 als Ursula Hoesch in Geislingen an der Steige; † 22. Juni 2019): Sie wurde 1967 Mitglied der FDP. 1969 gründete sie den FDP-Ortsverein München-Süd. Sie war zudem Mitglied im oberbayerischen Bezirksvorstand und Mitglied der Medienkommission beim Bundesvorstand der Freien Demokraten. Von 1970 bis 1982 war sie Mitglied des Bayerischen Landtags, zuletzt stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Redepenning war von 1985 bis 1991 Mitglied des Vorstands der Friedrich-Naumann-Stiftung, nachdem sie von 1979 bis 1983 Mitglied und von 1983 bis 1985 stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums gewesen war, dem sie dann nochmals 1991/92 angehörte.
Karlheinz Reich (* 26. Mai 1945 in Brenderup (Dänemark) auf der Flucht aus Ostpreußen): 1963 trat er in die Braunschweiger FDP ein. Während seiner ausgedehnten Studienzeiten war er Mitglied in den Liberalen Studentenverbänden Liberaler Studentenbund Deutschlands (LSD) und im Liberaler Hochschulverband (LHV). Von 1966 bis 1967 war er Bundesgeschäftsführer des LSD. Er war aktiv bei den Deutschen Jungdemokraten (DJD), bei denen er Vorstandsämter in Braunschweig und Niedersachsen innehatte. 1970 kam es beim Landesjugendtag der niedersächsischen Jungdemokraten zu politischen Auseinandersetzungen um den richtigen Weg zur Veränderung der Gesellschaft. Gegeneinander standen reformistische, als radikaldemokratisch interpretierte Ideen zu revolutionären, marxistisch-leninistisch inspirierten. Letztere obsiegten schließlich. Symbolisiert wurde das durch die Annahme eines Antrags - des Antrags 13 - mit der Kernaussage "... dann müssen wir die Diktatur der Bourgeoisie zerschlagen und eine Gesellschaftsordnung schaffen, in der alleine jene bestimmen, die den gesellschaftlichen Reichtum schaffen." Ein Flügel des Landesverbands unter Führung von Karlheinz Reich war überzeugt, daß der Verband durch kommunistische Gruppen systematisch unterwandert worden sei, um an die Zuschüsse der öffentlichen Hand für die Jugendarbeit zu kommen. Reich und seine Anhänger traten deshalb aus und gründeten im Herbst 1970 in Bad Zwischenahn die Sozial Liberale Jugend Niedersachsens. Reich war sowohl von 1970 bis 1971 Landesvorsitzender dieses Verbands als auch an der Erstellung des Grundsatzpapiers, des Braunschweiger Manifestes beteiligt. Unter seinem Vorsitz gab der Verband eine Broschüre mit dem für sich selbst sprechenden Titel "Warum Spaltung der niedersächsischen Jungdemokraten? Dokumente zur Unterwanderung und Machtübernahme durch Marxistisch-Leninistische Kader" heraus. 1972 fusionierten Jungdemokraten und Sozial Liberale Jugend wieder. Karlheinz Reich war vom 1. Januar 1973 bis 31. Dezember 1974 hauptamtlicher Geschäftsführer des fusionierten niedersächsischen Landesverbands. Die Geschäftsstelle befand sich in Braunschweig. 1970 und 1974 kandidierte er für den Niedersächsischen Landtag. Im FDP-Kreisverband Braunschweig war er jahrelang Vorstandsmitglied, unter anderem stellvertretender Vorsitzender. Er war Delegierter bei Landes- und Bundesparteitagen. 1974 bis 1978 war er Fraktionsvorsitzender in der Verbandsversammlung des Verbands Großraum Braunschweig. 1982 trat Reich aus der FDP aus, da die Parteiführung auf Bundesebene die sozialliberale Koalition verließ und ein Bündnis mit der CDU/CSU schloß. Vorangegangen war das konstruktive Mißtrauensvotum gegen Helmut Schmidt und die Wahl Helmut Kohls zum neuen Bundeskanzler. Reich war Gründungsmitglied der Partei "Liberale Demokraten" (LD) auf dem Gründungskongreß in Bochum am 28. November 1982 und Kreisvorsitzender der LD in Braunschweig. Da diese Partei bei Wahlen die Grenze der Wahlkampfkostenerstattung nicht erreichte, trat er 1983 mit anderen Braunschweigern wieder aus, da er keine Perspektive für diese Partei sah.
Sebastian Reinfeldt (* 31. Oktober 1963 in Hannover): Er war bis 1981 Mitglied der FDP sowie von 1978 bis 1983 Vorsitzender der Mainzer Jungdemokraten.
Klaus Wolfgang Rösch (* 18. Oktober 1945 in Ammerndorf; † 18. Februar 2018): 1961 trat er in die FDP ein. Von 1971 bis 1982 war er Mitglied des Landesvorstands der FDP Baden-Württemberg, davon 1974 bis 1980 als stellvertretender Landesvorsitzender. 1968 bis 1971 war er stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungdemokraten und in der gleichen Zeit Landesvorsitzender der baden-württembergischen Jungdemokraten. 1973 bis 1979 war er Mitglied des Kreistags des Schwarzwald-Baar-Kreises,1976 bis 1980 Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, 1980 bis 1983 Bundestagsabgeordneter und 1981 bis 1983 Mitglied der parlamentarischen Versammlung des Europarats. Zusammen mit Karl Moersch, Martin Bangemann und Ralf Dahrendorf trieb Rösch ab der Mitte der 1960er Jahre die linksliberale Neuorientierung der FDP/DVP Baden-Württemberg voran.
Ulrich Roloff-Momin (* 29. April 1939 in Osnabrück): Ab 1969 war er Mitglied der FDP. Nachdem die FDP 1982 mit der CDU/CSU auf Bundesebene eine Koalition gebildet hatte, trat er 1983 aus der FDP aus. Von 1975 bis 1977 war er Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin und dort Vorsitzender des neugegründeten Ausschusses für Kunst. Im November 1977 wurde er zum Präsidenten der Hochschule der Künste Berlin gewählt und 1984 und 1989 im Amt bestätigt.
Uwe Ronneburger (* 23. November 1920 in Kiel; † 1. Oktober 2007 in Tetenbüll): Ursprünglich gehörte Ronneburger der Deutschen Partei an, trat aber 1957 zur FDP über. Dort wurde er zunächst Kreisvorsitzender, ab 1970 dann auch Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein. Dieses Amt hatte er bis 1983 inne. Von November 1976 bis November 1982 war er stellvertretender Bundesvorsitzender. Nach dem Wechsel der FDP aus der sozialliberalen Koalition unter Helmut Schmidt in eine christlich-liberale Koalition unter Helmut Kohl kritisierte er den damaligen FDP-Bundesvorsitzenden Hans-Dietrich Genscher scharf und trat bei den parteiinternen Neuwahlen im November 1982 gegen Genscher um den Parteivorsitz an. Er erhielt 169 der abgegebenen Stimmen - rund 45 Prozent - und unterlag damit nur knapp. Sein Ergebnis und die Wahl von Gerhart Baum zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden führten dazu, daß viele Angehörige des Mitte-links-Flügels der Partei treu blieben, weil sie merkten, daß ihr Einfluß nicht so gering wie befürchtet war. Ronneburger gehörte von 1975 bis zur Niederlegung seines Mandats am 22. Oktober 1980 dem Landtag von Schleswig-Holstein an und war dort während dieser Zeit Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. Von 1972 bis zur Mandatsniederlegung am 12. Juni 1975 sowie von 1980 bis 1990 war Ronneburger Mitglied des Deutschen Bundestages und dort vom 18. September 1973 bis zum 12. Juni 1975 sowie von 1983 bis 1990 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Von 1980 bis 1983 war Ronneburger außerdem Vorsitzender des Ausschusses für innerdeutsche Beziehungen und vom 16. Mai 1990 bis zum Ende der Wahlperiode im Dezember 1990 Vorsitzender des Verteidigungsausschusses. Uwe Ronneburger zog stets über die Landesliste Schleswig-Holstein in den Bundestag ein. Von 1960 bis 1978 war Ronneburger Mitglied der Leitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holstein und der Landessynode, von 1966 bis 1972 Mitglied der Generalsynode der VELKD, danach Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Von 1975 bis 1997 war er Mitglied, dabei von 1977 bis 1997 Stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung. Ronneburger wurde im Dezember 2000 zum Ehrenbürger des Landes Schleswig-Holstein ernannt.
Hans Wolfgang Rubin (* 12. Dezember 1912 in Essen; † 10. November 1986 ebenda): Neben Franz Blücher und Hans-Wilhelm Beutler war Rubin 1945 Mitbegründer der FDP in Essen. Von 1950 bis 1956 war er Schatzmeister des FDP-Landesverbands Nordrhein-Westfalen und gehörte dem FDP-Bundesvorstand von 1951 bis 1980 an. Von 1951 bis 1974 war er Schatzmeister der Bundespartei. Ab 1955 gehörte Rubin mit Walter Scheel, Wolfgang Döring und Willi Weyer zu den sogenannten "Jungtürken" in der nordrhein-westfälischen FDP. Die Treffen des Kreises, der 1956 Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Karl Arnold (CDU) stürzte und den Weg für eine Koalition mit SPD und Zentrum ebnete, fanden in seiner Essener Wohnung statt. Im März 1967 publizierte er in einem Aufsatz mit dem Titel "Die Stunde der Wahrheit" eine vehemente Abrechnung mit der Politik der Großen Koalition, in dem er für eine neue Ostpolitik plädierte und verschiedene innenpolitische Reformvorschläge anmahnte. Der Vorstoß löste innerhalb und außerhalb der FDP lebhafte Kontroversen aus, ebnete in der Partei aber mittelfristig den Weg für die spätere Regierungskoalition mit der SPD. Von 1970 bis 1982 war Rubin Vorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. 1959 war er im Auftrag der Stiftung als Gründer und bis 1986 als einer der Herausgeber der Zeitschrift "liberal" tätig.
Helmut Schäfer (* 9. Januar 1933 in Mainz): Ab 1964 war er Mitglied der FDP, u. a. von 1966 bis 1968 stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Jungdemokraten in Rheinland-Pfalz, 1968 bis 1970 stellvertretender Bundesvorsitzender der Deutschen Jungdemokraten, stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz, ab 1972 mehrfach Mitglied des FDP-Bundesvorstands und Vorsitzender des FDP-Medienausschusses. 1990 bis 1998 amtierte er als Vizepräsident der Liberalen Internationale. Im Dezember 2024 trat er aus der Partei aus. Er begründete seine Entscheidung mit "schweren Versäumnissen der Parteiführung" insbesondere im Bereich Außenpolitik, in dem die FDP ihre frühere Kompetenz verloren habe. Von 1977 bis 1998 war Schäfer Mitglied des Deutschen Bundestages (Landesliste Rheinland-Pfalz), 1978 bis 1987 Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, außenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion (ab 1979) und seit 1984 Vorsitzender des FDP-Bundesfachausschusses Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik sowie Vorsitzender der Deutsch-Sowjetischen Gesellschaft des Deutschen Bundestages. Von 1987 bis 1998 arbeitete Schäfer als Staatsminister im Auswärtigen Amt unter den Außenministern Hans-Dietrich Genscher und Klaus Kinkel. Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren die deutsch-amerikanischen und deutsch-sowjetischen Beziehungen sowie das Verhältnis zu den arabischen Staaten und den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Er war zuständig für die deutsche Auswärtige Kulturpolitik, Vertreter der Bundesregierung im Ministerkomitee des Europarats und des Rats der EU-Kulturminister, sowie den Beiräten des Goethe-Instituts und der Deutschen Welle. Besonderes Engagement und zahlreiche Reisen führten ihn bei der Krisenbewältigung in den Nahen Osten, ins südliche Afrika (Apartheidregime) und nach Zentralamerika (Nicaragua, El Salvador). Es kam zu Treffen mit UN-Generalsekretären und hochrangigen Regierungsvertretern weltweit, darunter - zum Teil als erster deutscher Regierungsvertreter - mit Jassir Arafat, Jitzchak Rabin, Hafiz al-Assad, Fidel Castro und Nelson Mandela. Schäfer erhielt zahlreiche Einladungen zu Vorträgen an Universitäten und außenpolitischen Gesellschaften vor allem in den USA (u. a. Harvard, Princeton, Berkeley, Yale, New York, Boston, Chicago, Atlanta, San Francisco Councils on Foreign Relations). Nach dem Ende seiner Amtszeit war Schäfer von 1998 bis 2005 Gastdozent an der Humboldt-Universität Berlin sowie u. a. Ehrenmitglied der Kuratorien des Internationalen Journalistenprogramms (IJP), der Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry sowie Beiratsmitglied im Verein Deutsche Sprache. Er legte publizistische Arbeiten vor und hielt zahlreiche Vorträge. Er war ab 1978 langjähriges Mitglied des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung und der Deutsch-Atlantischen Gesellschaft "Atlantikbrücke" sowie der Deutschen Orientstiftung. Von 1979 bis 1982 war er Vorsitzender der Medien-Kommission der Europäischen Liberalen, 1979 bis 1983 auch der Medien-Kommission der FDP. Er war zudem Mitglied vom Exekutiv-Komitee der Liberalen Internationale.
Irmingard Schewe-Gerigk (* 15. Mai 1948 in Rendsburg): Ab 1976 war sie Mitglied der Jungdemokraten und der FDP, die sie 1982 nach dem Ende der sozialliberalen Koalition verließ. Sie schloß sich der Partei "Liberale Demokraten" an, bevor sie 1986 Mitglied der Partei "Die Grünen" wurde.
Hansheinrich Schmidt (* 6. September 1922 in Leipzig; † 12. März 1994 in Grünwald): Bereits 1955 war er Mitglied der FDP geworden. 1957 wurde er Kreisvorsitzender. Ab 1958 war er zuerst Stellvertreter und ab 1970 Vorsitzender des FDP-Bezirksverbands Schwaben. Darüber hinaus war Schmidt auch Mitglied des Landeshauptausschusses sowie des Landeskulturausschusses der FDP Bayern. 1964 wurde er erstmals in den Landesvorstand der FDP Bayern gewählt. Als Vorsitzender des FDP-Bundesfachausschusses für Soziales, Jugend, Familie und Gesundheit hatte Schmidt großen Anteil an der Neugestaltung des FDP-Programms im Bereich der Gesellschafts- und Sozialpolitik. Er war an der Formulierung der Freiburger Thesen von 1971 beteiligt, sowie an den Beschlüssen der FDP während der 1970er Jahre zur Gesundheitspolitik, zur Gleichberechtigung und zur Alterssicherung. Schmidt war seit 1961 Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort engagierte er sich vor allem im Bereich der Sozialpolitik. In seiner Fraktion war er viele Jahre lang Vorsitzender des Arbeitskreises Sozialpolitik sowie sozialpolitischer Sprecher der FDP. Schmidt nahm als Abgeordneter insbesondere Einfluß auf die Gesetzgebung zur Betriebsverfassung von 1972 und zur Unternehmensmitbestimmung von 1976. 1982 war er ein Gegner des neuen Kurses der FDP, der letztlich zu einem konstruktiven Mißtrauensvotum gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt sowie der Wahl Helmut Kohls zu dessen Nachfolger und damit zum Bruch der sozialliberalen Koalition führte. Als Kohl am 17. Dezember 1982 im Bundestag die Vertrauensfrage stellte, um diese künstlich verneint zu bekommen und so Neuwahlen herbeiführen zu können, war Schmidt einer von vier Abgeordneten, die gegen die formale Handhabung derselben vor dem Bundesverfassungsgericht klagten. Aus Protest verzichtete er bei den folgenden Bundestagswahlen im März 1983 auf eine erneute Kandidatur.
Andreas von Schoeler (* 4. Juli 1948 in Bad Homburg vor der Höhe): Er war seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der FDP, trat aber nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition 1982 mit anderen linksliberalen Parteimitgliedern aus der FDP aus und wechselte zur SPD. Schoeler war von 1972 bis 1982 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war von 1972 bis 1976 Vertreter der FDP-Fraktion im Strafrechtssonderausschuß des Deutschen Bundestages und kämpfte bei der Reform des § 218 StGB (Abtreibung) für eine liberale Lösung. Am 16. Dezember 1976 wurde Schoeler als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern (Werner Maihofer) in die von Bundeskanzler Helmut Schmidt geführte Bundesregierung berufen. Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition schied er am 17. September 1982 aus dem Amt. Er verließ am 23. November 1982 die FDP-Bundestagsfraktion und legte am 8. Dezember 1982 sein Mandat nieder. Er war bis dahin stets über die Landesliste Hessen der FDP in den Bundestag gewählt worden. Bei der Bundestagswahl 1983 scheiterte sein Versuch, über die Liste der SPD erneut in den Bundestag einzuziehen.
Bruno Schröder (* 23. April 1894 in Großneuhausen, Thüringen; † 3. März 1968 in Hannover): Vom 9. Dezember 1946 bis 28. März 1947 war er Mitglied des ernannten Niedersächsischen Landtags und vom 20. April 1947 bis 5. Mai 1955 Mitglied des Niedersächsischen Landtags (1. und 2. Wahlperiode). Bis zum 27. April 1954 war er Mitglied der FDP-Fraktion, danach war er ab 28. April 1954 zunächst fraktionslos. Vom 21. Juni 1954 bis 23. Januar 1955 gehörte er dem Liberalen Bund an und wurde schließlich ab 24. Januar 1955 Fraktionsmitglied der SPD.
Uwe Schröder (* 28. April 1946 in Bremen): Ab Ende der 1960er Jahre war er Mitglied der FDP Bremen und der Deutschen Jungdemokraten. 1972 gründete er einen neuen FDP-Ortsverband Stadtmitte/Östliche Vorstadt und wurde dessen Vorsitzender. Er wurde 1972 Mitglied in den Ausschüssen Soziales und Bau im Beirat Bremen-Mitte, in dem er ab 1975 vertreten war. Ab 1974 war er Mitglied im Vorstand des größten FDP-Kreisverbands Bremen Stadt. 1976 wurde er Mitglied im FDP-Landesvorstand, 1980 Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Bremen Mitte/West und 1980 Vorsitzender des FDP-Landesfachausschusses für Bildung. Im November 1982, nach dem Ende der sozialliberalen Koalition auf Bundesebene, verließen die Bürgerschaftsabgeordneten Schröder und Karl Holl - wie viele andere - die FDP. Im September 1983 trat er in die SPD ein. Nach einem Umzug nach Ritterhude verließ er die SPD. Von 1975 bis 1979 war er Mitglied der Bildungsdeputation und von 1979 bis 1983 Mitglied der 10. Bremischen Bürgerschaft und Mitglied verschiedener Deputationen, u. a. für das Bildungswesen und für Umwelt. In der Bürgerschaft war er u. a. für eine Verbesserung des Umweltschutzes, für ein Investitionsprogramm im Sozialen Wohnungsbau und im Straßenbau und er war gegen das Kernkraftwerk Brokdorf. Nach seinem Austritt aus der FDP gründete er mit dem Grünen Peter Willers eine parlamentarische Gruppe (GUL).
Helga Schuchardt, geborene Meyer (* 2. August 1939 in Hannover): Sie trat 1965 der FDP bei und besetzte bald verschiedene Posten im Landes- und Bundesvorstand der Jugendorganisation Deutsche Jungdemokraten (1969 stellvertretende Bundesvorsitzende). Von 1970 bis 1982 gehörte Schuchardt dem FDP-Bundesvorstand an, von 1975 bis 1980 war sie Landesvorsitzende der FDP Hamburg. Von 1972 bis 1983 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie war die bildungspolitische und entwicklungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, Mitglied des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Vorsitzende des Unterausschusses für humanitäre Hilfe, Mitglied des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft. Von 1978 bis 1982 war sie Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung. Schuchardt war von 1981 bis 1983 Präsidentin des Kuratoriums der Deutschen Stiftung für Internationale Entwicklung. Sie gehörte zum linksliberalen Flügel der FDP und lud gemeinsam mit Theo Schiller ab Ende 1981 zum "Sylter Kreis" ein, der sich zu den sozialliberalen Freiburger Thesen bekannte und die von Otto Graf Lambsdorff und Hans-Dietrich Genscher verfolgte Rechtswende der Partei ablehnte. Im Zuge der innerparteilichen Auseinandersetzungen über den Koalitionswechsel der FDP in der neunten Legislaturperiode des Deutschen Bundestages trat sie Ende 1982 aus der FDP aus. Sie erwog in dieser Zeit, gemeinsam mit Günter Verheugen und Andreas von Schoeler der SPD beizutreten, entschied sich dann jedoch, parteilos zu bleiben. Die Gründung einer neuen, linksliberalen Partei lehnte sie aufgrund der "Gefahr des Sektierertums" ab. Jedoch wurde sie Vorsitzende des Bundesverbands der Liberalen Vereinigung, eines parteiunabhängigen Zusammenschlusses von Liberalen, sowie Mitherausgeberin der Zeitschrift "Liberale Drucksachen". Von 1983 bis 1987 war Schuchardt Kultursenatorin von Hamburg in den SPD-geführten Senaten von Dohnanyi II und III. Sie hat sich als Kultursenatorin für die Gründung des Museums der Arbeit eingesetzt. Vom 21. Juni 1990 bis 30. März 1998 war sie niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur in den rot-grünen Kabinetten Schröder I und II. Zudem gehörte Schuchardt von 1992 bis 2002 dem Kuratorium der Volkswagenstiftung an, ab 1994 war sie dessen Vorsitzende. Sie ist Beiratsmitglied der Humanistischen Union (HU), Mitbegründerin der ifu (Internationale Frauenuniversität), Vorsitzende des Hochschulrats der Hochschule für Musik und Theater Hannover und Vorsitzende des Stiftungsrats der Hochschule Osnabrück.
Martin Schumacher (* 16. Dezember 1945 in Wedel): Er war im März 1965 Mitglied bei den Deutschen Jungdemokraten geworden und trat im November 1967 in die FDP ein. Für seine Partei war er einige Jahre als Beisitzer und Schriftführer des Vorstands des Ortsverbands Wedel und des Kreisverbandsvorstands Pinneberg tätig. 1972 wurde er Mitglied des Landesvorstands der FDP Schleswig-Holstein und 1975 Vorsitzender des Kreisverbands Pinneberg. Er ist auch Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). In Wedel war Schumacher von 1970 bis 1972 bürgerliches Ausschußmitglied und ab 1974 Mitglied der Stadtvertretung, bis er 1975 sein dortiges Mandat nach Wahl in den Landtag niederlegte. Seit der Kommunalwahl im Mai 2013 ist er erneut bürgerliches Mitglied in einem Ausschuß des Stadtrats von Wedel. Bei den Landtagswahlen 1975 und 1979 zog er jeweils über die Landesliste der FDP in den schleswig-holsteinischen Landtag ein. Er war Abgeordneter vom 26. Mai 1975 bis zum 12. April 1983. Im Landtag war er parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion. Er war unter anderem im Eingaben- und im Sozialausschuß tätig und hatte von Oktober 1976 bis Dezember 1977 den Vorsitz des Untersuchungsausschusses "Verfassungsschutz" inne. Zudem war er von 1979 bis 1983 Mitglied des Landeswahlausschusses und des G 10-Gremiums des Kieler Landtags.
Eva Hedwig Laura Schütte (* 25. Oktober 1914 in Berlin; † 26. Januar 1998 in Bremen): 1959 wurde sie Mitglied der FDP und bald darauf Vorsitzende der FDP-Frauengruppe in Bremen. Sie war von 1967 bis 1979 für die FDP zwölf Jahre lang Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und in verschiedenen Deputationen und Ausschüssen der Bürgerschaft tätig, u. a. in der Deputation für das Bildungswesen und von 1975 bis 1979 in der für zentrale Planung. Bei den Bildungsreformen der 1970er Jahre in Bremen sprach sie sich für behutsame Reformen bei der Integration der Schulstufen aus. Sie war von 1975 bis 1979 Schriftführerin der Bürgerschaft. Tendenziell zählte sie zu den linksliberalen Politikerinnen in der FDP. Sie war zudem als Abgeordnete von 1967 bis 1971 Mitglied des Verkehrsvereins. Sie engagierte sich im Bremer Frauenausschuß (BFA). Von 1967 bis 1973 war sie Vorsitzende des BFA. Ihre Nachfolgerin wurde Hannelore Spies (CDU). Im BFA kämpfte sie für die rechtliche und tatsächliche Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft. Nach 1973 vertrat sie bis 1977 den BFA im Rundfunkrat von Radio Bremen.
Grete Sehlmeyer (* 23. November 1891 in Lehrte; † 5. August 1967 in Hannover): Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte sie 1948 zu den Gründungsmitgliedern der FDP. Von 1946 bis 1956 wurde die Musiklehrerin Ratsmitglied in Hannover und engagierte sich in der Schulpolitik. Parallel dazu gehörte sie vom 20. April 1947 bis 5. Mai 1955 dem Niedersächsischen Landtag (1. und 2. Wahlperiode) an. Bis zum 27. April 1954 als war sie Mitglied der FDP-Fraktion. Sie verließ die FDP, die eine zunehmende Anzahl rechtsradikaler Mitglieder aus dem Umfeld des Naumann-Kreises und der Deutschen Reichspartei aufwies. Ab 28. April 1954 war sie fraktionslos und ab 21. Juni 1954 Mitglied und Führerin des neu geschaffenen Liberalen Bundes.
Thomas Steensen (* 27. September 1951 in Bredstedt): Während des Studiums engagierte er sich bei den Deutschen Jungdemokraten, unter anderem als stellvertretender Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein; 1978/79 war er Pressesprecher der Landes-FDP; 1982 verließ er die Partei.
Rolf Storm (* 10. August 1945 in Kiel): Storm war seit den 1960er Jahren Mitglied der FDP und der Deutschen Jungdemokraten, wo er seit 1968 im Kreisvorstand Bremen aktiv war (stellv. Vorsitzender und Vorsitzender). Von 1971 bis 1976 war er Mitglied im Stadtteilbeirat Bremen - Östliche Vorstadt sowie Vorsitzender des FDP-Ortsvereins Östliche Vorstadt. Im Beirat - Mitte war er von 1980 bis 1984; als stellv. Sprecher trat er im Oktober 1980 aus Solidarität zurück, nach der Abwahl der Beiratssprecherin Ursula Voigts (SPD). Um 1980 bis 1982 war er im Vorstand des FDP-Kreisverbands Mitte/West. Der Verband forderte 1982 für Europa ein eigenes Sicherheitssystem. Storm vertrat 1981 die Jungdemokraten im Landesvorstand der FDP. Beim Bundesparteitag der FDP von 1981 in Köln gehörte er zu den 27 Prozent der Delegierten, die den NATO-Doppelbeschluß ablehnten und zu den 40 Prozent derer, die als Kompromiß lediglich eine Mittelstrecken-Stationierung auf See für erwägenswert ansahen. Er war von 1976 bis 1979 für Wolf Traugott Kruse Mitglied der 9. Bremischen Bürgerschaft und Mitglied verschiedener Deputationen u. a. für Jugendhilfe. Storm wurde Mitglied der 1982 gegründeten Partei "Liberale Demokraten" (LD) und war von 1983 bis 1984 Bremer Landesvorsitzender.
Jürgen Suhr (* 9. April 1959 in Remscheid): Bis 1982 war er Mitglied der FDP, seit 1991 ist er Mitglied der Partei "Die Grünen".
Ernst Eilert Eckart Tantzen (* 22. Oktober 1929 in Marsow; † 16. August 2012 in Sage): Die Freiburger Thesen des liberalen Vordenkers und späteren Innenministers Werner Maihofer veranlaßten ihn 1972, Mitglied der FDP zu werden. Seitdem ist er auch kommunal- und umweltpolitisch aktiv. Er war langjähriger Vorsitzender des von ihm 1972 gegründeten Ortsverbands Hatten und von 1976 bis 1996 auch des Bezirksverbands Oldenburg der FDP, die ihm beide zwischenzeitlich den Ehrenvorsitz antrugen. Den FDP-Ortsverband Hatten hat Tantzen - nicht zuletzt mit den Themen Natur- und Umweltschutz - stark geprägt. Im 40. Jahr seines Bestehens, 2012, zählte er mit rund 100 Mitgliedern zu den größten Ortsvereinen der Liberalen in Deutschland. Tantzen gehörte bis 1994 dem Kreisvorstand Oldenburg-Land und bis 1996 auch dem Landesvorstand der niedersächsischen Liberalen, zeitweise als deren stellvertretender Landesvorsitzender an. Über zwei Jahrzehnte war er Landes- und Bundesparteitagsdelegierter der FDP, kurzzeitig war er auch Delegierter des Kongresses der Europäischen Liberalen (ELDR). Eine langjährige Freundschaft verband ihn mit Hans-Dietrich Genscher. In seiner Ansprache zum 60. Geburtstag am 22. Oktober 1989 von Tantzen bezeichnete Genscher ihn als das "umweltpolitische Gewissen der F.D.P.". In den 1970er und 80er Jahren galt Tantzen daher sowohl auf Landes-, als auch auf Bundesebene für seine Partei als ministrabel, stellte sein Leben aber trotz vieler Angebote lieber in den Dienst für die Politik vor Ort im Oldenburger Land. Er begründete dies später so: "Ich habe meine Wurzeln im Oldenburger Land. Ich wollte nicht unter einer Käseglocke in Bonn oder Berlin sitzen. In der großen Politik geht so viel von den Menschen verloren." Tantzen gehörte von 1972 bis 1982 dem Rat der Gemeinde Hatten an und war Beigeordneter sowie von 1976 bis 1982 Bürgermeister dieser Gemeinde. Im Kreistag des Landkreises Oldenburg, dem er von 1972 bis 1996 angehörte, betätigte er sich mehr als zwei Jahrzehnte als Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion und des von ihm 1974 initiierten Kreisumweltausschusses, dem er ab 1996 bis 2006 mit beratender Stimme angehörte. Als einer seiner weiteren politischen Erfolge gilt die Organisation der politischen Mehrheit im Kreistag für die Verlegung des Kreissitzes nach Wildeshausen. Tantzen war zudem mehr als 30 Jahre lang im Landesfachausschuß Umwelt der niedersächsischen FDP aktiv. Sein Parteifreund Walter Hirche bezeichnete ihn denn auch einmal als "liberales Urgestein". Der FDP-Bundesvorsitzende Guido Westerwelle schrieb ihm zu seinem 80. Geburtstag: "Du hast über viele Jahre die FDP im Oldenburger Land maßgeblich geprägt und bist auch heute noch ein ausgesprochen treuer Begleiter unserer Arbeit."
Gertrud "Trude" Unruh geb. Kremer (* 7. März 1925 in Essen; † 30. November 2021 in Wuppertal): Von 1968 bis 1973 war sie Mitglied der SPD und engagierte sich hauptsächlich als Sozialpolitikerin. Nachdem ihr die SPD eine Kandidatur bei der Landtagswahl versagte, wechselte sie 1973 zur FDP. Aus dieser trat sie wiederum 1978 aus, weil sie sich mit ihrer Forderung nach Abschaffung des Radikalenerlasses nicht durchsetzen konnte. Anschließend war sie Mitbegründerin der Partei "Grüne Aktion Zukunft" (GAZ) in Nordrhein-Westfalen, 1979 Mitglied der Grünen Alternativen Liste, 1979 bis 1980 der Bürgerpartei. 1989 initiierte sie die Gründung der Partei "Die Grauen - Graue Panther" und wurde deren Bundesvorsitzende. In ihrem politischen Engagement widmete sich Trude Unruh vor allem der Solidarität, den Bürger- und Frauenrechten und der Ökologie. 1969 gründete sie eine Bürgerinitiative zur Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs im Rahmen einer Fristenregelung. Später standen vor allem der Umgang mit dem Altern und das deutsche Rentensystem im Vordergrund ihrer Aktivität. Sie sah die Zustände in den deutschen Alten- und Pflegeheimen der 1970er-Jahre als würdelos an und setzte sich gegen Entmündigung, Vereinsamung und Verarmung von Senioren ein. Ein Streit um das Rentensystem führte schließlich auch zu Unruhs Bruch mit den Grünen. Sie gründete 1975 in Wuppertal den Senioren-Schutz-Bund, der auch als "Graue Panther" bekannt wurde. Seit 1996 gibt es auch eine Trude-Unruh-Akademie und eine Graue-Panther-Stiftung.
Erhard Roy Wiehn (* 1. August 1937 in Saarbrücken): 1965 bis 1969 war er Assistent bei Ralf Dahrendorf. Im politischen Bereich war er 1968 bis 1983 Mitglied der FDP/DVP Baden-Württemberg, in den 1970er Jahren und teils bis Anfang der 80er Jahre Ortsvorsitzender in Konstanz, stellv. Kreisvorsitzender, Mitglied des Landesvorstands und Bundesparteitagsdelegierter der FDP.
Hans-Helmuth Wüstenhagen (* 1923; † Dezember 1996 in Norden): Er trat in die FDP ein und stimmte dort mit der linksliberalen Richtung um den umweltpolitisch engagierten Hans-Dietrich Genscher überein. 1972 gründete Wüstenhagen den BBU mit, übernahm 1973 den Vorsitz und richtete in seiner Karlsruher Wohnung das Zentralbüro ein, seine Frau organisierte die Verwaltung. Wüstenhagen schrieb auch Anti-AKW-Gedichte. Der geplante AKW-Bau in Wyhl führte zu großen Protesten. 1973 verließen konservative Atomkraftgegner und ihre Organisationen wie der Weltbund zum Schutz des Lebens und der Vorstand Herbert Bruns den BBU. Der Widerstand gegen die Atomkraftwerke wurde radikaler: Wüstenhagen forderte vor der AKW-Baustelle in Brokdorf die "Eskalation des bürgerlichen Ungehorsams", beschwor eine bevorstehende "Revolution" und rief dazu auf, Stromrechnungen nicht mehr zu begleichen. Im Jahr 1977 mußte er nach langen Konflikten mit linken Gruppierungen, die teilweise der SED nahestanden, zurücktreten.
Günter Verheugen (* 28. April 1944 in Bad Kreuznach): Ab 1967 war er Landesvorsitzender der Deutschen Jungdemokraten in Nordrhein-Westfalen. Unmittelbar nach seinem Studium wurde er 1969 Referatsleiter für Öffentlichkeitsarbeit im Bundesministerium des Innern unter Hans-Dietrich Genscher. Mit ihm wechselte er 1974 in das Auswärtige Amt. Bis 1976 war er dort Leiter des Arbeitsstabs Analysen und Information. 1977 wurde er Bundesgeschäftsführer der FDP. Der Mainzer Bundesparteitag wählte ihn 1978 zum Generalsekretär. Nach seinem 1982 erfolgten Austritt wegen des Koalitionswechsels der FDP von der SPD zur CDU/CSU trat er noch im selben Jahr mit anderen prominenten linksliberalen FDP-Mitgliedern wie Ingrid Matthäus-Maier und Andreas von Schoeler der SPD bei.
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