Rechts- und Wirtschaftsliberale, darunter auch einige Freiheitliche in der FDP
Katja Adler (* 20. Mai 1974 in Eisenhüttenstadt): Sie ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages, ordentliches Mitglied im Ausschuß für die Angelegenheiten der Europäischen Union und im Ausschuß für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zudem ist sie Schriftführerin sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung und im Ausschuß für Gesundheit; im September 2022 stimmte sie als eine von sieben Abgeordneten der FDP-Fraktion im Bundestag gegen eine Neufassung des Infektionsschutzgesetz der Ampel-Koalition. Im Februar 2024 stimmte sie als einziges Mitglied der FDP-Fraktion gegen das Cannabisgesetz; seit 2023 ist sie Kuratoriumsmitglied für World Vision Deutschland (evangelikal).
Dieter Annies (* 1. Dezember 1942 in Elbing): Im Februar 1990 wurde er Mitglied der F.D.P.; Mitte der 1990er verließ Annies die FDP. Bei der sächsischen Landtagswahl 1999 kandidierte er erfolglos als Spitzenkandidat für die rechtskonservative Pro DM.
Heinrich Arens (* 1941): Erst im Sommer 1998 begann er, sich aktiv in der Politik zu engagieren. Im März 1999 wurde er auf dem Thüringer FDP-Landesparteitag überraschend zum Landesvorsitzenden gewählt. Auf dem FDP-Bundesparteitag 1999 wurde er Beisitzer im FDP-Bundesvorstand. Nach der Europawahl 1999 geriet er in die Schlagzeilen, als er aufgrund des schlechten Abschneidens der FDP als einziger Landesvorsitzender den Rücktritt ihres damaligen Bundesvorsitzenden Wolfgang Gerhardt forderte. Zur Landtagswahl in Thüringen am 12. September 1999 trat er als klarer Gegner einer möglichen rot-roten Koalition auf und sprach sich für eine Koalition seiner Partei mit der CDU aus. Drei Tage vor der Wahl empfahl er mit einer persönlichen Erklärung den Wählern, die Zweitstimme der CDU zu geben, um damit eine Mehrheit aus SPD und PDS zu verhindern. Der damalige FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Gerhardt und der damalige Generalsekretär Guido Westerwelle zeigten für dieses Vorgehen kein Verständnis. Auf Wunsch Gerhardts leitete der Thüringer FDP-Landesverband am 10. September 1999, zwei Tage vor dem Wahltag, ein Parteiausschlußverfahren gegen Arens ein. Die FDP kam bei der Wahl auf 1,1 Prozent der Stimmen. Daraufhin wurde Arens vom FDP-Landesvorstand von seinen Aufgaben als Landesvorsitzender entbunden, erwirkte jedoch beim Amtsgericht Erfurt eine einstweilige Verfügung gegen diese Entscheidung, so daß für den 9. November 1999 ein FDP-Sonderparteitag einberufen wurde.
Hans-Joachim Arndt (* 15. Januar 1923 in Magdeburg; † 3. Oktober 2004 in Schriesheim): Von 1956 bis Ende Oktober 1957 arbeitete er als wirtschaftspolitischer Referent in der Bundesleitung der FDP; er trat während des Wahlkampfs auf Wahlversammlungen im ganzen Bundesgebiet auf und war maßgeblich an der Ausarbeitung der Abschnitte Wirtschafts- und Finanzpolitik des Hamburger Aktionsprogramms beteiligt; er verfaßte außerdem die Werbebroschüre Wirtschaftspolitik, die im August 1957 in einer Auflage von 12.000 Exemplaren erschien; schon seit 1955 stand Arndt in enger Verbindung mit Carl Schmitt; er wird zur dritten Generation bundesrepublikanischer Schüler Schmitts gerechnet und als Vertreter des nationalistischen Rechts-Schmittismus gesehen; von 1969 bis 1976 war er Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung, von 1969 bis 1973 dessen Vorsitzender; Arndt gilt politisch als Vertreter der Neuen Rechten, der sowohl an neokonservativen Einrichtungen und Zeitschriften wie auch an Veranstaltungen und Publikationen mitwirkte, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wurden.
Christian Ernst Dietrich Bahner (* 18. September 1913 in Oberlungwitz, Sachsen; † 11. März 1987 in Augsburg): Durch seine Familie, die mit Theodor Heuss und Friedrich Naumann befreundet war, trat Dietrich Bahner 1946 in die FDP ein. 1956 wurde er Bezirksvorsitzender in Schwaben und Mitglied des Landesvorstands der FDP Bayern. 1967 wurde er als Nachfolger von Klaus Dehler Landesvorsitzender. Er bemühte sich sogleich um den Stellvertretenden Bundesvorsitz bei den Liberalen, allerdings erfolglos. Auf dem Bundesparteitag vom 22. bis 24. Juni 1970 in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn, der auch insgesamt für die Parteirechte um den ehemaligen Vorsitzenden Erich Mende wenig erfreulich war, kandidierte Bahner zweimal vergebens für seine Wiederwahl in den Parteivorstand. Nach der Orientierung der FDP nach links unter Walter Scheel weigerte sich Bahner auf dem Landesparteitag am 27. und 28. Juni 1970 in Würzburg, den Landesverband im Hinblick auf die Landtagswahlen im November auf eine Koalition mit der SPD nach Bonner Muster festzulegen. Er stellte daraufhin die Vertrauensfrage und erhielt nur 124 von 277 Delegiertenstimmen. Bei der FDP blieb die Nachfolge zunächst offen und die linksliberale Hildegard Hamm-Brücher übernahm gemeinsam mit dem rechtsliberalen Josef Ertl quasi die Parteigeschäfte. Unter dieser Konstellation legte die FDP bei den Landtagswahlen knapp ein halbes Prozent zu und zog wieder in das Maximilianeum ein. Ertl übernahm den Landesvorsitz im März 1971. Mitte Juli stellte sich die am 17. Juni von rechten FDP-Mandatsträgern aus Nordrhein-Westfalen gegründete Arbeitsgruppe Nationalliberale Aktion auf der Hohensyburg bei Dortmund unter Einbeziehung von Politikern aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Bayern als eingetragener Verein auf Bundesebene als "überparteiliche Gemeinschaft national-freiheitlicher Menschen" auf. Sie sei nicht als Basis einer neuen politischen Partei gedacht, jedoch sei eine spätere Entwicklung in dieser Richtung "auf anderer Ebene" möglich, meinte der Bundestagsabgeordnete Siegfried Zoglmann. Die Veranstaltung hatte 30 Gründungsmitglieder. Neben Zoglmann wählten diese Dietrich Bahner in den 15-köpfigen Kollegialvorstand. Noch im Juni hatte Bahner geäußert: "Ich möchte mit diesen Herren nicht in einem Boot sitzen." Bahner verließ im September die FDP und wurde bayerischer Landesvorsitzender der nunmehr mit Zoglmann als Bundesvorsitzender als eigenständige Partei auftretenden Nationalliberalen Aktion. Bei den Wahlen zum bayerischen Landtag blieb diese Partei jedoch insignifikant. Im Sommer 1971 begründete er, erneut mit Zoglmann, der wieder Bundesvorsitzender wurde, eine weitere nationalliberale Partei, die kurzlebige Deutsche Union. Er selbst wurde erneut bayerischer Landesvorsitzender und zudem Stellvertretender Bundesvorsitzender. Nachdem auch diese Partei scheiterte, beteiligte er sich 1975 an der Gründung der ebenso kurzlebigen Aktionsgemeinschaft Vierte Partei und war bis 1977 deren erster Bundesvorsitzender.
Matthias Bath (* 1956 in West-Berlin): Nach seiner Mitgliedschaft in der FDP, wo er im Landessatzungsausschuß der FDP Berlin tätig war, war er von 2016 bis 2019 Kandidat und Vorstandsmitglied der AfD in Berlin-Reinickendorf. Er ist Unterstützer, Interviewpartner und Autor der neurechten Wochenzeitung "Junge Freiheit". Außerdem war er Autor der Zeitschrift "Mut".
Nicole Anna Elisabeth Bauer (* 19. März 1987 in Vilsbiburg): Sie ist seit 2010 Mitglied der Freien Demokraten und der Jungen Liberalen. Seit 2017 ist Bauer Mitglied des Deutschen Bundestages. In der 19. Legislaturperiode war sie frauenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion. Neben ihren ordentlichen Mitgliedschaften im Ausschuß für Ernährung und Landwirtschaft und im Ausschuß für Familie, Senioren, Frauen und Jugend war sie stellvertretendes Mitglied im Unterausschuß für Bürgerschaftliches Engagement, im Ausschuß für Wirtschaft und Energie sowie im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung. Außerdem war sie Stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Nordischen Parlamentariergruppe. Bei der Bundestagswahl 2021 trat Bauer erneut als Direktkandidatin der FDP im Wahlkreis Landshut an und wurde Mitglied des 20. Deutschen Bundestages. Sie erhielt bei dieser Wahl das beste Erststimmenergebnis der FDP in Bayern und das zweitbeste aller Kandidaten in ihrem Wahlkreis. Sie zog über die Landesliste in das Parlament ein. Bei den Verhandlungen zur Ampelkoalition zwischen SPD, der Partei "Bündnis 90/Die Grünen" und FDP nach der Bundestagswahl 2021 war Bauer als Landwirtschaftspolitikerin Teil der Arbeitsgruppe "Klima, Energie und Transformation". Bauer wurde erneut Mitglied des Ausschusses für Familie, Frauen, Senioren und Jugend und Sprecherin für Frauenpolitik und Diversity. Außerdem ist sie Mitglied des Wirtschaftsausschusses und des Unterausschusses "Bürgerschaftliches Engagement", stellvertretend im Ausschuß für Landwirtschaft und Ernährung und Vorsitzende der FDP-Frauengruppe im Bundestag. Am 25. Mai 2023 hob der Deutsche Bundestag mit einstimmigem Beschluß ihre politische Immunität auf. Medienberichten zufolge ist der Grund der geplante Vollzug eines gerichtlichen Durchsuchungsbeschlusses gegen Bauer wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung.
Birgit Bergmann (* 28. Mai 1963 in Freudenstadt): Im März 2018 erklärte sie ihren Austritt aus der CDU. Sie schloß sich daraufhin der FDP-Fraktion an; sie begründete den Parteiwechsel damit, daß die Schwerpunktsetzung der FDP ihrem Staats- und Menschenbild entspreche und bezog sich dabei insbesondere auf die Finanz- und die Bildungspolitik der FDP; wegen des Gesetzes über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag ist sie im April 2024 aus der FDP ausgetreten.
Ute Bergner (* 15. Oktober 1957 in Jena): 1976 wurde sie Mitglied der LDPD, die im August 1990 - kurz vor der deutschen Einheit - mit der FDP fusionierte; bei der Landtagswahl in Thüringen 2019 kandidierte sie im Wahlkreis Jena II und zog über Platz 3 der Landesliste der FDP in den Thüringer Landtag ein; am 19. März 2020 erklärte sie, ihre Mitgliedschaft in der FDP ruhen zu lassen und trat folgend am 5. Juli 2021 aus der Partei aus; sie blieb dennoch zunächst als Parteilose Mitglied der FDP-Landtagsfraktion, bevor sie diese am 6. September 2021 ebenfalls verließ; im September 2021 wurde sie Mitglied der im November 2020 gegründeten Partei "Bürger für Thüringen", die aus dem gleichnamigen und der Querdenkerszene nahestehenden Verein hervorging, und dessen Vorsitzende Bergner später wurde.
Otto Bertermann (* 10. Februar 1946 in Warburg): Im Jahr 2000 tritt er in die FDP ein: gesundheitspolitischer Sprecher der FDP Bayern, Mitglied des Bundesfachausschusses Gesundheit und Gesundheitsexperte der FDP-Bundestagsfraktion. Bei der Landtagswahl 2008 zog er über den Listenplatz 2 im Wahlkreis Oberbayern erstmals in den Bayerischen Landtag ein. Dort übernahm er den Stellvertretenden Fraktionsvorsitz und war Mitglied des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit; am 20. Februar 2013 wechselte er von der FDP zur Partei "Freie Wähler"; er kritisierte die Haltung der Bundes-FDP, als Arzt könne er die Position der Liberalen im Bund zu Präimplantationsdiagnostik und passiver Sterbehilfe nicht mittragen.
Stefan Mathias Birkner (* 12. April 1973 in Münsterlingen, Schweiz): Seit 1992 ist er Mitglied der FDP. Von 2004 bis 2008 war er Generalsekretär des FDP-Landesverbands Niedersachsen. Am 25. September 2011 folgte er Philipp Rösler als FDP-Landesvorsitzender nach, nachdem dieser im Mai zum Bundesvorsitzenden der FDP gewählt worden war. Auf Birkner entfielen bei dieser Nachwahl 222 Stimmen, was 87,4 Prozent der abgegebenen Delegiertenstimmen entsprach. Bei den folgenden Wahlen 2012, 2014, 2016, 2018 und 2021 wurde er jeweils erneut zum Landesvorsitzenden der FDP Niedersachsen gewählt. Als niedersächsischer Landesvorsitzender gehörte er als ständiger Gast dem FDP-Bundesvorstand an, bis er 2019 als Beisitzer in diesen hinein gewählt wurde. Bei der Wahl des niedersächsischen FDP-Landesvorsitzenden im März 2023 trat er nicht erneut an. Konstantin Kuhle wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Am 7. Juli 2007 wurde Birkner auf einer Landesdelegiertenversammlung der FDP Niedersachsen in Braunlage mit 248 Stimmen (86,11 %) auf Platz 7 der Landesliste zur Landtagswahl 2008 gewählt. Bei den folgenden Listenaufstellungen für die 2013 und 2017 wurde er von den Delegierten seiner Partei jeweils als Spitzenkandidat auf Listenplatz 1 gewählt. Für die Landtagswahl 2013 geschah dies am 15. Juli 2012 in Osterholz. Dort erhielt Birkner bei seiner Kandidatur 271 Delegiertenstimmen (96,1 %). Für die vorgezogenen Wahlen zum Niedersächsischen Landtag 2017 fand die entsprechende Listenaufstellung am 13. August 2017 in Hannover statt. Dort wählten Birkner 283 Delegierte zum Spitzenkandidaten (96,92 %). Bei der Landtagswahl 2022 war er erneut Spitzenkandidat seiner Partei. Unter seiner Führung scheiterte die FDP mit nur noch 4,7 Prozent der Stimmen an der Fünf-Prozent-Hürde und schied aus dem Landtag aus. Am Folgetag nach der Wahl kündigte Birkner an, nicht mehr erneut als niedersächsischer FDP-Vorsitzender zu kandidieren. Von 2006 bis 2008 engagierte sich Birkner in der Kommunalpolitik im Stadtrat von Garbsen. Mit einem Ergebnis von 8,2 Prozent für die FDP gelang Birkner bei der Landtagswahl 2008 der erstmalige Einzug in den Niedersächsischen Landtag. Er legte aber sowohl sein Rats- als auch sein Landtagsmandat im Februar 2008 nieder, da er zum Staatssekretär berufen worden war. Im Oktober 2011 kündigte der damalige niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander seinen Rücktritt zum 17. Januar 2012 an. Am 18. Januar 2012 wurde Birkner vor dem Landtag als Nachfolger vereidigt. Bei der Landtagswahl 2013 verloren CDU und FDP ihre Regierungsmehrheit an SPD und die Partei "Bündnis 90/Die Grünen". Obwohl Birkner Spitzenkandidat der FDP war, übernahm er nach der Wahl nicht das Amt des Fraktionsvorsitzenden, sondern überließ diese Aufgabe dem bisherigen FDP-Fraktionschef Christian Dürr. Nach dessen Wahl in den Deutschen Bundestag am 24. September 2017 übernahm Birkner das Amt des Fraktionsvorsitzenden am 26. September 2017. Sein Nachfolger als Stellvertretender Fraktionsvorsitzender wurde der Abgeordnete Björn Försterling. Am 16. Oktober 2017 wählte ihn die FDP-Fraktion nach der Landtagswahl 2017 erneut einstimmig zu ihrem Vorsitzenden. Am 18. November 2019 wurde er einstimmig in seinem Amt bestätigt. In der 17. Wahlperiode des Niedersächsischen Landtags gehörte Birkner dem Ausschuß für Angelegenheiten des Verfassungsschutzes sowie dem Wahlprüfungsausschuß an. Zudem war er Obmann der FDP-Fraktion im 23. Parlamentarischen Untersuchungsausschuß "Tätigkeit der Sicherheitsbehörden gegen die islamistische Bedrohung in Niedersachsen". Dem Ausschuß für Rechts- und Verfassungsfragen sowie dem Unterausschuß "Justizvollzug und Straffälligenhilfe" gehört er neben dem FDP-Abgeordneten Marco Genthe als stellvertretendes Mitglied an. In der 18. Wahlperiode wurde Birkner als Spitzenkandidat der FDP wieder in den Landtag gewählt. Er gehörte dem Ausschuß für Angelegenheiten des Verfassungsschutzes an sowie dem Unterausschuß Medien. Zudem war er Stellvertreter im Ausschuß für Recht und Verfassung und im Ausschuß für Bundes- und Europaangelegenheiten. Birkner gehört dem Bundeswahlausschuß für die Bundestagswahl 2025 als Vertreter der FDP an.
Martin Blank (* 5. Februar 1897 in Barmen; † 11. März 1972 in Bremen): Ursprünglich gehörte er der FDP an. Er war Mitverfasser des FDP-Wirtschaftsprogramms von 1948. Er verließ die Liberalen 1956 mit dem sogenannten Ministerflügel (auch Euler-Gruppe genannt) aus Protest gegen den Koalitionswechsel in Nordrhein-Westfalen und begründete die Freie Volkspartei (FVP) mit. Bereits im März 1957 wurde er durch die Vereinigung der FVP mit der Deutschen Partei (DP) Mitglied der DP. Blank gehörte dem Deutschen Bundestag seit der ersten Bundestagswahl 1949 bis 1957 an. Von 1953 bis zu seinem Parteiaustritt war er Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion. Anschließend bekleidete er dasselbe Amt in der FVP-Fraktion. 1952 bis 1957 war Blank Stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Bundestages. Dem Unterausschuß für die Rechnungsprüfung saß er von 1953 bis 1957 vor. Blank gehörte neben Erwin Schoettle (SPD), Rudolf Vogel (CDU), Wilfried Keller (GB/BHE) und Heinrich Schild (DP) zur ersten Besetzung des Vertrauensgremiums für die geheimen Haushaltspläne der Nachrichtendienste des Bundes, das am 22. Februar 1956 erstmals zusammenkam. Vom 16. Juli 1952 bis zum 29. Oktober 1957 war Blank auch Mitglied des Europaparlaments, in dem er Vorsitzender des Ausschusses für Haushalt und Verwaltung war.
Franz Blücher (* 24. März 1896 in Essen; † 26. März 1959 in Bad Godesberg): Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er mit Hans Wolfgang Rubin und Hans-Wilhelm Beutler zu den Mitbegründern der Liberal-Demokratischen Partei in Essen, des späteren dortigen FDP-Kreisverbands. Als am 7. Januar 1946 in Opladen die liberale Partei für die britische Besatzungszone gegründet wurde, schlug er den Namen Freie Demokratische Partei vor, der sich schließlich durchsetzte. Am 18. Mai 1946 wurde er in Bad Pyrmont als Nachfolger Wilhelm Heiles zum Vorsitzenden der FDP in der Britischen Besatzungszone gewählt. Von 1948 bis 1949 war er Stellvertretender Bundesvorsitzender und von 1949 bis 1954 Bundesvorsitzender der FDP. Im Flügelstreit zwischen den Anhängern der Nationalen Sammlung um August-Martin Euler, Friedrich Middelhauve und Artur Stegner auf der einen und den entschiedenen Liberalen (so die Selbstbezeichnung des linken Parteiflügels in der Bundestagsfraktion) um Otto Bezold, Willy Max Rademacher und Reinhold Maier auf der anderen Seite verhielt er sich eher indifferent und versuchte zwischen den Parteiflügeln zu vermitteln. Von 1947 bis 1956 war er auch Präsident der deutschen Gruppe der "Liberalen Weltunion" (heute: Liberale Internationale). Im Februar 1956 trat Blücher aus Protest gegen das Verhalten seiner nordrhein-westfälischen Parteifreunde (Koalitionswechsel von der CDU zur SPD) aus der FDP aus und zählte zu den Mitbegründern der FVP, die sich bereits nach einem guten Jahr der Deutschen Partei anschloß. 1946/47 war Blücher Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen und des Zonenbeirats für die britische Besatzungszone. Als Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen gehörte er 1947 bis 1949 dem Wirtschaftsrat der Bizone in Frankfurt am Main an, in dem er Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion war und den Wirtschaftsausschuß leitete. Nach seiner Wahl in den Wirtschaftsrat legte er am 14. Juli 1947 sein Landtagsmandat nieder. Von 1949 bis zur Niederlegung seines Mandats am 28. Februar 1958 war Blücher Mitglied des Deutschen Bundestages. Am 23. Februar 1956 verließ er gemeinsam mit der sogenannten Euler-Gruppe die FDP-Bundestagsfraktion. Nach einer kurzen Zeit als fraktionsloser Abgeordneter schloß er sich am 15. März 1956 der von der Euler-Gruppe gebildeten "Demokratischen Arbeitsgemeinschaft" an, aus der am 26. Juni 1956 die Bundestagsfraktion der Freien Volkspartei (FVP) hervorging. Ab dem 14. März 1957 war er Mitglied der durch eine Fusion mit der DP-Fraktion gebildeten DP/FVP-Bundestagsfraktion. In den dritten Deutschen Bundestag zog er 1957 durch eine Wahlabsprache mit der CDU, die keinen eigenen Bewerber aufstellte, als direkt gewählter DP-Kandidat des Wahlkreises Göttingen-Münden ein, zuvor wurde er stets über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Bundestag gewählt. Vom 10. September 1946 bis zum 17. Juni 1947 war Blücher Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen in der von Ministerpräsident Rudolf Amelunxen geleiteten Landesregierung. Nach der Bundestagswahl 1949 wurde er am 20. September 1949 zum Bundesminister für die Angelegenheiten des Marshallplanes in die von Bundeskanzler Konrad Adenauer geführte Bundesregierung berufen. Gleichzeitig wurde er zum Stellvertreter des Bundeskanzlers ernannt. Von 1949 bis 1951 vertrat er die Bundesrepublik in der Internationalen Ruhrbehörde. Er war am 2. Juni 1953 der offizielle Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der Krönung von Elisabeth II. in London. Nach der Bundestagswahl 1953 wurde er am 20. Oktober 1953 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und wiederum Stellvertreter des Bundeskanzlers. Der Aufgabenbereich war hauptsächlich auf Europa beschränkt. In der Abstimmung des Bundestages über das Abkommen zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über das Statut der Saar votierte Blücher mit wenigen anderen FDP-Abgeordneten entgegen einem vorherigen Fraktionsbeschluß mit "ja". Aus diesem Grund bot er dem Bundeskanzler seinen Rücktritt an. Von 1955 bis 1957 war Blücher Stellvertretender Präsident des Ministerrats der OEEC (heute: OECD). Nach der Bundestagswahl schied er am 29. Oktober 1957 aus der Bundesregierung aus. Von Januar 1958 bis zu seinem Tod war er Mitglied der Hohen Behörde der Montanunion, in der er für den Kohlenbergbau und damit zusammenhängende Kartellfragen zuständig war.
Peter Bond (* 29. Oktober 1952 in Świętochłowice, Polen, als Piotr Kiełbasa): Er engagierte sich für die FDP. 2002 kandidierte er für den Deutschen Bundestag im Bundestagswahlkreis Wismar - Nordwestmecklenburg - Parchim. Er errang 7060 der Erststimmen, was 4,7 Prozent der gültigen Stimmen entsprach. Das Magazin Titanic fingierte 2002 einen Wahlkampfstand der FDP mit fingierten Plakaten. Eines dieser Plakate zeigte in einer Fotomontage die nackte FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper in den Armen Peter Bonds und trug die Unterschrift "FDP - die (liberale) SpaSSpartei" (in Runenform). Von der im Februar 2016 in Dortmund gegründeten Partei "Demokratische Bürger Deutschland" wurde er bei der Gründung des DBD-Landesverbands Saar in Püttlingen am 15. September 2016 zum Stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt.
Nicole Bracht-Bendt (* 27. April 1959 in Burgwedel): Sie gehört dem "Liberalen Aufbruch" an und ist dort Referentin. Von der FDP wurde sie für die Bundestagswahl 2009 als Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis Harburg aufgestellt. Hier erhielt Bracht-Bendt 10,8 Prozent der Erststimmen und lag mit diesem Ergebnis hinter dem derzeitigen parlamentarischen Geschäftsführer der CDU-Bundestagsfraktion Michael Grosse-Brömer und der ehemaligen Umweltministerin von Niedersachsen Monika Griefahn von der SPD. Über den 6. Platz der Landesliste der FDP Niedersachsen zog sie 2009 dennoch in den Bundestag ein. Vertreten war sie im Sportausschuß und in der Kinderkommission des Bundestages, in der ihr Schwerpunkt unter anderem die Trauerbewältigung von Scheidungskindern und Freizeitangebote für Jugendliche war. Sie war Mitglied in den Arbeitskreisen II (Wirtschaft und Finanzen) und im Arbeitskreis VI (Innovation, Gesellschaft und Kultur) der FDP-Bundestagsfraktion. Sie war außerdem stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuß und im Ausschuß für Tourismus. Im Übrigen war sie Frauen- und Seniorensprecherin der FDP-Bundestagsfraktion und Obfrau im Ausschuß für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Im Bundestag sprach sie sich teilweise gegen die Eurorettungsmaßnahmen aus: Bracht-Bendt stimmte zwar dem Währungsunion-Finanzstabilitäts-Gesetz, dem Stabilisierungs-Mechanismus (2010) und der Erweiterung des Eurorettungsschirms (2011) zu, nicht jedoch den späteren Maßnahmen. Im Sportausschuß sprach sie sich für Gleichbehandlung von Dopingfällen in West- und Ostdeutschland aus. Ein weiteres Anliegen ist der Niedersächsin gleiche Bezahlung für Frauen und Männer. Besonders in den oberen Etagen seien die Gehaltsunterschiede ihrer Auffassung nach besonders groß. Eine gesetzliche Frauenquote lehnt sie als unverhältnismäßig ab. Unternehmen mit einer freiwilligen Frauenquote unterstützt sie. Ein Anliegen ist Bracht-Bendt altersgerechtes Wohnen. Bei Bau und Sanierungsprojekten solle verstärkt auf einen barrierefreien Zugang geachtet werden. Die Vereinbarkeit von Beruf und die Pflege von Verwandten sei wichtig. Bracht-Bendt war bis 2013 Mitglied in der Parlamentariergruppe Leben und Krebs als Ansprechpartnerin für Fachleute und Selbsthilfegruppen. Durch das Scheitern ihrer Partei an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2013 schied sie im Oktober 2013 aus dem Bundestag aus. Zwar versuchte Bracht-Bendt, mit einem sehr aufwändig geführten Wahlkampf in ihrem Wahlkreis das Direktmandat zu erlangen. Sie scheiterte jedoch weit abgeschlagen mit nur 3,4 Prozent der abgegebenen Stimmen und lag damit noch hinter den ebenfalls gescheiterten Kandidaten der Parteien "Die Linke" und "AfD". In Niedersachsen erreichte sie trotz des großen Stimmenverlusts das beste Erststimmenergebnis der FDP. Im bundesweiten Vergleich erzielte sie eines der besten FDP-Erststimmenergebnisse.
Torben Braga (* 27. August 1991 in Niterói, Brasilien): Von 2012 bis 2015 war er Mitglied der FDP. Ende 2015 trat er in die AfD ein. Laut Medienberichten spielte Braga eine wichtige Rolle bei der Wahl Thomas Kemmerichs (FDP) zum Thüringer Ministerpräsidenten mit Stimmen von AfD, CDU und FDP, die im Februar 2020 eine Regierungskrise in Thüringen auslöste.
Paul Brandenburg (* 1978 in West-Berlin): Er war Mitglied der FDP; ist einer der Initiatoren und Vorsitzender des im April 2020 entstandenen Vereins "1bis19 - Initiative für Grundrechte und Rechtsstaat e. V.", der aus seiner Sicht "unverhältnismäßige Grundrechtseinschränkungen und eine fehlende Langzeitstrategie der Regierung zur COVID-19-Pandemie in Deutschland" kritisiert. Im Sommer 2021 bezeichnete Brandenburg die Mitglieder der Bundesregierung als "Faschisten" und warnte vor einem "Merkel-Faschismus". Nachdem Brandenburg die Bundesregierung im März 2023 auf Twitter als "illegitimes Terrorregime" bezeichnet hatte, nannte Tagesspiegel-Journalist Rainer Woratschka ihn einen "Volksverhetzer". Gegen Brandenburg wird wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt.
Hildebrecht Braun (* 23. Juni 1944 in Neuendettelsau): Er wurde 1964 Mitglied der FDP Bayern. Seit 1991 ist er Mitglied des Bundesfachausschusses Wohnungsbau und Städtebau: leitet den FDP-Landesfachausschuß Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik. Vom 10. November 1994 bis 17. Oktober 2002 war er für zwei Wahlperioden Mitglied des Deutschen Bundestages. Er wurde über die Landesliste der FDP in Bayern im Wahlkreis Augsburg-Stadt gewählt. Im Bundestag war er für seine Fraktion in der 13. Wahlperiode von 1994 bis 1998 wohnungspolitischer Sprecher. Innerhalb des Parlaments war er ab 1998 Vorsitzender der Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder. Während seiner Zeit als Abgeordneter im Bundestag machte er auch mit Pöbeleien auf sich aufmerksam. So beschimpfte er in einer Debatte über den Atomausstieg im Dezember 2001 den damaligen Umweltminister Jürgen Trittin als "Bin Laden". Er wurde daraufhin von der Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer gerügt, da sie in dem Vergleich mit einem "gesuchten Verbrecher" eine Verletzung von Trittins Persönlichkeitsrechten sah. Am 29. November 2008 unterlag er auf dem FDP-Landesparteitag der Münchener FDP-Stadträtin Nadja Hirsch bei einer Stichwahl mit 187 zu 140 Stimmen für einen Listenplatz zur Europawahl. Er selbst konnte den zweiten Platz in einer weiteren Stichwahl für sich entscheiden.
Ludwig Georg Braun (* 21. September 1943 in Melsungen): Er war Kommunalpolitiker für die FDP. Am 13. Februar 2001 wurde er Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Braun forderte im Januar 2004 eine dreijährige Nullrunde für Löhne und Gehälter. Er riet mehrfach kleinen und mittelgroßen Unternehmen, in den EU-Beitrittsstaaten zu investieren. Wiederholt riet er deutschen Unternehmen, Teile ihrer Produktion ins Ausland zu verlagern, statt auf "bessere Politik" zu warten. Vertreter der SPD warfen ihm daraufhin verantwortungsloses und unpatriotisches Verhalten vor. Brauns Amtszeit endete 2009. Braun war auf Vorschlag der FDP Hessen Mitglied der 13., 14. und 15. Bundesversammlung und nahm so an den Wahlen von drei deutschen Bundespräsidenten teil.
Peter Braun (* 24. Februar 1950 in Bremen): Braun ist seit 1971 Mitglied der FDP. Er war ab um 1990 bis 1995 Schatzmeister im Landesvorstand der FDP. Von 1991 bis 1995 war er Mitglied der 13. Bremischen Bürgerschaft und Mitglied verschiedener Deputationen. Er führte als Nachfolger von Manfred Richter von 1995 bis 1999 den FDP-Landesverband Bremen. Sein Nachfolger war Claus Jäger. Massiv sprach er sich für den Bau des Hemelinger Tunnels aus, der bis 2003 realisiert wurde. Von 1996 bis um 1999 war er auch Mitglied des Bundesvorstands der FDP. Er sprach sich 1996 für eine vollständige (nicht erfolgte) Privatisierung der Gewoba und der Stadtwerke Bremen aus und er war 1997 gegen die (realisierte) Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 in Horn-Lehe. Der wirtschaftsliberale Politiker befürwortete 1998 im Bund eine Koalition von CDU/CSU mit der FDP.
Zsuzsa Breier (auch Susanne Breier; geboren 1963 in Budapest): Im Mai 2012 wurde sie für das Amt als Staatssekretärin für Europaangelegenheiten im von Jörg-Uwe Hahn (FDP) geführten Justiz-, Integrations- und Europaministerium der Hessischen Landesregierung benannt. Die in Deutschland vorher parteilose Breier trat daraufhin in die FDP ein. Breier war die erste Staatssekretärin in Deutschland, die keine deutsche Staatsbürgerin war. Mit Ende des Kabinetts Bouffier I schied auch Breier 2014 aus dem Amt aus. Breier bezeichnete Viktor Orbán als einen "Demokraten" und Vorwürfe gegen ihn als "perfide Behauptungen". Vor der Vereidigung warfen die Fraktion "Die Linke" und die Fraktion "Die Grünen" im Hessischen Landtag ihr vor, sie hätte sich nicht genug von demokratiefeindlichen Tendenzen Viktor Orbáns distanziert. Für die Hessische Landesregierung verteidigte Landesminister Jörg-Uwe Hahn die Entscheidung der Landesregierung, Breier als Staatssekretärin zu berufen. Breier wurde im November 2018 zur Spitzenkandidatin der FDP Bremen zur Europawahl 2019 gewählt. Auf dem Europaparteitag im Januar 2019 wurde sie auf Platz 20 der Bundesliste gewählt.
Rainer Brüderle (* 22. Juni 1945 in Berlin): Seit 1973 ist er Mitglied der FDP. Von 1983 bis 2011 war er Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz. Seit 1983 gehört er auch dem FDP-Bundesvorstand an. Von 1995 bis 2011 war er einer der Stellvertretenden Bundesvorsitzenden der FDP. Er war vom 12. Mai 2011 bis zum 22. September 2013 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Parteichef Rösler bot Brüderle im Januar 2013 sein Amt als FDP-Parteivorsitzender an; dieser lehnte ab. Brüderle wurde beim 64. Parteitag am 10. März 2013 zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 gewählt. Brüderle war von 1987 bis 1998 Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags und dort 1987 kurzzeitig Vorsitzender der FDP-Fraktion. Von 1998 bis 2013 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier wurde er sogleich zum Stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion gewählt. Gleichzeitig war er bis zu seinem Amtsantritt als Bundesminister wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion und leitete den Fraktionsarbeitskreis für Wirtschaft und Finanzen. Am 10. Mai 2011 wählte die FDP-Bundestagsfraktion Brüderle mit 86 Stimmen, bei 2 Enthaltungen und 2 Gegenstimmen, zu ihrem neuen Vorsitzenden. Bei der Bundestagswahl 2013 scheiterte die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde. Brüderle schied daher am 22. Oktober 2013 aus dem Deutschen Bundestag aus. Am 23. Juni 1987 wurde er als Minister für Wirtschaft und Verkehr in die von Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) geführte Landesregierung des Landes Rheinland-Pfalz berufen. Nach der Wahl von Carl-Ludwig Wagner zum neuen Ministerpräsidenten wurde Brüderle am 8. Dezember 1988 daneben zum Stellvertreter des Ministerpräsidenten ernannt. Nachdem die CDU bei der Landtagswahl 1991 erhebliche Verluste hatte hinnehmen müssen, kam es zu einer Koalition zwischen der SPD und FDP. Dem neuen, nun von Ministerpräsident Rudolf Scharping seit dem 21. Mai 1991 geführten Kabinett gehörte Brüderle erneut als Minister für Wirtschaft und Verkehr und Stellvertretender Ministerpräsident an. Nach der Bundestagswahl 1994 ging Scharping als Oppositionsführer in den Deutschen Bundestag. Der daraufhin von Kurt Beck seit dem 26. Oktober 1994 geleiteten Landesregierung gehörte Brüderle als Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie als Stellvertretender Ministerpräsident an. Aus diesen Ämtern schied er nach seiner Wahl in den Deutschen Bundestag bei der Bundestagswahl 1998 aus. Am 28. Oktober 2009 wurde er zum Bundesminister für Wirtschaft und Technologie ernannt. Nach der erfolgten Wahl zum FDP-Fraktionsvorsitzenden gab Brüderle am 12. Mai 2011 sein Amt auf; sein Nachfolger wurde der designierte FDP-Vorsitzende Philipp Rösler. Ende März 2015 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden des Bundes der Steuerzahler Rheinland-Pfalz gewählt. Im gleichen Jahr wurde Brüderle Vorsitzender des bpa-Arbeitgeberverbands. Ende Januar 2013 löste der im Magazin "Stern" erschienene Artikel "Der Herrenwitz" der Journalistin Laura Himmelreich eine breite, über das dem Artikel zugrundeliegende Ereignis hinausgehende Sexismus-Debatte in der deutschen Öffentlichkeit aus. Die Journalistin warf darin Brüderle vor, ihr ein Jahr zuvor zu nahe getreten zu sein. In der Folge machten weitere Journalistinnen Brüderle ähnliche Vorwürfe, andere wiederum verteidigten ihn und warfen dem Stern eine Kampagne gegen den kurz zuvor zum Spitzenkandidaten erklärten Brüderle vor. Brüderle lehnte eine Stellungnahme ab. In dem Buch "Jetzt rede ich!" von April 2014 stellte Brüderle im Gespräch mit Hugo Müller-Vogg seine Sicht der Ereignisse dar.
Manfred Brunner (* 31. Juli 1947 in München; † 22. Juni 2018): 1965 trat er der FDP bei, 1969 wurde er Vorsitzender der Deutschen Jungdemokraten. Von 1973 bis 1987 war er für die FDP im Stadtrat von München. 1983 wurde er als Nachfolger von Josef Ertl Vorsitzender der FDP in Bayern. Dieses Amt hatte er bis 1989 inne, als er von Josef Grünbeck abgelöst wurde. 1984 kandidierte Brunner als Fraktionschef der FDP im Münchener Stadtrat für die Wahl zum Oberbürgermeister, erhielt jedoch nur 3,6 Prozent der Stimmen und damit weniger als seine Partei. Er war von 1989 bis 1992 Kabinettschef des Europäischen Kommissars für den Binnenmarkt Martin Bangemann in Brüssel. Er galt als prominenter Gegner des Maastricht-Vertrags und der Euro-Einführung, weshalb er freiwillig im September 1992 aus der EG-Kommission ausschied. Im Januar 1992 gründete er die Stiftung "Demokratie und Marktwirtschaft" mit Sitz in München. Nach der Ratifikation des Maastricht-Vertrags im Dezember 1992 erhob Brunner Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit dem Argument, die Übertragung von Hoheitsrechten auf die Europäische Union sei mit dem Demokratieprinzip unvereinbar. Das Verfassungsgericht wies die Klage 1993 im sogenannten Maastricht-Urteil zurück. 1994 war er einer der Autoren des neurechten Sammelbands "Die selbstbewußte Nation". Im Januar 1994 initiierte er die Gründung der nach seiner Aussage nationalliberalen Partei "Bund Freier Bürger" (BFB), zu deren Vorsitzendem er gewählt wurde. Bei der Europawahl im Juni des gleichen Jahres erzielte die Partei bundesweit 1,1 Prozent. Im Februar 1996 erhielt der BFB bei den Stadtratswahlen in München 3,2 Prozent. Neben Manfred Brunner zog Evelyne Menges in den Rat ein. Im Januar 1998 fusionierte der BFB mit Heiner Kappels "Offensive für Deutschland" zur Partei "Bund Freier Bürger - Die Offensive". Bei den Bundestagswahlen im Herbst des gleichen Jahres kam die Partei nur auf 0,2 Prozent. Anfang 1999 erklärte Brunner wegen zunehmend rechtslastiger Tendenzen im BFB seinen Rücktritt und Austritt aus der Partei, deren Führung anschließend sein innerparteilicher Konkurrent Heiner Kappel übernahm. Der BFB löste sich Ende 2000 auf. Brunner wurde 1999 wieder Mitglied der FDP und gehörte dem Landesverband Sachsen an, trat aber nach etwa zwei Jahren wieder aus der Partei aus.
Sandra Bubendorfer-Licht (* 5. September 1969 in Mühldorf am Inn): Seit 1998 ist sie Mitglied der FDP. Bei der Bundestagswahl 2017 war sie Direktkandidatin im Wahlkreis Altötting und kandidierte auf dem Listenplatz 13 für die FDP in Bayern. Am 9. Dezember 2019 rückte sie für den verstorbenen Abgeordneten Jimmy Schulz in den Bundestag nach. Im Bundestag ist sie ordentliches Mitglied im Ausschuß für Inneres und Heimat sowie im Petitionsausschuß. Zudem war sie Schriftführerin und stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Arbeit und Soziales. Bei der Bundestagswahl 2021 konnte sie auf Platz 9 der Landesliste wieder in den Bundestag einziehen. Sie wurde zur Obfrau im Ausschuß für Inneres und Heimat und zur religionspolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion gewählt.
Axel Graf Bülow (* 9. November 1952 in Evessen): Er trat im März 1998 in die FDP ein. Von 1998 bis 2006 war er Mitglied des Vorstands im FDP-Ortsverband Alfter (Rhein-Sieg-Kreis, NRW), von 2000 bis 2006 Vorsitzender des Ortsverbands Alfter. 2006 wechselte er in den Kreisverband Potsdam und ist seit 2010 Mitglied des Kreisvorstands der FDP Potsdam. Im November 2014 wurde Bülow zum Vorsitzenden des FDP-Landesverbands Brandenburg gewählt. Seine Wahl folgte der Empfehlung einer Findungskommission, die von dem früheren brandenburgischen FDP-Vorsitzenden Gregor Beyer und dessen Stellvertreter Andreas Büttner initiiert worden war, nachdem der Wiedereinzug der Partei in den Landtag mit einem Ergebnis von 1,5 Prozent der Stimmen gescheitert war. Im März 2015 wurde Bülow in seinem Amt bestätigt und in den Bundesvorstand der FDP gewählt. Auf dem Landesparteitag am 30. November 2019 in Wildau erklärte er seinen Rücktritt vom Landesvorsitz. Zur Bundestagswahl 2017 wollte Bülow Spitzenkandidat auf der Landesliste der FDP Brandenburg werden, verlor die Abstimmung auf dem Landesparteitag im November 2016 jedoch gegen Linda Teuteberg, die schließlich in den 19. Deutschen Bundestag einzog. Mit der Landesvertreterversammlung in Wildau im Februar 2019 wählten die Delegierten der Partei Bülow auf Listenplatz 2 der Landesliste zur Landtagswahl in Brandenburg. Auf die Spitzenkandidatur hatte er zuvor zugunsten anderer Bewerber verzichtet. Zu Bülows politischen Interessengebieten gehört die Energiepolitik, insbesondere der Einsatz fossiler Brennstoffe: "Allen Prognosen zum Trotz wage ich die eigene Prognose, daß wir uns bis 2050 und noch einige Jahrzehnte darüber hinaus nicht vom Öl verabschieden können, weil ernsthafte Alternativen nicht zur Verfügung stehen und weil unsere Wettbewerbsfähigkeit und damit unser Wohlstand erheblich beeinträchtigt werden würde." Bülow setzt sich für die Fortsetzung der Braunkohleförderung ein:"Ein Leben ohne Braunkohle ist möglich, aber noch auf lange Sicht sinnlos." Ebenso setzt sich Bülow gegen Rechtsradikalismus ein: "Die subtile Aushöhlung unserer Freiheitlichen Gesellschaftsordnung mit völkischen Parolen und wiederholten fremdenfeindlichen Äußerungen bergen die akute Gefahr, daß diese Meinungen in unserer Gesellschaft mehr und mehr hoffähig werden." Bülow ist Mitglied bei den Liberalen Senioren (LiS) und Beisitzer im Vorstand deutschen Sektion von Liberal International (LI). Bülow ist ferner Mitglied der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e. V.
Marco Buschmann (* 1. August 1977 in Gelsenkirchen): Er trat 1994 der FDP und den Jungen Liberalen (JuLis) als Mitglied bei. Von 1995 bis 1998 war er Pressesprecher der Jungen Liberalen Gelsenkirchen, zwischen 1996 und 1997 Stellvertretender Bezirksvorsitzender für Programmatik der Jungen Liberalen Ruhr. Von 1997 bis 2003 war er Stellvertretender Landesvorsitzender für Programmatik der der Jungen Liberalen Nordrhein-Westfalen und JuLi-Kreisvorsitzender in Gelsenkirchen. Von 1998 bis 2003 war er zudem Mitglied im erweiterten Bundesvorstand der Jungen Liberalen. Seit 1998 ist er Mitglied im Bezirksvorstand der FDP Ruhr, zunächst als Beisitzer, von 2006 bis 2024 als Pressesprecher und seit 2024 als Stellvertretender Vorsitzender. Von 2004 bis 2010 war er Stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP Gelsenkirchen, seit 2010 ist er Kreisvorsitzender der FDP Gelsenkirchen. Am 1. Dezember 2024 wurde bekannt, daß Marco Buschmann das Amt des FDP-Generalsekretärs übernimmt. Am 2. Dezember 2024 trat er das Amt zunächst kommissarisch an. Die formelle Wahl findet im Januar 2025 auf einem Parteitag statt. Buschmann folgte damit auf Bijan Djir-Sarai, der im Zuge der "D-Day-Affäre" zurückgetreten war. Bei der Bundestagswahl 2005 trat er als Direktkandidat im Wahlkreis Gelsenkirchen an. 2,5 Prozent der Erststimmen und Platz 15 auf der Landesliste Nordrhein-Westfalen reichten jedoch nicht für den Einzug in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2009 kandidierte er erneut im Wahlkreis Gelsenkirchen. Er erreichte 7,0 Prozent und zog über den Listenplatz 20 in den Bundestag ein. Er war Vorsitzender der Arbeitsgruppe Recht in der FDP-Fraktion und Experte für Verfassungs- und Wirtschaftsrecht. Durch das Scheitern seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2013 war er im 18. Bundestag nicht mehr Mitglied. Der Bundesvorstand der FDP berief Buschmann mit Wirkung zum 1. Juni 2014 zum Bundesgeschäftsführer. Dabei war er insbesondere mit der Aufgabe betraut, die FDP finanziell und organisatorisch zu restrukturieren. Er gehört zu den engsten Vertrauten des Bundesvorsitzenden Christian Lindner und spielte eine wichtige Rolle bei der politischen Neuaufstellung der Liberalen. In einer Reihe von Beiträgen und Interviews hat er die Methoden der werblichen Neuaufstellung der Freien Demokraten erläutert. Die FDP-Wahlkampfführung mit digitalen Konzepten weckte das Interesse internationaler Wahlkampfmanager. Nach seiner Wahl in den Deutschen Bundestag endete am 31. Oktober 2017 seine Tätigkeit als Bundesgeschäftsführer. Bei der Bundestagswahl 2017 trat Buschmann im Bundestagswahlkreis Gelsenkirchen für die FDP an und wurde über Platz 4 der Landesliste der FDP Nordrhein-Westfalen in den 19. Deutschen Bundestag gewählt. Dort war er von 2017 bis 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion. Zu seinem Nachfolger wurde Johannes Vogel gewählt. Im Bundestag war Buschmann in der 19. Wahlperiode Obmann des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung. Er gehörte zudem als ordentliches Mitglied dem Ältestenrat, dem Wahlausschuß für die Richter des Bundesverfassungsgerichts, dem Ausschuß für Recht und Verbraucherschutz, dem Gemeinsamen Ausschuß sowie dem Vermittlungsausschuß an. Für die Bundestagswahl am 26. September 2021 kandidierte Buschmann erfolgreich auf dem Listenplatz 4 der FDP in Nordrhein-Westfalen. Als Mitglied der Steuerungsgruppe der Programmkommission war er maßgeblich an der Ausarbeitung des Wahlprogramms zur Bundestagswahl beteiligt. Auf Vorschlag von Bundeskanzler Olaf Scholz ernannte ihn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 8. Dezember 2021 zum Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Am 6. November 2024 erklärte er aufgrund des Auseinanderbrechens der Ampel-Koalition seinen Rücktritt als Bundesminister; seine Entlassungsurkunde erhielt er am folgenden Tag von Bundespräsident Steinmeier, gemeinsam mit den anderen FDP-Kabinettsmitgliedern mit Ausnahme von Volker Wissing.
Karlheinz Busen (* 5. April 1951 in Gronau (Westf.)): Er ist seit 1997 Mitglied der FDP. 2012 zog er über seinen Listenplatz 21 in den Landtag ein. Busen war in der 16. Legislaturperiode des nordrhein-westfälischen Landtags Sprecher für die Themen "Jagd, Land- und Forstwirtschaft" der FDP-Landtagsfraktion NRW. Busen wurde am 8. Dezember 2016 von seinem Bezirksverband als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl im September 2017 aufgestellt. Beim Landesparteitag der FDP NRW am 20. November wurde Busen auf Listenplatz 11 der Landesliste gewählt, zudem kandidierte er für die FDP im Bundestagswahlkreis Borken II. Über seinen Landeslistenplatz zog er in den 19. Deutschen Bundestag ein. Er ist Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Jagd und Forst. Busen gehört als ordentliches Mitglied dem Ausschuß für Ernährung und Landwirtschaft an. Zudem gehört er als stellvertretendes Mitglied dem Ausschuß für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit an.
Petr Bystron (* 30. November 1972): Er war von 2006 bis 2013 Mitglied in der FDP. Der AfD trat er im Frühjahr 2013 bei.
Carl-Julius Cronenberg (* 30. Juli 1962 in Arnsberg): Seit 1999 ist er Mitglied im Stadtrat von Arnsberg. Für die Bundestagswahl 2017 trat er im Wahlkreis Hochsauerlandkreis an und zog über die Landesliste der FDP Nordrhein-Westfalen in den 19. Deutschen Bundestag ein. Dort gehört er dem Ausschuß für Arbeit und Soziales sowie als Stellvertreter dem Ausschuß für die Angelegenheiten der Europäischen Union und der Enquete-Kommission "Künstliche Intelligenz" an. Er zog bei der Bundestagswahl 2021 erneut über die Landesliste seiner Partei in den Bundestag ein. In der 19. Legislaturperiode erhielt er (Stand August 2020) mindestens 1,5 Millionen Euro aus Nebentätigkeiten und war damit zum Zeitpunkt der Erhebung an dritter Stelle unter den Spitzenverdienern aus Nebentätigkeiten.
Siegfried Däbritz (* 27. März 1975): Er kandidierte 2009 als Stadtrat für die FDP in Meißen. Zu dieser Zeit saß er auch im Vorstand der FDP in Meißen. Däbritz war 2014 bei "Hooligans gegen Salafisten" (HogeSa) aktiv, was der sächsische Verfassungsschutz bestätigte. Ab dem 16. Oktober 2014 beteiligte sich Däbritz an einer geschlossenen Facebookgruppe unter dem Namen "Friedliche Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes", welche am 11. Oktober 2014 von Lutz Bachmann gegründet wurde und aus der die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) hervorgingen.
Alexander Dilger (* 1968 in Bochum): Bis zum Frühjahr 2013 war er langjähriges Mitglied der FDP und leitete den Landesfachausschuß für Innovation, Wissenschaft und Forschung in Nordrhein-Westfalen. Am 24. März 2013 trat er in die Alternative für Deutschland (AfD) über, wurde zum Landessprecher der AfD Nordrhein-Westfalen sowie Spitzenkandidat seines Landesverbands und Direktkandidat in Dortmund bei der Bundestagswahl 2013 gewählt. Dilger erklärte am 21. Oktober 2013 seinen Rücktritt vom Sprecheramt zum Landesparteitag der AfD am 30. November und 1. Dezember 2013. Während des Bundesparteitags im Juli 2015 verließ er die Partei, als Frauke Petry sich bei der Wahl zum ersten Sprecherposten gegen Bernd Lucke durchsetzte. Dem Weckruf 2015 schloß sich Dilger nicht an. Er betrachtete die Gründung des Weckrufs und der Partei ALFA als Fehler. 2005 unterzeichnete Dilger den sogenannten Hamburger Appell, der eine Stellungnahme zur wirtschaftlichen und politischen Lage in Deutschland gab und eine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik einforderte.
Patrick Döring (* 6. Mai 1973 in Stade): Er wurde als Schüler 1991 Mitglied der FDP und der Jungen Liberalen. Von 1994 bis 1997 war er Stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen. Von 1997 bis 2001 war Döring Kreisvorsitzender der FDP in Stade und von 2004 bis 2006 Stellvertretender Bezirksvorsitzender der FDP Hannover/Hildesheim. Seit 1996 gehört er dem FDP-Landesvorstand, seit 2000 dem geschäftsführenden Landesvorstand der FDP Niedersachsen an. Von 2009 bis 2013 war Döring Mitglied des FDP-Bundesvorstands. Nachdem er seit 2011 Schatzmeister war, wurde er im April 2012 auf dem Bundesparteitag in Karlsruhe zum Generalsekretär gewählt; er folgte dem im Dezember 2011 zurückgetretenen Christian Lindner in dieser Funktion. Von 2001 bis 2006 war Döring Mitglied im Rat der Stadt Hannover und hier ab 2002 Vorsitzender der FDP-Fraktion. Im Jahr 2005 zog er dann über die Landesliste Niedersachsen in den Bundestag ein und wurde 2009 erneut zum Mitglied des Bundestages gewählt. Hier war er bis 2012 Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Verkehr und von 2010 bis zum Ausscheiden der FDP nach der Bundestagswahl 2013 Stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Bei der Bundestagswahl 2017 trat er nicht wieder an. Seit seinem Rückzug aus der Bundes- und Spitzenpolitik ist er ehrenamtlich in der hannoverschen Kommunalpolitik tätig: 2017 wurde er Ratsherr der Stadt Hannover, außerdem ist er Vorsitzender des FDP-Stadtverbands Hannover. Döring ist Mitglied im Schaumburger Kreis, einem Zusammenschluß des liberal-konservativen Wirtschaftsflügels in der FDP. Seit 2002 gehört Döring dem Vorstand der Agila Haustierversicherung AG sowie seit 2010 dem Aufsichtsrat der Deutsche Bahn AG an. Von 2005 bis zum 31. Dezember 2011 war er Mitglied im Vorstand der Wertgarantie Technische Versicherung AG. Er ist Mitglied im Aufsichtsrat der VIFG Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft mbH sowie Mitglied im Beirat der Deutsche Flugsicherung GmbH (Langen). Bis zum 17. Juli 2011 war er Mitglied im Verwaltungsrat der WEGE RE s. a., Luxemburg. Mit Einnahmen von insgesamt 184.500 Euro zwischen 2009 und 2012 zählte Döring zu den zehn Bundestagsabgeordneten mit dem höchsten Nebenverdienst. Döring äußerte im März 2012 in einer Talkshow, das Menschenbild der Piratenpartei sei "so stark von der Tyrannei der Masse" geprägt, daß "ich mir das als Liberaler nicht wünsche, daß dieses Politikbild sich durchsetzt". Einige Twitter-Nutzer und Politiker der Piratenpartei zeigten sich daraufhin empört. Bernd Schlömer (damals Piraten, heute FDP) sagte, er habe "selten einen derartigen rhetorischen Fehlgriff in der politischen Diskussion um direkte Partizipation erlebt".
René Domke (* 6. Februar 1972 in Wismar): Ab 1992 war er Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Mecklenburg-Nordwest. 2002 trat er der FDP bei und wurde Stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands Wismar. 2006 wurde René Domke Mitglied der Bürgerschaft Wismar. Drei Jahre später wurde er Kreisvorsitzender in Wismar sowie FDP-Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft. 2013 wurde René Domke Landesvorsitzender der FDP Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied im Bundesvorstand der FDP. 2019 wurde René Domke in den Kreistag von Nordwestmecklenburg wiedergewählt und ist dort Vorsitzender der Fraktion FDP/PIRATEN. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2021 errang die FDP einen Stimmenanteil von 5,8 Prozent und ist damit im Landtag vertreten. Domke wurde als Spitzenkandidat der FDP über die Landesliste Landtagsabgeordneter. Anschließend wurde er zum Fraktionsvorsitzenden gewählt.
Christian Dürr (* 18. April 1977 in Delmenhorst): Er trat 1995 den Jungen Liberalen (JuLis) bei; 2002 Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Niedersachsen; Mitglied in der FDP ist Dürr seit 1996; seit April 2000 Mitglied im Landesvorstand Niedersachsen; seit 2011 ist Dürr darüber hinaus Beisitzer im FDP-Bundesvorstand und gehört seit 2013 dem Präsidium an und ist Sprecher der Fraktionsvorsitzendenkonferenz. Dürr kandidierte 2003 erstmals im Wahlkreis Oldenburg-Land und war seitdem Mitglied des Niedersächsischen Landtags. 2003 erreichte die FDP in Dürrs Wahlkreis Oldenburg-Land 11,5 Prozent (Erststimme Dürr: 7,9 %). 2008 konnte die FDP dort ein Ergebnis von 11,3 Prozent (Erststimme Dürr: 11,2 %) und 2013 von 14,1 Prozent (Erststimme Dürr: 6,0 %) erzielen. Dürr verzichtete 2017 bei den vorgezogenen Landtagswahlen in Niedersachsen auf eine erneute Bewerbung für ein Landtagsmandat aufgrund seiner Kandidatur zur Bundestagswahl 2017. Dürr war von 2003 bis 2009 Mitglied im Umwelt- und Klimaausschuß sowie umweltpolitischer Sprecher der niedersächsischen FDP-Fraktion. Am 17. Februar 2009 wurde Dürr Nachfolger von Jörg Bode als parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion. Am 27. Oktober 2009 folgte er wiederum Bode und übernahm dessen bisherige Aufgabe als FDP-Fraktionsvorsitzender im Niedersächsischen Landtag. Diese Position behielt er auch nach der Landtagswahl am 20. Januar 2013 und gab sie am 26. September 2017 nach seiner Wahl in den Deutschen Bundestag auf. Zu seinem Nachfolger wurde Stefan Birkner gewählt. Seit 2013 war Dürr medienpolitischer Sprecher seiner Fraktion sowie Sprecher der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz. Er vertrat die FDP neben Horst Kortlang als stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Bundes- und Europaangelegenheiten, Medien und Regionalentwicklung des Niedersächsischen Landtags. Im Ausschuß zur Vorbereitung der Wahl der Mitglieder des Staatsgerichtshofs und im Ausschuß zur Vorbereitung der Wahl und der Zustimmung nach Artikel 70 Abs. 2 der Verfassung war er als Berater vertreten. 2017 kandidierte Dürr erstmals für den Deutschen Bundestag. Nach vier Jahren außerparlamentarischer Opposition erreichten die Freien Demokraten bei der Bundestagswahl 2017 ein Zweitstimmenergebnis von 10,7 Prozent (+ 6,0 %) im Bund und 9,3 Prozent (+ 5,1 %) in Niedersachsen, womit Dürr der Einzug in den Bundestag über Platz eins der niedersächsischen FDP-Landesliste gelang. In seinem Wahlkreis (28 / Delmenhorst - Wesermarsch - Oldenburg Land) lag das FDP-Zweitstimmenergebnis mit 10,1 Prozent (+ 5,1 %) im zweistelligen Bereich und somit über dem Landesdurchschnitt. Dürr erhielt dort 9,0 Prozent (+ 5,8 %) der Erststimmen. Am 25. September 2017, dem Tag nach der Bundestagswahl, wählten ihn die FDP-Bundestagsabgeordneten aus Niedersachsen zum Chef ihrer Landesgruppe. Dürr ist zudem Vorsitzender der Landesgruppe Nord der FDP-Bundestagsfraktion, die neben den Niedersachsen auch die liberalen Abgeordneten aus Schleswig-Holstein und Hamburg umfaßt. Am 20. Oktober 2017 wählte die FDP-Bundestagsfraktion Christian Dürr zu einem der Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Er war dann zugleich Leiter des Arbeitskreises der Fraktion für Haushalt und Finanzen, stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuß und im Finanzausschuß. Am 7. Dezember 2021 wurde Dürr als Nachfolger von Christian Lindner zum Fraktionsvorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion im 20. Deutschen Bundestag gewählt. Dürr war Mitglied der 14. Bundesversammlung am 30. Juni 2010 und der 15. Bundesversammlung am 18. März 2012, die den deutschen Bundespräsidenten gewählt haben. Er wurde am 6. Dezember 2016 auf Vorschlag der FDP-Fraktion vom Niedersächsischen Landtag auch für die 16. Bundesversammlung am 12. Februar 2017 berufen.
Albert Duin (* 15. September 1953 in Emden): Er ist seit 2006 Mitglied der FDP und war bis 2014 Beisitzer im Stadtverband München. Am 23. November 2013 wurde Duin überraschend mit 205 zu 157 Stimmen gegen den früheren Landtagsfraktionschef Thomas Hacker zum Landesvorsitzenden der FDP Bayern gewählt. Duin hatte zuvor kein politisches Mandat inne. Beim Bundesparteitag der FDP in Berlin scheiterte Duin am 15. Mai 2015 sowohl mit seiner Bewerbung für den Posten als Stellvertretender Bundesvorsitzender gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann als auch als Beisitzer im Präsidium gegen Michael Theurer. Der FDP-Landesparteitag wählte am 11. November 2017 den bayerischen Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl im September 2017 Daniel Föst zum neuen Landesvorsitzenden; Duin war zuvor nicht wieder angetreten. Für die bayerische Landtagswahl 2018 bewarb sich Duin um die Spitzenkandidatur seiner Partei. Er zog dabei in die Stichwahl ein, unterlag dort aber am 12. März 2018 Martin Hagen. Duin trat daher auf Platz 2 der FDP-Liste im Wahlkreis Oberbayern an und war zudem Direktkandidat im Stimmkreis 105 München-Moosach. Aufgrund seines Gesamtstimmergebnisses wurde er in den 18. Bayerischen Landtag gewählt. Duin vertrat die FDP-Fraktion als Mitglied im Ausschuß für Wirtschaft, Landesentwicklung, Energie, Medien und Digitalisierung und im Ausschuß für Eingaben und Beschwerden. Bei der Landtagswahl 2023 trat er als Direktkandidat im Stimmkreis München-Pasing und auf Platz 13 der Wahlkreisliste der FDP an, erreichte aber - wie seine Partei insgesamt - kein erneutes Mandat. Bei der Bundestagswahl 2025 kandidiert Duin im Bundestagswahlkreis Traunstein. Seit 2018 ist Duin Vorsitzender des Vereins Hilfe für die dritte Welt. Duin ist Mitgründer und Ehrenvorsitzender des Liberale Mitte e V., eines 2024 aus dem Kipfenberger Gesprächskreis hervorgegangenen liberalen Vereins.
Paul van Dyk (auch abgekürzt als PvD oder PVD; * 16. Dezember 1971 in Eisenhüttenstadt als Matthias Paul): Im März 2021 kritisierte er die COVID-19-Pandemie-Politik der Bundesregierung und trat daraufhin der FDP bei.
Josef Ertl (* 7. März 1925 in Oberschleißheim; † 16. November 2000 in Murnau am Staffelsee): 1952 wurde er Mitglied der FDP. 1971 löste er Dietrich Bahner als Vorsitzenden der FDP Bayern ab und übte dieses Amt bis 1983 aus. Sein Nachfolger wurde Manfred Brunner. Von 1961 bis 1987 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1968 bis 1969 Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Nach der Bundestagswahl 1969 wurde er am 22. Oktober 1969 als Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in die von Bundeskanzler Willy Brandt geführte Bundesregierung berufen. Dieses Amt bekleidete er auch unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition trat er am 17. September 1982 gemeinsam mit den anderen FDP-Bundesministern zurück. Nach der Wahl von Helmut Kohl zum Bundeskanzler übernahm Ertl am 4. Oktober 1982 erneut die Leitung des Landwirtschaftsministeriums. Da die FDP bei der vorgezogenen Bundestagswahl 1983 erhebliche Stimmeinbußen hinnehmen mußte, konnte sie in den Koalitionsverhandlungen nur noch drei FDP-Bundesminister durchsetzen. Das Landwirtschaftsministerium wurde von der CSU beansprucht, so daß Ertl am 29. März 1983 aus der Bundesregierung ausschied. Ertl war lässig im Umgang mit Geldern, die gespendet wurden. Ertls "Politik der offenen Hand" führte sogar dazu, daß der seinerzeitige Bundespräsident Karl Carstens 1980 Bedenken hatte, den Freidemokraten erneut zum Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu ernennen. Der Katholik Ertl wurde 1975 bei der Gründung des Katholisch-Liberalen Arbeitskreises (KLA, seit 1997: KLAK) dessen erster Vorsitzender. Von 1984 bis 1990 war er Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und danach deren Ehrenpräsident.
August-Martin Euler (* 9. Mai 1908 in Kassel; † 4. Februar 1966 in Brüssel): Er gehörte 1945 zu den Mitbegründern der Liberal-Demokratischen Partei, der späteren FDP, in Kassel und dann am 29. Dezember 1945 in ganz Hessen. Er wurde 1946 zunächst Landesgeschäftsführer und im Juni 1947 Landesvorsitzender der FDP Hessen als Nachfolger von Georg Ludwig Fertsch. Das Amt behielt er bis zu seinem Parteiaustritt 1956. Beim Gründungsparteitag der FDP in Heppenheim wurde Euler in den engeren Vorstand der Bundespartei gewählt. Auf dem Bundesparteitag der FDP 1949 in Bremen wollte er ein Bekenntnis zur Wiederbewaffnung durchsetzen, scheiterte jedoch an der damals noch antimilitaristischen Stimmung der Mehrheit der Delegierten. In der Sitzung des Bundeshauptausschusses der FDP am 21. September 1950 sprach er sich dafür aus, nicht nur die Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft in der FDP mit der Mitgliedschaft in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, sondern auch mit der in der Deutschen Friedensgesellschaft zu beschließen. Während die erste Forderung wegen des bestimmenden Einflusses der KPD auf die VVN mit klarer Mehrheit verabschiedet wurde, scheiterte der Antrag bezüglich der Friedensgesellschaft, schließlich war mit Harald Abatz ein FDP-Mitglied Bundesvorsitzender der DFG. Auf dem Bundesparteitag im September 1951 in München kandidierte er gegen den bisherigen Stellvertretenden Bundesvorsitzenden Hermann Schäfer und unterlag knapp mit 114 zu 139 Stimmen. Zusammen mit Hans-Joachim von Merkatz trat Euler 1950 für die rigorose Beendigung der Entnazifizierung ein. Beide waren dabei bestrebt, auch die sogenannten Hauptschuldigen und Belasteten von allen damals aktuellen oder drohenden Sanktionen zu entlasten. Euler gehörte zu den striktesten Vertretern einer Bürgerblock-Orientierung der FDP. So forderte er 1952 den Ausschluß der baden-württembergischen FDP/DVP, die er als Demi-Marxisten bezeichnete, aus der Partei, nachdem Reinhold Maier im Südweststaat eine Koalition mit der SPD eingegangen war. Der Koalitionswechsel der FDP in Nordrhein-Westfalen 1956 von der CDU zur SPD führte schließlich dazu, daß sich eine Gruppe von FDP-Mitgliedern und Abgeordneten unter Eulers Führung im Februar 1956 von der Partei trennte und die Freie Volkspartei (FVP) gründete. Mit der FVP kam Euler im März 1957 zur Deutschen Partei (DP). Euler war 1946/47, 1950/51 und 1954/55 Landtagsabgeordneter in Hessen. 1946/47 und 1954/55 war er dort auch Fraktionsvorsitzender. Er saß von 1947 bis 1949 für Hessen im Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebiets, in dem er Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion war. Dem Deutschen Bundestag gehörte Euler von 1949 bis 1958 an. Bei der Bundestagswahl 1949 wurde er im Bundestagswahlkreis Fritzlar-Homberg mit 27,8 Prozent der Stimmen, aber mit deutlichem Vorsprung vor dem SPD-Kandidaten (22,9 %), direkt ins Parlament gewählt und konnte den Wahlkreis auch 1953 behaupten. Er sprach sich 1949 zunächst für eine gemeinsame Fraktion mit der Deutschen Partei aus. Zunächst Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, wurde er am 10. Januar 1951 mit 23 zu 22 Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Hermann Schäfer zum Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion gewählt. Bereits ein Jahr später trat er jedoch nicht mehr für das Amt an. In der ersten Wahlperiode war er auch Vorsitzender des Sachverständigen-Ausschusses für die Neugliederung des Bundesgebiets, in dem er weitgehende Forderungen nach einer Reduzierung der Zahl der deutschen Länder vertrat. 1953 wurde er erneut Stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Gemeinsam mit dem sogenannten Ministerflügel (einschließlich der vier bisherigen FDP-Minister des Kabinetts Adenauer II: Franz Blücher, Fritz Neumayer, Victor-Emanuel Preusker und Hermann Schäfer) verließ Euler, nach dem diese 16 Abgeordneten auch Euler-Gruppe genannt wurden, am 23. Februar 1956 die FDP-Fraktion. Die Gruppe gründete die FVP, die sich ein Jahr später mit der Deutschen Partei vereinigte. Für die DP/FVP-Fraktion wurde er gegen Ende der Wahlperiode Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Atomfragen. Bei der Bundestagswahl 1957 zog er auf der hessischen Landesliste der DP wieder ins Parlament ein. Sein Mandat legte er am 10. September 1958 nieder, als er zur EURATOM wechselte. Er war 1949 Mitglied der ersten und 1954 der zweiten Bundesversammlung.
Marcus Faber (* 4. Februar 1984 in Stendal): Er ist seit 2007 Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Stendal. Er war von 2009 bis 2011 Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt. Seit 2010 gehört er dem Stadtrat von Stendal an und ist seit 2011 Stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Sachsen-Anhalt. Bei der Bundestagswahl 2013 trat er als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Altmark an und erhielt 1,4 Prozent der Erststimmen. Seit 2015 ist er Mitglied im FDP-Bundesvorstand. Bei der Bundestagswahl 2017 trat Faber erneut im Bundestagswahlkreis Altmark an, wo er 6,7 Prozent der Erststimmen erhielt. Er zog über die Landesliste der FDP in den Deutschen Bundestag ein. In dieser Legislaturperiode war er ordentliches Mitglied des Verteidigungsausschusses sowie stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft und des Ausschusses für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen. Von 2019 bis 2024 war Faber Mitglied des Kreistags im Landkreis Stendal. Nachdem Frank Sitta als Landesvorsitzender der FDP Sachsen-Anhalt zurückgetreten war, leiteten Faber und Lydia Hüskens ab Ende September 2020 als amtierende Landesvorsitzende vorübergehend gemeinsam den Landesverband. Auf dem Parteitag der FDP-Sachsen-Anhalt im Juli 2021 wurde Hüskens zur Landesvorsitzenden und Faber zu einem von zwei Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Faber trat bei der Bundestagswahl 2021 als Spitzenkandidat der FDP Sachsen-Anhalt an. Im Wahlkreis Altmark erhielt er 8,5 Prozent der Erststimmen und zog über die Landesliste der FDP in den 20. Deutschen Bundestag ein. Er ist ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuß und stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Ernährung und Landwirtschaft. Am 17. Mai 2022 trat Faber als verteidigungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion zurück, weil er eine Ausschußsitzung mit dem Bundeskanzler vorzeitig verließ und damit "dem Ernst der Lage nicht gerecht wurde", wie er auf Twitter erklärte. Faber engagiert sich ehrenamtlich in verschiedenen gemeinnützigen Organisationen. Unter anderem gehört er seit 2013 dem Präsidium des Ambassadors Club e. V., dem Club aller akkreditierten Botschafter in Deutschland, an. Im Oktober 2019 wurde er zum Vizepräsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gewählt und im Jahr 2022 zum Vorsitzenden der Deutsch-Taiwanischen Gesellschaft. Am 12. Juni 2024 wurde Faber als Nachfolger von Marie-Agnes Strack-Zimmermann zum Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Bundestages gewählt. Stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag, Ordentliches Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO (seit 2018), Ehrenvorsitzender der Jungen Liberale Sachsen-Anhalt, Mitglied im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold.
Siegmar Faust (* 12. Dezember 1944 in Dohna, Landkreis Pirna, Sachsen): 1980 beantragte er gemeinsam mit 30 ehemaligen DDR-Häftlingen, darunter der frühere Ost-Berliner Wehrdienstverweigerer Nico Hübner, die Mitgliedschaft in der FDP. 2006 unterzeichnete er den "Appell für die Pressefreiheit" der Wochenzeitung Junge Freiheit gegen deren Ausschluß von der Leipziger Buchmesse. 2010 war er Mitverfasser einer Gedenkschrift für Wolfgang Venohr, Schriftsteller und früheres Mitglied der Waffen-SS. 2012 war Faust Mitunterzeichner eines in der Zeitung "Die Welt" veröffentlichten Wahlaufrufs für die Landtagswahl in Thüringen, in dem kritische Positionen zu fast allen größeren zur Wahl zugelassenen Parteien, namentlich der SPD, der CDU und der Linken, geäußert wurden. Faust sympathisiert mit der AfD und vertritt anti-islamische Positionen. Er ist Mitglied im rechtskonservativen Freien Deutschen Autorenverband (im Präsidium) und publiziert gesellschaftspolitische Essays und Zeitungsbeiträge, u. a. für The European, Preußische Allgemeine Zeitung, Junge Freiheit.
Heinrich Ekkehard Fiechtner (* 29. September 1960 in Stuttgart-Bad Cannstatt): Nach Mitgliedschaften in der CDU und der FDP war er 2013 Gründungsmitglied der Alternative für Deutschland in Baden-Württemberg.
Hermann Richard Gustav Fischer (* 24. Februar 1900 in Rixdorf bei Berlin; † 28. Februar 1983 in Bad Nauheim): Er trat nach dem Krieg 1945 in die FDP ein, war von 1948 bis 1958 Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung und später des Berliner Abgeordnetenhauses. Nach dem Rücktritt Werner Müllers wurde er am 24. November 1953 zum Berliner Innensenator gewählt. Am 4. November 1954 übernahm er zusätzlich das Amt des Bürgermeisters. Jedoch schied er recht schnell aus der Regierung, da die SPD die Abgeordnetenhauswahl 1954 gewonnen hatte und nunmehr mit der CDU eine Koalition bildete. Folge dessen war, daß die FDP in die Opposition ging und Fischer am 11. Januar 1955 das Ressort verlassen mußte. Er wurde 1956 Mitglied der FVP und beteiligte sich 1962 an der Gründung der Christlich-Nationalen Partei (CNP), zu deren Vorsitzenden er gewählt wurde.
Otto Fricke (* 21. November 1965 in Krefeld): Seit 1989 ist er Mitglied der FDP. Von 1996 bis 1998 und erneut seit 2002 ist er stellvertretender Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Krefeld. Von 2012 bis 2013 war er Bundesschatzmeister seiner Partei. Im Mai 2015 wurde er Landesschatzmeister der FDP Nordrhein-Westfalen. Dieses Amt gab er 2023 an Christoph Dammermann ab. Seit 2015 ist er Beisitzer im Bundesvorstand der Freien Demokraten. Außerdem ist er Schatzmeister in der Vereinigung Liberaler Juristen. Während der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, FDP und der Partei "Bündnis 90/Die Grünen" war er Hauptverhandler seiner Partei für den Bereich der Kultur- und Medienpolitik, auch den Bereich der Haushalts- und Finanzpolitik hat er für die FDP mitverhandelt. Von 2002 bis 2013 war er Mitglied des Deutschen Bundestages, in den er stets über die Landesliste Nordrhein-Westfalen einzog. Im Bundestag war er von 2005 bis 2009 Vorsitzender des Haushaltsausschusses und eines von zwölf Mitgliedern des Wahlausschusses, der damals die Hälfte der Richter des Bundesverfassungsgerichts noch direkt bestimmte. Am 26. Oktober 2009 wurde er von der Bundestagsfraktion der FDP zu einem von vier Parlamentarischen Geschäftsführern gewählt. Bedingt durch das Scheitern seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2013 verlor er sein Mandat im Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte er im Wahlkreis 110 (Krefeld I – Neuss II) und zog über die Landesliste NRW (Listenplatz 7) wieder in den Bundestag ein. Im 19. Deutschen Bundestag war er ordentliches Mitglied im Bundesfinanzierungsgremium und im Haushaltsausschuß und zudem als stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Kultur und Medien und im Wahlausschußvertreten. Im 20. Deutschen Bundestag war er ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuß und im Bundesfinanzierungsgremium sowie im Rechtsausschuß. Zudem war er Mitglied des Vertrauensgremiums zur Billigung der Haushaltspläne der Nachrichtendienste des Bundes. Des Weiteren war er stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Kultur und Medien. Ab 2022 war er auch Vorsitzender der deutsch-niederländischen Parlamentariergruppe. Er war haushaltspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Nach Hermann Otto Solms’ Ausscheiden aus dem Bundestag zum Ende der 19. Legislaturperiode am 25. Juni 2021 war Fricke der dienstälteste Abgeordnete seiner Fraktion. Aufgrund des Ausscheidens seiner
Horst Friedrich (* 12. Oktober 1950 in Bayreuth): Seit 1984 ist er Mitglied der FDP. Friedrich war von 2000 bis 2009 Stellvertretender Vorsitzender des FDP-Landesverbands Bayern. Seit 1998 ist er Vorsitzender des bayerischen FDP-Landesfachausschusses Verkehr, Bau und Wohnungswesen. Außerdem gehörte er von 2005 bis 2007 dem FDP-Bundesvorstand an. Er ist Vorsitzender des FDP-Bundesfachausschusses Verkehrspolitik. Friedrich war von 1995 bis 2009 Vorsitzender der Vereinigung Liberaler Männer in Deutschland e. V. Von 1990 bis 2009 war Friedrich Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er seit 1994 Fraktionssprecher für Verkehrspolitik und seit 1995 Vorsitzender des Arbeitskreises V Infrastruktur und Umwelt der FDP-Bundestagsfraktion. Als Vorsitzender des Arbeitskreises V der FDP-Fraktion war er auch Mitglied des erweiterten Fraktionsvorstands der FDP-Bundestagsfraktion. Er saß der Landesgruppe der bayerischen FDP-Bundestagsabgeordneten als Obmann vor. Friedrich war seit 1998 Vorsitzender der Deutsch-Japanischen Parlamentariergruppe und außerdem Stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Slowenischen Parlamentariergruppe. Er gehörte bis zu seinem Ausscheiden aus dem Bundestag außerdem dem Eisenbahninfrastrukturbeirat bei der Bundesnetzagentur und dem Parlamentarischen Gesprächskreis Transrapid an. Friedrich ist stets über die Landesliste Bayern in den Bundestag eingezogen. Sein Wahlkreis war Bayreuth. Für den 17. Deutschen Bundestag hat er nicht wieder kandidiert.
Andreas Galau (* 12. Dezember 1967 in West-Berlin): Er war zunächst Stellvertretender Vorsitzender der Schüler Union in Berlin. Parteipolitisch war Galau von 1985 bis 1987 Mitglied der CDU, von 1987 bis 1990 der Republikaner und von 1992 bis 2013 der FDP. Im Mai 2013 wurde er Mitglied der AfD, bei der er im Dezember 2013 Kreisvorsitzender Oberhavel (AfD Brandenburg) wurde.
Georg Gallus (* 6. Juli 1927 in Hattenhofen; † 13. August 2021 ebenda): 1952 schloß er sich der FDP an. Er gehörte über lange Jahre dem FDP-Landesvorstand in Baden-Württemberg sowie dem FDP-Bundesvorstand an. Am 10. September 1970 trat Gallus für den ausgeschiedenen Abgeordneten Ralf Dahrendorf in den Bundestag ein. Er war dann bis 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages, in den er stets über die Landesliste Baden-Württemberg einzog. Von 1974 bis 1985 und 1988 bis 1990 war er Stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Baden-Württemberg. Am 16. Dezember 1976 wurde Gallus als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in die von Bundeskanzler Helmut Schmidt geführte Bundesregierung berufen. Nach dem Bruch der sozial-liberalen Koalition schied er am 17. September 1982 zunächst aus dem Amt. Nach der Wahl von Helmut Kohl zum Bundeskanzler wurde Gallus schon am 4. Oktober 1982 erneut zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ernannt. Nach dem Rücktritt von Friedrich-Wilhelm Kiel war er von Juli 1990 bis Januar 1991 kommissarischer Landesvorsitzender der schwäbischen Liberalen. Gallus schied dann am 21. Januar 1993 gleichzeitig mit dem bisherigen Bundesminister Ignaz Kiechle aus der Regierung aus. Im April 2012 trat Gallus aus der FDP aus, nachdem diese das vollständige Adoptionsrecht für Lebenspartner als Forderung in ihr neues Grundsatzprogramm aufgenommen hatte. Im Wahlkampf für die Bundestagswahl 2017 engagierte sich Gallus für die Partei "Alternative für Deutschland" (AfD).
Carlos Alexander Gebauer (* 1964 in Düsseldorf): Er ist Mitglied der FDP und war zusammen mit Frank Schäffler und Holger Krahmer als Mitglied der Gruppierung "Liberaler Aufbruch" in der FDP einer der Initiatoren eines Mitgliederentscheids gegen den europäischen Stabilitätsmechanismus, der Ende 2011 scheiterte. Gebauer hielt ein halbes Jahr zuvor bei einer Veranstaltung der Partei der Vernunft einen Vortrag mit dem Titel "Raus aus dem Euro! - Wie eine planwirtschaftliche Schuldenwährung Vermögen und Moral zerstört". Bei der Bundestagswahl 2017 trat er für die FDP im Bundestagswahlkreis Duisburg I (Wahlkreis 115) an und erhielt 7,0 Prozent der Erststimmen. Gebauer ist auch Vorstandsmitglied der Hayek-Gesellschaft. In dieser Funktion sprach er sich für die Aufnahme von Hans-Georg Maaßen in die Hayek-Gesellschaft aus. Seit 1995 verfaßt Gebauer gesellschaftspolitische und juristische Texte, die hauptsächlich liberale und libertäre Standpunkte vertreten. Er ist Kolumnist der Zeitschrift "eigentümlich frei" und Gastautor bei der Achse des Guten, bei Cicero und bei Verbandsmagazinen. Meinungsartikel erschienen auch in Publikationen des Kopp Verlags. Im September 2020 war er Erstunterzeichner des Appells für freie Debattenräume.
Kai Gersch (* 13. Februar 1971 in Bergen auf Rügen): Er vertrat stets einen wirtschaftsliberalen Kurs, sprach sich für einen härteren Kurs in der Integrationspolitik aus und befürchtete innerhalb seiner Partei einen Linkskurs, den er stets ablehnte. Der rechtsnationalen Wochenzeitung "Junge Freiheit", der er ein Interview gab, konstatierte: "Gersch hatte ein Programm in der Partei durchgesetzt, daß FDP-intern als 'Sarrazin-Papier' bezeichnet wurde. Gersch war immer wieder durch Forderungen wie die nach einem 'Aktionsplan gegen Deutschfeindlichkeit' aufgefallen." 2010 kritisierte er die FDP-Führung öffentlich wegen der fehlenden Umsetzung ihrer Wahlversprechen. Im Herbst 2011 trat er aus persönlichen Gründen von allen politischen Ämtern zurück. Ein Jahr später verließ er die FDP aus Unzufriedenheit über den Zustand der Partei. Seit Februar 2014 ist Gersch Mitglied der AfD, im April desselben Jahres übernahm er den Vorsitz des AfD-Kreisverbands Havelland. Im Jahr 2017 trat er aus der AfD aus.
Ronald Gläser (* 16. Dezember 1973 in West-Berlin): Er war von 1991 bis 2007 Mitglied der FDP und Teil des nationalliberalen Flügels der Partei. Laut der Süddeutschen Zeitung gehörte er zu den Unterstützern Jürgen Möllemanns und wurde dem "Rechtsaußen-Flügel" der Partei zugerechnet. Nach dem Tod Möllemanns 2003 mutmaßte Gläser, dieser könnte von einem "Geheimdienst eines kleinen Landes im Nahen Osten" ermordet worden sein und bezog sich dabei auf den israelischen Geheimdienst Mossad. Gläser trat 2013 in die Alternative für Deutschland (AfD) ein.
Fritz Goergen, geboren als Fritz Fliszar (* 31. Dezember 1941 in Niklasdorf, Steiermark): Er war zwischen 1975 und 1979 Stellvertretender sowie bis 1983 Bundesgeschäftsführer der FDP, von 1982 bis 1992 Vorsitzender der Geschäftsführung der Friedrich-Naumann-Stiftung und deren Geschäftsführender Vorstand bis 1995. Goergen leitete die FDP-Wahlkampagne "Werkstatt 8" im Landtagswahlkampf 2000 in Nordrhein-Westfalen, bei der sich die FDP von 4,0 auf 9,8 Prozent der Stimmen verbessern konnte. Als Strategieberater konzipierte er 2001 für Jürgen Möllemann die "Strategie 18". 2002 wurde er Strategieberater von Guido Westerwelle, bis er nach der Bundestagswahl 2002 aus der FDP austrat. Er publiziert unter anderem im Monatsmagazin "eigentümlich frei" und in dem Magazin Tichys Einblick, einer Online- und Printzeitung des Publizisten Roland Tichy, in der er die aktuelle Kolumne Goergens Feder schreibt.
Alexander Mathias Görlach (* 28. Dezember 1976 in Ludwigshafen am Rhein als Firat Kaya): Im Oktober 2016 verließ er die CDU und trat der FDP bei. Von November 2007 bis Juli 2009 war er als Ressortleiter Online für Cicero - Magazin für politische Kultur tätig. Von Herbst 2009 bis 2015 war Görlach Herausgeber und Chefredakteur des von ihm mitgegründeten Debatten-Magazins "The European". Im Rahmen dieser Tätigkeit kommentierte er wöchentlich das politische Geschehen im N24-Morgentalk und ist regelmäßig als Experte bei n-tv zu sehen. Zudem ist Görlach seit September 2009 Kolumnist bei bild.de. Görlach ist Autor für die Neue Zürcher Zeitung, Kolumnist der Wirtschaftswoche und Gastkommentator der New York Times.
Gerd Habermann (* Oktober 1945 in Petershagen, Westfalen): Er ist Mitgründer der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft und Vorstandsvorsitzender der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft. 2012 hielt Habermann einen Vortrag bei der Klimawandelleugnerorganisation EIKE. Er ist unter anderem auch Autor der Zeitschrift "eigentümlich frei", deren Redaktionsbeirat er angehört, und des Magazins "Schweizer Monat" sowie Gastautor bei der Achse des Guten.
Martin Hagen (* 7. Juli 1981 in La Spezia, Italien): Er trat 1998 den Jungen Liberalen (JuLis) und 2000 der FDP bei. Von 2004 bis 2006 war er Landesvorsitzender der JuLis Bayern, von 2006 bis 2008 Stellvertretender Bezirksvorsitzender der FDP Oberbayern. 2018 wurde Hagen von den bayerischen FDP-Mitgliedern in einer Urwahl zum FDP-Spitzenkandidaten für die anstehende Landtagswahl gewählt. Am 12. März 2018 setzte er sich in einer Stichwahl mit 58,7 Prozent gegen Albert Duin durch. Seit 2019 ist Hagen Mitglied des FDP-Bundesvorstands. Nach der Bundestagswahl 2021 war Hagen Teil der FDP-Delegation bei den Verhandlungen über eine Ampelkoalition im Bund. Im November 2021 wurde Hagen mit 93,4 Prozent zum Landesvorsitzenden der FDP Bayern gewählt und zwei Jahre später in einer Kampfabstimmung gegen Albert Duin im Amt bestätigt. Gemeinsam mit Katja Hessel bildet er seit 2023 die erste Doppelspitze eines FDP-Landesverbands. Hagen war in der 18. Wahlperiode Mitglied des Bayerischen Landtags. Zur Landtagswahl in Bayern 2018 trat er als Direktkandidat im Stimmkreis Rosenheim-Ost an und konnte die FDP als Spitzenkandidat zurück in den Bayerischen Landtag führen. Dort wurde er zum Vorsitzenden der Fraktion der Freien Demokraten gewählt. Er vertrat seine Fraktion im Ausschuß für Verfassung, Recht, Parlamentsfragen und Integration. Des Weiteren war Hagen Mitglied der Richterinnen- und Richter-Wahl-Kommission und Mitglied der Datenschutzkommission. Zur Landtagswahl 2023 in Bayern kandidierte Hagen auf Platz 1 der Wahlkreisliste der FDP, welche den Einzug in den Landtag jedoch verfehlte. Im November 2022 hatte ihn der Landesparteitag der FDP Bayern zum landesweiten Spitzenkandidaten gewählt. Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 wurde Hagen in den Ebersberger Kreistag gewählt. Er gehörte dort der gemeinsamen Fraktion aus CSU und FDP an und vertrat sie im Ausschuß für Soziales, Familie, Bildung, Sport und Kultur. Ende des Jahres 2021 legte er sein Kreistagsmandat nieder. Im Juli 2022 rückte Hagen für Renate Will in den Gemeinderat von Vaterstetten nach. Hagen war Mitglied der 17. Bundesversammlung.
Axel Hahn (* 10. Dezember 1959 in West-Berlin): 1982 trat er der FDP bei. Von 1988 bis 2006 war er Vorsitzender der FDP im Bezirk Neukölln. Bei der Berliner Wahl 1990 wurde er für eine Legislaturperiode in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt. Bei der Wahl 2001 wurde er erneut in das Parlament gewählt. Am Ende der Legislaturperiode 2006 schied er aus. 2012 trat Hahn aus der FDP aus und wurde Gründungsmitglied der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD).
Ludwig Hamm (* 6. Dezember 1921 in Kaiserslautern; † 20. November 1999): Er trat 1953 in die FDP ein. Nachdem er bei der Bundestagswahl 1957 noch erfolglos kandidiert hatte, zog er bei den Bundestagswahlen 1961 (auf Platz 2) und 1965 (auf Platz 1) jeweils über die Landesliste der FDP Rheinland-Pfalz in den Deutschen Bundestag ein und gehörte dem Parlament vom Beginn der 4. Wahlperiode am 17. Oktober 1961 bis zu seiner Mandatsniederlegung am 12. Mai 1966 an. Während der 4. Wahlperiode (1961 bis 1965) war er Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheitswesen. Nach seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag amtierte Hamm von 1966 bis 1967 als Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Verkehr des Landes Rheinland-Pfalz. Bereits nach der Wahl zum 6. Landtag von Rheinland-Pfalz am 23. April 1967 endete seine Tätigkeit; er wurde nach der Regierungsneubildung in den einstweiligen Ruhestand versetzt. 1969 verließ er die FDP und trat im November 1971 der CDU bei.
Franz Handlos (* 9. Dezember 1939 in Rusel; † 10. Juni 2013 in Regen): Er war von 1973 bis 1979 Landesvorsitzender des Wehrpolitischen Arbeitskreises der CSU. Nachdem Handlos von 1967 bis 1970 schon Pressesprecher der CSU-Landtagsfraktion gewesen war, gehörte er von 1970 bis 1972 dem Bayerischen Landtag (Stimmkreis Kötzting, Regen, Viechtach/Niederbayern) als Abgeordneter an. Dort war er Mitglied des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes. Von 1970 bis 1972 war er für die CSU Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks. Von 1972 bis 1987 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Wegen seiner ständigen Alleingänge galt er in der Partei als "kopflos" bzw. "hirnlos". Am 8. Juli 1983 verließ er die CDU/CSU-Bundestagsfraktion und gehörte dem Bundestag bis zum Ende der 10. Wahlperiode als fraktionsloser Abgeordneter an. Er war Mitglied des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages und zudem von 1976 bis 1980 Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats bzw. der Westeuropäischen Union. Handlos ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Deggendorf in den Bundestag eingezogen. Zuletzt erreichte er hier bei der Bundestagswahl 1983 mit 73,6 Prozent das höchste Erststimmenergebnis der CSU. Nachdem er lange Jahre der Jungen Union und der CSU angehört hatte, gründete Handlos am 26. November 1983 zusammen mit Ekkehard Voigt sowie dem Journalisten und späteren langjährigen Bundesvorsitzenden Franz Schönhuber die Partei "Die Republikaner" (REP), deren Vorsitzender er bis 1985 war. Eine wichtige Rolle für die Gründung der neuen Partei spielte die Verärgerung über den so genannten "Milliardenkredit", den der damalige CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß an die DDR vermittelt hatte; dies wurde von den Rechtskonservativen als Verrat an der antikommunistischen Grundhaltung der Partei und Verzicht auf das Ziel der Deutschen Einheit angesehen. 1985 gründete er - nach Differenzen mit Franz Schönhuber über den Kurs der Partei "Die Republikaner" - die Freiheitliche Volkspartei und erhielt mit ihr bei der bayerischen Landtagswahl 1986 0,4 Prozent der Stimmen. 1987 trat er als unabhängiger Direktkandidat im Wahlkreis Deggendorf an und erreichte 17,2 Prozent der Erststimmen. Handlos leistete etwa 20 Wortbeiträge als Mitglied der Republikaner. Er sowie Voigt, der ebenfalls von der CSU übergetreten war, befaßten sich vornehmlich mit der Ostpolitik - wo sie die ihrer Meinung nach zu lasche Haltung der Bundesregierung gegenüber der DDR kritisierten - und kritisierten später in der Flick-Affäre die anderen Parteien, insbesondere CDU und CSU. Hierfür erhielten sie mehrfach Beifall der SPD. Zu hitzigen Auseinandersetzungen mit ihnen kam es von keiner Seite des Parlaments. 1987 trat er in die FDP ein.
Reginald Karl Heinz Hanke (* 25. August 1956 in Schwerin): Er trat 2014 in die FDP ein. Dort ist er Mitglied des Parteirats der FDP Thüringen und des Liberalen Mittelstands. Für die Bundestagswahl 2017 kandidierte er als Direktkandidat im Wahlkreis Saalfeld-Rudolstadt - Saale-Holzland-Kreis - Saale-Orla-Kreis und auf Listenplatz drei der FDP Thüringen. Nachdem Thomas L. Kemmerich als Spitzenkandidat der FDP bei der Landtagswahl in Thüringen 2019 in den Thüringer Landtag gewählt worden war, legte dieser sein Bundestagsmandat nieder und Hanke rückte am 15. November 2019 für ihn in den Bundestag nach. Im 19. Deutschen Bundestag war er ordentliches Mitglied im Sportausschuß, im Petitionsausschuß und stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Tourismus und im Unterausschuß Regionale Wirtschaftspolitik und ERP-Wirtschaftspläne. Zur Bundestagswahl 2021 trat Hanke erneut im Wahlkreis Saalfeld-Rudolstadt - Saale-Holzland-Kreis - Saale-Orla-Kreis an, zudem wurde er hinter Gerald Ullrich auf Platz 2 der Landesliste der FDP Thüringen gewählt. Hanke zog über den Listenplatz erneut in den Deutschen Bundestag ein. Dort war er Mitglied im Ausschuß für Tourismus und im Petitionsausschuß sowie Stellvertretender Vorsitzender der Parlamentariergruppe Bulgarien-Moldau-Rumänien. Zum Jahresende 2023 legte er sein Bundestagsmandat nieder. Für ihn rückte Tim Wagner in den Bundestag nach.
Philipp Hartewig (* 5. Oktober 1994 in Chemnitz): Er ist seit 2010 Mitglied der Jungen Liberalen. Von 2015 bis 2018 war er Landesvorsitzender der Jungliberalen Aktion Sachsen. Dem Landesvorstand der sächsischen FDP gehört er seit 2015 an, von 2019 bis 2021 als deren Stellvertretender Landesvorsitzender. Am 6. November 2021 wurde er auf dem Landesparteitag zum Generalsekretär der FDP Sachsen unter der neugewählten Landesvorsitzenden Anita Maaß gewählt. Zur Bundestagswahl 2021 kandidierte Hartewig für das Direktmandat im Wahlkreis 161 (Mittelsachsen). Er wurde über die Landesliste (Platz drei) seiner Partei in den Bundestag gewählt. Im 20. Deutschen Bundestag ist Hartewig ordentliches Mitglied im Rechtsausschuß und im Sportausschuß. Er ist zudem Sprecher für Sportpolitik für die Fraktion der Freien Demokraten.
Eduard Hauser (* 19. Oktober 1928 in Weigheim; † 9. August 2010 in Trossingen): Über 35 Jahre war er Gemeinderat bzw. nach der Gemeindereform Ortschaftsrat in Weigheim. Früher war er Mitglied der FDP, bevor er 1987 Mitglied der Partei "Die Republikaner" wurde.
Wilhelm Heile (* 18. Dezember 1881 in Diepholz; † 17. August 1969 in Harpstedt): 1945 gründete er die Demokratische Partei in Syke. Anschließend gehörte er zu den Gründern der FDP in Niedersachsen. Auf der Gründungsversammlung der FDP in der Britischen Besatzungszone wurde er am 8. Januar 1946 in Opladen zum Vorsitzenden gewählt. Aufgrund des von ihm federführend entworfenen vorläufigen Programms, den Syker Richtlinien, wurde der FDP-Zonenverband am 14. Februar 1946 von der britischen Besatzungsmacht zugelassen. Er verfolgte einen Kurs der Vereinigung aller bürgerlichen Parteien in der britischen Besatzungszone, weil er glaubte, nur so den Linksparteien SPD und KPD Paroli bieten zu können. Wörtlich schrieb er an Theodor Heuss: "Es liegt aber tatsächlich so, daß es, wenn man den Dingen auf den Grund geht, heute nur 2 Parteien gibt oder geben darf: die Partei des sozialistischen Zwangsstaates, der notwendig in der Diktatur des Proletariats enden muß, und die Partei einer freiheitlichen Staatlichkeit." Zu diesem Zwecke nahm er bereits kurz nach seiner Wahl Kontakt mit der CDU und der Niedersächsischen Landespartei (NLP) auf und traf sich - gemeinsam mit Friedrich Middelhauve - im März 1946 mit Konrad Adenauer. Nachdem eine Fusion mit der CDU wegen unüberbrückbarer Gegensätze in der Frage des Einflusses des Christentums auf die Politik gescheitert war, intensivierte Heile die Kontakte zur NLP. Er stieß damit jedoch auf Widerstand im Zonenvorstand der FDP, der die Anforderungen an einen Zusammenschluß mit der NLP so hoch schraubte, daß sie für die NLP praktisch unannehmbar waren. Vor dem ersten ordentlichen Parteitag der FDP in der britischen Besatzungszone wurde auf Initiative der Heile-Gegner im Vorstand der Posten eines Partei-Präsidenten eingeführt. In dieses einflußlose Amt wurde Heile dann auf dem Parteitag am 19. Mai 1946 in Bad Pyrmont gewählt. Zum Vorsitzenden, der in Wirklichkeit die Politik der Partei bestimmte, wählten die Delegierten dann den bisherigen Stellvertreter Franz Blücher. Bereits kurz nach dem Parteitag entzog der Vorstand Heile das Mandat für Verhandlungen mit der NLP und beauftragte am 30. Mai 1946 eine dreiköpfige Gruppe um Otto Heinrich Greve, einen strikten Gegner der Parteifusion, mit den Verhandlungen, die sodann nach nur einer Runde am 18. Juni 1946 für endgültig gescheitert erklärt wurden. Nach weiteren innerparteilichen Auseinandersetzungen und diversen Schiedsgerichtsverfahren trat Heile im März 1947 schließlich zur Niedersächsischen Landespartei, die sich im Juni 1947 in Deutsche Partei umbenannte, über. Er gehörte 1919/20 der Weimarer Nationalversammlung an. Anschließend war er bis 1924 Reichstagsabgeordneter. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Heile dem ernannten Landtag des Landes Hannover an. Seit 1946 gehörte er dem Zonenbeirat für die Britische Besatzungszone an. Er war vom 23. August bis zum 23. November 1946 Stellvertretender Ministerpräsident und ab 24. September 1946 auch Verkehrsminister des Landes Hannover.
Wilhelm Helms (* 19. Dezember 1923 in Bissenhausen, Gemeinde Heiligenloh, Kreis Syke; † 8. Dezember 2019 in Vechta): 1963 trat er der FDP bei. Er zog bei der Bundestagswahl 1969 über die Landesliste der FDP Niedersachsen in den Deutschen Bundestag ein. Nach dieser Wahl kam erstmals eine sozialliberale Koalition an die Regierung. Am 23. April 1972 trat Helms im Zuge einer weite Teile der damaligen Gesellschaft spaltenden Diskussion um die Ostverträge aus der FDP-Fraktion aus. Er äußerte, er sehe die "liberale Eigenständigkeit" der FDP nicht mehr als gegeben an. Dieser und andere Parteiübertritte ermutigten die CDU/CSU-Fraktion, am 24. April 1972 den Antrag auf ein konstruktives Mißtrauensvotum gegen Willy Brandt zugunsten von Rainer Barzel zu stellen. Da Helms sowie zwei weitere FDP-Abgeordnete sofort nach dem Scheitern des Mißtrauensvotums klargestellt hatten, daß sie für den Antrag votiert hatten, mußten zwei Parlamentarier der Union Barzel ihre Stimme verweigert haben. Ab dem 5. Mai 1972 war Helms Gast der CDU/CSU-Fraktion und schied nach den vorgezogenen Neuwahlen im Herbst 1972 aus dem Bundestag aus. Helms klagte vor dem Münchner Landgericht gegen eine Passage in Brandts Memoiren, wonach er Brandt im Vier-Augen-Gespräch "mit Tränen in den Augen" gestanden habe, er werde "wegen des Hofes" mit der CDU-Opposition gegen Brandt stimmen und erreichte eine einstweilige Verfügung, mit der die weitere Auslieferung des Buches gestoppt wurde. In zweiter Instanz gab das Münchner Oberlandesgericht Brandt recht; Brandt habe "glaubhaft gemacht", daß seine Schilderung zutreffend sei. Jedoch verzichtete Brandt bei den weiteren Auflagen auf die Erwähnung des Gesprächs am 28. April 1972 und sogar auf die Nennung von Helms.
Markus Herbrand (* 24. Februar 1971 in Schleiden): Er trat 2002 in die FDP ein. In der Partei ist Herbrand seit 2014 Bezirksvorsitzender der FDP Aachen und Mitglied im Landesvorstand der FDP Nordrhein-Westfalen. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte er für den Wahlkreis Euskirchen - Rhein-Erft-Kreis II und zog über die Landesliste der FDP in Nordrhein-Westfalen in den 19. Deutschen Bundestag ein. Dort ist er ordentliches Mitglied im Finanzausschuß und seit Oktober 2020 Obmann für die FDP-Fraktion. Herbrand kandidierte bei der Bundestagswahl 2021 wieder als Direktkandidat für den Wahlkreis Euskirchen - Rhein-Erft-Kreis II und auf Platz 12 der Landesliste und zog wieder über die Landesliste in den Bundestag ein. Herbrand trat im Oktober 2020 als Obmann im Finanzausschuß die Nachfolge von Florian Toncar an. Zudem war er von 2017 bis 2019 stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Tourismus. Inhaltliche Schwerpunkte seiner Arbeit im wirtschafts-, finanz- und steuerpolitischen Bereich bilden insbesondere die Reformierung des Steuersystems, der Bürokratieabbau und auch Fragen der Geldwäsche-Prävention in Deutschland. Nach Berechnungen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gingen 2022 ein Sechstel der offiziell gemeldeten Nebeneinkommen aller Abgeordneten des Bundestages an Herbrand, der 3,2 Millionen Euro durch Beratertätigkeiten erwirtschaftet habe. Am 7. August 2023 korrigierte die Zeitung die Zahl auf 567.821 Euro.
Torsten Herbst (* 23. August 1973 in Dresden): Er war in der Nachwendezeit Gründungsmitglied der Jungliberalen Aktion Sachsen (JuliA) und von 1997 bis 2000 deren Landesvorsitzender. Er wurde 1999 zum Stellvertretenden Landesvorsitzenden der FDP Sachsen gewählt, von 2005 bis 2019 war er Generalsekretär des Landesverbands, seit 2019 ist Herbst Schatzmeister der FDP Sachsen. Seit 2019 ist er außerdem Mitglied im Bundesvorstand der FDP. Von 2004 bis 2014 war er Mitglied des Sächsischen Landtags. Er wurde bei den Landtagswahlen 2004 und 2009 über die Landesliste der FDP Sachsen gewählt, das Scheitern seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl 2014 verhinderte den Wiedereinzug. Innerhalb des Landtags war er Stellvertretender Vorsitzender im Ausschuß für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie Mitglied im Ausschuß für Geschäftsordnung und Immunitätsangelegenheiten. Außerdem fungierte er als Parlamentarischer Geschäftsführer und Schatzmeister der FDP-Fraktion, für die er innerhalb des Parlaments auch die Aufgabe des wirtschafts-, arbeitsmarkt- und verkehrspolitischer Sprechers sowie des medien- und europapolitischer Sprechers übernahm. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 wurde er von FDP Sachsen als Spitzenkandidat nominiert und trat im Wahlkreis Bautzen I als Direktkandidat seiner Partei an. Er schaffte so den Sprung in den 19. Deutschen Bundestag. Dort agierte er in der 19. Wahlperiode als FDP-Obmann im Ausschuß für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie als stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuß. Zur Bundestagswahl 2021 stellte ihn sein Landesverband erneut als Spitzenkandidat auf, er trat zudem als Direktkandidat im Wahlkreis Dresden I an. Er gehörte auch dem 20. Deutschen Bundestag an. Am 7. Dezember 2021 wurde er zu einem von vier Parlamentarischen Geschäftsführern der FDP-Bundestagsfraktion gewählt. Er ist zudem ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuß, im Ältestenrat und dem Gemeinsamen Ausschuß sowie stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuß sowie im Ausschuß für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung. Bei der Bundestagswahl 2025 führte Herbst zum dritten Mal die sächsische Landesliste der FDP an und war erneut Direktkandidat im Wahlkreis Dresden I. Durch das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde wird er dem 21. Deutschen Bundestag nicht mehr angehören. In seinem Wahlkreis gewann Herbst 3,4 Prozent der Erststimmen.
Christoph Hoffmann (* 9. Dezember 1957 in Schliengen): Er war von 2007 bis 2017 Bürgermeister von Bad Bellingen (2007 erstmals gewählt und 2015 wiedergewählt) und Vorstandsmitglied im Gemeindetag Baden-Württemberg. Für die Bundestagswahl 2017 trat Hoffmann als FDP-Kandidat im Wahlkreis Lörrach - Müllheim an und zog über Platz 10 der Landesliste der FDP Baden-Württemberg in den 19. Deutschen Bundestag ein. Dort ist er Obmann des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung. Zudem ist er Mitglied im Ausschuß für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Ernährung und Landwirtschaft, Vorsitzender der Parlamentariergruppe Zentralafrika, Mitglied der Parlamentariergruppe Ukraine und Mitglied der Parlamentskreise Bahnlärm, Fluglärm und Schienenverkehr. Für die Fraktion der Freien Demokraten ist Hoffmann der Entwicklungspolitische Sprecher. Für die Bundestagswahl 2021 kandidierte er erfolgreich erneut für die FDP. In der 20. Wahlperiode ist Hoffmann Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Da der für den Ausschußvorsitz von der AfD vorgeschlagene Abgeordnete keine Mehrheit der Stimmen der Ausschußmitglieder auf sich vereinen konnte, nimmt Hoffmann die Aufgaben als kommissarischer Vorsitz wahr. Hoffmann ist zudem stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Ernährung und Landwirtschaft, Vorsitzender der AG Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Stellvertretender Vorsitzender der Parlamentariergruppe Zentralafrika, ordentliches Mitglied der Parlamentariergruppen Westafrika und Ukraine. Er ist ordentliches Mitglied in der Deutsch-Französischen Parlamentarierversammlung und Stellvertretender Vorsitzender des Parlamentskreises Biosphärenreservate. Bei der Bundestagswahl 2025 kandidiert Hoffmann nicht erneut.
Henning Höne (* 9. März 1987 in Coesfeld): Im Jahr 2004 wurde er Mitglied der Jungen Liberalen. 2006 wurde er als Beisitzer in den Landesvorstand der Jungen Liberalen NRW gewählt, während der Wahlkampfjahre 2009 bis 2010 war er als Stellvertretender Landesvorsitzender für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Jugendverbandes zuständig. Von 2010 bis 2013 führte er den Landesverband als Vorsitzender. Seit 2010 ist er Mitglied im Landesvorstand der FDP Nordrhein-Westfalen. 2017 trat er, wie bereits 2012, als Spitzenkandidat seines Kreis- und Bezirksverbandes für die Landtagswahl an. Im August 2022 gab Höne bekannt, als Nachfolger von Joachim Stamp für den Landesvorsitz der FDP Nordrhein-Westfalen kandidieren zu wollen. Auf dem Landesparteitag der FDP Nordrhein-Westfalen am 21. Januar 2023 wurde er zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Bei der erneuten Wahl auf dem Parteitag am 13. April 2024 wurde er mit einem Ergebnis von 79 Prozent als Landesvorsitzender wiedergewählt. Höne trat bei den Landtagswahlen 2010, 2012, 2017 und 2022 für die FDP im Landtagswahlkreis Coesfeld I - Borken III an, wobei er 5,7 Prozent, 5,1 Prozent, 9,2 Prozent und 6,3 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen konnte. Er zog 2012 über den 13. Listenplatz, 2017 über den 10. Listenplatz und 2022 über den 9. Listenplatz in den Landtag Nordrhein-Westfalen ein. Von Juli bis Oktober 2017 war er Stellvertretender Vorsitzender und von Oktober 2017 bis Mai 2022 Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion. Am 30. Mai 2022 wurde er zum Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion gewählt. Höne war in der 16. Legislaturperiode jüngster Abgeordneter des Landtags. In der 17. Legislaturperiode war er ordentliches Mitglied im Ausschuß für Heimat, Kommunales, Bauen und Wohnen und im Ältestenrat. Darüber hinaus war er stellvertretendes Mitglied im Hauptausschuß, im Haushalts- und Finanzausschuß, im Ausschuß für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sowie im Wahlprüfungsausschuß und in der Enquetekommission "Brexit: Auswirkungen auf Nordrhein-Westfalen". Zudem war er Sprecher für Kommunalpolitik der FDP-Landtagsfraktion. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter war Höne, von 2012 bis 2017, von der FDP-Landtagsfraktion als Mitglied in den Beirat der Verbraucherzentrale NRW, den Begleitausschuß NRW Ländlicher Raum 2014 bis 2020 und in den Landesbeirat für Immissionsschutz entsandt. Zusätzlich war er Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW sowie des Kuratoriums der KlimaExpo.NRW. Nach eigenen Angaben werden für diese Ämter keine Aufwandsentschädigungen gezahlt. Seit der 17. Legislaturperiode ist er zudem in der Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). Dem Gremium gehören 41 Mitglieder an. Zusammengesetzt aus acht Mitgliedern des Landtag NRW und gesellschaftlich relevanten Gruppen und Verbänden. Höne ist Vorsitzender der Parlamentariergruppe United Kingdom. Außerdem engagiert sich Höne unter anderem in den Parlamentariergruppen NRW-USA, deren Ziel der politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Austausch mit den jeweiligen Ländern ist. Bis zum Ende der 16. Legislaturperiode gehörte Höne ebenfalls der Parlamentariergruppe NRW-China an.
Karl Hübner (* 6. November 1897 in Berlin; † 20. Dezember 1965): Er wurde 1945 Mitglied der LDP. Da er in Wilmersdorf und somit in West-Berlin wohnte, wurde er mit Gründung der Bundes-FDP 1948 FDP-Mitglied. Am 23. Februar 1956 verließ er die FDP und gründete kurze Zeit später mit dem FDP-Ministerflügel die Freie Volkspartei (FVP). Deren Berliner Landesverband beteiligte sich nicht an der Anfang 1957 vollzogenen Fusion mit der Deutschen Partei, sondern gründete am 2. August 1957 die Freie Deutsche Volkspartei (FDV), der neben Hübner unter anderem auch sechs Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses angehörten. Nach Auflösung der FDV aufgrund des Wahldebakels bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl 1958 wurde er am 1. Januar 1959 Mitglied der CDU. Von 1947 bis 1950 war Hübner Bezirksabgeordneter in Berlin-Wilmersdorf. Anschließend gehörte er bis zu seiner Wahl in den Bundestag dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Seit dem 31. Januar 1952 war Hübner als Berliner Abgeordneter Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war zunächst auf Vorschlag der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus gewählt worden. Nach seinem Parteiaustritt gehörte er bis Anfang 1957 der FVP- und später der DP/FVP-Fraktion an. Auf Vorschlag der FDV-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus wurde er 1957 erneut in den Bundestag entsandt und wurde damit der einzige Vertreter dieser Partei im Parlament. Dort schloß er sich der CDU/CSU-Fraktion als Hospitant an. Mit seinem Parteibeitritt Anfang 1959 wurde er dann auch Mitglied der Unionsfraktion im Bundestag, in den er 1961 wiedergewählt wurde und dem er bis 1965 als Vertreter der CDU angehörte.
Winfried Hüttl (* 16. September 1954 in Lauterstein; † 15. Februar 2024 ebenda): Als Mitunterzeichner des offenen Briefs an Guido Westerwelle geriet er in die Kritik, behielt jedoch zunächst sein Amt als Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Göppingen bis zum 6. Mai 2011. Für die Wahlen am 27. März 2011 zum Landtag von Baden-Württemberg trat er als Kandidat der FDP im Wahlkreis Geislingen an. Im September 2013 erklärte er seinen Parteiaustritt. In dem offenen Brief (Dezember 2010) wurde der von vielen an der Basis ungeliebte Bundesvorsitzende Guido Westerwelle zu einem raschen Rückzug von der Parteispitze gedrängt worden. Das Schreiben, das auch der Ehrenvorsitzende der Kreis-FDP, Ex-Staatssekretär Georg Gallus, und der Kreisrat und frühere FDP-Kreischef Tobias Hösch mitunterzeichnet hatten, sorgte bundesweit für viel Aufsehen und Ärger in der Partei.
Christian Jung (* 20. Dezember 1977 in Heidelberg): Er war von 1993 bis 2011 Mitglied der CDU. Bei der Bundestagswahl 2017 wurde Jung für die FDP in den 19. Deutschen Bundestag gewählt. Dort war er Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur und ab 2019 Obmann der FDP-Fraktion im 2. Untersuchungsausschuß der 19. Wahlperiode zur Pkw-Maut. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2021 trat er für seine Partei im Wahlkreis Bretten an und zog über ein Zweitmandat in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Daraufhin legte er sein Bundestagsmandat Ende April nieder. Für ihn rückte Christopher Gohl nach. Bei der Bundestagswahl 2021 wurde er zwar erneut über die Landesliste seiner Partei in den Bundestag gewählt, verzichtete jedoch auf sein Mandat, um sich auf sein Landtagsmandat zu konzentrieren. Für ihn rückte Claudia Raffelhüschen nach.
Heiner Ernst Kappel (* 13. Dezember 1938 in Dornheim, heute zu Groß-Gerau): Er war von 1973 bis 1997 FDP-Mitglied. Er gehörte von 1983 bis 1999 dem Hessischen Landtag an, war Parlamentarischer Geschäftsführer und Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion. Mit Achim Rohde und Alexander von Stahl gründete er 1995 die "Liberale Offensive" in der FDP. Er kandidierte jeweils im Wahlkreis Main-Taunus I, wurde aber stets über die Landesliste der FDP gewählt. Nach seinem Parteiaustritt war er ab dem 24. September 1997 bis zum Ende der Wahlperiode 1999 fraktionsloser Abgeordneter. 1997 trat er aus der FDP aus und schloß sich der überwiegend nationalliberalen Partei "Bund freier Bürger" (BFB) an, dessen Vorsitzender er nach dem Austritt des Parteigründers und ersten Vorsitzenden Manfred Brunner 1999 wurde.
Thomas Karl Leonard Kemmerich (auch Thomas L. Kemmerich; * 20. Februar 1965 in Aachen): Die Kommunalwahlen in Thüringen 2006, bei denen in mehreren Thüringer Städten SPD-Bewerber zu Oberbürgermeistern gewählt wurden (unter anderem Andreas Bausewein in Erfurt), nannte er später als Auslöser für sein eigenes politisches Engagement. Er gründete einen Thüringer Landesverband der FDP-nahen Vereinigung Liberaler Mittelstand und wurde zunächst dessen Landesvorsitzender; seit November 2011 steht er der Vereinigung als Bundesvorsitzender vor. 2006 trat er in die FDP ein, seit 2007 ist er FDP-Kreisvorsitzender in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt. Bei den Kommunalwahlen in Thüringen 2009 führte er die Partei zurück in den Erfurter Stadtrat und wurde dort ihr Fraktionsvorsitzender. Bei der Landtagswahl 2009 zog er über Platz 3 der FDP-Landesliste auch in den Landtag ein und begleitete dort als wirtschaftspolitischer Sprecher das Ressort "Wirtschaft, Arbeit, Technologie". Bei der Oberbürgermeisterwahl in Erfurt am 22. April 2012 erhielt Kemmerich als FDP-Kandidat mit 2,6 Prozent der Stimmen die wenigsten Stimmen aller sieben Angetretenen. Bei der Landtagswahl in Thüringen 2014 schied die FDP wieder aus dem Landtag aus, wodurch auch Kemmerich, auf Platz 4 der Landesliste, sein Mandat verlor. Er gehörte weiterhin dem Erfurter Stadtrat an und war dort Mitglied einer gemeinsamen Fraktion von FDP, der Partei "Freie Wähler" und der Piratenpartei. Im 2019 neu gewählten Stadtrat ist er Vorsitzender der dreiköpfigen FDP-Fraktion. Am 11. Juni 2020 wurde bekannt, daß Kemmerich durch eine Gerichtsentscheidung sein Mandat verliert. Er kündigte an, in Berufung zu gehen. Bei N-tv hieß es: "Die zuständige Kammer des Verwaltungsgerichts Weimar habe sich nicht davon überzeugen können, daß Kemmerich 'seinen Aufenthaltsschwerpunkt' zum Zeitpunkt der Wahl in Erfurt gehabt habe, sagte die Präsidentin des Verwaltungsgerichts, Elke Heßelmann, in Weimar. Damit gelte der Wohnort der Familie als Hauptwohnsitz Kemmerichs - das ist seit 2009 Weimar. Als Stadtrat in einer Stadt kann aber nur kandidieren, wer dort seinen Hauptwohnsitz hat." Durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts Weimar, welches im August 2021 durch das Thüringer Oberverwaltungsgericht bestätigt wurde, verlor Kemmerich jedoch endgültig sein Stadtratsmandat, da er mit seinem Hauptwohnsitz in Weimar nicht wählbar für den Erfurter Stadtrat war. Nach dem Rücktritt von Franka Hitzing als FDP-Landesvorsitzende wurde Kemmerich am 29. November 2015 auf einem Sonderparteitag in Stadtroda mit 85 von 143 gültigen Stimmen (59 Prozent) zu ihrem Nachfolger gewählt. Zur Bundestagswahl 2017 trat Kemmerich als FDP-Kandidat im Wahlkreis Erfurt - Weimar - Weimarer Land II und als Spitzenkandidat auf der Landesliste der FDP in Thüringen an und wurde in den 19. Deutschen Bundestag gewählt. Dort war er Mitglied im Ausschuß für Wirtschaft und Energie und im Unterausschuß Regionale Wirtschaftspolitik und ERP-Wirtschaftspläne sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Ernährung und Landwirtschaft. Im November 2018 wurde er in Weimar zum Spitzenkandidaten der FDP Thüringen für die Landtagswahl 2019 gewählt, bei der erst das endgültige amtliche Endergebnis die sehr knappe Rückkehr der Partei in den Landtag bestätigte: Die FDP erhielt 5,007 Prozent und lag nur 73 Stimmen über der Sperrklausel. Kemmerich wurde von der fünfköpfigen FDP-Fraktion zum Vorsitzenden gewählt. Sein Bundestagsmandat legte Kemmerich am 14. November 2019 nieder, Nachrücker war Reginald Hanke. Im Dezember 2020 erklärte Kemmerich zunächst den Verzicht auf eine erneute Spitzenkandidatur bei der Wahl zum achten Thüringer Landtag. Im Mai 2021 schied er aus dem Bundesvorstand der FDP aus, nachdem er sein Amt als Beisitzer bereits seit Mai des Vorjahres hatte ruhen lassen. Im Juni 2021 wurde Kemmerich erneut zum Landesvorsitzenden in Thüringen gewählt. Im Oktober 2023 wurde er zum Spitzenkandidaten seiner Partei für die Landtagswahl im September 2024 gewählt. Auf Plakaten der im Juni 2024 angelaufenen Wahlkampagne wurde er als "Einer, der die Karre aus dem Dreck zieht" bezeichnet. Ein anderes Plakat mit der Unterschrift "Zurückgetreten, um Anlauf zu nehmen" zeigte den Blumenstrauß, den Susanne Hennig-Wellsow ihm anläßlich seiner Wahl zum Ministerpräsidenten 2020 vor die Füße warf. Bei der Landtagswahl verpaßten die FDP und somit auch Kemmerich den Wiedereinzug in den Thüringer Landtag. Er hatte dazu neben dem ersten Platz auf der Landesliste als Direktkandidat im Wahlkreis Erfurt II kandidiert, wo er nur 3,1 Prozent der Stimmen erhielt. Bei der Wahl zum Thüringer Ministerpräsidenten am 5. Februar 2020 kandidierte Thomas Kemmerich im dritten Wahlgang für das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten. In den zwei vorausgegangenen Wahlgängen hatten weder der geschäftsführende Amtsinhaber Bodo Ramelow (Die Linke) noch Christoph Kindervater (aufgestellt von der Partei "AfD") die absolute Mehrheit erreicht. Im entscheidenden dritten Wahlgang erhielt Kemmerich in geheimer Wahl mit 45 von 90 Stimmen genau eine Stimme mehr als Bodo Ramelow, nahm die Wahl an und wurde damit zum neuen Thüringer Ministerpräsidenten gewählt und vereidigt. Dies war nur dank der Beteiligung der Partei "AfD" möglich. Diese hatte die Kandidatur von Kindervater zwar ausdrücklich aufrechterhalten, aber gemeinsam mit den meisten Abgeordneten von FDP und CDU geschlossen für Kemmerich gestimmt und als einzige Fraktion das Wahlergebnis spontan mit Beifall quittiert. Kemmerich wurde somit nach Reinhold Maier der zweite gewählte FDP-Ministerpräsident eines Landes in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, aber zugleich der erste Ministerpräsident überhaupt, der für seine Wahl und seine Regierung auf Stimmen der AfD angewiesen war. Laut Tagesordnung der Plenarsitzung war danach die Vorstellung seiner Regierung vorgesehen. Stattdessen wandte sich Kemmerich mit einer kurzen Rede an den Landtag und beantragte als Vorsitzender der FDP-Fraktion die Vertagung der Sitzung. Dem wurde mit den Stimmen der Partei "AfD", der CDU und der FDP, gegen die Stimmen der SPD und der Parteien "Die Linke" und "Bündnis 90/Die Grünen", bei einer Enthaltung, stattgegeben. Kemmerichs Annahme der mit den Stimmen der Partei "AfD" gewonnenen Wahl hatte ein enormes Echo in Gesellschaft, Politik und Medien, führte zu scharfer Kritik über Parteigrenzen hinweg und wurde weithin als politischer "Dammbruch" betrachtet. Zugleich löste sie eine Regierungskrise in Thüringen aus, worauf Kemmerich am 6. Februar 2020 seinen Rückzug ankündigte und schließlich am 8. Februar 2020 mit sofortiger Wirkung zurücktrat. Er blieb bis zur Wahl eines neuen Ministerpräsidenten geschäftsführend im Amt und bildete, da er keine Minister ernannt hatte, allein die Thüringer Landesregierung. Die Ämter des Vorsitzenden der FDP-Fraktion sowie des Vorsitzenden des Landesverbands der FDP führte er ebenfalls weiter. Der Landesvorstand seiner Partei hatte Kemmerich am 6. Februar 2020 einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Seine Amtszeit, mit einer Dauer von nur 27 Tagen die kürzeste eines Ministerpräsidenten eines Landes der Bundesrepublik Deutschland, endete am 4. März 2020 mit der Wahl Bodo Ramelows zum Ministerpräsidenten. Kemmerich kündigte an, auf das ihm zustehende Gehalt als Ministerpräsident und das nach Beendigung der Amtszeit auszuzahlende Übergangsgeld zu verzichten, insgesamt mindestens 93.000 Euro. Falls dies nicht möglich sei, wolle er alles, was über seine Abgeordnetenbezüge hinausgeht, an Thüringer Organisationen spenden, etwa an die Vereinigung der Opfer des Stalinismus, deren Thüringer Landesverband von einem ehemaligen AfD-Politiker geleitet wird, oder an die Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Seit seiner Wahl sieht sich Kemmerich nach Angaben des FDP-Landesvorstands organisiertem "Haß in Form von Drohbriefen und Massenmails" ausgesetzt. Eine "direkte und unmittelbare Bedrohungslage" habe dazu geführt, daß neben dem üblichen persönlichen Schutz für den Ministerpräsidenten nun auch sein Wohnhaus und seine Kinder geschützt würden. Nachdem Kemmerich im Oktober 2020 im Internet verbreitet hatte, daß nicht er mit der Annahme seiner Wahl am 5. Februar 2020, sondern andere Politiker durch die Art des Umgangs damit einen Fehler begangen hätten, distanzierte sich das Präsidium der Bundes-FDP geschlossen von seinen Äußerungen und kündigte an, ihn im nächsten Landtagswahlkampf in keiner Weise zu unterstützen.
Gerhard Kienbaum (* 12. Oktober 1919 in Barmen (heute zu Wuppertal); † 24. Februar 1998 in Köln): Seit 1948 Mitglied der FDP, war er von 1952 bis 1969 Kreistagsabgeordneter im Oberbergischen Kreis und zwischen 1954 und 1969 Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags in Düsseldorf. Von Juli 1962 bis Dezember 1966 amtierte er als Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr in der CDU-geführten Landesregierung unter Ministerpräsident Franz Meyers. Nach dem Ausscheiden aus dem Kabinett war er von 1969 bis 1972 Mitglied des Deutschen Bundestages und dort Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft. Nach seinem Austritt aus der FDP im Zuge des gescheiterten Mißtrauensvotums gegen Bundeskanzler Willy Brandt schloß er sich 1975 der CDU an.
Detlef Kleinert (* 26. Juli 1932 in Essen; † 17. Juni 2016 in Hannover): Er schloß sich 1952 dem Liberalen Studentenbund Deutschlands (LSD) an. Er trat 1957 in die FDP ein, war von 1967 bis 1996 Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Hannover-Stadt und von 1970 bis 1992 Landesschatzmeister der FDP Niedersachsen. Von 1969 bis 1998 war er acht Wahlperioden lang Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Er wurde stets über die Landesliste Niedersachsen ins Parlament gewählt, ab 1972 immer als Spitzenkandidat. Kleinert war in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre und in den 1990ern ein führendes Mitglied der konservativen FDP-Gruppierung Schaumburger Kreis und wurde in damaligen Presseeinschätzungen für den Rücktritt der linksliberalen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Dezember 1995 anläßlich der Zustimmung der Partei zum Großen Lauschangriff mitverantwortlich gemacht. Bis zu seinem Tod war Kleinert Ehrenvorsitzender der Vereinigung Liberaler Juristen (VLJ). Kleinert sprach sich 1983 gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe aus. Kleinert ist zudem für eine Rede bekannt, die er am 23. November 1994 im Deutschen Bundestag hielt. Damals bezeichnete er unter anderem die "Aufnahmefähigkeit eines Teils der Mitglieder des Hauses" als "offenbar nachhaltig eingeschränkt", was angesichts seines offenbar alkoholisierten Zustands und seiner lallenden Artikulation zu Gelächter unter den Anwesenden führte. Die Szene wurde wiederholt im deutschen Comedy-Fernsehen ausgestrahlt. Bereits 1981 hatte Kleinert einen augenscheinlich alkoholisierten Redeauftritt im Bundestag. 2009 wurde Kleinert zum Ehrenmitglied der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft ernannt. Von 1981 bis 2016, dabei von 1982 bis 1983 als Stellvertretender Vorsitzender, war er Mitglied im Kuratorium der Friedrich-Naumann-Stiftung.
Heinrich Leonhard Kolb (* 8. Januar 1956 in Babenhausen): Im Jahr 1983 trat er in die FDP ein. Von 1990 bis 2002 war er Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Darmstadt-Dieburg. Von 2004 bis 2014 war er Vorsitzender des Bezirksverbands Südhessen-Starkenburg. Von 2005 bis 2014 war er außerdem Stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Hessen. Kolb ist Mitglied im Schaumburger Kreis, einem Zusammenschluß des liberal-konservativen Wirtschaftsflügels in der FDP. Kolb war außerdem Bundesvorsitzender der Bundesvereinigung Liberaler Mittelstand e. V. Von 1989 bis 1992 war er Vorsitzender der FDP-Fraktion und des Haupt- und Finanzausschusses der Stadtverordnetenversammlung Babenhausen. Von 1990 bis 2013 war Kolb Mitglied des Bundestages. Dort war er ab 2002 Vorsitzender des Arbeitskreises Arbeits- und Sozialpolitik, Gesundheitspolitik, Familien-, Senioren-, Frauen- und Jugendpolitik der FDP-Bundestagsfraktion. Am 26. Oktober 2009 wurde Kolb von der Bundestagsfraktion der FDP zum Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Kolb zog stets über die Landesliste Hessen in den Bundestag ein. Durch das Scheitern seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2013 war er im 18. Bundestag nicht mehr vertreten. Am 15. September 1992 wurde Kolb als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen. Gleichzeitig war Kolb Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung. Nach der Bundestagswahl 1998 schied er am 26. Oktober 1998 aus dem Amt. Kolb führt neben seinem Abgeordnetenmandat ein mittelständisches metallverarbeitendes Unternehmen und gehört zu den neun Bundestagsabgeordneten, die gegen die zwangsweise Veröffentlichung ihrer Nebeneinkünfte nach der 2005 verabschiedeten Novelle des Abgeordnetengesetzes vor dem Bundesverfassungsgericht klagten und dort scheiterten.
Daniela Kluckert (* 22. Dezember 1980 in Nürnberg): Sie trat 2005 in die FDP ein und wurde 2006 zur Berliner Landesvorsitzenden der Jungen Liberalen gewählt, welche sie während der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin führte. Seit 2011 sitzt sie dem Bezirksverband der FDP Pankow vor. 2016 wurde Kluckert zudem mit der Zuständigkeit für Wirtschaft in den Landesvorstand der FDP Berlin gewählt, bevor sie im März 2018 zur Stellvertretenden Landesvorsitzenden votiert wurde. Für die Bundestagswahl 2017 trat Kluckert als FDP-Kandidatin im Wahlkreis Berlin-Pankow an und zog über den zweiten Platz der FDP-Landesliste in den 19. Deutschen Bundestag ein. Sie war Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie ordentliches Mitglied der Enquete-Kommission "Künstliche Intelligenz - Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potentiale". Zudem war sie stellvertretendes Mitglied im parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung. Seit Mai 2021 ist Kluckert Mitglied im Bundesvorstand der FDP. Für die Bundestagswahl 2021 wurde sie erneut auf Platz 2 der Landesliste der FDP Berlin gewählt und schaffte über diesen den Wiedereinzug in den Bundestag. Seit dem 8. Dezember 2021 war sie Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Volker Wissing. Seit dem 12. Januar 2022 war sie zusätzlich auf Vorschlag von Bundesminister Wissing Beauftragte der Bundesregierung für Ladesäuleninfrastruktur. Nach dem Bruch der Ampelkoalition erklärte Kluckert am 7. November 2024 ihren Rücktritt als Parlamentarische Staatssekretärin. Kluckert steht der Politik der Volksrepublik China in Bezug auf die Themen Menschenrechte, Hongkong, Tibet und Taiwan kritisch gegenüber. Kluckert engagiert sich bei der Freien Demokratischen Wohlfahrt und der deutsch-israelischen Gesellschaft. Des Weiteren ist sie Mitglied bei den Liberalen Frauen und Fördermitglied der Jungen Liberalen.
Lutz Knopek (* 4. Januar 1958 in Göttingen): Er ist seit 1985 Mitglied der FDP. Von 1987 bis 1988 war er Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen in Göttingen und von 1989 bis 1991 Mitglied des Landesvorstands der Jungen Liberalen Niedersachsen. Zwischen 2005 und 2010 war er Vorsitzender des Stadtverbands Göttingen, von 2011 bis 2016 Kreisvorsitzender der Göttinger FDP. Knopek ist zudem Mitglied im Landesvorstand der FDP Niedersachsen. Von 2009 bis 2013 gehörte er dem Deutschen Bundestag an, wo er ordentliches Mitglied im Ausschuß für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie im Sportausschuß war. Darüber hinaus war er stellvertretendes Mitglied im Gesundheitsausschuß und im Ausschuß für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Er war Gründer und Vorsitzender der parlamentarischen Gruppe "Leben und Krebs". Im August 2010 war Knopek zusammen mit Frank Schäffler Mitbegründer des "Liberalen Aufbruchs". Am 29. Juni 2012 stimmte Knopek im Bundestag gegen den sogenannten Fiskalpakt und den dauerhaften Europäischen Rettungsschirm, ESM.
Oswald Adolph Kohut (* 19. Januar 1901 in Berlin; † 23. Juli 1977 in Langen (Hessen)): Er war Mitbegründer der CDU, trat jedoch 1947 der FDP bei, wurde bald Stellvertretender Landesvorsitzender und war von 1958 bis 1961 Landesvorsitzender der FDP Hessen. In der Bundesvorstandssitzung am 1. Mai 1952 forderte er die Trennung der FDP von der Württembergischen DVP, weil diese durch die Bildung der Koalition mit der SPD und dem GB/BHE unter Reinhold Maier der Gesamtpartei geschadet habe. Er drohte an, die hessische FDP könnte die Gesamtpartei verlassen, wenn diese an der DVP festhalte. Schließlich einigte sich der Bundesvorstand auf eine Mißbilligung der baden-württembergischen Koalition, ohne jedoch Konsequenzen zu ziehen. Kohut gehörte von 1952 bis 1962 dem FDP-Bundesvorstand an. Seit 1956 war Kohut auch Stellvertretender Bundesvorsitzender der Liberalen. Dieses Amt legte er nach der Sitzung des FDP-Bundeshauptausschusses vom 21. Oktober 1961, auf der mit 60 zu 37 Stimmen die Bildung einer Regierungskoalition mit den Unionsparteien unter Konrad Adenauer beschlossen worden war, nieder. Er protestierte damit gegen den Bruch des Wahlkampfversprechens, nach dem die FDP zwar mit CDU und CSU weiterregieren, aber auf einem neuen Kanzler bestehen wollte. Neben seiner Tätigkeit in der FDP gehörte Kohut auch dem Beirat der Humanistischen Union an. 1946 bis 1951 war Kohut Stadtverordneter in Langen. Daneben war er Kreistagsabgeordneter im Landkreis Offenbach und führte dort die FDP-Fraktion. Von 1954 bis 1957 war Kohut Landtagsabgeordneter in Hessen, seit 1955 als Vorsitzender der FDP-Fraktion. Dem Deutschen Bundestag gehörte er von 1957 bis 1965 an. Im Juni 1965 stimmte er im Bundestag gegen die Notstandsgesetze. 1959 war er Mitglied der 3. und 1964 der 4. Bundesversammlung.
Carina Konrad (* 19. September 1982 in Simmern/Hunsrück): Sie ist seit 2015 Mitglied der FDP. Seit 2023 ist Konrad Stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz. Sie ist ebenfalls Landesvorsitzende des Verbands Liberaler Kommunalpolitiker Rheinland-Pfalz. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte Konrad auf Platz 4 der Landesliste der FDP Rheinland-Pfalz für den Wahlkreis Mosel-Rhein-Hunsrück und wurde am 24. September 2017 zur Abgeordneten des 19. Deutschen Bundestags gewählt. Zur Bundestagswahl 2021 trat Konrad erneut an und zog über den zweiten Listenplatz der FDP-Landesliste Rheinland-Pfalz wieder in den Bundestag ein. Bei den folgenden Koalitionsverhandlungen war sie die Chefverhandlerin der FDP in der Verhandlungsgruppe Agrar. Am 7. Dezember 2021 wurde sie zur Stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion gewählt. Zur Bundestagswahl 2025 wurde Konrad auf dem Parteitag am 14. Dezember 2024 in Nackenheim zur rheinland-pfälzischen Spitzenkandidatin ihrer Partei gewählt. Dabei setze sie sich in einer Kampfkandidatur mit 113 zu 84 Delegiertenstimmen gegen die Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser durch. In der 19. Wahlperiode des Bundestages war Konrad Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft sowie Obfrau ihrer Fraktion. Darüber hinaus war sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. In der 20. Wahlperiode des Bundestages ist Konrad stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuß, dem Ausschuß für Ernährung und Landwirtschaft, dem Ausschuß für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen, dem Ausschuß für Digitales sowie dem Ausschuß für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Im Gremium der Deutsch-Indischen Parlamentariergruppe ist Konrad die Stellvertretende Vorsitzende.
Holger Krahmer (* 16. Oktober 1970 in Leipzig): Seit 1993 ist er Mitglied der FDP, war von 1997 bis 2011 Stellvertretender Vorsitzender der Leipziger FDP und führte diese vom 3. Dezember 2011 als deren Vorsitzender bis zum März 2015. Er war Mitglied des Landesvorstands der FDP Sachsen. In den Jahren 1998 und 2002 war er Bundestagskandidat in Leipzig. Im Jahr 2001 wurde er von der FDP in den Rat der Europäischen Liberalen (ELDR Council) entsandt. Krahmer ist Mitgründer der FDP-internen Plattform "Liberaler Aufbruch". Inzwischen hat er sich aus allen politischen Ämtern zurückgezogen. Zur Europawahl am 16. Juni 2004 wurde er als einziger ostdeutsche Liberaler ins Europäische Parlament gewählt, in dem er der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa angehört. Bei der Europawahl 2009 wurde Krahmer wiedergewählt. Mit dem Ende der Legislatur im Juli 2014 schied er aus dem Europäischen Parlament aus. Krahmer war seit 2004 Mitglied im Ausschuß für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit; und stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Energie, Forschung und Industrie. Während seiner ersten Legislaturperiode gehörte er auch dem nichtständigen Ausschuß zum Klimawandel an. Zudem war er von 2004 bis 2009 Mitglied der Delegation für die Beziehungen zur Parlamentarischen Versammlung der NATO und Delegation für die Beziehungen zu den Ländern Mittelamerikas; seit 2009 ist er Stellvertretender Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zur Arabischen Halbinsel. 2013 brachte Krahmer vor der Abstimmung des EU-Parlaments über die Kennzeichnung von Tabakprodukten mit abschreckenden Bildern 36 Änderungsanträge ein. Von der lobbykritischen Initiative Corporate Europe Observatory wurde ihm darauf vorgeworfen, diese Anträge hätten eine sehr große Ähnlichkeit zu Dokumenten der Tabakindustrie. Krahmer dementierte die Existenz dieser Zusammenhänge. Er sei nicht durch eine Lobby fremdbestimmt. Vielmehr unterstütze er Gesundheitsschutzvorhaben, jedoch sei bei manchen Maßnahmen wie der Platzierung abschreckender Bilder "die Frage zu stellen, ob sie nicht eher die Vermarktung der Produkte erschweren sollen". Diese Richtlinie sei ein "Kreuzzug gegen das Rauchen", der auch wissenschaftlich auf wackligen Füßen stünde. Krahmer leugnet die menschengemachte globale Erwärmung und bestreitet die wissenschaftliche Objektivität des Weltklimarats IPCC. Im Jahr 2010 wurde unter seiner Federführung die Broschüre "Unbequeme Wahrheiten über die Klimapolitik und ihre wissenschaftlichen Grundlagen" veröffentlicht, der von dem Umweltmagazin Klimalügendetektor "Fehler, zweifelhafte Quellen, kompletter Unsinn" attestiert wurde. Er ist Mitherausgeber des im November 2011 im Selbstverlag erschienenen Buches "Realitätscheck für den Klimaschutz - Globale Klimapolitik zwischen Anspruch und Wirklichkeit". Im Jahr 2012 war er Mitveranstalter einer "alternativen Klimakonferenz" von sogenannten "Klimaskeptikern" in Dresden.
Holger Krestel (* 11. November 1955 in Berlin): Er war von 1973 bis 1987 Mitglied der CDU. Er gehörte in der ersten Hälfte der 1970er Jahre zu einer Gruppe von Oberschülern, die die Berliner Schüler Union - einen CDU-nahen politischen Jugendverband - gründeten. Krestel trat 1987 aus der CDU aus und 1989 in die FDP ein. Krestel ist Vorsitzender der FDP in Berlin-Tempelhof und des Berliner FDP-Bezirksverbands Tempelhof-Schöneberg. Von 2001 bis 2006 war Krestel für die FDP Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Er war dort Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Verwaltungsreform und vertrat die FDP im Untersuchungsausschuß zum Berliner Bankenskandal. Er war ab dem 20. Mai 2010 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er folgte Hellmut Königshaus nach, da dieser als Wehrbeauftragter aus dem Bundestag ausschied. Krestel vertrat die FDP-Fraktion im Bundestag als ständiges Mitglied im Finanzausschuß und im Petitionsausschuß. Er war ferner stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuß. Durch das Scheitern seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2013 war er im 18. Bundestag nicht mehr vertreten. Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus 2016 und 2021 wurde er jeweils über die Bezirksliste Tempelhof-Schöneberg erneut ins Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Er war Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion, Vorsitzender des Ausschusses für Verfassungs- und Rechtsangelegenheiten, Geschäftsordnung, Verbraucherschutz, Antidiskriminierung; weiterhin war er Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Verfassungsschutz und beratendes Mitglied im Innenausschuß. Nach dem Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Wiederholungswahl zum 19. Abgeordnetenhaus im Februar 2023 schied er erneut aus dem Parlament aus. Während der Parlamentsdebatte zur "Klimanotlage" im Berliner Abgeordnetenhaus bezeichnete Krestel den Linke-Abgeordneten Michael Efler als "Klima-Faschisten" und warf ihm vor, für einen "Öko-Dschihad" zu kämpfen. Später entschuldigte er sich für seine Wortwahl.
Wolfgang Kubicki (* 3. März 1952 in Braunschweig): Er trat 1971 als 19jähriger VWL-Student in die FDP ein. 1972/73 war er Stellvertretender Bundesvorsitzender des Liberalen Hochschulverbands und 1975/76 Landesvorsitzender der Jungdemokraten in Schleswig-Holstein. Anschließend wurde Kubicki erstmals 1976 in den Landesvorstand der FDP Schleswig-Holstein gewählt, dem er bis 1988 angehörte, zuletzt als Stellvertretender Landesvorsitzender. Von 1981 bis 1983 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die FDP-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag. Von 1987 bis 1989 war er Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Rendsburg-Eckernförde. Dieses Amt gab er nach seiner Wahl zum Landesvorsitzenden im September 1989 auf. Im September 1993 trat Kubicki im Zuge der Affäre um die Deponie Schönberg als Landesvorsitzender zurück. Als Landesvorsitzender war Kubicki auch im Bundesvorstand der Liberalen. Seit 1997 ist er dies erneut. Zudem war er Spitzenkandidat seiner Partei bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 1992, 2000, 2005, 2009, 2012 und 2017. Er galt nach der langjährigen Ministerpräsidentin Heide Simonis als der bekannteste Politiker des nördlichsten Bundeslandes. Kubicki war ein öffentlich bekennender Freund Jürgen W. Möllemanns, der 2003 bei einem Fallschirmsprung verstarb. Beide waren auch die geistigen Urheber der damaligen Strategie der FDP, der Strategie Projekt 18. Kubicki setzte sich seit dem Jahre 2000 dafür ein, daß Guido Westerwelle von der FDP zum Bundesvorsitzenden der FDP gewählt wurde und Fraktionsvorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion wurde. Westerwelle drängte seinerzeit damit Wolfgang Gerhardt aus beiden Positionen. Mitte Dezember 2010 sprach sich Kubicki öffentlich für die Ablösung Westerwelles als Parteivorsitzender der FDP im Mai 2011 aus. Er verglich die Situation der FDP mit der Spätphase der DDR und gab der Parteispitze die Schuld an den Umfrageergebnissen unter 5 Prozent. Bei der Landtagswahl 2012 erhielt die FDP mit Kubicki als Spitzenkandidat ein Ergebnis von 8,2 Prozent der Zweitstimmen. Dies war zwar ein deutlicher Verlust gegenüber der Landtagswahl 2009, als 14,9 Prozent erreicht wurden, aber dennoch das zweitbeste in Schleswig-Holstein erzielte Wahlergebnis. Zuvor war die FDP aus sechs Landesparlamenten ausgeschieden. Daher galt das Ergebnis als außerordentlicher Erfolg, den man vor allem Kubicki zuschrieb ("Kubicki-Effekt"). In Umfragen erreichte er 54 Prozent Zuspruch der Wahlbevölkerung Schleswig-Holsteins (im Vergleich zu 18 Prozent für Philipp Rösler) und 63 Prozent sahen große Unterschiede zwischen Landes- und Bundes-FDP. Obwohl Kubicki nie mit Kritik an der Bundespolitik seiner eigenen Partei gespart hatte, betonte er bereits in der Wahlsendung des ZDF, daß dieses als Wahlsieg empfundene Ergebnis gerade auch ein Erfolg für die Bundespartei sei. Damit trat er zuvor öffentlich aufgekommenen Putschgerüchten gegen den Vorsitzenden der Bundes-FDP Philipp Rösler noch vor Ablauf des Wahlabends klar entgegen. Im August 2012 kündigte Kubicki an, bei der Bundestagswahl 2013 als Spitzenkandidat der FDP Schleswig-Holstein antreten zu wollen. Auf dem FDP-Bundesparteitag 2013 wurde Kubicki als Beisitzer im Bundespräsidium Nachfolger des damaligen Entwicklungsministers Dirk Niebel, der bereits im ersten Wahlgang ausschied. Kubicki gewann dann in einer Kampfabstimmung gegen Gesundheitsminister Daniel Bahr. Der Außerordentliche Parteitag der FDP im Dezember 2013 wählte Kubicki mit 89,87 Prozent der Stimmen zum 1. Stellvertreter des neuen Parteivorsitzenden Christian Lindner. Der FDP-Bundesparteitag 2015 bestätigte Kubicki in diesem Amt mit 94,2 Prozent der Stimmen und der FDP-Bundesparteitag 2017 mit 92,29 Prozent. Kubicki ist Mitglied des Beirats der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Von 1992 bis 2017 war Kubicki Mitglied des Landtags von Schleswig-Holstein. Dabei zog er stets über die Landesliste in den Landtag ein. Er wurde 1992 sogleich Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. 1993 legte er das Amt während der Affäre um die "Deponie Schönberg" nieder. Nach der Landtagswahl 1996 löste er seinen Nachfolger Ekkehard Klug wieder ab und wurde erneut Fraktionsvorsitzender. Nach Bildung der großen Koalition unter Ministerpräsident Peter Harry Carstensen am 27. April 2005 wurde Kubicki Oppositionsführer in Schleswig-Holstein. Mit dem Bruch der großen Koalition und der Entlassung der SPD-Minister aus dem Kabinett Carstensen I am 21. Juli 2009 ging diese Funktion an den SPD-Fraktionsvorsitzenden Ralf Stegner über. Zwischen 2004 und 2009 war Kubicki als Vertreter des schleswig-holsteinischen Landtags Mitglied im Beirat der HSH Nordbank. Nach dem Bruch der großen Koalition von CDU-Ministerpräsident Carstensen im Juli 2009 sprach sich Kubicki für eine schwarz-gelbe Koalition nach der für den 27. September 2009 anvisierten Neuwahl des Landtags aus. Nach der Landtagswahl Schleswig-Holstein 2009 wurde Kubicki nicht Mitglied der bis 2012 CDU-FDP-geführten Landesregierung, sondern blieb Fraktionsvorsitzender. Als Mitglied der Regierung hätte er seinen Beruf als Anwalt ruhen lassen müssen. In einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" äußerte Kubicki im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover gegen Christian Wulff, daß ein Prozeß in einer Blamage für die Justiz enden werde, und bezeichnete das Angebot der Staatsanwaltschaft an Wulff, das Verfahren gegen eine Zahlung von 20.000 Euro einzustellen, als "Verzweiflungstat". Kubicki war von Dezember 1990 bis zur Niederlegung seines Mandats im August 1992 und kurzzeitig im Herbst 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er zog stets über die Landesliste Schleswig-Holstein in den Bundestag ein. 2017 wurde Kubicki zum Spitzenkandidaten auf der schleswig-holsteinischen Landesliste der FDP zur Bundestagswahl 2017 gewählt. Im September 2017 zog er in den 19. Deutschen Bundestag ein. Im 19. Bundestag war Kubicki Vizepräsident des Ältestenrats. Am 24. Oktober 2017 wählte ihn der 19. Deutsche Bundestag zu einem von fünf Vizepräsidenten; in dieses Amt wurde er auch in der konstituierenden Sitzung des 20. Deutschen Bundestags am 26. Oktober 2021 gewählt.
Otto Christian Knut Hans Konstantin Hubertus von Kühlmann, Freiherr von Stumm-Ramholz, genannt Knut Freiherr von Kühlmann-Stumm (* 17. Oktober 1916 in München; † 19. Januar 1977 in Bad Soden-Salmünster): Ursprünglich war er Mitglied der FDP. Ab 1956 gehörte er dem Vorstand des FDP-Landesverbands Hessen an, von 1956 bis 1958 war er Landesschatzmeister. Von 1959 bis 1960 war er Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung. Aus Protest gegen die neue Ostpolitik der sozialliberalen Koalition legte er im Dezember 1971 alle Parteiämter in der FDP nieder. Im folgenden Jahr verließ er die Liberalen und schloß sich der CDU an. Kühlmann-Stumm gehörte dem Deutschen Bundestag von 1960, als er für den verstorbenen Max Becker nachrückte, mit kurzer Unterbrechung bis 1976 an. Nach der Bundestagswahl 1961 bot Konrad Adenauer Kühlmann-Stumm im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zwischen den Unionsparteien und der FDP das Amt des Bundesfinanzministers an, das er jedoch ablehnte, weil er als Industrieller keine unvoreingenommenen Entscheidungen treffen könne. Tatsächlich wurde er Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Als Erich Mende in die Bundesregierung eintrat, wurde von Kühlmann-Stumm am 5. November 1963 zum Fraktionsvorsitzenden der Liberalen gewählt. Dieses Amt übte er bis zum 23. Januar 1968 aus. Am 1. Dezember 1966 wurde er somit durch den Amtsantritt der Bundesregierung Kiesinger (Große Koalition aus Union und SPD) zugleich Oppositionsführer. Von 1968 bis zum 7. Dezember 1971 war Kühlmann-Stumm wieder Stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Aus Protest gegen die neue Ostpolitik der Bundesregierung Brandt/Scheel stimmte er beim konstruktiven Mißtrauensvotum gegen Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) am 27. April 1972 für den Oppositionskandidaten Rainer Barzel (CDU), obwohl er noch der Regierungspartei FDP angehörte. Folgerichtig stimmte er am 17. Mai 1972 auch gegen die Ostverträge und verließ anschließend die Liberalen. Zum 30. Mai 1972 legte Kühlmann-Stumm sein Bundestagsmandat nieder. Bei den Neuwahlen im November 1972 trat er dann für die CDU an und wurde auch erneut in den Bundestag gewählt.
Karl Lahr (* 27. März 1899 in Wendelsheim; † 5. Dezember 1974 in Mainz): Er gehörte 1946 zu den Gründern des Sozialen Volksbunds (SV), aus dem später der Landesverband der FDP Rheinland-Pfalz hervorging. Lahr war 1946 zunächst in die Beratende Landesversammlung des Landes Rheinland-Pfalz gewählt worden. Sein Mandat wurde jedoch in der ersten Sitzung am 22. November 1946 aufgrund von Beanstandungen der französischen Militärregierung für ruhend erklärt. In einer weiteren Sitzung im Dezember erklärte dann der mit der Mandatsprüfung beauftragte Wahlprüfungsausschuß die Wahl Lahrs für ungültig. Lahr war von 1951 bis zu seiner Mandatsniederlegung am 30. September 1953 Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags und dort 1952/53 Vorsitzender der FDP-Fraktion. Dem Deutschen Bundestag gehörte er von 1953 bis 1957 an. Ursprünglich für die FDP gewählt, verließ er diese am 23. Februar 1956 mit der sogenannten Euler-Gruppe aus Protest gegen den Koalitionswechsel der Liberalen in Nordrhein-Westfalen von der CDU zur SPD und beteiligte sich an der Gründung der Freien Volkspartei (FVP), die sich bereits im März 1957 der Deutschen Partei anschloß. Lahr amtierte von 1946 bis 1956 als Bürgermeister der Gemeinde Ober-Hilbersheim.
Otto Friedrich Wilhelm von der Wenge Graf Lambsdorff (* 20. Dezember 1926 in Aachen; † 5. Dezember 2009 in Bonn): Er war seit 1951 Mitglied der FDP. Von 1968 bis 1978 war er als Schatzmeister Mitglied im geschäftsführenden FDP-Landesvorstand von Nordrhein-Westfalen. Seit 1972 gehörte Lambsdorff dem FDP-Bundesvorstand an, seit 1982 auch dem Präsidium der FDP. Vom 8. Oktober 1988 bis zum 11. Juni 1993 war er Bundesvorsitzender und seit 1993 Ehrenvorsitzender der FDP. Von 1991 bis 1994 war Lambsdorff Präsident der Liberalen Internationale. Von 1995 bis 2006 war er Vorsitzender des Vorstands der Friedrich-Naumann-Stiftung. Lambsdorff war von 1972 bis 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1972 bis 1977 und von 1984 bis 1997 wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Am 7. Oktober 1977 wurde er als Bundesminister für Wirtschaft in die von Bundeskanzler Helmut Schmidt geführte Bundesregierung berufen. Vom Ordoliberalismus und der Marktwirtschaft überzeugt, stritt Lambsdorff zum einen für eine Neuregelung der Mitbestimmungsgesetzgebung. Er versuchte dabei, die aus seiner Sicht zu weitgehenden Mitwirkungsrechte, die infolge der Biedenkopf-Kommission ins Mitbestimmungsgesetz von 1976 eingebracht worden waren, zu verhindern. Zum anderen wandte er sich gegen das "deficit spending" im Rahmen der Globalsteuerung, das zu einer immer höher werdenden Schuldenlast des Staats führe. Nach der Bundestagswahl 1980 war Lambsdorff unter anderem durch das Abfassen des am 9. September 1982 veröffentlichten sogenannten Lambsdorff-Papiers (offiziell: Konzept für eine Politik zur Überwindung der Wachstumsschwäche und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, auch als Scheidungspapier oder Manifest der Sezession bekannt) maßgeblich am Bruch der sozialliberalen Koalition beteiligt. Am 17. September 1982 trat er gemeinsam mit den anderen FDP-Bundesministern zurück. Nach der Wahl von Helmut Kohl zum Bundeskanzler wurde Lambsdorff am 4. Oktober 1982 erneut zum Bundesminister für Wirtschaft ernannt. Im Zuge der sogenannten Flick-Affäre hob der Bundestag am 2. Dezember 1983 auf Ersuchen der ermittelnden Bonner Staatsanwaltschaft die Immunität des amtierenden Bundeswirtschaftsministers Lambsdorff auf, der dann, als die Anklage zugelassen wurde, am 27. Juni 1984 zurücktrat. Der Prozeß vor dem Landgericht Bonn zog sich rund anderthalb Jahre hin. Am 16. Februar 1987 wurde Otto Graf Lambsdorff gemeinsam mit dem Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch sowie dem vormaligen Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs wegen Steuerhinterziehung rechtskräftig verurteilt. Lambsdorff erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 180.000 Deutsche Mark. Vom Vorwurf der Bestechung bzw. Bestechlichkeit sprach das Gericht die Angeklagten mangels Beweisen frei. Vom Bundeswirtschaftsministerium wurden ihm jedoch 515.000 Deutsche Mark zur Deckung seiner Anwaltskosten zugesprochen. Als bekannter Verfechter der Marktwirtschaft (der von Herbert Wehner erfundene Schmähbegriff "Marktgraf" für Lambsdorff wurde lebenslang als positives Markenzeichen für ihn verwendet) blieb Lambsdorff in seiner Partei populär und konnte sich 1988 als Nachfolger von Martin Bangemann bei der Neuwahl des FDP-Parteivorsitzenden gegen Irmgard Adam-Schwaetzer durchsetzen. In seiner Amtszeit kam im August 1990 der Zusammenschluß der FDP mit der LDPD und anderen liberalen Gruppierungen in der DDR zustande. Nach der deutschen Wiedervereinigung erreichte die FDP eines ihrer besten Wahlergebnisse seit Gründung. Bereits zu diesem Zeitpunkt forderte Lambsdorff als einer der ersten eine Abkehr von der bisherigen "Umverteilungspolitik" und die "Rückkehr zu mehr marktwirtschaftlichen Prinzipien und Grundsätzen", was später auch die Wiesbadener Grundsätze der FDP bestimmen sollte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag begann er 1999 als Beauftragter des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder die Verhandlungen über Art und Höhe der Entschädigung für ehemalige NS-Zwangsarbeiter zu führen. Mit Gründung der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" wurde diese Wiedergutmachung im Sommer 2001 begonnen. Graf Lambsdorff erhielt für seine Rolle hierbei den Toleranzpreis des Jüdischen Museums in Berlin.
Christian Wolfgang Lindner (* 7. Januar 1979 in Wuppertal): Mit 16 Jahren trat er der FDP bei. Von 1996 bis 1998 war er Landesvorsitzender der Liberalen Schüler NRW und Vorstandsmitglied der Jungen Liberalen Nordrhein-Westfalen. Seit 1998 ist er Mitglied des nordrhein-westfälischen Landesvorstands der FDP. Bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl am 14. Mai 2000 gelang der FDP der Einzug (sie erhielt 9,8 Prozent; im Mai 1995 waren es nur 4,0 Prozent gewesen). Der 21jährige Lindner zog als jüngster Abgeordneter in der Geschichte des Landtags von Nordrhein-Westfalen ins Landesparlament ein. Ab 2000 war er zunächst "Sprecher für Generationen, Familie und Integration". Von November 2004 bis Februar 2010 war Lindner Generalsekretär des nordrhein-westfälischen FDP-Landesverbands und als solcher Wahlkampfleiter der FDP für den Landtagswahlkampf 2005. 2005 kam es in Nordrhein-Westfalen zu einem historischen Regierungswechsel: nach 39 Jahren SPD-Regierung erhielten CDU und FDP zusammen eine knappe Mehrheit der Parlamentssitze; Jürgen Rüttgers bildete das Kabinett Rüttgers. Lindner wurde Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion im Landtag und Sprecher für die Bereiche Innovation, Wissenschaft und Technologie. Dem FDP-Bundesvorstand gehörte er von 2007 bis Dezember 2011 an. Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 zog Lindner über die Landesliste in Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag ein. Im Dezember 2009 wurde er als Nachfolger von Dirk Niebel Generalsekretär der FDP; im Dezember 2011 trat er von diesem Amt zurück. In seiner Funktion als Generalsekretär führte Lindner ab Juni 2010 auch eine Kommission zur Erarbeitung eines neuen FDP-Grundsatzprogramms, dessen ersten Textentwurf die Partei im September 2011 vorstellte. Im April 2012 wählte ein FDP-Landesparteitag Lindner zum Spitzenkandidaten für die wegen einer Parlamentsauflösung vorgezogene Landtagswahl am 13. Mai 2012. Kurz vor diesem Termin wurde er Landesvorsitzender. Bei der Landtagswahl erhielt die FDP 8,6 Prozent der Stimmen. Lindner war Direktkandidat für den Landtagswahlkreis Rheinisch-Bergischer Kreis II und bekam 11,6 Prozent der Erststimmen. Im Mai 2012 machte die FDP-Fraktion im Landtag ihn zu ihrem Vorsitzenden, woraufhin er sein Bundestagsmandat niederlegte. Am 9. März 2013 wurde Lindner zu einem der drei Stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden gewählt (die beiden anderen waren Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Holger Zastrow; Parteivorsitzender war seit 2011 Philipp Rösler). Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai 2017 trat Lindner als Spitzenkandidat an. Themenschwerpunkte waren soziale Marktwirtschaft, Bildung, Bürgerrechte und Digitalisierung; er befürwortete einen härteren Kurs bei den Themen innere Sicherheit, Türkeipolitik und Eurorettung. Mit dieser Themensetzung war er nach Einschätzung des Journalisten Thomas Sigmund der heimliche Oppositionsführer. Diesmal erhielt die FDP 12,6 Prozent der Stimmen und bildete eine Koalitionsregierung mit der CDU unter Leitung von Armin Laschet. Wegen Lindners Engagement in der Bundespolitik wurde Joachim Stamp am 25. November 2017 zu seinem Nachfolger als Landesvorsitzender der FDP Nordrhein-Westfalen gewählt. Nach der Bundestagswahl 2013, bei der die FDP den Einzug in den Bundestag verpaßte, kündigten Parteichef Rösler sowie der Vorstand ihren Rücktritt an. Gleichzeitig erklärte Lindner, für den Bundesvorsitz kandidieren zu wollen. Vom 6. bis 8. Dezember 2013 fand ein außerordentlicher Parteitag statt, der die Ursachen für die Wahlniederlage analysierte und ein komplett neues Präsidium wählte. Auf diesem Parteitag wurde Lindner, damals 34 Jahre alt, mit 79 Prozent der Stimmen zum bislang jüngsten Vorsitzenden der FDP-Geschichte gewählt. In seiner Bewerbungsrede hatte er die Zeit der Trauer für beendet erklärt und die Delegierten dazu aufgerufen, die Partei "vom Fundament" her zu erneuern. Von 2014 bis 2016 war Lindner Mitglied des ZDF-Fernsehrats. Am 15. Mai 2015 wählte der Bundesparteitag in Berlin Lindner mit 91 Prozent der Stimmen als Bundesvorsitzenden wieder. Ein weiterer Bundesparteitag bestätigte ihn am 28. April 2017, ebenfalls in Berlin, mit 91 Prozent der Stimmen im Amt. Als Bundesvorsitzender war er auch Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2017. Dort konnte die FDP ihr Ergebnis gegenüber 2013 auf 10,7 Prozent verdoppeln. Lindner kandidierte auf dem ersten Platz der Landesliste in Nordrhein-Westfalen und als Direktkandidat für den Bundestagswahlkreis Rheinisch-Bergischer Kreis. Er erhielt 15,7 Prozent der Erststimmen und zog über die FDP-Landesliste in den 19. Deutschen Bundestag ein. Am 25. September 2017, einen Tag nach der Wahl, wurde er zum Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Bundestag gewählt. Er war ordentliches Mitglied im Bundestags-Vermittlungsausschuß, sowie im Gemeinsamen Ausschuß. Nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaikakoalition erklärte Lindner am 19. November 2017 die Verhandlungen für gescheitert, und kommentierte: "Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!" Am 26. April 2019 wurde er beim Bundesparteitag in Berlin mit 86,6 Prozent der Stimmen im Amt des Bundesvorsitzenden bestätigt. Die Wahl fand ohne Gegenkandidaten statt. Im Zusammenhang mit der Regierungskrise in Thüringen 2020 wurde Christian Lindners Amtsführung von führenden Liberalen kritisiert. Er hatte die Aufstellung Thomas Kemmerichs als Kandidat für das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten unterstützt und nach dessen Wahl, die nur mit den Stimmen der AfD möglich gewesen war, zunächst geäußert, die FDP könne nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wer sie wähle. Am 6. Februar 2020, dem Tag nach der Wahl, fuhr er dann aber nach Erfurt, um Ministerpräsident Kemmerich zum Rücktritt zu bewegen, woran er auch sein eigenes Amt als Parteivorsitzender knüpfte. In einer außerordentlichen Sitzung des FDP-Bundesvorstands am 7. Februar 2020 stellte Lindner die Vertrauensfrage. Sowohl die Kandidatur Kemmerichs als auch die Annahme der Wahl seien Fehler gewesen, die geeignet waren, Zweifel an der Grundhaltung der FDP auszulösen. Diese grenze sich glasklar und prinzipiell von der AfD ab. 33 Mitglieder des Parteivorstands sprachen Lindner das Vertrauen aus, bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Später empfahl er, den Präsidenten des Thüringer Verfassungsgerichtshofs, Stefan Kaufmann, zum Chef einer parteiunabhängigen Expertenregierung in Thüringen zu wählen. Kaufmann selbst bezeichnete es als unprofessionell, einen Namen zu nennen, ohne die Person zu fragen. Bodo Ramelow bezeichnete den Vorstoß als eine Zumutung. Auf dem Bundesparteitag 2021 wurde Christian Lindner mit 93 Prozent der Stimmen erneut zum Bundesvorsitzenden der FDP und gleichzeitig zum Spitzenkandidaten der Partei für die Bundestagswahl gewählt. Lindner kam bei der Wahl im Bundestagswahlkreis Rheinisch-Bergischer Kreis mit 16,84 Prozent der Erststimmen auf den vierten Platz. Als Spitzenkandidat seiner Partei zog er über die Landesliste in den 20. Bundestag ein. Am 7. Dezember 2021 legte er den Fraktionsvorsitz nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Christian Dürr gewählt. Am 21. April 2023 wurde Lindner auf dem FDP-Bundesparteitag in Berlin mit 88 Prozent der Stimmen als Parteivorsitzender bestätigt. Am 1. Mai 2024 hat Lindner Hans-Dietrich Genscher als am längsten amtierender Parteivorsitzender der FDP überholt. Vom 8. Dezember 2021 bis 7. November 2024 war er im Rahmen der ersten Ampelkoalition auf Bundesebene Finanzminister im Kabinett Scholz. Zudem war er zweiter Stellvertreter des Bundeskanzlers nach § 22 Absatz 1 Satz 2 Alt. 1 Geschäftsordnung der Bundesregierung. Als solcher leitete er als "besonders bezeichneter Bundesminister" die Kabinettssitzungen, wenn sowohl der Bundeskanzler als auch der Stellvertreter des Bundeskanzlers verhindert sind. Die Ampelkoalition geriet spätestens im Herbst 2024 in eine schwere Krise. In der FDP-kursierten Befürchtungen, daß Scholz und Habeck die FDP nur noch für die Verabschiedung des Bundeshaushaltsplans für das letzte Regierungsjahr brauchen und dann im letzten Jahr ohne die FDP weiterregieren wollten. Ende Oktober 2024 hatte Bundeskanzler Scholz wegen der anhaltenden Wirtschaftsschwäche einen "Industriegipfel" einberufen, zu dem Wirtschaftsminister Habeck und Finanzminister Lindner nicht eingeladen waren. Habeck hatte daraufhin ein Papier zur "Modernisierung" der Wirtschaft vorgelegt. Darin forderte er einen mehrere Hundert Milliarden Euro schweren "Deutschland-Fonds" zur Subventionierung von Investitionen in Unternehmen. Lindner bezeichnete das Papier als "Hammer" und lehnte es umgehend ab. Parallel zum Industriegipfel des Kanzlers veranstaltete Lindner einen eigenen "Mittelstandsgipfel" mit jenen Wirtschaftsverbänden, die vom Kanzler keine Einladung bekommen hatten. Dies wurde in der SPD als Kriegserklärung aufgefaßt. Anfang November 2024 legte Lindner ein Grundsatzpapier zur "Wirtschaftswende Deutschland" vor, das eine grundlegenden Revision politischer Leitentscheidungen forderte, um "Schaden vom Standort Deutschland abzuwenden". Es enthielt überwiegend traditionelle FDP-Forderungen, die allerdings mit den anderen Ampelkoalitionspartnern nicht umsetzbar waren. Das Grundsatzpapier wurde in den Medien verbreitet auch als "Scheidungspapier" bezeichnet. Lindner forderte eine Entlastung der Unternehmen durch Abschaffung des Solidaritätszuschlags und Senkung der Körperschaftssteuer. Weiterhin forderte er eine Abkehr von der wirtschafts- und Klimapolitik des Ministers Robert Habeck. Er forderte auch eine Deregulierung, das hätte vor allem viele SPD-Gesetzesvorhaben betroffen. In der Koalitionssitzung am 6. November 2024 hatten die Spitzen der Partei "Bündnis 90/Die Grünen", FDP und SPD beraten, um Wege aus der Ampel-Krise zu finden. Dabei ging es vor allem um die Gestaltung des Haushalts 2025 und die Frage, wie die schwer angeschlagene deutsche Wirtschaft wieder auf Trab gebracht werden könne. Dabei hatte sich laut Lindner gezeigt, daß keine ausreichenden Gemeinsamkeiten mehr herzustellen seien. Am 6. November 2024 erklärte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier die Entlassung von Bundesminister Lindner aufgrund des Auseinanderbrechens der Ampelkoalition vorzuschlagen. Die Entlassung erfolgte am 7. November 2024. Journalistische Recherchen ergaben, daß Lindner den Regierungsbruch über mehrere Wochen parteiintern vorbereitet und provoziert hatte. Lindner ist unter anderem Mitglied der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr. Aus der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft trat er 2015 aus.
Frank Martin Lindner (* 22. März 1964 in Grünwald, Landkreis München): Von 1998 bis 2020 war er Mitglied der FDP. Von 2005 bis 2009 gehörte er dem FDP-Bundesvorstand an. Er war bis März 2009 Stellvertretender Sprecher der Konferenz der Vorsitzenden der FDP-Fraktionen in den Landtagen, dem Deutschen Bundestag und dem Europaparlament, Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Medienkommission und Vorsitzender der AG Medien der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz. Lindner war Mitglied im Schaumburger Kreis, einem Zusammenschluß des liberal-konservativen Wirtschaftsflügels in der FDP. Auf dem Landesparteitag der Berliner FDP wurde Lindner am 25. März 2006 als Spitzenkandidat der FDP für die Abgeordnetenhauswahl im September 2006 nominiert, bei der die FDP 7,6 Prozent der Stimmen erzielte. Im November 2007 gab Lindner öffentlich bekannt, auf dem Landesparteitag der FDP Berlin am 11. April 2008 gegen den Amtsinhaber, den Bundestagsabgeordneten Markus Löning, als Landesvorsitzender kandidieren zu wollen. Lindner unterlag mit 163 Stimmen, Löning siegte mit 180 Stimmen. Am 28. März 2009 gewann dann aber Lindner gegen Löning die Spitzenkandidatur der Berliner FDP für den Bundestag mit 214 zu 133 Stimmen. Am 2. März 2012 wurde Lindner zum Landesvorsitzenden der Berliner FDP gewählt. Auf dem 64. Ordentlichen Bundesparteitag am 9./10. März 2013 wurde er zudem in den FDP-Bundesvorstand gewählt. Am 14. März 2014 stellte er sich erneut zur Wahl als Landesvorsitzender der FDP Berlin und unterlag in einer Kampfabstimmung Alexandra Thein. Am 30. September 2020 verließ Lindner die FDP und trat wenig später in die CDU ein. Mit dem Wiedereinzug der FDP wurde Lindner im Jahr 2001 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Dort war er von November 2001 bis Februar 2002 Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, bevor er 2002 zum Vorsitzenden gewählt wurde. Dieses Amt hatte er bis März 2009 inne. Lindner war außerdem medienpolitischer Sprecher der Abgeordnetenhausfraktion. Sein Nachfolger als Fraktionsvorsitzender war Christoph Meyer. Bei der Bundestagswahl 2009 wurde er als Spitzenkandidat auf der FDP-Landesliste in den Deutschen Bundestag gewählt. Er wurde von der FDP-Bundestagsfraktion zum technologiepolitischen Sprecher gewählt, in dessen Funktion er auch für Außenwirtschaft zuständig war. Sein erklärtes Ziel war es, den Technologieunternehmen die Markteinführung ihrer Produkte und den Export zu erleichtern. Seit Mai 2011 war er zudem wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Am 10. Mai 2011 wurde Lindner zum Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt. Lindner war ständiges Mitglied im Ausschuß für Wirtschaft und Technologie und stellvertretendes Mitglied im Petitionsausschuß und im Innenausschuß. Im Januar 2010 hielt Lindner seine Jungfernrede im Deutschen Bundestag. Als Wirtschaftsexperte verteidigte und begründete er hierbei die Umsatzsteuersenkung für Hotellerieleistungen als Notwendigkeit zur Beseitigung von Wettbewerbsnachteilen und zur Stärkung von Investitionen in dieser Branche. Im April 2010 erhielt der FDP-Abgeordnete eine Rüge des Bundestagspräsidenten für einen verbalen Angriff gegen Gregor Gysi. Lindner entgegnete auf dessen Feststellung, dass heimkehrende Soldaten mehr Psychiater bräuchten: "Sie [Gysi] brauchen auch einen." Dies wurde von Norbert Lammert "ausdrücklich als unparlamentarisch" kritisiert. Am 15. März 2013 stellte die Berliner FDP Lindner erneut als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 auf. Die Partei scheiterte jedoch an der Fünf-Prozent-Hürde. Am 24. November 2018 wurde Lindner auf der Landesdelegiertenversammlung der FDP Brandenburg in Potsdam zum brandenburgischen Spitzenkandidaten für die Europawahl 2019 gewählt. Bei der Listenaufstellung auf dem Europaparteitag der FDP am 27. Januar 2019 entschlossen sich allerdings die ostdeutschen Landesverbände mit Robert-Martin Montag einen gemeinsamen "Ost-Spitzenkandidaten" aufzustellen. Lindner verlor zunächst eine Kampfkandidatur gegen Montag und wurde anschließend auf den aussichtslosen Listenplatz 21 gewählt. Er trat eine Woche später von seiner Kandidatur zurück.
Hubertus Friedrich Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg (* 14. Oktober 1906 auf Schloss Schönwörth, Tirol; † 28. November 1984 in Bonn): In der Nachkriegszeit in Deutschland schloß er sich zunächst der FDP an, für die er von 1953 bis 1957 im Deutschen Bundestag saß. Nachdem die Freie Volkspartei, eine Abspaltung der FDP von 1956, der Deutschen Partei beigetreten war, verließ auch er am 6. Juni 1957 die FDP. Am 25. Juni 1957 wurde Löwenstein selbst Mitglied der Deutschen Partei und deren saarländischer Landesvorsitzender. Auch nach dem Krieg engagierte er sich in dem 1968 neugegründeten Reichsbanner und war von 1979 bis zu seinem Tod Bundesvorsitzender des von Sozialdemokraten dominierten Verbands. Publizistisch trat er für eine Erneuerung der Reichsidee ein und gründete dazu 1947 die "Deutsche Aktion", deren Vorsitzender er von 1948 bis 1957 war. Am 16. April 1950 forderte er bei einer Kundgebung in Holzminden, daß der "nationale Notstand" erklärt wird, da Deutschland vor dem Untergang stehe. Er verurteilte dabei die Demontagen in den Besatzungszonen als Verbrechen gegen das Völkerrecht. 1950/51 beteiligte er sich an Aktionen zur Freigabe Helgolands. Anschließend setzte er sich für die Rückkehr des Saarlands nach Deutschland ein. Er war Mitbegründer des Deutschen Saarbunds und Mitherausgeber der Deutschen Saarzeitung. Für die Wochenzeitung "Die Zeit" war er von 1951 bis 1953 Leiter der süddeutschen Redaktion. Am 31. Oktober 1956 reiste Löwenstein während des ungarischen Volksaufstands nach Budapest, um die Aufständischen zu unterstützen und durch seine Anwesenheit zu bekunden, daß die bundesdeutsche Öffentlichkeit an der Seite der Aufständischen stehe. Er sprach im Rundfunk und traf sich mit Regierungsmitgliedern und dem lange inhaftierten Kardinal József Mindszenty. Nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen wurde er festgenommen, mehrfach verhört und schließlich abgeschoben. Von 1960 bis 1963 war er Stadtverordneter in Bad Godesberg. 1960 bis 1971 war er Sonderberater des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung. Von 1973 bis 1984 war er Präsident des Freien Deutschen Autorenverbands.
Oliver Luksic (* 9. Oktober 1979 in Saarbrücken): Er trat im Jahre 2000 den Jungen Liberalen bei. 2002 bis 2009 war er deren Landesvorsitzender. Ebenfalls im Jahre 2000 wurde Luksic Mitglied der FDP. Seit 2002 führt er den FDP-Ortsverband seiner Heimatgemeinde Heusweiler und ist dort seit 2004 Fraktionsvorsitzender der FDP-Gemeinderatsfraktion. Am 13. Juni 2008 wurde Luksic zum Stellvertretenden Landesvorsitzenden der FDP Saar gewählt. Nach dem Rücktritt von Christoph Hartmann als Landesvorsitzender der FDP/DPSaar war er zusammen mit dem Gesundheitsminister Georg Weisweiler einer der Kandidaten für das Amt des Vorsitzenden. Die Wahl fand am 8. Januar 2011 statt. Luksic konnte sich mit 76,3 Prozent deutlich gegen Weisweiler durchsetzen. Bei der Landtagswahl im Saarland 2012, bei der Luksic als Spitzenkandidat antrat, erreichte die FDP 1,2 Pozent der Stimmen, womit die Partei aus dem Landtag ausschied. Auch bei der darauffolgenden Landtagswahl im Saarland 2017, bei der Luksic wiederum als Spitzenkandidat antrat, verfehlte die FDP mit einem Stimmanteil von 3,3 Prozent erneut den Einzug in den Landtag des Saarlands. Bei den Gemeinderatswahlen in Heusweiler erreichte die FDP mit Luksic als Spitzenkandidaten Stimmanteile von 2004 6,5 Prozent, 2009 11,2 Prozent und 2014 9,1 Prozent und 2019 9,32 Prozent; sie ist in Fraktionsstärke im Gemeinderat vertreten. Auf der Landesvertreterversammlung der saarländischen FDP zur Bundestagswahl 2009 am 6. Dezember 2008 wurde Luksic zum Spitzenkandidaten auf der Landesliste gewählt. Er trat auch als Direktkandidat für seinen Bundestagswahlkreis 298 (St. Wendel) an. Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 wurde Luksic über die Landesliste der FDP Saar in den Deutschen Bundestag gewählt. Er war ordentliches Mitglied im Ausschuß für die Angelegenheiten der Europäischen Union und im Ausschuß für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Seit 23. Mai 2012 war Luksic auch verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und trat damit die Nachfolge von Patrick Döring an. Durch das Scheitern seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2013, bei der er erneut Spitzenkandidat der FDP Saar war, war er im 18. Deutschen Bundestag nicht vertreten. Die FDP Saar erreichte einen Zweitstimmenanteil von 3,8 Prozent. Im 19. Deutschen Bundestag war Luksic ordentliches Mitglied im Ausschuß für Verkehr und digitale Infrastruktur und gehörte als stellvertretendes Mitglied dem Haushaltsausschuß an. In seiner Fraktion bekleidete er erneut die Funktion des verkehrspolitischen Sprechers. Er wirkte in dieser Funktion unter anderem im Untersuchungsausschuß zur Pkw-Maut in Deutschland mit. Er war Vorsitzender der Parlamentariergruppe Nördliche Adria des Deutschen Bundestages. Außerdem war er Vorsitzender der Deutsch-Belgisch-Luxemburgischen Parlamentariergruppe. Seit 2019 war er zudem Mitglied der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. Bei der Bundestagswahl 2021 zog er erneut in den Deutschen Bundestag ein. Ab dem 8. Dezember 2021 war er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Volker Wissing. Er war damit als einziger Saarländer Teil der Bundesregierung. Seit dem 12. Januar 2022 war er zusätzlich auf Vorschlag von Bundesminister Wissing Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik. Am 7. November 2024 erklärte er seinen Rücktritt. Während seiner Amtszeit als Staatssekretär fungierte Luksic trotz interner Einwände als Schirmherr einer Kraftstoff-Kampagne des "dubiosen" Mobil in Deutschland e. V. Dieser suggerierte mutmaßlich in einem Werbeprodukt, Mitglieder könnten gegen Bezahlung in Kontakt mit Luksic und dem Minister treten. Luksics Schirmherrschaft ruht seit Berichterstattung; Lobbycontrol forderte dessen Rücktritt. Darüber hinaus ist er Mitglied im FDP-Bundesvorstand. Zudem war er bis 2024 Aufsichtsratsvorsitzender bei der "Die Autobahn GmbH des Bundes". Im Rahmen der vorgezogenen Neuwahlen zum Deutschen Bundestag im Jahre 2025 tritt Luksic erneut als Spitzenkandidat der FDP-Saar an. Luksic vertrat die FDP bis 2020 im Bundesvorstand des Netzwerks Europäische Bewegung Deutschland. Er ist Mitglied bei der Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozeß einsetzt.
Till Berthold Mansmann (* 8. Januar 1968 in Mannheim-Neckarau): Er ist seit 2005 Mitglied der FDP. Er ist seit 2014 Kreisvorsitzender des FDP-Kreisverbands Bergstraße und war von 2016 bis 2021 Präsidiumsmitglied der FDP Hessen, seit 2021 ist er Bezirksvorsitzender der FDP Südhessen. Er gehört dem Liberalen Mittelstand Hessen an. Kommunalpolitisch ist Mansmann seit 2016 Abgeordneter und Stellvertretender Vorsitzender des Kreistags im Kreis Bergstraße. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte er für die Freien Demokraten im Wahlkreis Bergstraße (188) und zog über Platz 5 der Landesliste der FDP Hessen in den 19. Deutschen Bundestag ein. Für die Bundestagswahl 2021 war Mansmann erneut Direktkandidat der FDP in seinem Wahlkreis und stand auf Platz 3 der Landesliste der FDP Hessen. Während der 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages war Mansmann zunächst ordentliches Mitglied im Ausschuß für Arbeit und Soziales, ordentliches Mitglied im Ausschuß für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuß. Von 2018 bis 2020 gehörte er als stellvertretendes Mitglied der Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der Digitalen Arbeitswelt" und deren Projektgruppe "Anforderungen an die Ausbildung im Betrieb" an. 2020 wurde Mansmann ordentliches Mitglied im Finanzausschuß und stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Ende 2021 übernahm Mansmann das Amt des entwicklungspolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion. Er ist zudem ordentliches Mitglied im Ausschuß für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie dem Finanzausschuß des 20. Deutschen Bundestages. Seit dem 10. August 2022 ist Mansmann als Nachfolger von Stefan Kaufmann Beauftragter für Grünen Wasserstoff im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Darüber hinaus ist Mansmann Stellvertretender Vorsitzender der Parlamentariergruppe Westafrika sowie Mitglied in der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe und der Deutsch-Südkaukasischen Parlamentariergruppe. Er ist Präsident des Deutsch-Armenischen Forums und Mitglied im Parlamentarischen Beirat für Bevölkerung und Entwicklung, im Beirat des Deutschen Evaluierungsinstituts für Entwicklungszusammenarbeit und im Arbeitskreis Welternährung. Ebenfalls ist Mansmann Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozeß einsetzt. Bei der Bundestagswahl 2025 wird ein Einzug in den Bundestag auf Grund einer schlechten Plazierung auf der Landesliste der FDP Hessen nicht mehr reichen. Am 5. Dezember 2024 hat er sich in seiner letzten Rede aus dem Deutschen Bundestag verabschiedet.
Hasso Eccard von Manteuffel (* 14. Januar 1897 in Potsdam; † 24. September 1978 in Reith, Österreich): Seit 1949 gehörte er der FDP an, er nahm 1950 nach Angaben des britischen Geheimdienstes Kontakte zur Bruderschaft auf, einer Vereinigung von Altnazis rund um den ehemaligen Gauleiter Karl Kaufmann, die die junge Bundesrepublik Deutschland unterwandern wollte; der Club war ideell und personell ein Vorläufer des Naumann-Kreises, auch "Gauleiter-FDP" genannt. Von 1953 bis 1957 war er Mitglied des Bundestages. Er war zunächst verteidigungspolitischer Sprecher seiner Partei. Nach dem Koalitionswechsel der FDP in Nordrhein-Westfalen von der CDU zur SPD verließ er am 23. Februar 1956 mit der Euler-Gruppe die Liberalen und beteiligte sich an der Gründung der FVP, deren Stellvertretender Fraktionsvorsitzender er wurde. Als sich die FVP bereits am 14. März 1957 der Deutschen Partei anschloß, tat dies auch Manteuffel. Der Ex-General, der sich schon früh für einen deutschen Verteidigungsbeitrag zur NATO einsetzte, schlug vor, nach dem Vorbild der Parlamentsarmee von 1848 die neuen Streitkräfte "Bundeswehr" zu nennen. 1957 wurden gegen ihn und die Abgeordneten Martin Blank (DP) und Fritz Berendsen (CDU) Vorwürfe im Zusammenhang mit Rüstungsaufträgen laut. Der Verteidigungsausschuß des Bundestages, dem er von 1953 bis 1957 als ordentliches Mitglied angehörte, wurde daraufhin als Untersuchungsausschuß gemäß Artikel 45a Grundgesetz tätig, konnte die Vorwürfe jedoch nicht bestätigen. 1959 wurde er vor einem Schwurgericht des Totschlags angeklagt. Er hatte im Jahr 1944 einen Soldaten wegen Feigheit vor dem Feind vor ein Kriegsgericht gestellt, weil dieser während einer nächtlichen Wache die Entführung zweier seiner Kameraden beobachtet, aber weder eingegriffen noch diesen Vorfall gemeldet hatte. Das Kriegsgericht entschied auf Haft, aber Manteuffel ließ den Soldaten erschießen. Manteuffel wurde am 21. August 1959 wegen Totschlags in minder schwerem Fall zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, aber bereits nach zwei Monaten auf Fürsprache des ausscheidenden Bundespräsidenten Theodor Heuss freigelassen. Die Revision von Manteuffels gegen die Haftstrafe wurde am 21. März 1960 vom Bundesgerichtshof zurückgewiesen.
Helmut Markwort (* 8. Dezember 1936 in Darmstadt): Er ist seit 1968 Mitglied der FDP. Am 12. Februar 2017 war er Mitglied der 16. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten als nominierter Vertreter des Landtags von Baden-Württemberg für die FDP. Im Oktober 2017 wurde Markwort für die FDP im Stimmkreis München-Bogenhausen als Listenkandidat für die Landtagswahl 2018 gewählt, auf der FDP-Liste erreichte er Platz 32. Im März 2018 wurde bekannt, daß sich Markwort für die bayerische FDP bei der Landtagswahl 2018 um ein Abgeordnetenmandat bewirbt. Im April 2018 wurde bekannt, daß er im Stimmkreis München-Land-Süd als Direktkandidat und Nachfolger von Tobias Thalhammer vorgesehen ist und auch dessen Listenplatz 16 übernimmt. Aufgrund seines sehr guten Stimmenergebnisses rückte Markwort auf der Wahlliste Oberbayerns auf Platz zwei hoch und schaffte so den Sprung in den Bayerischen Landtag. Er eröffnete diesen als Alterspräsident am 5. November 2018. Markwort trat bei der Landtagswahl 2023 erneut für die FDP, dieses Mal im Stimmkreis Freising, an. Mit der Wahlniederlage der FDP Bayern verlor auch Markwort sein Mandat. Zum Zeitpunkt seines Ausscheidens aus dem Landtag war Markwort der älteste Abgeordnete Deutschlands. Für die Finanzierung seines eigenen Wahlkampfes um einen Sitz im Bayerischen Landtag versteigerte der zu dem Zeitpunkt 82jährige Markwort eine TV-Rolle in einer Serie des Bayerischen Rundfunks (BR). Dem Produzenten der Serie "Hubert ohne Staller" hatte Markwort gesagt, es handle sich um einen wohltätigen Zweck. Er verschwieg, daß es sich dabei um seine Wahlkampffinanzierung handelte. Markwort hätte vorgeführt, "daß man sich einen öffentlich-rechtlichen Sender zu Diensten machen kann und darf. Er hat gezeigt, daß sich ein Politiker durch den BR seinen Wahlkampf mitfinanzieren lassen kann", sagte die Grüne Ulrike Gote, Stellvertretende Landtagspräsidentin. Der BR verhinderte die entsprechende Besetzung.
Erich Mende (* 28. Oktober 1916 in Groß Strehlitz, Landkreis Groß Strehlitz in Oberschlesien; † 6. Mai 1998 in Bonn): Er trat 1945 der FDP bei, obwohl er ursprünglich eher der CDU zugeneigt gewesen sei. Im Februar 1946 wurde er zunächst Landessekretär bzw. Parteigeschäftsführer und Verbandssyndikus der FDP in Nordrhein-Westfalen und dann im Juni 1947 als Vertreter der Jungdemokraten in den Vorstand der FDP der Britischen Zone gewählt. Seit 1949 war er Mitglied des FDP-Bundesvorstands und von 1960 bis 1968 Bundesvorsitzender der FDP. Nach der Naumann-Affäre entschloß er sich, gegen den Kandidaten des angeschlagenen nordrhein-westfälischen FDP-Vorsitzenden Friedrich Middelhauve für das Amt des Stellvertretenden Landesvorsitzenden, Hermann Schwann (später Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher), anzutreten, und wurde am 7. März 1953 mit großer Mehrheit zum Nachfolger des verstorbenen Hans Albrecht Freiherr von Rechenberg gewählt. Vornehmlich Bundespolitiker stand Mende 1956 eher distanziert dem Vorgehen der sogenannten "Jungtürken" um Walter Scheel, Wolfgang Döring und Willi Weyer gegenüber, die den Koalitionswechsel von der CDU zur SPD in Nordrhein-Westfalen durchsetzten und damit den äußeren Anlaß für die Abspaltung der Euler-Gruppe und die Gründung der FVP gaben, und hätte wohl den Bruch der Koalition mit der CDU auf Bundesebene lieber verhindert. In die Bundestagswahl 1961 ging die Oppositionspartei FDP mit der Aussage, sie werde auf keinen Fall Konrad Adenauer zum Kanzler mitwählen. Mende gelang bei der Wahl mit 12,8 Prozent das bis 2009 beste Bundestagswahlergebnis seiner Partei. Das FDP-Versprechen, nur ohne Bundeskanzler Adenauer in eine Koalition einzutreten, konnte nicht erfüllt werden, da die CDU auf Adenauers Kanzlerschaft bestand. Zwar ging die FDP eine Koalition mit der Union ein, aber Mende lehnte die Übernahme eines Kabinettspostens ab und blieb Fraktionsvorsitzender. Trotzdem hing seiner Partei in der Folge der Ruf des "Umfallens" an. Im Januar 1968 kandidierte Mende nicht mehr für den Vorsitz der FDP, zu seinem Nachfolger wurde der ehemalige Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit Walter Scheel gewählt. Mende blieb aber Mitglied des Bundesvorstands. Von 1959 bis 1971 war er Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung. Neben Siegfried Zoglmann war Mende im Juni 1970 Mitbegründer der Nationalliberalen Aktion, die sich gegen die Neue Ostpolitik der sozialliberalen Regierung Brandt/Scheel wandte. Der linke Flügel der FDP forderte daraufhin seinen Ausschluß aus der Partei. Im Oktober 1970 trat Mende von der FDP- zur CDU/CSU-Bundestagsfraktion über und wurde auch Mitglied der CDU. Von 1949 bis 1980 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1949 bis 1951 und wieder von 1952 an Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion. Von 1953 bis 1957 war er Stellvertretender Fraktionsvorsitzender und von 1957 bis 1963 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Als Gegner der Ostverträge, die von der FDP unter Walter Scheel maßgeblich mitbestimmt wurden, trat Mende am 9. Oktober 1970 gemeinsam mit Heinz Starke und Siegfried Zoglmann (letzterer nur als Gast) zur CDU/CSU-Bundestagsfraktion über. Mende wurde von 1949 bis 1969 über die nordrhein-westfälische Landesliste der FDP, 1972 und 1976 über die hessische Landesliste der CDU in den Bundestag gewählt. Mende gehörte neben Ludwig Erhard, Hermann Götz, Gerhard Schröder (alle CDU), Richard Jaeger, Franz Josef Strauß, Richard Stücklen (alle CSU), Erwin Lange, R. Martin Schmidt und Herbert Wehner (alle SPD) zu den zehn Abgeordneten, die seit 1949 für mindestens 25 Jahre ununterbrochen dem Deutschen Bundestag angehörten. Als Mende 1980 aus dem Bundestag ausschied, war er einer von noch sieben Abgeordneten, die seit 1949 im Parlament gewesen waren. Am 17. Oktober 1963 wurde er als Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen und als Stellvertreter des Bundeskanzlers in die von Bundeskanzler Ludwig Erhard geführte Bundesregierung berufen. Als es zum Bruch der Koalition kam, trat Mende gemeinsam mit den anderen FDP-Bundesministern am 28. Oktober 1966 von diesen Ämtern zurück.
Friedrich Middelhauve (* 17. November 1896 in Siegen, Westfalen; † 14. Juli 1966 in Bad Mergentheim, Baden-Württemberg): Im Oktober 1945 gründete er zuerst die Deutsche Aufbaupartei in Opladen, die nach seiner Vorstellung die Kräfte der früheren DDP, DVP und - "hier allerdings mit Einschränkung" - DNVP aufnehmen sollte. Er überführte diese jedoch im Januar 1946 in die FDP und gehörte schnell mit Franz Blücher, Hermann Höpker-Aschoff und Erich Mende zu deren Führungsfiguren im Rheinland. Er war Vorsitzender der FDP Nordrhein, die im Mai 1947 mit dem westfälischen Landesverband zur FDP Nordrhein-Westfalen fusionierte. Bei einer Kampfabstimmung im August 1947 setzte sich der vom rechten Parteiflügel unterstützte Middelhauve gegen den linksliberalen Westfalen Gustav Altenhain durch und war anschließend bis 1956 Landesvorsitzender. Zur Landtagswahl 1950 ging Middelhauves FDP eine Listenverbindung mit der "Nationalen Rechten" von Lothar Steuer ein. Von 1950 bis 1956 war er zudem Mitglied im FDP-Bundesvorstand und von 1952 bis 1956 Stellvertretender Bundesvorsitzender. Er war außerdem Vizepräsident der Deutschen Gruppe der Liberalen Weltunion, der späteren Liberalen Internationale. Middelhauve hatte über Ernst Achenbach engen Kontakt zum rechtsextremen Kreis um Werner Naumann, der einen innerparteilichen Umsturz plante, aber von der britischen Besatzungsmacht Anfang 1953 aufgedeckt wurde. Mit Achenbach und diversen ehemaligen Nationalsozialisten entwarf Middelhauve auch das nationalistisch geprägte Deutsche Programm ("Aufruf zur Nationalen Sammlung"), das bei der Abstimmung auf dem FDP-Bundesparteitag 1952 in Bad Ems an der Ablehnung der Landesverbände Hamburg, Bremen und Baden-Württemberg scheiterte. Nach dem Coup der sogenannten Jungtürken (Wolfgang Döring, Hans Wolfgang Rubin, Walter Scheel und Willi Weyer) im Jahr 1956, die nach Absprache mit Thomas Dehler den CDU-Ministerpräsidenten Karl Arnold mit einem konstruktivem Mißtrauensvotum ablösten und durch den SPD-Politiker Fritz Steinhoff ersetzten, legte Middelhauve, der innerparteilich als Ziehvater der Jungtürken galt, sein Amt als Landesvorsitzender nieder und zog sich mit Auslaufen seines Landtagsmandats zwei Jahre später aus der Politik zurück. Im Gegensatz zum sogenannten Ministerflügel um August-Martin Euler, der 1956 die Freie Volkspartei bildete, blieb Middelhauve jedoch bis zu seinem Tod Parteimitglied. Von 1962 bis zu seinem Tod war er Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung. Von 1946 bis 1958 war Middelhauve Abgeordneter im Landtag Nordrhein-Westfalen. 1946/47 war er auch Stadtrat in Leverkusen. Als Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion (1946 bis 1954) war Middelhauve 1947 bis 1950 Oppositionsführer gegen die CDU-SPD-Zentrums-Regierung von Karl Arnold. Von 1949 bis zum 17. Oktober 1950 und von 1953 bis zum 10. September 1954 gehörte Middelhauve zusätzlich dem Deutschen Bundestag an. Von 1954 bis 1956 war Middelhauve Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft und Verkehr Nordrhein-Westfalens im Kabinett Arnold III aus CDU, FDP und Zentrum.
Oliver Möllenstädt (* 29. März 1978 in Braunschweig): Von 1994 bis 1997 war er Mitglied der CDU. Er schloß sich 1999 der FDP an. Seit 2003 gehörte er dem Landesvorstand der FDP Bremen an. Von 2003 bis 2007 war er zudem Mitglied im Bundesvorstand der FDP-Jugendorganisation Junge Liberale und von 2004 bis 2007 Stellvertretender Bundesvorsitzender. Von 2005 bis 2006 war er zugleich Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Bremen. 2005 und 2009 kandidierte Möllenstädt als FDP-Kandidat für den Deutschen Bundestag im Wahlkreis Bremen II-Bremerhaven. 2009 wurde er Landesvorsitzender der FDP in Bremen. Seit 2009 gehörte er auch dem FDP-Bundesvorstand an. Im November 2010 nominierten die Delegierten der FDP Bremen ihn als Spitzenkandidaten für die bevorstehende Bürgerschaftswahl. Nach der Bürgerschaftswahl am 22. Mai 2011 traten er und der Landesvorstand der FDP Bremen geschlossen zurück. Möllenstädt kandidierte bei der Neuwahl des Landesvorstandes im Juni 2011 nicht erneut als Landesvorsitzender, gehörte jedoch weiterhin dem FDP-Bundesvorstand an. Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen 2007 kandidierte er für die FDP auf Listenplatz 4. Er gehörte der 17. Bremischen Bürgerschaft an. Dort war er vertreten im Ausschuß Krankenhäuser und in der Deputation für Wirtschaft und Häfen. Ab September 2010 war er als Nachfolger des zurückgetretenen Uwe Woltemath Vorsitzender der FDP-Bürgerschaftsfraktion, die jedoch nach Woltemaths Austritt aus der Partei im Dezember 2010 mit nur mehr vier Bürgerschaftsabgeordneten ihren Fraktionsstatus verlor. Die vier liberalen Abgeordneten wählten Möllenstädt zum Vorsitzenden der FDP in der Bürgerschaft. Im Oktober 2009 erregte Möllenstädt Aufsehen als er, auf den Vorschlag Empfängern von Arbeitslosengeld 2 pauschal Geld für Verhütungsmittel zu zahlen, erwiderte "Eine Erhöhung des Regelsatzes werden die Empfängerinnen eher in den nächsten Schnapsladen tragen, als diesen in Vorsorge und selbstbestimmte Familienplanung zu investieren". Dies brachte ihm eine folgenlose Anzeige wegen Volksverhetzung ein. Als Delegierter für die Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten von 2010 erklärte Möllenstädt, er würde den von der SPD nominierten Kandidaten Joachim Gauck unterstützen.
Sebastian Moll (* 1980 in Köln): Im Sommer 2014 trat er aus der FDP aus und in die AfD ein. In der Wirtschaftswoche gab er in einem Gastbeitrag an, daß er "das Verhalten der FDP nicht länger tolerieren konnte". Verantwortlich machte er insbesondere die Euro-Rettung, den Atomausstieg und die Genderforschung. Mit Aussagen wie "Die FDP ist tot, es lebe die Alternative!" und "Gesunder Menschenverstand ist nicht unbedingt rechts" wandte er sich der neuen Partei zu. Nach drei Monaten bereits äußerte er sich im Debattenmagazin "The European" sehr kritisch zur AfD unter dem Titel "Von Professoren und Proleten". Wie Tageszeitung "Die Welt" berichtete, hatte er zuvor die Gründung eines christlichen Arbeitskreises innerhalb des AfD-Landesverbands Rheinland-Pfalz forciert. Er wurde allerdings enttäuscht und sah sich einem Shitstorm ausgesetzt. Daraufhin stellte er in "The European", so der Welt-Journalist Günther Lachmann, "die AfD in die Tradition der deutschnationalen Bewegung und der NSDAP". Seit 2016 ist er wieder Mitglied der Freien Demokraten.
Frank Müller-Rosentritt, geborener Müller (* 13. Juni 1982 in Karl-Marx-Stadt, jetzt: Chemnitz): Nachdem die FDP bei der Bundestagswahl 2013 aus dem Bundestag ausgeschieden war, trat er 2014 in den sächsischen Landesverband der Freien Demokraten ein, um aktiv am Wiederaufbau der Liberalen mitzuwirken. Er wurde 2016 zum FDP-Direktkandidaten für den Bundestagswahlkreis 162 (Chemnitz) nominiert und 2017 zum Stellvertretenden Landesvorsitzenden der FDP Sachsen gewählt, deren Vorsitzender er im November 2019 wurde. Dieses Amt bekleidete er bis November 2021. Nachdem er sich nicht erneut um das Amt bewarb, wurde zu seiner Nachfolgerin Anita Maaß gewählt. Freiheit, eine offene Gesellschaft und die Verteidigung unserer liberalen Demokratie prägen sein Handeln vor Ort aber auch in der Welt. In seinem Wahlkreis setzt er sich vor allem für die Stärkung des Wirtschafts- und Innovationsstandorts Sachsen, eine sächsische Start-Up Kultur und eine stärkere internationale Vernetzung des Freistaats Sachsen ein, sowie für Demokratiebildung und interkulturelle Bildung. Bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 erhielt er über Platz 3 der Landesliste der FDP Sachsen ein Mandat im 19. Deutschen Bundestag. Im Rahmen seiner Abgeordnetentätigkeit war er in Chemnitz sowie in den Landkreisen Erzgebirge, Mittelsachsen und Vogtland präsent. Im Bundestag ist Müller-Rosentritt seit Januar 2018 ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuß, in dem er für die Fraktion der Freien Demokraten als Berichterstatter für Asien verantwortlich zeichnete. Darüber hinaus war er Obmann der FDP-Fraktion im Unterausschuß für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. Er war außerdem stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuß. Müller-Rosentritt engagiert sich für Israel, jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, wozu er zahlreiche Gastbeiträge in überregionalen Medien veröffentlichte. Zur Bundestagswahl 2021 wurde Müller-Rosentritt erneut vom FDP-Kreisverband Chemnitz als Direktkandidat im Chemnitzer Wahlkreis aufgestellt; er erhielt zehn Prozent der Erststimmen und 11,3 Prozemt der Zweitstimmen für die Partei. Zudem wurde er auf Platz 2 der Landesliste der FDP Sachsen aufgestellt. Über diesen Listenplatz erreichte Müller-Rosentritt ein Mandat im 20. Deutschen Bundestag. Auch in der aktuellen Legislaturperiode ist er erneut ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuß. Ergänzend dazu ist er im 20. Deutschen Bundestag Berichterstatter für Banken, Bankenregulierung und Bankenunion im Finanzausschuß. Er ist stellvertretendes Mitglied im 1. Untersuchungsausschuß der 20. Wahlperiode des Deutschen Bundestages. Im Juli 2022 stimmte er als einziger Abgeordneter der FDP-Fraktion im Bundestag gegen einen Antrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Bei der Bundestagswahl 2025 kandidiert Müller-Rosentritt nicht erneut.
Fritz Neumayer (* 29. Juli 1884 in Kaiserslautern; † 12. April 1973 in München): Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges trat er in die FDP ein. Er gehörte mit Thomas Dehler und Alfred Onnen zu der parteiinternen Untersuchungskommission, die die Naumann-Affäre von 1952 untersuchte. Anfang 1956 verließ er mit den anderen FDP-Bundesministern die Liberalen und wurde Mitglied der neu gegründeten Freien Volkspartei (FVP), mit der er sich schon nach gut einem Jahr der DP anschloß. Neumayer war 1946/47 Mitglied der Beratenden Landesversammlung des Landes Rheinland-Pfalz und dort Vorsitzender der gemeinsamen Fraktion der liberalen Parteien Sozialer Volksbund und Liberale Partei, die in Rheinhessen und der Pfalz bzw. im Rheinland getrennt voneinander angetreten waren. Dem rheinland-pfälzischen Landtag gehörte er von 1947 bis 1951 an. Bis zum 9. Juli 1947, als er zum Landesminister ernannt wurde, blieb er Vorsitzender der liberalen Fraktion. Anschließend wurde sein Landtagsmandat bis zum 9. April 1948 zum Ruhen gebracht. Von 1949 bis 1957 war Neumayer Mitglied des Deutschen Bundestages. Am 23. Februar 1956 verließ er gemeinsam mit der so genannten "Euler-Gruppe" die FDP-Bundestagsfraktion und gehörte dem Bundestag zunächst als fraktionsloser Abgeordneter an. Am 15. März 1956 wurde er Mitglied der von der Euler-Gruppe gebildeten "Demokratischen Arbeitsgemeinschaft", die sich am 26. Juni 1956 in FVP-Bundestagsfraktion umbenannte und am 14. März 1957 schließlich mit der DP die DP/FVP-Fraktion bildete. Neumayer ist stets über die Landesliste Rheinland-Pfalz in den Bundestag eingezogen. Vom 9. Juli 1947 bis zum 9. April 1948 war Neumayer Minister für Wirtschaft und Verkehr des Landes Rheinland-Pfalz in der von Ministerpräsident Peter Altmeier geführten Landesregierung. In dieser Funktion war er auch Vertreter des Landes Rheinland-Pfalz im Eisenbahn-Verkehrsrat der Betriebsvereinigung der Südwestdeutschen Eisenbahnen, der Staatsbahn in der französisch besetzten Zone. Am 15. Juli 1952 wurde er als Nachfolger des verstorbenen Eberhard Wildermuth als Bundesminister für Wohnungsbau in die von Bundeskanzler Konrad Adenauer geleitete Bundesregierung berufen. Nach der Bundestagswahl 1953 wurde er am 20. Oktober 1953 zum Bundesminister der Justiz ernannt. In dieser Funktion engagierte er sich vor allem für eine Strafrechtsreform. Im Zuge einer Kabinettsumbildung schied er aus Altersgründen am 16. Oktober 1956 aus der Bundesregierung aus.
Dirk-Ekkehard Niebel (* 29. März 1963 in Hamburg): Als Schüler wurde er 1977 Mitglied der Jungen Union und 1979 auch der CDU, die er beide 1981 wieder verließ. 1990 trat er in die FDP/DVP ein und war Gründungsmitglied des Kreisverbands Heidelberg der Jungen Liberalen. Seit 2003 gehört Niebel dem Bundesvorstand der FDP und dem Kuratorium der Friedrich-Naumann-Stiftung an. Am 5. Mai 2005 wählte ihn der Bundesparteitag auf Vorschlag von Guido Westerwelle mit 92,4 Prozent der Stimmen zum Generalsekretär der FDP. Niebel trat insbesondere für eine radikale Reform der Bundesagentur für Arbeit ein. Nach seinen Vorstellungen sollte die Bundesagentur nur noch für die Verwaltung und Auszahlung der Versicherungsleistungen der Arbeitslosenversicherung zuständig sein. Niebel wurde im Januar 2011 als Nachfolger von Hans Freudenberg zum Bezirksvorsitzenden der FDP Kurpfalz gewählt und trat im Januar 2014 von diesem Amt zurück. Seine Nachfolgerin in diesem Amt wurde Birgit Reinemund. Niebel wurde auf dem 62. FDP-Bundesparteitag im April 2011 als Beisitzer in das Präsidium der FDP gewählt. Auf dem 64. FDP-Bundesparteitag am 9. und 10. März 2013 wurde Niebel nicht wiedergewählt. Sein Nachfolger im Amt des Beisitzers wurde Wolfgang Kubicki. Von 2004 bis 2005 gehörte er dem Gemeinderat von Heidelberg an. Von 1998 bis 2013 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 2002 bis 2005 Vorsitzender der Landesgruppe Baden-Württemberg in der FDP-Bundestagsfraktion und von 1998 bis 2009 Fraktionssprecher für Arbeitsmarktpolitik. Niebel war stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2013 führte er die Landesliste der FDP Baden-Württemberg als Spitzenkandidat an. Durch das Scheitern seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde war er im 18. Bundestag nicht mehr vertreten. Niebel übernahm am 28. Oktober 2009 das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Kabinett Merkel II. Während des Wahlkampfes hatte Niebel als FDP-Generalsekretär gemäß dem Wahlprogramm der FDP dafür plädiert, das Ministerium abzuschaffen und die Aufgaben in das Außenministerium einzugliedern. In seiner Schwerpunktsetzung als Minister unterschied sich Niebel von seiner Vorgängerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die deutliche Akzente auf die multilaterale Entwicklungszusammenarbeit gelegt hatte, durch eine stärkere Betonung des Aspekts der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, der Wirkungsorientierung und der Einbindung der Privatwirtschaft. Direkt nach Amtsantritt kündigte Niebel an, die deutsche Entwicklungshilfe für die Volksrepublik China mit der Beendigung der laufenden Programme auslaufen lassen zu wollen, da das Land nun selbst wirtschaftlich stark sei. Neue Förderzusagen wurden nicht mehr gemacht, völkerrechtlich verbindliche Altvorhaben jedoch zu Ende geführt. Als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war Niebel Gegner der 2007 vom ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa angestoßenen Initiative, auf Ölbohrungen im geschützten Nationalpark Yasuní zu verzichten, wenn die internationale Gemeinschaft für die Hälfte der entgangenen Gewinne aufkomme. Obwohl sich der Bundestag für die Idee aussprach, scheiterte sie letztendlich. Unter Niebel fusionierten mit Wirkung zum 1. Januar 2011 die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und die Weiterbildungsgesellschaft InWEnt zur Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ). Die neue 19.000 Mitarbeiter starke Organisation sollte 700 normale Planstellen weniger, dafür jedoch zwei Geschäftsführer mehr haben als die Einzelorganisationen zuvor. Der Stellenplan des Bundes wurde dadurch netto um 300 Stellen entlastet, obwohl die Zahl der Stellen im Ministerium selbst erhöht wurde. Die zusätzlichen Stellen im BMZ, die auch der Außenstruktur in den Kooperationsländern zugutekommen, sollten die politische Steuerungsfähigkeit gegenüber den Durchführungsorganisationen stärken. Die Fusion zur GIZ wurde auch von der Opposition als Erfolg gewertet. Im November 2012 eröffnete Niebel das unabhängige Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval). Das Evaluierungsinstitut ist in Bonn angesiedelt, hatte zu der Zeit 38 Planstellen und wurde zunächst von Helmut Asche geleitet. Die Gründung des Instituts war Teil der Strukturreform der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, zu der auch die Gründung der Engagement Global gGmbH zählte. Bereits im Januar 2012 hatte das BMZ unter der Leitung Niebels mit der Engagement Global gGmbH eine einheitliche Anlaufstelle für entwicklungsförderliches Engagement geschaffen. Niebels Berufung und Amtsführung wurden wiederholt aus Kreisen der Entwicklungshilfe kritisiert. Er agiere zu wenig im Sinne der Entwicklung der Dritte-Welt-Länder, sondern vor allem im Sinne deutscher Wirtschaftsunternehmen. Der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim und der SPD-Bundestagsabgeordnete Sascha Raabe warfen Niebel in Report München vor, im Entwicklungsministerium Vetternwirtschaft bzw. Ämterpatronage für Parteifreunde zu betreiben. Nach der Besetzung der Leitung der Engagement Global gGmbH mit der ehemaligen Oberbürgermeisterin der Stadt Ettlingen, Gabriela Büssemaker, wurde Niebel von Raabe wegen des Verdachts der Untreue angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Berlin erklärte die Vorwürfe gegen Niebel für haltlos und entschied, kein Ermittlungsverfahren zu eröffnen. Im März 2013 kritisierte der Bundesrechnungshof allerdings die Besoldungseinstufung Büssemakers als "deutlich überwertet" und die Personalpolitik der von ihr geführten gGmbH grundsätzlich als "nicht wirtschaftlich". Im Mai 2013 wurde Niebel erneut wegen seiner Personalpolitik kritisiert. So soll er laut dem Fernsehmagazin Monitor seit seinem Amtsantritt mehr als 40 FDP-Mitglieder und -Mitarbeiter eingestellt haben. Der Vorsitzende des Verbands der Bediensteten der obersten Bundesbehörden (VBOB), Hartwig Schmitt-Königsberg, sprach von einem "beispiellosen Vorgang". Im Mai 2012 wurde ein von Niebel in Afghanistan gekaufter Teppich im Dienstflugzeug des Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes nach Deutschland eingeführt. Eine Deklaration folgte beim Zoll erst, nachdem das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in der Sache recherchiert hatte. Die Opposition, aber auch Bundeskanzlerin Merkel kritisierten Niebels Verhalten. Niebel berief sich darauf, daß Teppiche aus Least Developed Countries wie Afghanistan nicht zollpflichtig seien, bedauerte aber den Fehler. Die angefallene Einfuhrumsatzsteuer werde er nachentrichten. Die Staatsanwaltschaft sah keine Anzeichen für strafrechtlich relevantes Verhalten. Im Mai 2017 sorgte Niebel mit einem Post auf Facebook für Irritationen, der das Bild eines Fallschirmjägers mit dem Spruch "Klagt nicht, kämpft" in Fraktur zeigte; der abgebildete Soldat trägt einen Helm, der in der Wehrmacht bei den Fallschirmjägern in Gebrauch war; nach Gründung der Bundeswehr hat man sich explizit gegen solche Helme entschieden. Das Bild und der Spruch sind spätestens seit den 1990er Jahren in der Bundeswehr wiederholt Gegenstand von Auseinandersetzungen gewesen und finden sich auch in der rechten Szene. Die FDP distanzierte sich. Niebel teilte auf Anfrage der dpa mit, er werde sich dazu nicht äußern. Von 1993 bis 1996 war er ehrenamtlicher Richter am Landgericht Heidelberg. Im Jahr 1996 wurde er dann ehrenamtlicher Beisitzer des Ausschusses für Kriegsdienstverweigerung beim Kreiswehrersatzamt Karlsruhe. Darüber hinaus war er von 1999 bis 2004 Mitglied des Kuratoriums des Max-Planck-Institut für Kernphysik. Seit 2000 ist er Vorstandsmitglied der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Von 2003 bis 2009 war er Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und von 2000 bis 2010 Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Seit 2009 ist er Schirmherr des Deutschen Rugby-Verbands (DRV).
Fritz Oellers (* 25. Juli 1903 in Düsseldorf; † 4. Dezember 1977 in Straßlach, Oberbayern): Von 1933 bis 1945 war er ohne Unterbrechung Vorstandsmitglied in dem Versicherungsbereich "Deutsche Anwalt- und Notar-Versicherung" (DANV) der Hamburg-Mannheimer Versicherung. Zur gleichen Zeit zwang die Versicherungsgesellschaft ihre jüdischen Aufsichtsratsmitglieder, darunter Erich Warburg aus der bekannten Hamburger Bankiersfamilie und den Politiker Erich Koch-Weser, zum Rücktritt. Oellers begründete 1945 die LDP in Halle mit. 1946 floh Oellers vor Repressalien der sowjetischen Besatzungsmacht nach Schleswig-Holstein. Nach seiner Flucht in den Westen wurde er Mitglied der FDP, in der er mit August-Martin Euler in Hessen, Friedrich Middelhauve in Nordrhein-Westfalen und Artur Stegner in Niedersachsen den äußersten rechten Parteiflügel bildete. Vom 29. April 1947, als er den linksliberalen Peter Christel Asmussen ablöste, bis 1951 war er Landesvorsitzender der FDP in Schleswig-Holstein. Am 12. Dezember 1948 wurde er in Heppenheim in den ersten Bundesvorstand der FDP gewählt, scheiterte jedoch bei der Neuwahl des Vorstands auf dem ersten ordentlichen Bundesparteitag im Juni 1949 in Bremen. Politisch sprach er sich schon früh - unter anderem auf dem Bremer Parteitag 1949 - für die Wiederbewaffnung aus, zu einem Zeitpunkt, als ein deutscher Wehrbeitrag auch in der FDP noch nicht mehrheitsfähig war. Ein Jahr später, auf dem Bundesparteitag am 29./30. April 1950, gelang ihm dann die Rückkehr in den engeren Bundesvorstand, dem er bis 1951 und dann erneut von 1970 bis 1972 angehörte. Von 1969 bis 1977 war er Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung. Oellers war 1948/49 Mitglied des Wirtschaftsrats der Bizone. Er gehörte dem Deutschen Bundestag in dessen erster Legislaturperiode von 1949 bis zum 5. Juni 1951 an. Noch am 10. Januar 1951 wurde er zum Beisitzer im Fraktionsvorstand gewählt. Oellers legte sein Mandat nieder, um Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Brasilien zu werden. Mit Euler, Middelhauve und Stegner sprach er sich für eine Fraktionsgemeinschaft mit der Deutschen Partei im Bundestag aus, konnte sich jedoch nicht durchsetzen.
Hermann Oxfort (* 27. Oktober 1928 in Erfurt; † 8. August 2003 in Berlin): Er engagierte sich seit 1946 für die LDP in Thüringen, stritt mit der FDJ und geriet 1947 vorübergehend in politische Haft. 1948 wurde er LDP-Mitglied, 1952 Mitglied der West-Berliner FDP. Von 1963 bis 1981 war Oxfort Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Die FDP-Fraktion wählte ihn von 1963 bis 1975 zum Vorsitzenden. Von 1969 bis 1971 war er Landesvorsitzender der FDP Berlin, von 1968 bis 1972 gehörte er dem FDP-Bundesvorstand an. Auf dem FDP-Bundesparteitag in Hannover war er 1967 einer der Wortführer für eine neue Ost- und Deutschlandpolitik. Im Januar 1968 diskutierte er vor etwa 3.000 Anhängern der Außerparlamentarischen Opposition beim FDP-Bundesparteitag in Freiburg im Breisgau mit Rudi Dutschke und Ralf Dahrendorf über die Reformierbarkeit der Bundesrepublik. Zu seinem politischen Credo gehörte eine aktive Wiedervereinigungspolitik, die er auch in den 1980er Jahren nicht aufgab, als sie im Westen Deutschlands für veraltet gehalten wurde. 1969 und 1974 war Oxfort Mitglied der Bundesversammlung, in der er an der Wahl von Gustav Heinemann und Walter Scheel zum Bundespräsidenten beteiligt war. Im April 1975 wurde Oxfort im Zuge der rot-gelben Senatskoalition unter Klaus Schütz Bürgermeister von Berlin (d. h. Stellvertreter des Regierenden Bürgermeisters) und Senator für Justiz, vertrat Berlin im Bundesrat. Am 10. Juli 1976 übernahm er nach einem spektakulären Ausbruch der RAF-Terroristinnen Inge Viett, Juliane Plambeck, Gabriele Rollnik und Monika Berberich aus der Frauenhaftanstalt in der Lehrter Straße die politische Verantwortung und trat von dem Amt zurück. Oxfort war 1979 gemeinsam mit Alexander von Stahl Mitbegründer und Vorsitzender der Liberalen Gesellschaft, die sich eine rechtsliberale Erneuerung der FDP zum Ziel setzte. Von März 1983 bis 1985 war Oxfort als Teil der schwarz-gelben Senatskoalition unter Richard Weizsäcker bzw. Eberhard Diepgen erneut Justizsenator. Gegenüber Hausbesetzern vertrat er eine scharfe Linie, wandte sich gegen "rechtsfreie Räume" und die Rücknahme von Strafanträgen gegen 177 Besetzer durch die Wohnungsbaugesellschaft "Neue Heimat". Er war mehrere Jahre Mitglied des Richterwahlausschusses der Stadt. Von 1985 bis 1989 war er erneut Mitglied des Abgeordnetenhauses. Von 1989 bis 1990 war Oxfort erneut Landesvorsitzender der Berliner FDP. Im September 1989 legte er einen Plan zur deutschen Konföderation vor. 1990 vereinten sich unter seiner Führung FDP und die ehemalige DDR-Blockpartei LDP in Berlin zu einem Landesverband.
Gerhard Papke (* 16. Mai 1961 in Recklinghausen): Er ist Mitglied der FDP und wurde 1991 zum Dr. phil. promoviert mit einer Arbeit zum Thema "Der Sturz der Regierung Karl Arnold durch die Landtagsfraktion der Freien Demokratischen Partei im Jahr 1956". Seit 1994 bis zu seinem Einzug in den Landtag am 2. Juni 2000 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Theodor-Heuss-Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung in Gummersbach angestellt, in der er verantwortlich für den Arbeitsbereich "Grundlagen und Perspektiven des Liberalismus" war. Zwischen 1996 und 1999 war er außerdem Mitarbeiter des Wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion, Paul K. Friedhoff. Papke ist Mitglied im Vorstand der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft. Er war Kreisvorsitzender der FDP im Rhein-Sieg-Kreis sowie viele Jahre Mitglied im Landesvorstand und im Geschäftsführenden Landesvorstand der nordrhein-westfälischen FDP. Papke wurde am 2. Juni 2000 Abgeordneter des Landtags Nordrhein-Westfalen. Von 2000 bis 2005 war er wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. Von 2005 bis 2012 war er Vorsitzender der FDP-Fraktion im Landtag NRW. Außerdem war er in dieser Zeit Sprecher im Hauptausschuß, Medien, Bildungsangelegenheiten und Mitglied im Ausschuß für Wirtschaft, Mittelstand und Energie, Landesplanung. Am 15. Mai 2012 wählte die Fraktion Christian Lindner zu seinem Nachfolger. Gleichzeitig nominierte die Fraktion Papke für das Amt des Landtagsvizepräsidenten. Papke trat bei der Landtagswahl 2017 nicht wieder an. Er begründete diesen Schritt mit Kritik an der politischen Linie Lindners, insbesondere dessen seiner Ansicht nach zu zögerlichen Haltung gegenüber der "islamistischen Bedrohung" und der "ungeregelten Massenzuwanderung" nach Deutschland. In seinem im selben Jahr veröffentlichten Buch "Noch eine Chance für die FDP?: Erinnerungen und Gedanken eines Weggefährten" beschreibt Papke diese Entwicklung. Papke war Vorsitzender der deutsch-chinesischen Parlamentariergruppe des Landtags von Nordrhein-Westfalen. Seit dem 3. Mai 2019 ist er ehrenamtlicher Präsident der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland, die ihren Sitz in Berlin und Bonn hat. Als solcher verbreitet Papke zugespitzte Positionen über Twitter zu Queerpolitik, die dem Kurs der autoritären Regierung Viktor Orbáns entsprechen. Dafür war ihm schon 2021 parteiintern der Austritt aus der FDP nahegelegt worden. Ebenfalls unterstützt er Orbans kremlfreundlichen Kurs. Papke wird dem rechten Flügel der FDP zugeordnet. Anfang 2024 erklärte er, er stelle "derzeit noch keine Überlegungen an, die FDP zu verlassen", schließe aber bei Fortsetzung der "Selbstzerstörung der FDP" nicht aus, sich zukünftig nach einer "neuen politischen Heimat" umsehen zu müssen. Als mögliches Beispiel für seine politische Zukunft nannte er die Werteunion des ehemaligen Verfassungsschutz-Chefs Hans-Georg Maaßen, mit dem er zuvor über das Thema Migration diskutiert hatte.
Andreas Pinkwart (* 18. August 1960 in Seelscheid): Er ist seit 1980 Mitglied der FDP. Von 1992 bis 2003 war er Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Rhein-Sieg. Daneben war er von 1996 bis 2002 Stellvertretender Landesvorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen. Nach dem erzwungenen Rücktritt von Jürgen Möllemann als Landesvorsitzender setzte sich Pinkwart im Dezember 2002 überraschend gegen die Kandidaten Ulrike Flach, Rolf Köster und Joachim Schultz-Tornau durch und wurde zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Pinkwart war seit 2001 Mitglied des Bundesvorstands der FDP, dem er auch schon von 1997 bis 1999 angehört hatte. Seit 2003 war er Stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP. Er legte in dieser Zeit unter anderem als Vorsitzender der Kommission "Bürgergeld. Negative Einkommensteuer" (KoBüNe) das Konzept für das Liberale Bürgergeld vor. Im Oktober 2010 gab er bekannt, sich aus der Politik zurückzuziehen und seine Ämter auslaufen zu lassen. Er schied daher im Frühjahr 2011 aus seinen Parteiämtern aus. Pinkwart war von 2002 bis zu seinem Ausscheiden am 28. Juni 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er Mitglied des Finanzausschusses sowie Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen der FDP-Fraktion und außerdem ab 2004 haushaltspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Bei der Landtagswahl 2010 trat er als Spitzenkandidat seiner Partei an, die eine leichte Verbesserung des landesweiten Ergebnisses von 6,1 auf 6,7 Prozent erreichte. Er bewarb sich um ein Direktmandat im Wahlkreis Rhein-Sieg-Kreis III und erhielt 9,7 Prozent als Direktkandidat, zog allerdings über die Landesliste in den Landtag ein. Wegen seines beruflichen Wechsels an die Handelshochschule Leipzig legte er sein Abgeordnetenmandat zum 31. März 2011 nieder. Bei der Landtagswahl 2022 kandidierte er als Direktkandidat im Wahlkreis Rhein-Sieg-Kreis II, in dem er 7,8 Prozent der Erststimmen erhielt. Trotz großer Verluste der FDP schaffte er über Platz 4 der Landesliste den Einzug in den Landtag. Zum Jahresende 2022 legte Pinkwart sein Landtagsmandat nieder. Für ihn rückte Susanne Schneider in den Landtag nach. Von 2005 bis 2010 sowie von 2017 bis 2022 war Pinkwart Mitglied des Bundesrats. Nach der Landtagswahl 2005 führte Pinkwart gemeinsam mit Ingo Wolf die Koalitionsverhandlungen mit der CDU. Am 24. Juni 2005 wurde er schließlich als Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie sowie als Stellvertretender Ministerpräsident in die von Jürgen Rüttgers geführte Landesregierung von Nordrhein-Westfalen berufen (Kabinett Rüttgers). Er war maßgeblich an der Einführung von Studiengebühren in NRW durch das Gesetz zur Sicherung der Finanzierungssgerechtigkeit im Hochschulwesen (HFGG) und an der Neuordnung der nordrhein-westfälischen Hochschullandschaft durch das Hochschulfreiheitsgesetz beteiligt. Pinkwart setzte sich für erleichterte Zuwanderungsbedingungen ausländischer Fachkräfte ein. Er forderte, die Hürde des Jahresmindesteinkommens von 85.000 Euro für die Einstellung ausländischer Studienabsolventen zu senken. Pinkwart gilt als Wegbereiter für den Ausbau des Stipendienwesens in Deutschland. Zunächst mit dem NRW-Stipendium und später mit dem von ihm vorgeschlagenen und von Annette Schavan und ihm im Rahmen der Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und FDP 2009 verhandelten Deutschlandstipendium. Damit wurde den Hochschulen in Deutschland die Möglichkeit gegeben, besonders begabten Studierenden ein hälftig vom Staat und von Privaten finanziertes Stipendium einkommensunabhängig, und damit auch zusätzlich zum BAföG, zu vergeben. Mit dem Antritt der Regierung Kraft I schied Pinkwart im Juli 2010 aus der Landesregierung aus. Ab dem 30. Juni 2017 amtierte er wiederum als Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen in der schwarz-gelben Landesregierung (zunächst im Kabinett Laschet, anschließend im Kabinett Wüst I). Mit dem Antritt des Kabinetts Wüst II schied Pinkwart am 29. Juni 2022 aus der Landesregierung aus.
Victor-Emanuel Preusker (* 25. Februar 1913 in Berlin; † 13. Mai 1991 in Bonn): Nach dem Zweiten Weltkrieg war er als Mitbegründer der FDP 1947 bis 1949 Generalsekretär des Landesverbands Hessen. Er war innerhalb seiner Partei ein unbedingter Verfechter der Bürgerblock-Politik. Aus Protest gegen die Regierungsbildung der nordrhein-westfälischen FDP mit der SPD verließ er am 23. Februar 1956 mit den übrigen Bundesministern und weiteren Abgeordneten ("Euler-Gruppe") die FDP und gründete die FVP, deren Vorsitzender er im Juni 1956 wurde. Nachdem 1957 die FVP mit der DP fusioniert hatte, wurde er Stellvertretender Bundesvorsitzender der DP/FVP sowie Landesvorsitzender der DP in Nordrhein-Westfalen, legte dieses Amt aber bereits ein Jahr später nach der enttäuschend verlaufenen Landtagswahl - die DP hatte nur 1,6 Prozent der Stimmen erhalten - nieder. 1960 trat Preusker wegen des Zusammenschlusses mit dem GB/BHE am 1. Juli aus der DP aus und am 20. September in die CDU ein. 1970 erfolgte sein Wiedereintritt in die FDP. Von 1949 bis 1961 war Preusker Mitglied des Deutschen Bundestages. Am 23. Februar 1956 verließ er gemeinsam mit der sogenannten "Euler-Gruppe" die FDP-Bundestagsfraktion und gehörte dem Bundestag zunächst als fraktionsloser Abgeordneter an. Am 15. März 1956 wurde er Mitglied der von der Euler-Gruppe gebildeten "Demokratischen Arbeitsgemeinschaft", die sich am 26. Juni 1956 in FVP-Bundestagsfraktion umbenannte und am 14. März 1957 schließlich mit der DP die DP/FVP-Fraktion bildete. Am 1. Juli 1960 verließ er die DP-Bundestagsfraktion und wurde nach einer kurzen Zeit als fraktionsloser Abgeordneter am 20. September 1960 Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Preusker zog 1949 und 1953 für die FDP als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Wiesbaden und 1957 über die DP-Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Bundestag ein. Vom 23. April 1958 bis zum 4. Oktober 1960 war er Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Bei der Wahl zum Vizepräsidenten konnte er sich erst im dritten Wahlgang gegen Erwin Schoettle (SPD) durchsetzen. Vom 16. Juli 1952 bis zum 1. Juli 1954 war Preusker auch Mitglied des Parlaments der EGKS. Nach der Bundestagswahl 1953 wurde Preusker am 20. Oktober 1953 als Bundesminister für Wohnungsbau in die von Bundeskanzler Konrad Adenauer geführte Bundesregierung berufen. Nach der Bundestagswahl 1957 schied er am 29. Oktober 1957 aus der Bundesregierung aus. Von 1958 bis 1971 war Preusker Präsident des Zentralverbands Deutscher Haus- und Grundeigentümer.
Hans Albrecht Richard Fedor Melchior (Freiherr) von Rechenberg (* 22. Oktober 1892 in Neurode; † 19. Januar 1953 in Köln): Er gründete eine demokratische Gruppe in Köln, die später in der FDP aufging. Seit 1947 war er Stellvertretender Vorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen und wurde 1949 für die FDP in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis zu seinem Tod angehörte. Um die Mandatsnachfolge entstand ein in der Geschichte des Bundestages bislang einmaliger Rechtsstreit, an dessen Ende dem nachgerückten Paul Hans Jaeger das Mandat aberkannt wurde, was aber keine praktische Auswirkung mehr hatte, da die Legislaturperiode inzwischen zu Ende gegangen war. Von 1950 bis 1953 war Freiherr von Rechenberg Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats.
Volker Redder (* 7. Juni 1959 in Bremen): Er gehört der FDP seit 2015 an, seit 2018 dem Bremer Landesvorstand, seit 2020 als dessen Stellvertretender Vorsitzender. Für die Bremische Bürgerschaft war er von 2015 bis 2019 zunächst Deputierter für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, dann ab 2019 Deputierter für Wirtschaft und Arbeit sowie für Gesundheit und Verbraucherschutz. Bei der Bundestagswahl 2021 erhielt er im Wahlkreis Bremen I 7,8 Prozent der Erststimmen und zog über die Landesliste in den Bundestag ein. Redder ist ordentliches Mitglied im Innenausschuß, im Finanzausschuß und im Digitalausschuß der 20. Legislaturperiode. Im Digitalausschuß ist er Obmann. Seine Berichterstattungen umfassen in den beiden Ausschüssen Inneres und Finanzen alle Digitalthemen (Digitalisierungsverwaltung, Cyber Security, E-Payment, digitaler Euro), im Digitalausschuß ist er schwerpunktmäßig für die Bereiche digitaler Staat, digitale Verwaltung, digitale Souveränität und Daten zuständig. Im Zuge der Neufassung des Infektionsschutzgesetzes bezog Redder wiederholt Stellung und positionierte sich als Gegner etwaig geplanter Maßnahmen. Er forderte "einen vernünftigen, panikfreien Umgang mit dem Corona-Virus" und sprach sich gegen die vorgesehene Maskenpflicht aus. Am 8. September 2022 gab Redder im Bundestag eine persönliche Erklärung zu Protokoll und stimmte jedoch mit der Koalition für die Maßnahmen.
Horst Rehberger (* 10. Oktober 1938 in Karlsruhe): Er schloß sich 1957 den Deutschen Jungdemokraten an und trat 1959 in die FDP ein. Er wurde 1970 zum hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Karlsruhe gewählt und 1978 wiedergewählt. In dieser Zeit förderte er maßgeblich als verantwortlicher Fachbürgermeister die Entwicklung der Stadtbahn Karlsruhe zum Karlsruher Modell. Zwischen 1984 und 1985 war er Saarländischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft im Kabinett Zeyer III. Von 1984 bis 1990 war er Landesvorsitzender der FDP Saarland. Von 1985 bis 1990 war er Landtagsabgeordneter im Saarland und dort Vorsitzender der FDP/DPS-Landtagsfraktion. 1990 wurde er sachsen-anhaltischer Minister für Wirtschaft und Technologie; dieses Amt mußte er im Zuge der "Gehälteraffäre" 1993 an Rainhard Lukowitz (FDP) abgeben. Zwischen 16. Mai 2002 und 23. April 2006 war Rehberger wiederum sachsen-anhaltischer Minister für Wirtschaft und Arbeit und ab dem 18. Juni 2002 auch Stellvertreter des Ministerpräsidenten im Kabinett Böhmer I. Den Schwerpunkt seiner Arbeit legte er hier auf die Ansiedlung neuer Unternehmen vor allem im Bereich der Gentechnik, der chemischen Industrie und der Solarenergie (z. B. Q-Cells). Daneben engagierte er sich für den Ausbau des Tourismus, unter anderem mit der Einrichtung der Straße der Romanik oder bei der Wiedereröffnung der Brockenbahn. Von 1997 bis 2016 war er Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung. Seit 2006 ist Rehberger Ehrenvorsitzender des FDP Landesverbands Sachsen-Anhalt. Außerdem ist Rehberger Mitglied in verschiedenen kulturellen, wirtschaftsnahen und sozialen Institutionen und Organisationen: Unter anderem fungiert er als Vorsitzender des Vereins Forum Grüne Vernunft, der Fürsprecher und Initiativen der Grünen Gentechnik unterstützt. Im Oktober 2019 plädierte Rehberger für eine engere Zusammenarbeit mit der AfD, bis hin zu einer Regierungskoalition auf Landesebene. Er forderte, "die Zeiten, in denen die AfD nur ausgegrenzt und denunziert worden ist, müssen zu Ende sein." Eine zukünftige Koalition mit der AfD halte er "für möglich, wenn bei Sachthemen Übereinkunft erzielt werden kann."
Hagen Reinhold (* 23. März 1978 in Wismar): Er trat im Oktober 2002 der FDP und wenig später auch den Jungen Liberalen bei. 2005 wurde er zum Kreisvorsitzenden der FDP im Landkreis Nordvorpommern gewählt, ab April 2007 war er Landesgeneralsekretär der FDP Mecklenburg-Vorpommern, ehe er im November 2011 auf den Posten des Landesschatzmeisters wechselte. Dieses Amt hatte er bis April 2023 inne. Am 11. Januar 2013 rückte er für den ausgeschiedenen Christian Ahrendt in den 17. Deutschen Bundestag nach. Dort war er bis zum Ende der Legislaturperiode Mitglied im Ausschuß für die Angelegenheiten der Europäischen Union und stellvertretendes Mitglied im Innenausschuß und im Ausschuß für Verkehr und digitale Infrastruktur. Er trat auch zur Bundestagswahl 2013 an; durch das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde war er im 18. Bundestag nicht vertreten. Bei der Bundestagswahl 2017 trat Reinhold im Wahlkreis Rostock - Landkreis Rostock II an und wurde als Spitzenkandidat der Landesliste der FDP Mecklenburg-Vorpommern in den 19. Deutschen Bundestag gewählt. Er war Vorsitzender der Landesgruppe Ost der FDP-Bundestagsfraktion, der alle FDP-Bundestagsabgeordneten aus den ostdeutschen Bundesländern angehören. Zudem war Reinhold ordentliches Mitglied im Ausschuß für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen und Sprecher für Maritime Wirtschaft. Er gehörte als stellvertretendes Mitglied dem Ausschuß für Arbeit und Soziales sowie dem Ausschuß für Wirtschaft und Energie an. Zur Bundestagswahl 2021 trat er erneut für die FDP im Bundestagswahlkreis Rostock - Landkreis Rostock II an und erhielt 7,5 Prozent der Erststimmen. Über die Landesliste wurde er in den 20. Deutschen Bundestag gewählt. Hier wurde er Mitglied im Ausschuß für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen und stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen Haushalt und Wirtschaft. Weiterhin war er Vorsitzender des Landesgruppe Ost und Beauftragter für Maritime Wirtschaft. Im Mai 2023 kündigte Reinhold an, sein Bundestagsmandat zum 3. September 2023 niederzulegen, um sich "neuen unternehmerischen Chancen und Herausforderungen" zu widmen.
Philipp Rösler (* 24. Februar 1973 in Khánh Hưng, Südvietnam): Er trat 1992 der FDP und den Jungen Liberalen bei. 1994 wurde er zum Kreisvorsitzenden der Jungen Liberalen Hannover-Stadt gewählt. Seit 1996 war er Mitglied des Landesvorstands der FDP Niedersachsen. Im selben Jahr wurde er Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Niedersachsen und blieb es bis 1999. Von 2000 bis 2004 war er Generalsekretär der FDP in Niedersachsen. Rösler war von 2001 bis 2006 Abgeordneter in der Regionsversammlung der Region Hannover und dort Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP. Am 5. Mai 2005 wurde er auf dem 56. Parteitag der FDP mit 95 Prozent der Stimmen, dem besten Einzelergebnis, zum Beisitzer im Präsidium der Bundespartei gewählt. Auf dem Landesparteitag am 18. März 2006 wurde er mit 96,4 Prozent zum neuen Landesvorsitzenden der niedersächsischen FDP gewählt. Er trat damit die Nachfolge von Walter Hirche an, der nach zwölf Jahren Amtszeit nicht mehr kandidierte. Auf dem Bundesparteitag der FDP Mitte Juni 2007 wurde er erneut ins Bundespräsidium seiner Partei gewählt. Dabei errang er mit über 88 Prozent der Delegiertenstimmen das zweitbeste Ergebnis. Die Landesvertreterversammlung der FDP Niedersachsen wählte ihn am 8. Juli 2007 in Braunlage mit 96 Prozent zum Spitzenkandidaten für die Niedersächsische Landtagswahl am 27. Januar 2008. In seinem Landtagswahlkreis Hannover-Döhren (Wahlkreis 24) erreichte er am 27. Januar 2008 10,9 Prozent der Erststimmen. Am 19. April 2008 wurde er mit 95 Prozent als Landesvorsitzender im Amt bestätigt. Am 13. Mai 2011 wurde Rösler mit 619 von 651 gültigen Stimmen (95,08 Prozent) bei zehn Enthaltungen und 22 Nein-Stimmen auf dem Bundesparteitag in Rostock zum Bundesvorsitzenden gewählt. Am 14. Dezember 2011 trat überraschend FDP-Generalsekretär Christian Lindner zurück. Er sagte, er wolle es dem FDP-Bundesvorsitzenden Rösler ermöglichen, "die wichtige Bundestagswahl 2013 mit einem neuen Generalsekretär vorzubereiten und damit auch mit neuen Impulsen zu einem Erfolg für die FDP zu machen". Rösler machte Patrick Döring zu Lindners Nachfolger. Nachdem die FDP nach der Bundestagswahl 2013 erstmals nicht mehr im Bundestag vertreten war, gab Rösler am 23. September 2013 seinen Rücktritt als Parteivorsitzender bekannt. Zu seinem Nachfolger wurde am 7. Dezember 2013 Christian Lindner gewählt. Von 2003 bis Oktober 2009 war Rösler Mitglied im Niedersächsischen Landtag, bis Februar 2009 zudem Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. Am 18. Februar 2009 wurde Rösler als Nachfolger von Walter Hirche niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie Stellvertretender Ministerpräsident des Landes Niedersachsen. Am 28. Oktober 2009 wurde Rösler, der dem Bundestag nicht angehörte, Bundesgesundheitsminister im Kabinett Merkel II. Bis zum Eintritt von Kristina Schröder ins Kabinett war er dessen jüngstes Mitglied. Nach seiner Wahl zum FDP-Parteivorsitzenden wechselte Rösler am 12. Mai 2011 an die Spitze des Wirtschaftsministeriums und wurde am 16. Mai 2011 als Nachfolger von Guido Westerwelle zum Vizekanzler ernannt. Daniel Bahr wurde Röslers Nachfolger als Gesundheitsminister. Im Dezember 2013 wurde bekannt, daß Rösler ab dem 20. Februar 2014 zum Vorstand des Weltwirtschaftsforums gehören werde. Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, hatte Rösler nur drei Tage nach der Bundestagswahl angerufen. Rösler war verantwortlich für die internationalen Regierungskontakte des Weltwirtschaftsforums. Im Juni 2014 besuchte er mit einer Wirtschaftsdelegation auf Einladung von Bundeskanzlerin Merkel Berlin und stellte dabei auch eine neue Untersuchung des Weltwirtschaftsforums zur Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union vor. Am 8. November 2017 wurde bekannt, daß Rösler das Weltwirtschaftsforum zum Ende des Monats verlassen würde, um sich neuen beruflichen Aufgaben zu widmen. Rösler war ab 2008 Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Im November 2010 wurde Rösler Vorsitzender des Kuratoriums der Robert-Enke-Stiftung. Im April 2014 wurde er in dieser Funktion von Stephan Weil abgelöst. In seiner Funktion als Bundesminister für Wirtschaft und Technologie war er ab 2012 Vorsitzender des Verwaltungsrats der KfW Bankengruppe. Am 6. Juli 2012 wurde Rösler Mitglied im ZDF-Fernsehrat und ersetzte damit seinen Parteikollegen Rainer Brüderle. Sein Nachfolger für die FDP im ZDF-Fernsehrat war Christian Lindner. Von 2018 bis 2022 gehörte Rösler dem Kuratorium der gemeinnützigen Bertelsmann Stiftung an.
Achim Rohde (* 22. Mai 1936 in Düsseldorf; † 12. Juli 2021): Er, der 1961 in die FDP eingetreten war, war von Mai 1985 bis Mai 1995 Abgeordneter des zehnten und elften Landtags von Nordrhein-Westfalen. Er zog jeweils als Spitzenkandidat der FDP NRW in den Landtag ein. Während dieser Zeit war er auch Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion sowie Mitglied des FDP-Landesvorstands und des FDP-Bundesvorstands. 1985 bis 1990 wurde NRW allein von der SPD regiert (Kabinett Rau III). 1995 gründete er mit Alexander von Stahl und Heiner Kappel die "Liberale Offensive in der FDP" und war 1996/97 einer der Gründer des nationalliberal-rechtskonservativen Publizisten-Netzwerks "Stimme der Mehrheit". Von 1999 bis 2014 gehörte er dem Rat der Stadt Neuss an, in dem er Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion war.
Hans-Ulrich "Uli" Rülke (* 3. Oktober 1961 in Tuttlingen): Er trat 1985 in die FDP ein. 2001 Mitglied des Landesvorstands der FDP Baden-Württemberg. 2013 unterlag er mit 188 zu 199 Stimmen Michael Theurer bei der Wahl zum FDP-Landesvorsitzenden. Seit 2013 ist er Stellvertretender Landesvorsitzender der Partei. Im Januar 2018 wurde Rülke von den Vorsitzenden der FDP-Fraktionen in Europa, Bund und den Ländern zum Sprecher der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz gewählt. Er koordiniert in dieser Funktion die inhaltliche Arbeit der FDP in den Parlamenten und repräsentiert die FDP-Fraktionen nach außen. Innerhalb der liberalen Partei vertritt er die Fraktionen in den beiden wichtigsten Führungsorganen der FDP, dem Bundespräsidium sowie dem Bundesvorstand. Bei der Landtagswahl 2006 wurde Rülke über ein Zweitmandat im Wahlkreises Enz in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt. Am 16. Juni 2009 wurde er erstmals von der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg zu deren Vorsitzenden gewählt. Nach dem Wiedereinzug in den Landtag am 27. März 2011 wurde er abermals zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Er war zudem finanz- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion. Zur Landtagswahl 2016 trat Rülke zusätzlich noch im Wahlkreis Pforzheim an. Er errang für die FDP in beiden Wahlkreisen ein Mandat. Da er in Pforzheim mit 10,6 Prozent um 0,2 Prozentpunkte besser abschnitt, vertritt er nun diesen Wahlkreis im Parlament, während der Ersatzkandidat Erik Schweickert den Wahlkreis Enz repräsentiert. Auch 2016 und 2018 wurde er wieder im Amt des Vorsitzenden der FDP/DVP-Landtagsfraktion bestätigt und blickt mittlerweile auf die längste Amtszeit eines Vorsitzenden in der Geschichte dieser Fraktion zurück. Bei der Landtagswahl 2021 konnte er erneut über ein Zweitmandat im Wahlkreis Pforzheim in den Landtag einziehen. Bei den Landtagswahlen 2016 und 2021 war er jeweils Spitzenkandidat seiner Partei. Auch bei der Landtagswahl 2026 ist er erneut Spitzenkandidat.
Stefan Ruppert (* 2. Juli 1971 in Frankfurt am Main): Er trat 1990 als Schüler in die FDP ein. Von 1991 bis 1993 war er Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Hochtaunus, an die sich 1993 die Tätigkeit als Stadtverordneter in Oberursel anschloß. In den Jahren 1994 bis 1995 war Ruppert Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Hessen. 1997 wurde Ruppert Mitglied des Kreistags des Hochtaunuskreises und im März 2000 zum Vorsitzenden der Hochtaunus-Liberalen gewählt. Ruppert ist Mitglied im Schaumburger Kreis, einem Zusammenschluß des liberal-konservativen Wirtschaftsflügels in der FDP. Bei der Bundestagswahl 2009 zog Ruppert über die Landesliste Hessen in den Deutschen Bundestag ein. Er war in der 17. Wahlperiode Mitglied des Bundestags-Innenausschusses und Beauftragter seiner Fraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften. Im Bundestag war Ruppert eines von zwölf Mitgliedern des Wahlausschusses, der damals noch die Hälfte der Richter des Bundesverfassungsgerichts direkt bestimmte. Ab Januar 2013 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. Durch das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2013 schied er aus dem Bundestag aus. Auf dem Landesparteitag am 8. Februar 2014 wurde Ruppert mit 95,95 Prozent der Stimmen zum neuen Landesvorsitzenden der FDP Hessen gewählt und löste damit Jörg-Uwe Hahn ab, der nach der Niederlage der FDP bei der Landtagswahl in Hessen 2013 seinen Rückzug angekündigt hatte. Bei seiner Wiederwahl als Landesvorsitzender erhielt Ruppert im Jahr 2017 97 Prozent und 2019 91 Prozent der Delegiertenstimmen. Zur Wiederwahl auf dem Parteitag am 27. März 2021 trat er nicht erneut an. Nachfolgerin wurde Bettina Stark-Watzinger. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte Ruppert im Bundestagswahlkreis Hochtaunus und zog über den FDP-Landeslistenplatz 2 erneut in den Bundestag ein. Dort war er bis Januar 2020 Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion. Seit 2019 war er Mitglied der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. Im Dezember 2019 gab Ruppert seinen Wechsel in den Vorstand von B. Braun Melsungen bekannt, in dem er zum 1. April 2020 die Position des Arbeitsdirektors übernahm. Sein Bundestagsmandat legte er zum 27. April 2020 nieder; für ihn rückte Matthias Nölke in den Bundestag nach.
Christian Sauter (* 11. Februar 1980 in Rinteln): 2009 gründete er den FDP-Ortsverband Extertal und wurde im selben Jahr in den Gemeinderat der Gemeinde Extertal gewählt. Im Jahr 2011 übernahm er den Fraktionsvorsitz. Seit den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2014 führt er eine fünfköpfige FDP-Fraktion im 30 Mitglieder umfassenden Gemeinderat der Gemeinde Extertal an. Sauter gewann dabei ein Direktmandat mit 37,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. Zudem ist er Vorsitzender des Umwelt-, Energie- und Betriebsausschusses und Mitglied des Wahlprüfungsausschusses des Gemeinderats Extertal. Darüber hinaus war er ab der Kommunalwahl 2014 Verbandsabgeordneter des Landesverbands Lippe. Zudem war er bis November 2020 Mitglied der erweiterten FDP-Kreistagsfraktion in Lippe und ist seit November 2020 Mitglied im Kreispolizeibeirat. Er gehörte der erweiterten FDP/Freie Wähler-Regionalratsfraktion bei der Bezirksregierung Detmold an. Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2020 trat Sauter erneut als Spitzenkandidat der FDP für den Gemeinderat sowie für das Amt des Bürgermeisters an. Sauter konnte hierbei sein Direktmandat mit 39,2 Prozent der Stimmen verteidigen und zog als Bürgermeisterkandidat mit 27,0 Prozent in die Stichwahl ein. Die FDP Extertal konnte im Bewerberfeld von sechs antretenden Parteien 15 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Sauter unterlag in der Bürgermeisterstichwahl seinem Gegenkandidaten mit 43,8 Prozent. Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2012 kandidierte Sauter für den Landtag Nordrhein-Westfalen. Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 kandidierte er erneut auf der Landesliste auf Listenplatz 24, bis es zu einer fahrlässigen Verwechslung kam, und er auf den aussichtslosen Listenplatz 48 rutschte. Der ursprünglich vorgesehene Listenplatz 24 hätte zum Einzug in den Landtag gereicht. Den eigentlich für ihn vorgesehenen Platz im Landtag Nordrhein-Westfalen nahm Martina Hannen ein, die ursprünglich auf Listenplatz 48 stand. Aufgrund dieser Tatsache und des Rücktritts des bisherigen FDP-Bundestagskandidaten im Bundestagswahlkreis Lippe I wurde er für die Bundestagswahl 2017 als Direktkandidat aufgestellt und auf Listenplatz 15 der FDP Nordrhein-Westfalen eingeordnet. Wegen des Wahlergebnisses der FDP in Nordrhein-Westfalen (20 Abgeordnete kamen über die FDP-Landesliste zum Zuge) zog er in den 19. Deutschen Bundestag ein. Sauter war im 19. Deutschen Bundestag ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuß und zudem stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Verkehr und digitale Infrastruktur, im Unterausschuß Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung, sowie im Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages. Bei der Bundestagswahl 2021 kandidierte Sauter erneut und zog wieder in den Deutschen Bundestag ein. Im 20. Deutschen Bundestag ist er ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuß und stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuß. Zudem ist er Schriftführer und Mitglied der Enquete-Kommission "Lehren aus Afghanistan für das künftige vernetzte Engagement Deutschlands". Sauter kandidiert nicht erneut für die Bundestagswahl 2025. Er wolle stattdessen Bürgermeister in der Gemeinde Extertal werden. Sauter ist Beisitzer des Vorstands des Vereins Liberale Soldaten und Veteranen mit Sitz in Berlin.
Thore Schäck (* 1985 in Delmenhorst): Zunächst engagierte er sich kurze Zeit für die SPD Bremen im Ortsverband Horn-Achterdiek. Anschließend verließ er die SPD. Schäck ist seitdem Mitglied der Jungen Liberalen und Mitglied der FDP Bremen. Im April 2017 wurde er auf der Landesmitgliederversammlung der Jungen Liberalen Bremen zum Landesvorsitzenden gewählt und 2018 für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt. Im Frühling 2017 wurde Schäck als Beisitzer in den Landesvorstand der FDP Bremen gewählt und in den Vorstand des Kreisverband Bremen-Ost kooptiert. Im Frühling 2018 wurde er in den geschäftsführenden Landesvorstand der FDP Bremen und zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden des Kreisverbands Bremen-Ost gewählt. Zur Bundestagswahl 2017 kandidierte Schäck erfolglos für die FDP auf Platz 5 der Landesliste. Auf der Landesmitgliederversammlung der Jungen Liberalen Bremen im November 2018 wurde er zu deren Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl 2019 nominiert, der FDP-Landesparteitag im November 2018 wählte ihn auf Platz 3 der Landesliste. Seit Mai 2019 ist er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und seit Juni 2023 Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion. Im Oktober 2020 wurde Schäck zum Landesvorsitzenden der FDP Bremen als Nachfolger von Hauke Hilz gewählt. 2022 wurde er wiedergewählt. Am 27. August 2022 wurde Schäck mit 91,6 Prozent zum Spitzenkandidaten der FDP Bremen für die Bürgerschaftswahl 2023 gewählt. Schäck erhielt bei der Bürgerschaftswahl 2023 7.388 Personenstimmen von 1.097.283 in der Stadt Bremen abgegebenen gültigen Stimmen. Die FDP schaffte mit einem Gesamtergebnis von 5,1 Prozent den Wiedereinzug in die Bürgerschaft. Anschließend wurde er zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Beim 74. Bundesparteitag der FDP am 21. April 2023 in Berlin, wurde Schäck mit 86 Prozent als Beisitzer in den Bundesvorstand der FDP gewählt. Er ist Mitglied in folgenden Gremien: Haushalts- und Finanzausschüsse, Controllingausschüsse und Deputation für Wirtschaft und Häfen.
Frank Uwe Schäffler (* 22. Dezember 1968 in Schwäbisch Gmünd): Seit 1987 ist er Mitglied der FDP. Er war von 1987 bis 1990 Kreisvorsitzender in Lippe und von 1990 bis 1993 Vorsitzender des Bezirksverbands Ostwestfalen-Lippe der Jungen Liberalen. Von 2002 bis Februar 2012 war er FDP-Vorsitzender im Kreis Herford und wurde von Stephen Paul abgelöst. Seit 2004 gehört er dem Landesvorstand der FDP Nordrhein-Westfalen an, seit April 2024 als stellvertretender Landesvorsitzender. Im Mai 2011 wählte ihn der Bundesparteitag in den FDP-Bundesvorstand und er übernahm den Vorsitz des Bezirksverbands Ostwestfalen-Lippe von Gudrun Kopp. Im März 2013 wurde Schäffler als Mitglied des Bundesvorstands nicht wiedergewählt. Seit März 2018 ist Schäffler Kreisvorsitzender der FDP im Kreis Minden-Lübbecke und folgte damit auf Kai Abruszat. Von 1989 bis 2000 gehörte Schäffler für die FDP dem Kreistag Lippe, ab 1996 als Fraktionsvorsitzender, und von 1999 bis 2005 der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, hier ab 2004 als Fraktionsvorsitzender, an. Von 2005 bis 2013 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. In dieser Eigenschaft war er Mitglied des Verwaltungsrats der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und bis zu seinem Rücktritt 2010 Obmann der FDP im Finanzausschuß. In der FDP-Fraktion strebte Schäffler den Vorsitz des Arbeitskreises Wirtschaft und Finanzen sowie das Amt des finanzpolitischen Sprechers an, unterlag jedoch Hermann Otto Solms bzw. Volker Wissing. Schäffler zog 2005 und 2009 über die Landesliste Nordrhein-Westfalen (Listenplätze 12 bzw. 11) in den Bundestag ein. 2013 kandidierte er auf Listenplatz 5, verlor jedoch sein Mandat, da die FDP unter der Fünf-Prozent-Hürde blieb. 2017 kandidiert er auf Listenplatz 10, nachdem er sich im zweiten Wahlgang knapp gegen die Bielefelderin Jasmin Wahl-Schwentker durchgesetzt hatte. 2005, 2009 und 2013 bewarb sich Schäffler im Wahlkreis Herford - Minden-Lübbecke II erfolglos um ein Direktmandat (Erststimmenanteile 3,6 %, 9,6 % bzw. 3,5 %). 2017 kandidierte Schäffler erneut und erhielt - diesmal im Wahlkreis Minden-Lübbecke I - 7,7 Prozent der Erststimmen. Er zog als 9. der nordrhein-westfälischen Landesliste der FDP in den Bundestag ein. Im 19. Deutschen Bundestag war Schäffler ordentliches Mitglied im Finanzausschuß, sowie stellvertretendes Mitglied im 3. Untersuchungsausschuß. Im 20. Deutschen Bundestag ist er ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuß, im Ausschuß für Digitales sowie stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuß. Er ist Mitglied im 2. Untersuchungsausschuß der 20. Wahlperiode des Deutschen Bundestages.
Franz Leonhard Schlüter (* 2. Oktober 1921 in Rinteln; † 19. Januar 1981): 1948 erhielt er ein Stellenangebot als Supervisor beim Public Opinion Research Office (PORO) der britischen Besatzungsbehörde. Dort soll er unter anderem mit der Überwachung der DKP-DRP befasst gewesen sein. Als bekannt wurde, daß Schlüter bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen am 28. November 1948 für die DKP-DRP angetreten war - und gewählt wurde -, wurde er aufgrund des politischen Betätigungsverbots, das für alle Angestellten der Behörde galt, 1949 entlassen. Zur Zeit seiner Tätigkeit beim PORO hatte Schlüter schon länger Kontakt zum damaligen Göttinger Vorsitzenden der Deutschen Konservativen Partei - Deutschen Rechtspartei (DKP-DRP) Adolf von Thadden und hielt öfter völkisch-nationalistische Brandreden auf öffentlichen Veranstaltungen. Im September 1948 hielt Schlüter auf der Landestagung der DKP-DRP einen Vortrag zum Thema: "Die Entwicklung der Deutschnationalen Volkspartei und die Notwendigkeit einer neuen Rechtspartei, die sich vorzugsweise an die früheren Nationalsozialisten wenden müsse." Daraufhin wurde er zum niedersächsischen Landesvorsitzenden der DKP-DRP gewählt und organisierte den folgenden Kommunalwahlkampf der Partei. Über eine Wahlkundgebung Schlüters in Wolfsburg, auf der die DKP-DRP daraufhin eine Zweidrittelmehrheit erreichte, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel": "Hier geschah es nach 1945 zum erstenmal, daß die Leute - von Schlüters Rede fasziniert - das Deutschlandlied sangen." Bei den niedersächsischen Kommunalwahlen am 28. November 1948 wurde Schlüter selbst in den Göttinger Stadtrat gewählt. Die britische Militärregierung untersagte Schlüter nach Skandalen um das Verhalten der DKP-DRP in Wolfsburg "durch eine Verfügung vom 30. April 1949 jede politische Tätigkeit und de[n] Aufenthalt im Kreis Gifhorn, zu dem Wolfsburg gehört". Schlüter hielt sich nicht an das politische Betätigungsverbot, reduzierte aber seine öffentliche Sichtbarkeit. An den Verhandlungen der DKP-DRP mit der Deutschen Partei und der hessischen Nationaldemokratischen Partei am 1. Juli 1949 über einen gemeinsamen Antritt zur Bundestagswahl 1949 nahm Schlüter für seine Partei gemeinsam mit Wilhelm Jaeger, Eldor Borck, Ludwig Schwecht, Lothar Steuer und Adolf von Thadden teil. Obwohl die Pläne recht weit gediehen waren, scheiterten sie schlußendlich. Grund war die Erklärung der britischen Militärregierung, eine Fusionspartei werde keine Lizenz erhalten und könne somit nicht zur Wahl antreten. Anfang 1950 trat Schlüter aus der Partei aus, nachdem Fritz Rößler neuer niedersächsischer Landesvorsitzender der DKP-DRP geworden war. Ein Jahr später gründete Schlüter im Januar 1951 die Nationale Rechte (NR), eine als Sammelbecken für rechtsextreme Kräfte organisierte Partei, deren Vorsitz er einnahm. Die NR versuchte zusammen mit der Deutschen Reichspartei (DRP) eine Gemeinschaftsliste mit der FDP für die Landtagswahl in Niedersachsen 1951 aufzustellen, die FDP beteiligte sich jedoch letztlich nicht. Die Verbindung mit der DRP zeigte, daß die NR vor allem auf dem Papier bestand. Als Kandidat der DRP zog Schlüter am 6. Mai 1951 in den Niedersächsischen Landtag ein. Nach einem internen Machtkampf und finanziellen Unstimmigkeiten verließ Schlüter bald darauf die DRP-Fraktion und wechselte im September auf das Betreiben des FDP-Fraktionsvorsitzenden und Göttinger Oberbürgermeisters Hermann Föge in die FDP-Fraktion. Die Aufnahme Schlüters in die Fraktion war in der FDP zuerst umstritten, stärkte jedoch das rechte Profil der FDP, die sich als "Nationale Sammlungsbewegung" etablieren wollte. Die Entscheidung zum Übertritt zur FDP dürfte Schlüter leichtgefallen sein, nachdem ihn die NR im Sommer 1951 von allen Parteiämtern suspendiert hatte. Schlüter stieg als "Wortführer des rechten Flügels" der FDP 1954 zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, 1955 schließlich zum Fraktionsvorsitzenden der FDP im Niedersächsischen Landtag auf. Nach der Landtagswahl am 24. April 1955 bildete sich eine Bürgerblock-Regierung aus DP, CDU, GB/BHE und FDP unter Heinrich Hellwege. Die SPD unter Hinrich Wilhelm Kopf wurde erstmals seit der Gründung des Landes aus der Regierungsverantwortung verdrängt. Die FDP-Fraktion schlug am 12. Mai 1955 Konrad Mälzig als Minister für Aufbau sowie ihren Fraktionsvorsitzenden Leonhard Schlüter als Kultusminister vor. Hellwege präsentierte das neue Kabinett am 26. Mai 1955. Als Schlüter als Kultusminister ins Gespräch kam, rief dies zuerst in der akademischen Öffentlichkeit und besonders an der Georg-August-Universität Göttingen erheblichen Widerstand hervor. Bereits am 13. Mai 1955 führte der Rektor der Universität, Emil Woermann, ein Gespräch mit Hellwege über Schlüter: "Schlüter habe nicht das Vertrauen der Universität, und für den Fall, daß er zum Kultusminister ernannt werde, würden er und der Universitätssenat möglicherweise die akademischen Ehrenämter niederlegen." Nach kurzer Zeit erlangte die "Schlüter-Affäre" auch internationale Beachtung. Wegen Schlüters rechtsradikalem und völkischem Hintergrund befürchtete man negative Auswirkungen auf den demokratischen Auftrag der Universitäten. Der Spiegel schrieb später, "daß nicht einzelne Vorwürfe gegen den Kultusminister das Entscheidende waren, sondern einfach die Tatsache, daß seine Persönlichkeit einigermaßen hart umstritten ist." Noch am Tag von Schlüters Berufung als Minister, dem 26. Mai, traten der Göttinger Rektor, der Senat sowie die Dekane sämtlicher Fakultäten aus Protest von ihren Ämtern zurück und erklärten: "Nachdem ihre Bemühungen erfolglos geblieben sind, sehen sich Rektor und Senat gezwungen, durch die Niederlegung ihrer Ehrenämter in der akademischen Selbstverwaltung zu bekunden, daß sie sich zu den in Erfüllung ihrer Pflichten erhobenen Vorstellungen bekennen." Die Studentenschaft unterstützte die Universitätsleitung in ihrer Entscheidung. Der AStA der Universität trat - wie bereits am 25. Mai für den Fall von Schlüters Amtseinsetzung mit 18:1 Stimmen beschlossen - zurück und bekundete seine Unterstützung der Entscheidung der Universitätsleitung. Gleichzeitig veröffentlichte er eine dreiseitige Liste der Bücher und Autoren, die in Schlüters Verlag erschienen waren. Die Studierenden der Universität forderte er am Morgen des 27. Mai 1955 auf, Vorlesungen und Übungen zu boykottieren. Mehrere Demonstrationen fanden statt, aber an der ganzen Universität nur fünf Vorlesungen mit insgesamt 25 Hörern. Von den 4900 in Göttingen immatrikulierten Studenten versammelte sich mehr als die Hälfte am Abend vor dem Auditorium maximum zu einem Fackelzug. Während die damals rechtsorientierte FDP-Landtagsfraktion Schlüter weiterhin unterstützte und die Proteste gegen ihn als "Hetzaktion" bezeichnete, distanzierte sich die Bundes-FDP von Schlüter. Hellwege drängte ihn daraufhin, sich beurlauben zu lassen, was am 4. Juni 1955 geschah. Die FDP überlegte in den nächsten Tagen, die Regierung Hellwege wieder zu verlassen, entschied sich aber schließlich, Schlüter als Kultusminister aufzugeben. Am 9. Juni reichte er seinen Rücktritt ein, der zwei Tage später in Kraft trat. Schlüters Amt übernahm zunächst Ministerpräsident Hellwege selbst, bevor im September der FDP-Politiker Richard Tantzen nachfolgte. Der Spiegel bilanzierte: "Friedrich Leonhard Schlüter saß genau vier Tage im Ministerzimmer des Kultusministeriums. Zu kulturpolitischen Handlungen kam es dabei nicht. Er richtete seinen Schreibtisch ein, und schon kamen die ersten Proteste, die abzuwehren seine ganze ministerielle Aufmerksamkeit in Anspruch nahm." Mit dem "Fall Schlüter" beschäftigte sich der Landtag in einer eigens dafür einberufenen Sondersitzung am 11. Juni 1955, in der sich die Regierungsparteien und insbesondere die FDP weiterhin hinter Schlüter stellten. Der Landtag beschloß jedoch die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Ernennung Schlüters. Dieser kam im Februar 1956 zu dem Ergebnis, daß keine Verletzung der Sorgfaltspflicht durch Ministerpräsident Hellwege vorliege, Schlüter aber "durch seine verlegerische Tätigkeit sich der wichtigsten Voraussetzungen für das Amt des Kultusministers begeben habe. Es liege Anlaß vor, seine Publikationen unter dem Gesichtspunkt des Artikels 18 des Grundgesetzes (Verwirkung der Grundrechte) zu prüfen." Zu diesem Anlaß wurde bekannt, daß Schlüter am 8. Januar 1956 aus der FDP ausgetreten war. Nach seinem Parteiaustritt verblieb er noch bis 1959 als unabhängiger Abgeordneter im Parlament. 1958 veröffentlichte Schlüter in seinem Verlag ein Buch, das keinen Autor hatte und den Titel "Die große Hetze. Der niedersächsische Ministersturz. Ein Tatsachenbericht zum Fall Schlüter." trug, in dem er in der dritten Person über den Fall Schlüter schrieb. Er wies alle Vorwürfe zurück und griff seine Kritiker an. Dazu gehörte auch der in der Schlütersache besonders engagierte frühere Widerstandskämpfer gegen das Hitlerreich Emil Woermann. Teilweise hielt Schlüter seinen Kritikern und auch Woermann ohne triftige Beweise vor, sie seien selbst notorische Nazis gewesen. Am 30. April 1960 wurde Schlüter wegen "Staatsgefährdung" und "Staatsbeschimpfung" vom 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs zu einer Geldstrafe von 1200 Deutsche Mark anstelle einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt. Er hatte Herbert Graberts verfassungsfeindliches Werk "Volk ohne Führung" verlegt. Grabert wurde im selben Prozeß zu neun Monaten Gefängnis, zur Bewährung ausgesetzt, verurteilt (BGHSt 14, 258). Dieses Urteil gilt als der "endgültige Abschluß der Schlüter-Affäre", da Schlüter bis dahin Diffamierungen gegen den Rektor Emil Woermann und andere Göttinger Professoren verbreitet hatte. Im Rückblick bewertete Der Spiegel 1967 den "Fall Schlüter" als einen "in der ganzen Welt widerhallenden politischen Skandal" und als Höhepunkt der "erst Ende der fünfziger Jahre langsam abklingende[n rechts]radikale[n] Vergiftung der Freien Demokratischen Partei". Johannes Rau erwähnte 1998 als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen den "Fall Schlüter" in einer Rede zum 50-jährigen Bestehen der Kultusministerkonferenz als Kuriosum, als kürzesten amtierenden Kultusminister: "Es gab einen Kultusminister, der war zehn Tage im Amt, vom 2. bis 11. Juni 1955. Er hieß Leonhard Schlüter, war aus Niedersachsen, gehörte der FDP an, und er hat sich mit einer eigenartigen Räuber- und Gendarm-Affaire selbst zu Fall gebracht."
Heinrich Schneider (* 22. Februar 1907 in Saarbrücken; † 12. Januar 1974 in Stuttgart): Er trat 1950 in die Demokratische Partei Saar (DPS) ein. Diese war zunächst liberal ausgerichtet und akzeptierte das Autonomiestatut des Saarlands mit enger Bindung an Frankreich. Durch den Eintritt der ehemaligen NSDAP-Mitglieder Schneider, Richard Becker, Paul Simonis und ihrer Anhänger übernahmen aber nationalkonservative Kräfte die Mehrheit in der Partei, die sich als "deutsch ausgerichtete Opposition" verstanden, den Anschluß an die Bundesrepublik Deutschland anstrebten und gegen die französische Besatzungsmacht agitierten. Auf dem richtungsändernden dritten Parteitag am 2. September 1950 wurde Schneider erstmals in den Vorstand gewählt, sein Verbündeter Becker übernahm den Vorsitz. Im Verfahren um das Verbot der DPS durch den französischen Hochkommissar Gilbert Grandval 1951 war Schneider Rechtsvertreter seiner Partei. Nach Wiederzulassung der Demokratischen Partei Saar infolge des deutsch-französischen Abkommens über die Saarfrage 1954 wurde er deren 1. Vorsitzender. Schneider war ein entschiedener Gegner eines Europäischen Statuts für das Saarland, das bei der Volksbefragung im Oktober 1955 mehrheitlich auf Ablehnung stieß. Danach siegten auch bei der Landtagswahl im Dezember 1955 die pro-deutschen Parteien. Die DPS wurde zweitstärkste Kraft und Schneider zog als einer von 13 Abgeordneten seiner Partei in den Landtag des Saarlands ein, dem er bis 1965 angehörte. Vom 2. Januar bis 31. Dezember 1956 war er Landtagspräsident. Anschließend war er bis Juli 1957 Vorsitzender der DPS-Landtagsfraktion. Nach dem Beitritt des Saarlands zur Bundesrepublik Deutschland entsandte der Landtag Schneider am 4. Januar 1957 als einen von zehn saarländischen Abgeordneten in den Deutschen Bundestag. Vom 4. Juni 1957 bis zum 26. Februar 1959 war er zudem stellvertretender Ministerpräsident des Saarlands und Minister für Wirtschaft, Verkehr, Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Reinert I. Die DPS wurde zum saarländischen Landesverband der bundesdeutschen FDP, der Schneider ab dem 11. August 1957 angehörte. Sein Bundestagsmandat wurde bei der Wahl im September 1957 bestätigt, bei der er das Direktmandat im Wahlkreis 243 (Saarbrücken-Stadt) gewann. Von 1958 bis 1962 gehörte er dem FDP-Bundesvorstand an, auf dem Parteitag 1960 wurde Schneider zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der FDP (unter dem Vorsitzenden Erich Mende) gewählt. 1961 verlor er das Direktmandat, wurde er aber über die FDP-Landesliste erneut in den Bundestag gewählt, dem er bis zum Ende der Legislaturperiode 1965 angehörte. Paul Simonis löste Schneider 1962 als Landesvorsitzenden der FDP/DPS ab. Aus Protest gegen die sozialliberale Koalition verließ er 1969 die FDP. Die Publikationen des Historikers Erich Später über Heinrich Schneider, dem er als "Propagandist" und hohem "Funktionär der NSDAP" Verantwortung für die "organisierte Entrechtung, Ausplünderung und Vertreibung von Saarländern jüdischen Glaubens" ab Januar 1935 zuordnet, hat Schneiders Sohn, der Saarbrücker Rechtsanwalt Heinz R. Schneider, am 24. November 2005 zu einer "strafbewehrten Unterlassungserklärung" veranlaßt. Der beklagte Später weigerte sich, seine Aussage zurückzunehmen, mit den Worten: "Diese Geschichte ist doch im Saarland schon viel zu lange totgeschwiegen worden." Schneider stand auch nach 1945 positiv zu seiner NS-Vergangenheit und befürwortete etwa in einem Artikel die Gleichsetzung der Volksabstimmungen von 1955 und 1935 an der Saar, als es um den Anschluß an Deutschland ging. Er feierte darin die Protagonisten der Deutschen Front von 1935. Für ihn waren sie gleich denen von 1955. "Ihre Treue blieb unwandelbar", schrieb er dazu.
Ludwig Schneider (* 20. September 1898 in Erdhausen; † 23. April 1978 in Lollar): Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er der FDP bei, die er am 23. Februar 1956 mit dem Ministerflügel ("Euler-Gruppe") verließ, um die FVP mitzubegründen, mit der er 1957 zur DP kam. Nach der Fusion dieser Partei mit dem GB/BHE zur GDP trat er, der den Zusammenschluß als "widernatürliche Ehe" empfand, am 3. Mai 1961 zur CDU über. Er begründete den Ortsverband der CDU in der im Landkreis Gießen gelegenen Gemeinde Lollar mit und stand ihm bis 1972 vor. Schneider gehörte dem Deutschen Bundestag seit dessen erster Wahl 1949 bis 1957, jeweils im Wahlkreis Gießen direkt gewählt, und erneut vom 10. September 1958, als er für August-Martin Euler nachrückte, bis 1961 an. Von 1949 bis zum 5. Oktober 1956 war er Vorsitzender des Wahlprüfungsausschusses des Bundestages. 1953 bis 1957 amtierte Schneider als Bundestagsvizepräsident. Vom 8. Oktober 1956 bis 1957 war er Vorsitzender der Unterkommission Haushalt des Bundestagspräsidiums. Mit Gründung der FVP-Fraktion am 1. März 1956 wurde er bis zum Zusammenschluß mit der DP Fraktionsvorsitzender. Vom 14. März 1957 bis zum Ende der zweiten Legislaturperiode war er gemeinsam mit Ernst-Christoph Brühler Fraktionsvorsitzender der DP/FVP-Fraktion. 1959 gehörte er mit Josef Arndgen (CDU), Walther Kühn (FDP) und Carlo Schmid (SPD) nach dem Unfalltod des Abgeordneten Josef Gockeln, dessen Hinterbliebene zu Sozialfällen wurden, zu den Initiatoren einer Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung für Abgeordnete.
Carl-Hubert Schwennicke (* 14. November 1906 in Berlin; † 21. März 1992 ebenda): Seine politische Tätigkeit begann 1925, als er - damals Mitglied der DVP - Sekretär von Gustav Stresemann wurde. 1946 wurde er zum Vorsitzenden des von ihm mitgegründeten Landesverbands Groß-Berlin der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) gewählt. Seit Februar 1948 war er Vorsitzender des abgespaltenen LDP-Landesverbands in den Westsektoren Berlins, ab Dezember 1948 Vorsitzender der FDP. Er hatte in dieser Funktion von 1949 bis 1957 einen Sitz im FDP-Bundesvorstand. Von 1946 bis 1959 war er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin und bis 1956 Vorsitzender der FDP-Fraktion. Er war 1948 Mitbegründer des Ostbüros der Berliner FDP und unterzeichnete im selben Jahr den Gründungsaufruf der Freien Universität. Am 17. März 1955 verübte die Staatssicherheit der DDR ein Sprengstoffattentat auf den West-Berliner FDP-Vorsitzenden. Dabei wurde seine Sekretärin verletzt. 1956 beteiligte er sich in Berlin an der durch FDP-Bundespolitiker vorangetriebenen Gründung einer bundesweiten Abspaltung der FDP, der Freien Volkspartei (FVP), die bereits im folgenden Jahr der Deutschen Partei beitrat, während der Berliner Landesverband unter Schwennickes Vorsitz als Freie Deutsche Volkspartei (FDV) weiter existierte. Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus 1958 scheiterte die Partei an der Fünf-Prozent-Hürde und stellte zum Jahresende 1961 die Arbeit ein. 1971 trat Schwennicke der CDU bei.
Judith Sandra Skudelny (* 2. Oktober 1975 in Stuttgart): Bereits als Schülerin trat sie den Jungen Liberalen bei und ist seit 1998 Mitglied der FDP. Im Jahr 2004 wurde sie in den Gemeinderat ihres Wohnorts Leinfelden-Echterdingen gewählt (Wiederwahl 2009). Bei der Wahl 2009 zog Skudelny über Listenplatz 12 der Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag ein. Skudelny war ordentliches Mitglied im Ausschuß für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Hierbei war sie als Berichterstatterin zuständig für die Themen Lärm/Lärmschutz, nichtnuklearer Strahlenschutz, Umwelt und Umweltplanungsrecht, Bodenschutz und für das Querschnittsthema "Landwirtschaft und Umweltschutz". Zu Beginn des Jahres 2013 übernahm Skudelny die Nachfolge von Christian Ahrendt im Rechtsausschuß des Deutschen Bundestages. Als ordentliches Mitglied war sie seitdem zuständig für Insolvenzrecht, Versicherungsrecht, Zivilprozeßrecht sowie Fahrgastrechte. Zudem war Skudelny stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Gleichzeitig war sie seit 2011 ordentliches Mitglied der Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität - Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft". Diese Kommission beschäftigt sich mit der Problematik, wie gesellschaftliches Wachstum und Wohlstand mit nachhaltiger Entwicklung vereinbart werden können. Darüber hinaus war Skudelny stellvertretendes Mitglied im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung sowie im Untersuchungsausschuß Gorleben. 2009 nahm sie ihr damals vier Monate altes Baby mit zur konstituierenden Sitzung des Bundestages. Dadurch wurde ihre Tochter das erste Baby im Plenarsaal des Bundestages. Im Jahr 2013 wurde Skudelny zur Landesvorsitzenden der Liberalen Frauen Baden-Württembergs. Seit 2015 ist Skudelny Generalsekretärin der FDP Baden-Württemberg und wurde für die Bundestagswahl 2017 auf Listenplatz 2 aufgestellt. 2017 wurde Skudelny Mitglied des 19. Deutschen Bundestages. Sie war dort ordentliches Mitglied des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz, sowie im Wahlausschuß. Zudem war Skudelny in der 19. Wahlperiode umweltpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion und Vorsitzende der FDP-Landesgruppe Baden-Württemberg. 2021 wurde Skudelny von ihrem Landesverband auf Platz 2 der Landesliste zur Bundestagswahl 2021 aufgestellt und zog am 26. September 2021 erneut ins Parlament ein. Nach der Konstituierung des Parlaments wurde sie erneut zur Vorsitzenden der Landesgruppe Baden-Württemberg der FDP-Bundestagsfraktion gewählt und ist außerdem Stellvertretende Vorsitzende der FDP-Frauengruppe. In der 20. Wahlperiode des Deutschen Bundestages ist sie ordentliches Mitglied im Ausschuß für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz sowie stellvertretendes Mitglied im Rechtsausschuß. Seit 2021 ist sie Sprecherin für Umwelt- und Verbraucherschutz ihrer Fraktion und Berichterstatterin für das Thema Insolvenzpolitik sowie die Teilbereiche Verbandsklagen und Zwangsvollstreckungen. Sie ist Mitglied im 2. Untersuchungsausschuß der 20. Wahlperiode des Deutschen Bundestages. Für die Bundestagswahl 2025 ist sie Spitzenkandidatin der FDP Baden-Württemberg.
Hermann Otto Prinz zu Solms-Hohensolms-Lich, meist nur Hermann Otto Solms (* 24. November 1940 in Lich): Seit 1971 ist er Mitglied der FDP, deren Bundesschatzmeister er von 1987 bis 1999, 2004 bis 2011 und 2013 bis 2020 war. Er ist seit dem 19. September 2020 Ehrenvorsitzender. 1997 hatte Solms in seiner Funktion als Schatzmeister der FDP zwar die vierteljährlichen Abschlagszahlungen der staatlichen Parteienfinanzierung angefordert, aber die Festsetzung der Gesamtsumme vergessen. Die damalige Parlamentspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) ließ den Betrag zwar dennoch auszahlen, das Verwaltungsgericht Köln bestritt jedoch die Rechtmäßigkeit der Zahlung - es ging um 12,4 Millionen Deutsche Mark. Das Oberverwaltungsgericht Münster reduzierte später die Rückzahlungssumme auf 300.000 Deutsche Mark, und das Bundesverwaltungsgericht entschied im Mai 2000, der Antrag sei korrekt und fristgerecht gestellt gewesen und eine Rückzahlung demnach nicht erforderlich. Nach dem plötzlichen Tod seines Nachfolgers Günter Rexrodt im August 2004 wurde Solms kommissarisch erneut zum Schatzmeister ernannt und am 5. Mai 2005 auf dem Bundesparteitag in Köln mit 90,6 Prozent der Stimmen gewählt. Am 7. Dezember 2013 wurde er auf dem Bundesparteitag in Berlin mit 88,6 Prozent der Stimmen erneut zum Bundesschatzmeister gewählt. Am 15. Mai 2015 wurde er auf dem Bundesparteitag in Berlin mit 93,4 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Im Zuge seines Ausscheidens als Schatzmeister wurde er auf dem Bundesparteitag in Berlin am 19. September 2020 zum Ehrenvorsitzenden seiner Partei gewählt. Von 1980 bis 2013 und 2017 bis 2021 war Solms Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1985 bis 1991 Stellvertretender Vorsitzender und vom 15. Januar 1991 bis zum 26. Oktober 1998 schließlich Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Nach der Bundestagswahl 1998 wurde er am 26. Oktober 1998 in das Amt des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages gewählt, das er bis Oktober 2013 ausübte. Solms zog stets über die Landesliste Hessen in den Deutschen Bundestag ein. Als Vizepräsident durfte er am Rande und unbemerkt eine historische Funktion wahrnehmen: Am 1. Juli 1999 schloß er die letzte reguläre Bundestagssitzung im Plenarsaal des Bonner Bundeshauses. Damit waren 50 Jahre Bonner Parlamentsgeschichte beendet. Am 12. November 2009 wurde Solms in der FDP-Bundestagsfraktion zum Vorsitzenden des Arbeitskreises II gewählt mit den Politikfeldern: Haushalt, Finanzen, Wirtschaft und Technologie, Tourismus, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Am 8. Dezember 2012 unterlag Solms in einer Kampfkandidatur um den Spitzenplatz der hessischen Landesliste Heinrich Kolb. Daraufhin verzichtete Solms, sich auf dahinter liegende Listenplätze zu bewerben. Nach der Bundestagswahl 2013 schied Solms somit aus dem Bundestag aus; die FDP scheiterte bei dieser Wahl allerdings ohnehin an der Fünf-Prozent-Hürde. Daraufhin gab Solms bekannt, bei der Bundestagswahl 2017 erneut anzutreten. Seine Kandidatur wollte er nach eigener Aussage insbesondere als Ermutigung für ältere Menschen verstanden wissen, sich gesellschaftlich zu engagieren. Als Direktkandidat der FDP im Wahlkreis 173 erreichte er 7,7 Prozent der Stimmen. Er zog als einer von sechs hessischen Liberalen über die Landesliste seiner Partei in den neuen Bundestag ein und wurde damit nach vier Jahren Unterbrechung wieder Mitglied des Deutschen Bundestages. Solms war Alterspräsident des 19. Bundestages, da er bis 2013 33 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages war. Ursprünglich hätte mit 45 Dienstjahren diese Ehre Wolfgang Schäuble zugestanden. Als Kandidat für das Amt des Bundestagspräsidenten und wegen der damit verbundenen Antrittsrede verzichtete Schäuble auf den Altersvorsitz. Im 19. Deutschen Bundestag war Solms stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Wirtschaft und Energie, als auch im Finanzausschuß. Zur Bundestagswahl 2021 kandidierte er nicht mehr. Er war Gründungsmitglied des Fördervereins Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen e. V., der die Arbeit der Gedenkstätte der Stasi-Haftanstalt Hohenschönhausen unterstützt. Seit 2003 ist er Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.
Arnold Theodor Spitta (* 5. Januar 1873 in Bremen; † 24. Januar 1969 ebenda): Er war 1945 Mitbegründer der Bremer Demokratischen Volkspartei (BDV), die später zum Landesverband der FDP wurde. Am 5. Juni 1945 wurde er von der amerikanischen Militärregierung zum Senator für Justiz und zum Bürgermeister als Vertreter des Regierenden Bürgermeisters Erich Vagts berufen. Nach der Ablösung von Vagts wählte der Senat ihn am 1. August 1945 auf Vorschlag von Wilhelm Kaisen zum Bürgermeister als Stellvertreter des Präsidenten des Senats im Senat Kaisen I. Die Situation der von den Nazis vertriebenen und nach Deutschland zurückgekehrten Juristen wie Karl Loewenstein (Jurist) war schwierig. Nach wie vor schlugen ihnen als Exilierte massive Vorurteile entgegen. Spitta erwähnt die Tätigkeit Karl Loewensteins bei ihm, in dem er dem in München geborenen und promovierten Staatsrechtler "gute Deutschkenntnisse" attestiert und zudem bemerkt, "äußerlich nicht jüdisch" sowie weiter: "Loewenstein sicher Jude, aber äußerlich ohne die besonderen Merkmale dieser Rasse." Nach den Bürgerschaftswahlen vom 28. November 1946 wurde Spitta wieder in den Senat gewählt. Er übernahm weiterhin das Ressort Justiz, Verfassung und kirchliche Angelegenheiten, und er blieb Bürgermeister. Die Ämter hatte er bis zum 28. Dezember 1955. Für Bremen nahm er am Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee für das Grundgesetz teil. Spitta entwarf (wie schon 1920) 1947 die bremische Landesverfassung, die 1947 in Kraft trat. In den Jahren von 1945 bis 1947 arbeitete er eng mit seinem juristischen Berater Karl Carstens zusammen. Nach seinem Abschied ab 1955 zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Er war aber noch in der FDP im begrenzten Umfang aktiv und arbeitete ehrenamtlich im Rathaus an der Kommentierung der Verfassung.
Alexander von Stahl (* 10. Juni 1938 in Berlin): 1961 trat er in Nordrhein-Westfalen der FDP bei, ab 1967 gehörte er dem FDP-Landesverband Berlin an. Von 1968 bis 1990 war er Delegierter des Berliner FDP-Landesausschusses, 1989 bis 1990 war er Mitglied des FDP-Landesvorstands. Von 1970 bis 1975 war er Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin. 1979 gründete von Stahl gemeinsam mit Hermann Oxfort die Liberale Gesellschaft, die sich eine rechtsliberale Erneuerung der FDP zum Ziel setzte. In den 1990er Jahren versuchte er mit Klaus Rainer Röhl, die nationalliberale Tradition der Partei wiederzubeleben. Mit Achim Rohde und Heiner Kappel gründete er 1995 die "Liberale Offensive" in der FDP. 1996 und 1998 kandidierte von Stahl erfolglos als Berliner FDP-Landesvorsitzender. Er unterlag knapp dem Gegenkandidaten Martin Matz. Im gleichen Jahr bewarb er sich als Direktkandidat im Bundestags-Wahlkreis Spandau. Senator und Bürgermeister Hermann Oxfort berief von Stahl im Mai 1975 zum Staatssekretär in der Berliner Justizverwaltung. Er blieb auch nach dem Rücktritt Oxforts im Juli 1976 im Amt, diente unter den Senatoren Jürgen Baumann (FDP), Gerhard Moritz Meyer (FDP) und Rupert Scholz (CDU). Als er am 9. September 1987 im Abgeordnetenhaus-Ausschuß die Zahl von Vergewaltigungsopfern in einem Strafprozeß mit "acht Stück" bezifferte, mußte die Sitzung aufgrund einhelliger Empörung von Abgeordneten und Zuhörern über die Wortwahl vorzeitig beendet werden. Im Februar 1989 versetzte ihn der rot-grüne Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Walter Momper in den einstweiligen Ruhestand. Auf Betreiben des FDP-Vorsitzenden Otto Graf Lambsdorff wurde von Stahl von CDU und FDP zum Generalbundesanwalt vorgeschlagen und am 1. Juni 1990 berufen. Kurt Rebmann, sein Vorgänger seit dem 1. Juli 1977, ging in den Ruhestand. Von Stahls Amtszeit war von der Strafverfolgung früherer Agenten des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit und der Bekämpfung terroristischer Vereinigungen wie der Rote Armee Fraktion (RAF) und insbesondere der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) geprägt. Am 6. Juli 1993 versetzte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) von Stahl in den einstweiligen Ruhestand. Anlaß war ein vom Bundeskriminalamt geleiteter GSG-9-Einsatz in Bad Kleinen am 27. Juni 1993, bei dem der RAF-Terrorist Wolfgang Grams Suizid beging, nachdem er den GSG-9-Beamten Michael Newrzella durch einen Schuß tödlich verletzt hatte. Als bedingt durch die fehlerhafte Berichterstattung von "Monitor" und "Der Spiegel" der Verdacht aufkam, Grams sei aus Rache von den Kollegen des getöteten Polizisten vorsätzlich erschossen worden, trat Innenminister Rudolf Seiters (CDU) zurück. Von Stahl wurde für die Informationspolitik seiner Behörde verantwortlich gemacht. Er selbst habe mehrere einander widersprechende Erklärungen zu dem Fall abgegeben. Später wurden die Tathergänge von Bad Kleinen von einer Zivilkammer des Landgerichts Bonn als nicht aufklärbar bezeichnet. Im Zuge der Aufarbeitung dieses Falls verteidigte der Personalratsvorsitzende der Bundesanwaltschaft von Stahl und forderte seine Rehabilitierung. Grund seiner Entlassung seien keineswegs fehlerhafte Presseerklärungen gewesen, sondern das Nichtbefolgen eines "Maulkorb-Erlasses" von Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger. Von Stahl war mit seiner Ministerin bereits im Zusammenhang mit dem Mykonos-Attentat aneinandergeraten. Von Stahls Nachfolger als Generalbundesanwalt wurde Kay Nehm. Die im Rahmen der durch den Fälschungsskandal um Claas Relotius erfolgte Aufarbeitung alter Spiegelartikel ergab laut der Welt, daß der "Der Spiegel" mit der Berichterstattung über die Abläufe in Bad Kleinen auf Basis einer mangelhaft geprüften und falschen Aussage einen journalistischen Fehler begangen habe. Von Stahl war unter anderem Referent im Institut für Staatspolitik.
Gerd Monte Joachim Stamp (* 21. Juni 1970 in Bad Ems): Er ist 1987 in die FDP eingetreten, gehört dem FDP-Ortsverband Bonn-Duisdorf an. Viele Jahre war er im Bundesvorstand der Jungen Liberalen, seit 2006 sitzt er im Landesvorstand der NRW-FDP. Seit 2012 gehört Stamp auch dem Bundesvorstand der FDP an. Von Februar 2010 bis Juni 2012 war er Generalsekretär der nordrhein-westfälischen FDP. Am 16. März 2015 wurde er auf dem Kreisparteitag der FDP Bonn mit 77 von 91 Stimmen zum Nachfolger des Kreisvorsitzenden Werner Hümmrich gewählt. Im Jahr 2018 übergab er das Amt an Franziska Müller-Rech. Er wurde am 25. November 2017 als Nachfolger von Christian Lindner zum Landesvorsitzenden der FDP Nordrhein-Westfalen gewählt. Nach der verlorenen Landtagswahl kündigte er im August 2022 an, den Landesvorsitz abzugeben. Beim nächsten Parteitag am 21. Januar 2023 wurde Henning Höne zu seinem Nachfolger gewählt. 2006 gründete er zusammen mit Liane Knüppel, Hartmut Knüppel, Daniel Bahr, Gisela Piltz, Hans-Joachim Otto und Johannes Vogel den Verein Netzwerk 80 e. V. als Zusammenschluß aller Bundesvorstandsmitglieder und Bundesgeschäftsführer der Jungen Liberalen seit 1980. Von 2004 bis 2017 war Stamp Ratsherr im Rat der Bundesstadt Bonn. 2004, 2009 und 2014 konnte er den Kommunalwahlkreis Röttgen/Ückesdorf direkt gewinnen. 2009 (67,6 %) und 2014 (64,9 %) gaben jeweils etwa zwei Drittel der Wähler die Stimme für Stamp ab. Er war Mitglied des Schulausschusses und des Integrationsrats der Stadt Bonn. Von Juni 2012 bis Januar 2023 war Stamp Mitglied des Landtags des Landes Nordrhein-Westfalen. Er wurde jeweils über die Landesliste der FDP NRW gewählt. Zudem kandidierte er seit der Landtagswahl 2005 stets im Landtagswahlkreis Bonn II, wo er 9,7 Prozent (2005), 8,5 Prozent (2010), 9,4 Prozent (2012), 14,3 Prozent (2017) und 8,9 Prozent (2022) der Erststimmen erhielt. Bis zu seiner Ernennung zum Minister war er ordentliches Mitglied und Sprecher des Integrationsausschusses, ordentliches Mitglied der Verfassungskommission und des Ausschusses für Familie, Kinder und Jugend sowie stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Im Januar 2023 legte er sein Landtagsmandat im Zuge seiner Ernennung zum Sonderbevollmächtigten für Migration der Bundesregierung nieder. Für ihn rückte Franziska Müller-Rech in den Landtag nach. Ab dem 30. Juni 2017 amtierte Stamp als Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sowie als Stellvertretender Ministerpräsident in der schwarz-gelben Landesregierung (zunächst im Kabinett Laschet, anschließend im Kabinett Wüst I). Mit dem Antritt des Kabinetts Wüst II schied er am 29. Juni 2022 aus der Landesregierung aus. Stamp ist seit dem 1. Februar 2023 Sonderbevollmächtigter der Bundesregierung für Migrationsabkommen. Er behielt dieses Amt auch nach dem Bruch der Ampelkoalition in Deutschland 2024 und dem Ausscheiden seiner Partei aus der Bundesregierung.
Rainer Stinner (* 26. Juni 1947 in Bremen): Seit 1973 ist er Mitglied der FDP Bayern. Von 1974 bis 1984 war er Mitglied des Stadtvorstands der FDP München, unter anderem als Schatzmeister und Pressesprecher. 1999 trat er als FDP-Kandidat erfolglos für die OB-Wahl in München an. Von 2004 bis 2010 war er Vorsitzender der Münchener FDP. Von 2005 bis 2009 gehörte er dem FDP-Bundesvorstand an. Stinner rückte 2002 nach dem Ausscheiden von Ulrich Irmer in den Deutschen Bundestag nach, dem er bis 2013 angehörte. Stinner war Obmann des Auswärtigen Ausschusses und stellvertretendes Mitglied des Verteidigungsausschusses. Zudem war er ab Januar 2012 Vorsitzender des Arbeitskreises Internationale Politik der FDP-Bundestagsfraktion. Stinner löste Michael Georg Link ab, der das Amt des Staatsministers im Auswärtigen Amt übernahm. Er war zusammen mit Frank Schäffler ein FDP-Abgeordnete, welcher gegen den Atomausstieg stimmte. Stinner zog stets über die Landesliste Bayern in den Bundestag ein. Sein Wahlkreis war München-Ost. Er trat bei der Bundestagswahl 2013 nicht mehr an.
Linda Teuteberg (* 22. April 1981 als Linda Merschin in Königs Wusterhausen): Sie trat 1998 den Jungen Liberalen und im Jahr 2000 der FDP bei. Sie war Spitzenkandidatin der Jungen Liberalen Brandenburg zur Landtagswahl 2009 und Landtagskandidatin der FDP Brandenburg (Platz 2 der Landesliste) im Wahlkreis Potsdam I. Sie war Stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Liberalen in Brandenburg und 2000/2001 Mitglied des Bundesvorstands der Jungen Liberalen. Von 2009 bis 2013 war sie Mitglied des Landesvorstands der FDP Brandenburg, zuletzt als Stellvertretende Vorsitzende. Teuteberg ist seit 2011 Mitglied des Bundesvorstands der FDP. Trotz kritischer Stimmen einzelner Vertreter ihres Landesverbands wählte der Bundesparteitag im März 2013 Teuteberg, die sich ohne Votum des Landesverbands zur Wahl gestellt hatte und vom Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag Wolfgang Kubicki vorgeschlagen worden war, erneut in den Bundesvorstand. Die Landespartei hatte für die Position den Brandenburger Fraktionschef Andreas Büttner vorgesehen, der mit einem Stimmenanteil von 23,56 bzw. 20,52 Prozent der Stimmen in zwei Wahlgängen auf dem Bundesparteitag den Einzug in das Gremium verfehlte. Am 17. April 2019 wurde sie vom FDP-Vorsitzenden Christian Lindner als Nachfolgerin für Nicola Beer für das Amt der FDP-Generalsekretärin vorgeschlagen. Am 26. April 2019 wurde sie auf dem 70. ordentlichen FDP-Bundesparteitag mit 92,8 Prozent zur Generalsekretärin gewählt. Am 17. August 2020 teilte Lindner mit, daß Volker Wissing, Wirtschaftsminister im Kabinett Dreyer II (Rheinland-Pfalz), auf dem wegen der COVID-19-Pandemie in den September verschobenen FDP-Bundesparteitag 2020 zum neuen FDP-Generalsekretär gewählt werden soll. Mit der Wahl Wissings endete Teutebergs Amtszeit als Generalsekretärin. Teuteberg ist Vorsitzende des FDP-Kreisverbands Potsdam. Im Februar 2013 gewann Linda Teuteberg bei Stefan Raabs Polit-Talkshow Absolute Mehrheit mit fast 40 Prozent der Zuschauerstimmen. 2019 erhielt Teuteberg als "Aufsteigerin des Jahres" den vom Magazin "Politik & Kommunikation" vergebenen Politikaward. Die Laudatio hielt Jörg Thadeusz. Teuteberg wurde am 27. September 2009 über die Landesliste in den Brandenburger Landtag gewählt. Im Wahlkampf erhielt sie Unterstützung unter anderem von Hans-Dietrich Genscher. Teuteberg war im Landtag Mitglied des Rechtsausschusses, des Richterwahlausschusses und der Enquete-Kommission "Aufarbeitung der Geschichte und Bewältigung von Folgen der SED-Diktatur und des Übergangs in einen demokratischen Rechtsstaat im Land Brandenburg", ferner stellvertretendes Mitglied der Landtagsausschüsse für Haushalt und Finanzen, für Wirtschaft und für Europaangelegenheiten und Entwicklungspolitik. Teuteberg war rechts- und medienpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Als Teuteberg sich im Herbst 2012 auf das zweite juristische Staatsexamen vorbereitete, behauptete FDP-Landeschef Gregor Beyer, Teuteberg komme ihren Pflichten als Abgeordnete in zeitlich zu geringem Maße nach. Teuteberg wies die Anschuldigungen zurück und erhielt Unterstützung von Fraktionskollegen: Teuteberg habe in der Fraktion "bis in die Einzelheiten" alles abgesprochen. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten sprachen von "ehrabschneidenden" Anschuldigungen und bezeichneten Beyer als "Diffamierer". Zur Landtagswahl 2014 trat sie nicht erneut an. Teuteberg war Mitglied der 15. Bundesversammlung, die am 18. März 2012 zusammentrat. Im November 2016 wurde Teuteberg auf einem Landesparteitag zur Spitzenkandidatin der brandenburgischen FDP für die Bundestagswahl 2017 gewählt. Mit 57 Prozent der Delegiertenstimmen setzte sie sich gegen ihren Mitbewerber Axel Graf Bülow durch. In Brandenburg erzielte die FDP 7,1 Prozent der Zweitstimmen, in Teutebergs Wahlkreis 9,2 Prozent; Teuteberg erhielt 7,5 Prozent der Erststimmen. Auf der Landesvertreterversammlung im März 2021 wählte die FDP Brandenburg Teuteberg erneut zur Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl 2021 auf Platz 1 der Brandenburger Landesliste. Dabei setzte sie sich gegen den Eberswalder Bürgermeister Friedhelm Boginski durch. Teuteberg kandidierte wiederum im Bundestagswahlkreis Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming II. Dort erzielte die FDP 10,7 Prozent der Zweitstimmen und damit 1,5 Prozentpunke mehr als bei der vorherigen Bundestagswahl und 1,4 Prozentpunkte mehr als im Landesschnitt. Teuteberg zog über die Landesliste der FDP Brandenburg in den Bundestag ein. Unter Teutebergs Führung erzielte der FDP-Landesverband bei der Bundestagswahl 2021 mit 9,3 Prozent der Zweitstimmen sein bisher zweitbestes Ergebnis nach 9,34 Prozent 2009 und lag noch vor den Parteien "Bündnis 90/Die Grünen" und "Die Linke". Der Landesverband konnte damit gegenüber der Bundestagswahl 2017 sein Ergebnis um 2,2 Prozentpunkte steigern. Bei der Bundestagswahl 2025 tritt sie erneut als Spitzenkandidatin der FDP Brandenburg an. Teuteberg ist Mitglied des Innenausschusses des Bundestages und stellvertretendes Mitglied des Haushaltsausschusses. Von 2018 bis 2020 war sie Obfrau im Ausschuß für Inneres und Heimat und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Innenpolitik der Fraktion der Freien Demokraten. Von 2018 bis 2021 war sie Sprecherin ihrer Fraktion für Migration. Teuteberg ist Stellvertretende Vorsitzende des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie", dessen Ziel die Stärkung der Demokratie und die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen und dem Unrecht des SED-Regimes ist, sowie Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft, eines Vereins zur Förderung politischer, kultureller und sozialer Beziehungen in Europa. Teuteberg ist Mitglied der Ludwig-Erhard-Stiftung. Im November 2020 wurde sie zur Stellvertretenden Vorsitzenden der Stiftung gewählt. Die Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz wählte Teuteberg 2021 zum Mitglied der bundesweiten Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Seit Mai 2022 ist Teuteberg Mitglied der Kommission Bildung und Demokratie der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Teuteberg ist Mitglied der Kuratorien des SC Potsdam und der Karl-Hamann-Stiftung. Ferner war sie Mitglied des Beirats der Anlauf- und Beratungsstelle des Landes Brandenburg für ehemalige Heimkinder der DDR.
Michael Alexander Theurer (* 12. Januar 1967 in Tübingen): 1983 trat er den Jungen Liberalen und der FDP bei. 1989 wurde er bei den Kommunalwahlen in den Gemeinderat der Stadt Horb am Neckar gewählt, in dem er bis 1995 den Fraktionsvorsitz der von ihm gegründeten Listenverbindung von FDP und Freien Wählern (FD/FW) innehatte. Im Dezember 1994 wurde er - noch vor Beendigung seines Studiums - zum Oberbürgermeister der Stadt Horb gewählt. Zu diesem Zeitpunkt war Theurer 27 Jahre alt und damit der jüngste Oberbürgermeister Deutschlands. Dieses Amt hatte er bis zu seiner Wahl in das Europäische Parlament 2009 inne. Seit 1999 ist Theurer auch Mitglied des Kreistags des Landkreises Freudenstadt, in dem er von 1999 bis 2004 Vorsitzender der Kreistagsfraktion der FDP/DVP war. 2004, 2009, 2014 und 2019 wurde er erneut in den Kreistag gewählt. Aus dem Kreistag schied er mit Aufnahme der Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr Ende 2021 aus. Am 25. Mai 2014 kandidierte er erneut für den Gemeinderat seiner Heimatstadt Horb am Neckar und wurde als gesamtstädtischer Stimmenkönig für die FD/FW-Listenverbindung in dieses Gremium gewählt. 2019 kandidierte er nicht mehr für den Gemeinderat. Von 1991 bis 1994 war Theurer Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Baden-Württemberg. Zudem wurde er im Jahr 1991 in den Landesvorstand der FDP/DVP und 1999 zum Stellvertretenden Landesvorsitzenden der FDP gewählt. Nach dem schlechten Abschneiden der FDP bei der Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg forderte er die langjährige Landesvorsitzende und seinerzeit Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Birgit Homburger heraus, konnte sich im zweiten Wahlgang jedoch mit 194 zu 197 Stimmen nicht durchsetzen. Am 2. November 2013 trat Theurer zur Wahl um den Vorsitz der baden-württembergischen FDP an und konnte die Stichwahl gegen den Fraktionsvorsitzenden Hans-Ulrich Rülke knapp mit 199 zu 188 Stimmen für sich entscheiden. Er legte den Landesvorsitz am 1. September 2024 nieder. Bei der Landtagswahl 2001 wurde Theurer in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt. In dieser Legislaturperiode war er rechts-, medien- und europapolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion sowie Stellvertretender Vorsitzender des Europaausschusses des Landtags von Baden-Württemberg. 2006 wurde er im Landtagswahlkreis Freudenstadt mit 19,8 Prozent der Stimmen wiedergewählt, womit er landesweit das beste Ergebnis der FDP erzielte. Die FDP erreichte insgesamt 10,8 Prozent. Von 2006 bis 2009 war Theurer Stellvertretender Vorsitzender der FDP/DVP-Landtagsfraktion sowie des Europaausschusses des baden-württembergischen Landtags. Bei der Europawahl 2009 kandidierte Theurer auf Platz 8 der deutschen FDP-Liste für das Europäische Parlament. Die FDP erreichte im Landkreis Freudenstadt mit 26,7 Prozent das bundesweit beste Stimmenergebnis. Nachdem er als Europaabgeordneter gewählt worden war, mußte er im August 2009 das Amt als Oberbürgermeister der Stadt Horb niederlegen. Am 31. August 2009 legte er auch sein Landtagsmandat nieder. Für ihn rückte Friedhelm Ernst in den Landtag nach. Ab 2011 war er Stellvertretender Vorsitzender der FDP im Europäischen Parlament und Koordinator zur Bundestagsfraktion. Im Januar 2012 wurde Theurer Vorsitzender des Haushaltskontrollausschusses des Europäischen Parlaments. Theurer war Vorsitzender in der Delegation für die Beziehungen zu Australien und Neuseeland (DANZ), Mitglied in der Delegation für die Beziehungen zu China und stellvertretendes Mitglied in der Delegation für die Beziehungen zu Indien. Bei der Europawahl am 25. Mai 2014 kandidierte Theurer auf Listenplatz zwei der bundesweiten FDP-Liste und zog damit erneut ins Europäische Parlament ein. Im Landkreis Freudenstadt erzielte die FDP 13 Prozent der Stimmen. Damit erzielte sie dort zum zweiten Mal in Folge das bundesweit beste Ergebnis für die FDP zur Europawahl in einem Landkreis. Er war von 2014 bis 2016 Mitglied des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie. Zudem war er Mitglied im Haushaltskontrollausschuß (CONT) und bis zum Ende seines Mandats im Europäischen Parlament im Ausschuß für Wirtschaft und Währung (ECON). Des Weiteren war Theurer Sonderberichterstatter im Sonderausschuß zu Steuervorbescheiden und anderen Maßnahmen ähnlicher Art und Wirkung (TAXE 1) und von TAXE 2 (Sonderausschuß zu Steuervorbescheiden und anderen Maßnahmen ähnlicher Art und Wirkung). Das Mandat von TAXE 1 endete am 30. November 2015 und wurde durch TAXE 2 abgelöst, das am 2. August 2016 endete. Theurer war danach im Untersuchungsausschuß zur Prüfung von behaupteten Verstößen gegen das Unionsrecht und Mißständen bei der Anwendung desselben im Zusammenhang mit Geldwäsche, Steuervermeidung und Steuerhinterziehung, der "Panama Papers" (PANA). Theurer war von 2003 bis 2011 und von 2013 bis 2024 Mitglied im Bundesvorstand der FDP. Von 2013 bis 2024 war Theurer zudem Beisitzer des Präsidiums der FDP-Bundespartei. Er war dort zuständig für die Bereiche Wirtschaft und Arbeit sowie Kirchen und Religionsgemeinschaften. Für die Bundestagswahl 2017 kandidierte Theurer als FDP-Kandidat im Wahlkreis Karlsruhe-Stadt und wurde als Spitzenkandidat der FDP-Landesliste in den 19. Deutschen Bundestag gewählt. Dort war er stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Gesundheit, im Ausschuß für Arbeit und Soziales, im Ausschuß für Tourismus, im Gemeinsamen Ausschuß sowie im Ausschuß für Wirtschaft und Energie. Am 20. Oktober 2017 wurde Theurer zum Stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion gewählt. Er war zuständig für den Politikbereich Vorankommen durch eigene Leistung. Theurer forderte 2018, die Gemeinnützigkeit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf den Prüfstand zu stellen, nachdem diese Fahrverbote für Dieselfahrzeuge wegen Grenzwertüberschreitungen durchgesetzt hatte. Die DUH habe mit ihren auf "äußerst fragwürdigen Meßwerten" basierenden Kampagnen Fahrverbote und damit kalte Enteignungen für Millionen Dieselfahrer "durchgeboxt". Im Mai 2020 lud Theurer Boris Palmer, der gerade von Landesvorstand der baden-württembergischen Grünen wegen umstrittener Äußerungen während COVID-19-Pandemie in Deutschland zum Parteiaustritt aufgefordert wurde, zum Eintritt in die FDP ein. Parteichef Christian Lindner lehnte dies aber ab. Am 2. September 2021 verglich Theurer den durch den baden-württembergischen Finanzminister Danyal Bayaz veranlassten Aufbau einer Internetplattform zur anonymen Anzeige von Steuerhinterziehern mit der Nazi-Diktatur und sprach von einer "Blockwart-Mentalität". Von seiner Partei auf den Spitzenplatz der Landesliste zur Bundestagswahl 2021 gewählt, zog er erneut in das Parlament ein. Vom 8. Dezember 2021 bis zum 1. September 2024 war er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Volker Wissing. Vom 12. Januar 2022 bis zum 1. September 2024 war er zusätzlich auf Vorschlag von Bundesminister Wissing Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr. Im Zuge seiner Ernennung zum Vorstandsmitglied der Bundesbank legte Theurer am 1. September 2024 sein Bundestagsmandat und seine Ämter in der Bundesregierung nieder. Für ihn rückte Julian Grünke in den Bundestag nach. Als Parlamentarischer Staatssekretär und Beauftragter für Schienenverkehr folgte ihm Gero Hocker nach. Als Staatssekretär schlug Theurer notfalls eine Zerschlagung der großen Mineralölkonzerne vor, falls diese sinkende Preise nicht an die Kunden weitergeben und somit für andauernd hohe Spritpreise sorgen. Eine Zerschlagung sei in solchen Fällen, wo Konzerne ihre Marktmacht mißbräuchten und den Wettbewerb beschädigten, ein "urmarktwirtschaftliches Prinzip". Außerdem solle das Bundeskartellamt gestärkt werden, um große Konzerne in Zukunft stärker zu überwachen. Theurer wurde zum 1. September 2024 auf Vorschlag der Bundesregierung zum Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank ernannt.
Carl-Ludwig Thiele (* 9. August 1953 in Münster): Seit 1979 ist er Mitglied der FDP. Hier war er von 1983 bis 2010 Stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands Osnabrück-Stadt und von 1988 Vorsitzender des FDP-Bezirksverbands Osnabrück. Daneben gehörte er seit 1988 dem geschäftsführenden FDP-Landesvorstand von Niedersachsen an und war von 2002 bis 2010 Stellvertretender Landesvorsitzender. Von Mai 1999 bis Mai 2001 war er Bundesschatzmeister der FDP. Von 1994 bis zum April 2010 gehörte er auch dem FDP-Bundesvorstand an. Von 1990 bis April 2010 war Thiele Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1990 bis 1994 war er Mitglied des Haushaltsausschusses. Ab 1994 war er Mitglied im Finanzausschuß, dort von 1994 bis 1998 Vorsitzender des Finanzausschusses und von 1998 bis 2005 dessen Stellvertretender Vorsitzender. Von Oktober 2002 bis April 2010 war er außerdem Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Zudem war Thiele von November 2009 bis April 2010 finanzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Von 1994 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Bundestag war er Mitglied im Vermittlungsausschuß. Thiele ist stets über die Landesliste Niedersachsen in den Deutschen Bundestag eingezogen; bei den letzten drei Bundestagswahlen als niedersächsischer FDP-Spitzenkandidat. Im Mai 2010 verzichtete Thiele auf sein Bundestagsmandat, um in den Vorstand der Deutschen Bundesbank zu wechseln. Er leitete dort das Dezernat III der Zentrale der Deutschen Bundesbank. Thiele ist Mitglied der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft).
Stephan Thomae (* 19. Juni 1968 in Kempten): Er trat 1999 in die FDP ein. Seit 2004 ist er Mitglied des Landesvorstands der FDP Bayern. 2009 zog Thomae bei der Bundestagswahl über die FDP-Landesliste Bayern in den Deutschen Bundestag ein. Er war stellvertretender Vorsitzender des Unterausschusses Europarecht sowie ordentliches Mitglied des Petitionsausschusses, des Rechtsausschusses und des Wahlprüfungsausschusses, des Weiteren stellvertretendes Mitglied der Ausschüsse für Finanzen und Haushalt sowie der Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft. Im Deutschen Bundestag war er Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag. Durch das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde war er im 18. Bundestag nicht vertreten. Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2014 kandidierte er erfolglos für das Bürgermeisteramt in Oberstdorf. Er zog jedoch über die FDP-Liste in den Kreistag des Landkreises Oberallgäu ein. Zur Kommunalwahl 2020 trat er nur auf einem der hinteren Listenplätze an und schied schließlich aus dem Kreistag aus. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte Thomae im Bundestagswahlkreis Oberallgäu und zog über Platz 7 auf der bayerischen FDP-Landesliste in den 19. Bundestag ein. Er war dort in der 19. Wahlperiode Stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender sowie ordentliches Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium und im Gremium nach Artikel 13 Absatz 6 Grundgesetz sowie stellvertretendes Mitglied im Rechts-, Petitions-, Richterwahl-, Innen-, Wahlprüfungs-, Sport- und Gemeinsamen Ausschuß. Bei der Bundestagswahl 2021 wurde Thomae über Platz 6 der Landesliste erneut in den Bundestag gewählt. Am 7. Dezember 2021 wurde er zu einem von vier Parlamentarischen Geschäftsführern der FDP-Bundestagsfraktion gewählt.
Nico Tippelt (* 25. April 1967 in Zwickau): Der FDP gehört er seit 2001 an. Er war von Januar 2006 bis März 2023 Vorsitzender des Ortsverbands Glauchau. Von 2004 bis 2008 war er Mitglied des Kreistags Chemnitzer Land und ist seit 2004 Stadtrat in Glauchau. Bei der Landtagswahl 2009 zog Tippelt über die Landesliste der FDP in den Sächsischen Landtag ein. In seiner Fraktion war er Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Kultur; außerdem Direktkandidat seiner Partei im Wahlkreis Zwickauer Land 2. Seit 2012 ist er Kreisvorsitzender der Zwickauer FDP. Mit dem Ausscheiden der FDP aus dem Landtag bei der Landtagswahl in Sachsen 2014 verlor er sein Abgeordnetenmandat. Bei der Bundestagswahl 2021 war er Direktkandidat für Zwickau und auf Platz fünf der sächsischen Landesliste. Er zog für seine Partei als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein.
Manfred Todtenhausen (* 8. Dezember 1950 in Wuppertal): Er ist seit 2002 Mitglied der FDP. Von 2003 bis 2010 und von 2013 bis heute ist er FDP-Ortsverbandsvorsitzender des Ortsverbands Wuppertal-West und von 2006 bis 2010 und seit 2014 Stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP Wuppertal. Seit 2006 ist Todtenhausen zudem Stellvertretender Bezirksvorsitzender des FDP-Bezirksverbands Düsseldorf. Todtenhausen ist Gründungsmitglied des Liberalen Mittelstands NRW. Von 2006 bis 2011 war er Landesvorsitzender des Liberalen Mittelstands NRW und Stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung Liberaler Mittelstand e. V. Seit 2020 ist er Mitglied des neugegründeten Kuratoriums der Bundesvereinigung. Seit 2013 ist er Stellvertretender Bundesvorsitzender der "Liberale Handwerker e. V." und seit März 2018 Stellvertretender Landesvorsitzender der Liberalen Senioren NRW sowie Beisitzer im Bundesvorstand der Liberalen Senioren. Von Oktober 2004 bis Oktober 2017 war Todtenhausen Stadtverordneter im Rat der Stadt Wuppertal. Ab Juni 2014 war er Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freien Demokraten. Von November 2009 bis Oktober 2017 war er Vorsitzender des Ausschusses für Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit und Betriebsausschuß ESW. Seit November 2009 ist er Mitglied im Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft mbH (GWG) Wuppertal. Von Mai 2012 bis Oktober 2013 war Todtenhausen Mitglied des Deutschen Bundestages und dort ordentliches Mitglied im Ausschuß für Wirtschaft und Technologie und im Petitionsausschuß. Er war für den Abgeordneten Paul Friedhoff nachgerückt, der sein Mandat aus privaten Gründen niedergelegt hatte. Durch das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde war er im 18. Bundestag nicht mehr vertreten. Für den 19. Bundestag kandidierte Todtenhausen im Bundestagswahlkreis Wuppertal I (Wahlkreis 102). Seit Oktober 2017 gehört er über den Listenplatz 16 der NRW-Landesliste der FDP NRW dem 19. Bundestag an. Er ist Obmann der Freien Demokraten im Petitionsausschuß und Mitglied im Ausschuß für Wirtschaft und Energie. Er gehört als stellvertretendes Mitglied dem Ausschuß für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen sowie der Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt" und mehreren Projektgruppen an. Er ist Stellvertretender Vorsitzender der Parlamentariergruppe Östliches Afrika. Innerhalb der Fraktion der Freien Demokraten ist er Sprecher für Petitionen, Vorsitzender der AG Petitionen sowie Vorsitzender der AG Mittelstand und Handwerk. Für die Bundestagswahl 2021 kandidierte Todtenhausen erneut im Bundestagswahlkreis Wuppertal I (Wahlkreis 102) und auf der NRW-Landesliste der Freien Demokraten auf Platz 19. Im Wahlkreis erzielte er 9,5 Prozent der Erststimmen und zog über die Landesliste der FDP NRW in den 20. Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2025 tritt er nicht erneut an.
Florian Toncar (* 18. Oktober 1979 in Hamburg): Er trat 1998 in die FDP ein. Von 1998 bis 2014 gehörte der dem FDP-Kreisvorstand Böblingen und von 2003 bis 2011 und wieder seit 2015 dem FDP-Bezirksvorstand Region Stuttgart an. Von 2003 bis 2006 war er Landesvorsitzender der Jungen Liberalen in Baden-Württemberg. Von 2008 bis 2014 war er Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Böblingen und von 2009 bis 2014 Kreisrat im Landkreis Böblingen und von 2009 bis 2011 Stellvertretender Bezirksvorsitzender des FDP-Bezirksverbands Region Stuttgart. 2011 wurde er zum Stellvertretenden Landesvorsitzenden der FDP Baden-Württemberg gewählt. Dieses Amt hatte er bis 2. November 2013 inne. Toncar war 2010 bis 2012 Mitglied der Grundsatzprogramm-Kommission der FDP. Außerdem war er Mitglied der Programmkommission für die Bundestagswahl 2013 und für die Europawahl 2019. Seit 2017 ist er Vorsitzender des Landesfachausschusses für Innen- und Rechtspolitik der FDP Baden-Württemberg. Auf dem 71. ordentlichen Bundesparteitag, am 19. September 2020, wurde Toncar als Beisitzer in den Bundesvorstand der Freien Demokraten nachgewählt. Von 2005 bis 2013 war Toncar Mitglied des Deutschen Bundestages. In der 16. Wahlperiode war er Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der FDP-Bundestagsfraktion und ordentliches Mitglied des Finanzmarktgremiums. 2009 zog Toncar wie bereits 2005 über die Landesliste Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag ein. In der 17. Wahlperiode war er ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuß. Bei den Beratungen der Bundeshaushalte 2010 und 2011 war er für die FDP-Fraktion für die Etats des Innenministeriums, des Familienministeriums, des Justizministeriums und des Bundesverfassungsgerichts zuständig. Ab den Beratungen des Bundeshaushalts 2012 war er für die Etats des Innenministeriums, des Familienministeriums und des Wirtschaftsministeriums zuständig. Darüber hinaus war Toncar in dieser Wahlperiode der Vorsitzende des Finanzmarktgremiums. In der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe war Toncar Stellvertretender Vorsitzender. Er war Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag. Am 10. Mai 2011 wurde Toncar von der FDP-Bundestagsfraktion zum Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt. In der FDP-Fraktion war er darüber hinaus von 2009 bis 2013 Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Landesgruppe Baden-Württemberg. Durch das Scheitern der FDP bei der Bundestagswahl 2013 an der Fünf-Prozent-Hürde war er im 18. Bundestag nicht vertreten. Die Wahlkreiskonferenz der FDP im Bundestagswahlkreis Böblingen nominierte Toncar am 5. Juli 2016 mit 98 Prozent, wie bereits 2005, 2009 und 2013, zu ihrem Bundestagskandidaten für die Bundestagswahl 2017. Die Landesvertreterversammlung der FDP Baden-Württemberg wählte ihn am 19. November 2016 auf Platz 5 der Landesliste. Dieser Platz reichte im September 2017 für den Einzug in den 19. Deutschen Bundestag. Toncar war von 2017 bis 2021 einer von drei Parlamentarischen Geschäftsführern der FDP-Bundestagsfraktion. In der 19. Wahlperiode war er zudem Mitglied im Finanzausschuß des Deutschen Bundestages und finanzpolitischer Sprecher der Fraktion der Freien Demokraten. Darüber hinaus war er Mitglied des Ältestenrats und Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung. Außerdem war er Stellvertretender Vorsitzender der deutsch-britischen Parlamentariergruppe. Er gehörte als stellvertretendes Mitglied dem Vermittlungsausschuß, dem Wahlausschuß, sowie dem Ausschuß für Inneres und Heimat an. Im Oktober 2020 wurde Toncar Mitglied und Obmann im 3. Untersuchungsausschuß der 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages, welcher sich mit der Aufklärung rund um den Bilanzskandal der Wirecard AG beschäftigt. Am 7. Juli 2020 nominierte ihn die Wahlkreiskonferenz der FDP im Bundestagswahlkreis Böblingen mit 100 Prozent der Stimmen erneut zu ihrem Kandidaten für die Bundestagswahl 2021. Auf der Landesvertreterversammlung der FDP Baden-Württemberg, am 17. Oktober 2020 in Friedrichshafen, wurde Toncar - wie die beiden letzten Male - auf Platz 5 der Landesliste gewählt und kam darüber wieder in den Bundestag. Vom 8. Dezember 2021 bis zum 7. November 2024 war er Parlamentarischer Staatssekretär für die Themen Haushalt, Finanzmarkt und Europa beim Bundesminister der Finanzen, Christian Lindner. Aufgrund des Auseinanderbrechens der Ampelkoalition wurde sein zuständiger Bundesminister Lindner von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 7. November 2024 entlassen, womit auch seine Amtszeit als Parlamentarischer Staatssekretär endete.
Sandra Weeser (* 8. September 1969 in Siegen als Sandra Reusch): Sie ist seit 2006 Mitglied der FDP. Seit 2013 ist sie eine der zwei Stellvertretenden Landesvorsitzenden der FDP Rheinland-Pfalz. Bei den Bundestagswahlen 2017 kandidierte Weeser im Bundestagswahlkreis Neuwied und auf Platz 2 der Landesliste der FDP Rheinland-Pfalz und wurde über die Liste am 24. September 2017 zur Abgeordneten des 19. Deutschen Bundestags gewählt. Dort war sie ordentliches Mitglied und Obfrau der Fraktion der Freien Demokraten im Ausschuß für Wirtschaft und Energie sowie Berichterstatterin für die Themen Außenwirtschaft, Energiepolitik und Rüstungsexporte. Zudem war Weeser stellvertretendes Mitglied des Auswärtigen Ausschusses. Weeser ist seit 2018 Bezirksvorsitzende der FDP Koblenz. 2016 nahm sie für die FDP Rheinland-Pfalz an den Koalitionsverhandlungen der Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz teil. Des Weiteren ist Weeser (Stand 2018) Stellvertretende Landesvorsitzende des Liberalen Mittelstands in Rheinland-Pfalz und Stellvertretende Vorsitzende der Landesgruppe Südwest der Liberalen Frauen. Seit 2019 ist sie Mitglied der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. Bei der Bundestagswahl 2021 erhielt Weeser erneut ein Mandat über die Landesliste der FDP Rheinland-Pfalz. Im 20. Bundestag wurde sie zur Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen gewählt. Zur Bundestagswahl 2025 ist Weeser nicht mehr auf der Landesliste der FDP Rheinland-Pfalz vertreten. Zuvor scheiterte sie in einer Kampfkandidatur um die Spitzenkandidatur gegen die Bundestagsabgeordnete Carina Konrad mit 84 zu 113 Delegiertenstimmen. Auch für den zweiten Listenplatz konnte sie sich nicht durchsetzen und unterlag David Dietz. Stattdessen tritt sie im Bundestagswahlkreis Neuwied an, in dem ihre Chancen auf ein Direktmandat jedoch als äußerst gering eingeschätzt werden.
Nicole Westig (* 13. November 1967 in Menden): Sie trat 1987 in die FDP ein und im Jahr 1988 wurde sie Kandidatin zur Europawahl. Von 1989 bis 1993 war sie Mitglied im Landesvorstand der Jungen Liberalen NRW und wurde 1991 als deren Stellvertretende Vorsitzende gewählt. Im Anschluß war sie ab 1992 für zwei Jahre Mitglied des FDP-Landesvorstands in NRW, seit 2016 ist Westig erneut in dieser Position. Seit 2018 ist sie Kreisvorsitzende des FDP-Kreisverbands Rhein-Sieg. Im Januar 2023 wurde Westig auf dem Landesparteitag der FDP NRW zur Stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt und im April auf dem 74. Bundesparteitag zur Beisitzerin in Bundesvorstand der FDP. Westig wurde durch die Landesliste NRW Mitglied im 19. Deutschen Bundestag und übernahm dort eine ordentliche Mitgliedschaft im Ausschuß für Gesundheit. Außerdem wurde sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sowie im Ausschuß für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 2018 wurde Westig pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion. 2021 konnte Westig ihr Mandat verteidigen. Sie wurde erneut ordentliches Mitglied im Ausschuß für Gesundheit und zusätzlich stellvertretendes Mitglied im Ausschuß für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und im Ausschuß für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Seit September 2023 ist Westig ordentliches Mitglied im Ausschuß für Angelegenheiten der Europäischen Union und befaßt sich dort mit den Ländern Italien, Spanien und Malta. Im Gesundheitsausschuß ist sie weiterhin in stellvertretender Funktion Mitglied und bleibt Berichterstatterin für Pädiatrie, Geburtshilfe und Frauengesundheit. Seit November 2023 ist Westig stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuß. Des Weiteren ist sie Vorsitzende der Deutsch-Französischen Parlamentariergruppe und Mitglied der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. Westig ist Teil des Kuratoriums für die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und ist Mitglied im Präsidium des Internationaler Bund e. V. Außerdem gehört Westig dem Verein Liberale Frauen e. V. an und ist Mitglied im Verband Liberal International.
Hans-Joachim Widmann (* 22. April 1934; † 20. Januar 2016): Er gehört seit 1964 der FDP an und war von 1969 bis 1974 und von 1981 bis 1986 Bezirksvorsitzender im Bezirk Wandsbek sowie von 1970 bis 1978 und von 1986 bis 1993 Mitglied der dortigen Bezirksversammlung, zeitweilig als FDP-Fraktionsvorsitzender. Am 20. April 1995 setzte er sich bei der Wahl zum Vorsitzenden des FDP-Landesverbands Hamburg gegen den Amtsinhaber Rainer Funke durch. Sein Vorschlag, eine Steuer auf die "Einnahmen" von Bettlern zu erheben, führte nach Protesten aus der eigenen Partei zu seinem Rücktritt als Parteivorsitzender, der Ende November 1996 bekanntgegeben und am 10. Dezember 1996 vollzogen wurde.
Frank-Michael Wiegand (* 21. April 1952 in Wuppertal): In der 13. und 14. Wahlperiode von 1987 bis 1993 war er Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und dort von 1987 bis 1991 Vorsitzender der FDP-Fraktion. Als Fraktionsvorsitzender wurde er 1991 in Zusammenhang mit der angeblichen Unterwanderung der Hamburger FDP durch die Scientology Sekte genannt. Seine Nachfolge als Bürgerschaftsfraktionsvorsitzender übernahm Reinhard Soltau. In der Bürgerschaft war er für seine Fraktion unter anderem im Ausschuß für Wissenschaft und Forschung, Ausschuß für Verfassung, Geschäftsordnung und Wahlprüfung sowie im Kulturausschuß. Wiegand wurde kurz vor der Bürgerschaftswahl 1997 zum Landesvorsitzenden der FDP Hamburg gewählt und für seine Partei als Spitzenkandidat nominiert. Nach der Bürgerschaftswahl, bei der die Liberalen nur 3,5 Prozent der Stimmen erhielten, legte Wiegand den Parteivorsitz nieder und wurde in dieser Funktion von Rainer Funke abgelöst. Von 1986 bis 1990 war er Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung. 2003, mitten in der 17. hamburgischen Legislaturperiode der Mitte-rechts-Regierungskoalition aus CDU, Partei Rechtsstaatlicher Offensive und FDP, lehnte Wiegand - selbst ehemaliges SPD-Mitglied - als prominentes Hamburger FDP-Mitglied des rechten Flügels eine weitere Zusammenarbeit mit Ronald Schill ab und befürwortete stattdessen eine Regierungskoalition mit der SPD.
Volker Wissing (* 22. April 1970 in Landau in der Pfalz): Von 1998 bis 2024 war er Mitglied der FDP und seit 2001 Kreisvorsitzender der FDP Landau/Südliche Weinstraße. Wissing gehörte seit 2000 dem Bezirksvorstand der FDP Pfalz und seit 2004 dem FDP-Landesvorstand Rheinland-Pfalz an. Seit 2007 war er Mitglied des FDP-Bundesvorstands. Von 2007 bis 2011 war er Stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz. Er war Vorsitzender des FDP-Bundesfachausschusses Finanzen- und Steuerpolitik. Wissing war Mitglied im Schaumburger Kreis, einem Zusammenschluß des liberal-konservativen Wirtschaftsflügels in der FDP. Am 7. Mai 2011 wurde Wissing zum Landesvorsitzenden der FDP in Rheinland-Pfalz gewählt. Am 7. Dezember 2013 wurde Wissing auf dem außerordentlichen FDP-Bundesparteitag zum Beisitzer des Präsidiums der FDP-Bundespartei gewählt. Auf dem Bundesparteitag in Berlin am 15. Mai 2015 wurde er mit 80,9 Prozent der Stimmen in diesem Amt bestätigt. Auf dem Bundesparteitag 2017 wurde er wiederum in das Präsidium als Beisitzer gewählt. Am 17. August 2020 wurde Wissing als Nachfolger von Linda Teuteberg als Generalsekretär der FDP nominiert. Auf dem FDP-Bundesparteitag am 19. September 2020 wurde Volker Wissing mit 528 der 638 abgegebenen gültigen Stimmen zum Generalsekretär der FDP gewählt. In diesem Amt folgte ihm am 23. April 2022 Bijan Djir-Sarai nach. Am 7. November 2024, einen Tag nach dem Bruch der Ampelkoalition, erklärte Wissing seinen Austritt aus der FDP. Er verblieb daraufhin als einziger (nunmehr ehemaliger) FDP-Minister in der Regierung Scholz. Wissing begründete seinen Schritt damit, daß dies seiner "Vorstellung von Übernahme von Verantwortung" entspreche, nachdem er sich bereits im Vorfeld für einen Verbleib der FDP in der Regierung ausgesprochen hatte. Er distanziere sich mit dem Austritt "nicht von den Grundwerten" der FDP und wolle "nicht in eine andere Partei eintreten". Er wolle mit dem Verbleib in der Regierung sich selbst "treu bleiben" und mit dem Austritt aus seiner Partei eine Belastung von der FDP abwenden. In den Medien zitierte Spekulationen, unter anderem innerhalb der FDP, über Wissings Beweggründe erwähnen, daß ihm möglicherweise von Bundeskanzler Scholz in Aussicht gestellt worden sei, nach den anstehenden Neuwahlen zum Verfassungsrichter ernannt zu werden. Noch am selben Tag übernahm Wissing die Position des Justizministers von seinem ehemaligen Parteikollegen Marco Buschmann. Der Landesvorsitz der FDP Rheinland-Pfalz ist seit Wissings Parteiaustritt vakant. Am 23. Januar 2004 rückte er für die tödlich verunglückte Abgeordnete Marita Sehn in den Bundestag nach. Hier war er bis 2009 Obmann der FDP im Finanzausschuß des Deutschen Bundestages und Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Weinbaupolitik. Am 12. November 2009 wurde Volker Wissing Vorsitzender des Finanzausschusses für die 17. Legislaturperiode. Im März 2010 wurde er finanzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und am 10. Mai 2011 wurde er in Kampfkandidatur gegen den bisherigen Stellvertretenden Fraktionsvorsitzen Jürgen Koppelin, der Kritik an der Fraktionsvorsitzenden Birgit Homburger geäußert hatte, zum Stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion gewählt. Wissing zog stets über die Landesliste Rheinland-Pfalz in den Bundestag ein. Durch das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2013 schied Wissing mit der Konstituierung des 18. Deutschen Bundestages aus dem Parlament aus. Bei der Landtagswahl 2016 trat er als Spitzenkandidat der FDP an und führte sie mit 6,2 Prozent der Zweitstimmen zurück in das Parlament. Er wurde über die Landesliste in den 17. Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt. Am 14. März 2016 wurde er zum Vorsitzenden der FDP-Fraktion gewählt. Nach Abschluß der Koalitionsverhandlungen mit SPD und der Partei "Bündnis 90/Die Grünen" wurde die erste Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz gebildet. Anschließend gab er den Fraktionsvorsitz an Thomas Roth ab. Im zweiten Kabinett Dreyer, das am 18. Mai 2016 vom rheinland-pfälzischen Landtag bestätigt wurde, war Wissing Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau und Stellvertretender Ministerpräsident. Aufgrund seines Wechsels in die Bundespolitik trat er bei der Landtagswahl im März 2021 nicht mehr an. Am 18. Mai 2021 schied er aus der Landesregierung aus und übergab sein Ministeramt an seine Parteikollegin Daniela Schmitt. Zur Bundestagswahl 2021 wurde Wissing als Spitzenkandidat auf der Landesliste der FDP Rheinland-Pfalz nominiert und trat zugleich als FDP-Kandidat im Wahlkreis Südpfalz an. Er errang 10 Prozent der Erststimmen und belegte damit Platz 4 unter den Wahlkreiskandidaten, konnte aber über die Landesliste in den Bundestag einziehen. Seit dem 8. Dezember 2021 ist er Bundesminister für Digitales und Verkehr im Kabinett Scholz. Er sprach sich wiederholt gegen die Einführung einer generellen Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen aus; laut Koalitionsvertrag ist eine solche auch nicht vorgesehen. Die Einführung einer vorübergehenden Geschwindigkeitsbeschränkung angesichts des Russischen Überfalls auf die Ukraine und der damit einhergehenden Energiekrise lehnte er ab, da eine solche Maßnahme umstritten sei, die Gesellschaft spalte, es dafür keine Mehrheiten gäbe und weil der Aufwand für eine lediglich dreimonatige Aufstellung und Abbau von Schildern erheblich wäre. Außerdem habe man dafür nicht genügend Schilder auf Lager. Während seiner Amtszeit wurde zum 1. Mai 2023 das Deutschlandticket eingeführt. Auch wurde in seiner Amtszeit das Konzept der Generalsanierung bzw. Korridorsanierung von Bahnstrecken erarbeitet. Hierbei werden Bahnstrecken nicht mehr "unter rollendem Rad" über Jahre hinweg, sondern in mehrmonatigen Vollsperrungen vollständig saniert. Am 15. Juli 2024 startete mit der Sanierung der Riedbahn das erste Projekt nach dem neuen Konzept und wurde pünktlich am 14. Dezember 2024 abgeschlossen. Nachdem im November 2024 die FDP aufgrund des Auseinanderbrechens der Ampel-Koalition ihre Minister aus der Regierung zurückgezogen hatte, kündigte er seinen Austritt aus der FDP an mit der Absicht, Bundesminister bleiben zu wollen; zusätzlich wurde er zum Bundesminister der Justiz ernannt. Er verkündete zudem, bei der Bundestagswahl 2025 nicht mehr anzutreten. Im Januar 2025 stimmte Wissing im Bundestag gegen einen Antrag der Union zur Migrationspolitik, der mit Stimmen der Partei "AfD" und FDP beschlossen wurde. Am Tag danach übte Wissing via X scharfe Kritik am Verhalten von FDP und Union: "Bereits der Bruch der Ampel hat die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit unter Demokraten eingeschränkt, der gestrige Dammbruch erst recht. Wer das besser findet, als Kompromisse zu schließen, hat die Mitte unserer Gesellschaft verlassen." Im März 2025 stimmte Wissing der Grundgesetzänderung zur Lockerung der Schuldenbremse zu. Zur Schuldenbremse erklärte Wissing in einem Interview im März 2025, sie mache den Staat handlungsunfähig und stärke Extremisten. Mit seinen Aussagen stellte er sich gegen Christian Lindners Einschätzungen als Finanzminister. Laut Wissing ist es gefährlich, in Zeiten hoher Investitionen europaweit als einziges Land zu sparen.
Uwe Woltemath (* 18. September 1956 in Bremen; † 7. Januar 2022): Er war von 1978 bis 2010 Mitglied der FDP. Er war Mitbegründer des Landesverbands Bremen der Jungen Liberalen. Von April 2006 bis September 2006 war er Landesschatzmeister der FDP Bremen. Anfang September 2006 wurde er als Nachfolger des zurückgetretenen Peter Bollhagen zum Landesvorsitzenden gewählt. Im März 2009 trat er nach parteiinternen Streitigkeiten um die Schulpolitik als Landesvorsitzender zurück. Von 2007 bis 2011 war er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und im Rechtsausschuß, im Haushalts- und Finanzausschuß und in der Deputation für Inneres der Bürgerschaft vertreten. Vom Amt des Vorsitzenden der FDP-Fraktion trat er Ende August 2010 zurück. Am 9. Dezember 2010 trat er aus Partei und Fraktion der FDP aus, woraufhin die Partei ihren Fraktionsstatus verlor. Nach dem Austritt aus der FDP gründete Woltemath die Wählervereinigung "Bremer und Bremerhavener Bürger Liste" (Kurzbezeichnung: BBL). Mit dieser nahm er an der Bürgerschaftswahl in Bremen 2011 im Wahlbereich Bremen teil. Die Wählervereinigung erreichte einen Anteil von 0,4 Prozent der Stimmen. Woltemath war einer der 68 Hauptzeichner der eurokritischen Wahlalternative 2013, trat jedoch nicht der aus ihr hervorgegangenen Partei "Alternative für Deutschland" bei.
Holger Zastrow (* 12. Januar 1969 in Dresden): Sein politisches Engagement begann während der friedlichen Revolution in der DDR. Er war Mitbegründer der Jungliberalen Aktion (JuliA) Dresden und wurde 1990 deren erster Kreisvorsitzender. 1993 wurde er Mitglied der FDP und gehörte seitdem dem sächsischen Landesvorstand an. Von 1993 bis 1997 war er Landesvorsitzender der JuliA Sachsen. Von 1995 bis 1997 war er Stellvertretender Landesvorsitzender, von 1997 bis 2000 Stellvertretender Kreisvorsitzender in Dresden. 1999 wurde er Landesvorsitzender und nach dem Wiedereinzug der FDP in den Landtag 2004 Vorsitzender der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag. Außerdem war er seit 2000 Mitglied im FDP-Bundesvorstand und ist seit der Kommunalwahl 2004 Stadtrat in Dresden. Nach der Sächsischen Landtagswahl 2009, aus der erstmals im Freistaat eine Koalition aus CDU und FDP hervorgegangen war, entschied er sich gegen die von ihm als Landesvorsitzender der FDP erwartete Übernahme eines Ministerpostens und des Amts als Stellvertretender Ministerpräsident im Kabinett Tillich II. Seine Entscheidung, weiterhin Fraktionsvorsitzender im Sächsischen Landtag bleiben zu wollen, begründete er damit, daß er Beruf und Mandat miteinander vereinbaren möchte und er Verantwortung für die von ihm seit Mitte der 1990er aufgebaute Werbeagentur und seine 16 Mitarbeiter und deren Familien trage. Am 13. Mai 2011 wurde er auf dem 62. Parteitag der FDP in Rostock mit 89,35 Prozent der Delegiertenstimmen zum Stellvertretenden Bundesvorsitzenden seiner Partei gewählt, in welchem Amt er im März 2013 bestätigt wurde. Er kritisierte den politischen Kurs der Bundespartei. Wenn man meine, "man müsse die FDP grün anpinseln, dann ist das mit der sächsischen FDP nicht zu machen". In Abgrenzung dessen legt er Wert darauf, in Sachsen einen eigenständigen Kurs zu fahren, also den "Liberalismus ins Sächsische" zu übersetzen. Auf dem außerordentlichen Parteitag der FDP im Dezember 2013 kandidierte er nicht mehr für ein Amt im Bundesvorstand. Außerdem griff er im Dezember 2011 die Bundes-CDU an und unterstellte dieser, dass sie einem "linksgrünen Zeitgeist" hinterherrenne. Er gilt als Befürworter einer konservativ-liberalen Neuausrichtung der FDP. Nach der Bundestagswahl 2013, bei der die FDP erstmals aus dem Bundestag ausschied, sprach sich Zastrow gegen eine Öffnung der FDP für andere Koalitionspartner jenseits der Unionsparteien aus, da für ihn "Sozialdemokraten, Grüne und Kommunisten allesamt Sozialisten sind". Gemeinsam mit drei weiteren Fraktionsvorsitzenden, Martin Dulig (SPD), Antje Hermenau (Grüne) und Steffen Flath (CDU), erhielt Zastrow von Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) in Würdigung ihres Wirkens um die Aufnahme des Neuverschuldungsverbots in die Sächsische Verfassung am 24. Mai 2014 die Sächsische Verfassungsmedaille verliehen. Zastrow war Spitzenkandidat der FDP Sachsen bei der Landtagswahl 2014, bei der die Partei mit 3,8 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Am 15. Mai 2015 wurde Zastrow auf dem Bundesparteitag in Berlin zum Beisitzer des Präsidiums der FDP-Bundespartei gewählt. Auf dem Bundesparteitag im Jahr 2017 trat Zastrow nicht erneut als Beisitzer für das Präsidium der FDP-Bundespartei an. Bei der Landtagswahl am 1. September 2019, bei der Zastrow erneut als Spitzenkandidat antrat, verpaßte die FDP mit einem Stimmenanteil von 4,5 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag. Als Konsequenz kündigte der gesamte Landesvorstand um Zastrow seinen Rückzug aus den Parteigremien bei der nächsten turnusmäßigen Neuwahl am 2. November 2019 an. Zum Nachfolger Zastrows als FDP-Landesvorsitzender wurde Frank Müller-Rosentritt gewählt. Im Januar 2024 erklärte Zastrow seinen Austritt aus der FDP. Er gründete daraufhin zunächst die Wählervereinigung "Team Zastrow - Bündnis Sachsen 24", die zur Stadtratswahl in Dresden im Rahmen der Kommunalwahlen in Sachsen 2024 antrat und dabei 8,1 Prozent der Wählerstimmen erhielt. Mit der Maßgabe, er wolle eine eigene Sammlungsbewegung aufbauen, gründete Zastrow im Mai 2024 darüber hinaus eine Partei mit dem Projektnamen "Team Zastrow - Bündnis Sachsen 24", mit der er zur Landtagswahl in Sachsen 2024 am 1. September 2024 antreten wollte. Im Juni 2024 wurde bekannt, daß die Partei "Team Zastrow" zur Landtagswahl mit sechs Direktkandidaten in Dresden, allerdings mit keiner Landesliste, antreten will. Unter Zastrows Vorsitz grenzte sich der sächsische FDP-Landesverband zunehmend von der Bundespartei ab. So propagierte man unter anderem einen dezidiert partikularistischen "sächsischen Weg", mit dessen Hilfe der "Liberalismus ins Sächsische übersetzt" und mithin die FDP Sachsen zu einer "liberalen Volkspartei" fortentwickelt werden sollte. Zu Beginn seiner Amtszeit als Landesvorsitzender nannte Zastrow die FPÖ unter Jörg Haider als Vorbild im Sinne einer Anti-Establishment-Partei. Später ist Zastrow von politischen Gegnern wie Beobachtern immer wieder populistische Positionierungen und Inszenierungen vorgehalten worden. Er selbst widersprach dem und verwies darauf, "volksnah" zu sein. Nachdem die FDP Sachsen infolge des Scheiterns an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl 2014 den Wiedereinzug ins Landesparlament verpaßt hatte, entwickelte sich eine kontroverse innerparteiliche Debatte über den Umgang mit Pegida und der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD), in deren Rahmen sich der hauptsächlich betroffene Kreisverband Dresden ausdrücklich von jedweden rechtspopulistischen Bestrebungen distanzierte. Gleichwohl verteidigte der selbst in Dresden beheimatete Landesvorsitzende Zastrow wiederholt den in diesem Zusammenhang in die Kritik geratenen FDP-Stadtrat Jens Genschmar. Teile des Landesverbands monierten daraufhin die unzureichende Abgrenzung nach Rechtsaußen. Daß Zastrow für die Bundestagswahl 2017 nicht als Direktkandidat aufgestellt wurde, führte er in erster Linie auf seine Rückendeckung für den Pegida-nahen Parteifreund Genschmar zurück. Von seiner Haltung rückte Zastrow auch nicht ab, als die Mitglieder des Dresdner Kreisverbands Genschmar - mit Verweis auf dessen rechtspopulistische Äußerungen - zum Parteiaustritt aufgefordert hatten und nach weiteren Verfehlungen ein Parteiordnungsverfahren seitens des Kreisvorstands Dresden eingeleitet wurde.
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