Zitate von Guido Westerwelle - eine ganz subjektive Auswahl

"Ich will, daß die FDP als eine Partei wahrgenommen wird, die sich an alle im Volk wendet. Wir wurden zu lange als Partei nur für die Beletage gesehen."

(aus einem Interview mit die "Bunte" am 10.5.2001)

 

"Die Kanzlerkandidatur der FDP zeigt, daß wir auf gleicher Augenhöhe mit Union und SPD unser Wahlprogramm vertreten wollen. Grüne und PDS mögen sich da ruhig in der zweiten Liga für den Rest ihres auslaufenden Daseins wohl fühlen. Wir wollen in die erste Liga."

(aus einem Interview mit der "Welt am Sonntag" am 11.8.2002)

 

"Die FDP ist keine Partei nur für Austern-Schlürfer und Champagner-Trinker, sondern eine Partei, die sich an das ganze Volk wendet."

(beim FDP-Bundesparteitag am 16.5.2003)

 

"Meine Politik fördert die Fleißigen, schützt die Schwachen und bestraft die Faulen. Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit."

(aus einem Interview mit "Focus" am 3.11.2003)

 

"Deswegen ist die FDP dafür, die gesetzlichen Krankenkassen vollständig in private Gesundheitsversicherungen zu überführen. Wir wollen an die Stelle der Pflichtversicherung eine Pflicht zur Versicherung setzen."

(aus einem gemeinsamen Faltblatt von DKV und FDP, das mit dem sogenannten Dreikönigsbrief des Jahres 2004 verschickt wurde)

 

"Mit einer Staatsquote von mehr als 50 Prozent ist Deutschland inzwischen dem Kommunismus näher als der Marktwirtschaft."

(beim politischen Aschermittwoch in Passau am 25.2.2004)

 

"Wer den schlanken Staat will, muß den fetten Staat auf Diät setzen."

 

"Die Globalisierung findet in jedem Fall statt, aber man muß ihr ein menschliches Antlitz geben und dafür ihre Chancen nutzen."

 

"Wir haben zur Zeit 37 verschiedene Anlaufstellen für 153 Sozialleistungen. Das geht doch auch anders, nämlich durch ein Bürgergeld, also eine Grundsicherung aus einer Hand."

 

"Statt der Kohle sollten wir Kinder fördern."

(aus einem Interview mit "Die Welt" am 24.1.2005)

 

"Es geht der FDP darum, Menschen wieder für die Politik zu gewinnen, die sich von unserem politischen System abgewendet haben."

 

"Wer Deutschland für kapitalistisch hält, der hält auch Kuba für demokratisch."

(beim Bundesparteitag der FDP in Köln im Mai 2005)

 

"Was hier stattfindet, ist einmalig: Sie erhöhen die Beiträge, Sie führen mit dem Gesundheitsfonds die Planwirtschaft ein, Sie erhöhen die Steuern und Sie verringern die Leistungen für die Versicherten, für die Patienten. Eine so schlechte Reform verdient den Namen Reform in diesem Hohen Hause nicht!"

(in der Bundestagsdebatte zur Abstimmung über die Gesundheitsreform im Jahr 2007)

 

"Demokratischer Sozialismus, das ist so eine Art vegetarischer Schlachthof."

(beim 58. ordentlichen Bundesparteitag der FDP in Stuttgart über den gleichzeitig stattfindenden Parteitag der PDS am 16.6.2007)

 

"Einen menschlichen Kommunismus oder einen demokratischen Sozialismus gibt es ebenso wenig wie einen vegetarischen Schlachthof."

 

"Die Umweltpolitik ist vor fast 40 Jahren vom FDP-Innenminister Hans-Dietrich Genscher erfunden worden."

(aus einem Interview mit der "Die Tageszeitung" am 12.6.2007)

 

"Mindestlohn ist DDR pur ohne Mauer."

(Appell am 11.12.2007 an die Unionsabgeordneten, Kanzlerin Merkel in der Frage des Mindestlohns die Gefolgschaft zu verweigern)

 

"Staatliche Mindestlöhne und Höchstlöhne - da fehlt nur noch der Vorschlag der Einheitslöhne. Das alles ist doch Planwirtschaft."

(aus dem Handelsblatt vom 12.12.2007)

 

"Eine Politik der guten Ergebnisse ist besser für die Menschen als eine Politik der besten Absichten."

(auf dem Dreikönigstreffen der FDP am 6.1.2008)

 

"Ich habe nicht für die deutsche Einheit gekämpft, damit heute Kommunisten und Sozialisten was zu sagen haben!"

(bei "Anne Will" im Jahr 2008)

 

"Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein."

(aus einem Gastkommentar in der Welt am 11.2.2010)

 

"Es gibt kein Land auf der Welt, in dem es offenbar schwerer ist, Steuern zu senken, als zu erhöhen. Das gibt es nur in Deutschland."

(aus einem Interview mit dem "Focus" anläßlich des Dreikönigstreffens der FDP im Jahr 2010 in Stuttgart)

 

"Leistung muß sich lohnen, und wer arbeitet muß mehr haben als der, der nicht arbeitet. Wenn das nicht mehr beachtet wird, ist die soziale Marktwirtschaft gefährdet."

 

"Wenn man in Deutschland schon dafür angegriffen wird, daß derjenige, der arbeitet, mehr haben muß als derjenige, der nicht arbeitet, dann ist das geistiger Sozialismus."

(aus "Passauer Neue Presse" vom 12.2.2010)

 

"Wie weit muß man eigentlich der Linkspartei hinterhergerutscht sein, daß man Leistungsgerechtigkeit für rechtsradikal hält?"

(aus "Die Welt" vom 25.2.2010)

 

"Gewerkschaftsfunktionäre sind die Totengräber unseres Sozialstaats."

 

"Die Gewerkschaftsfunktionäre sind die wahre Plage in Deutschland. Die Politik der Gewerkschaften kostet mehr Jobs, als die Deutsche Bank je abbauen könnte."

(aus einem Interview vom 30.4.2005)

 

"Wir brauchen starke Gewerkschaften, aber stark sind sie nur, wenn sie das Arbeitnehmerinteresse und das Gemeinwohl im Auge behalten."

 

"Der Begriff Deutsche Leitkultur drückt ein Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen Lebensweisen aus. Es bleibt dabei: Jeder soll nach seiner Façon selig werden - allerdings auf dem Boden unseres Grundgesetzes und unserer Werte."

 

"So wie es in Großbritannien üblich ist, daß man dort selbstverständlich Englisch spricht, so ist es in Deutschland üblich, daß man hier Deutsch spricht. Wir können uns gern mal zum Tee treffen und dann Englisch reden."

(als designierter Außenminister am 28.9.2009 auf einer Pressekonferenz zu einem BBC-Reporter, der um eine Antwort auf Englisch gebeten hat)

 

"Es geht nicht darum, das Populäre zu machen, sondern das Richtige zu tun. Und dann muß man dafür sorgen, daß es populär wird."

 

"Die Demoskopie ist nicht Maßstab unserer Meinung."

 

"Alle anderen Parteien vertrauen dem Staat als dem großen Problemlöser und mißtrauen dem Bürger. Wir vertrauen dem Bürger und mißtrauen dem Staat."

 

"Toleranz ist gut, Toleranz gegenüber der Intoleranz ist Dummheit."

 

"Sozial gerecht ist Hilfe für die Bedürftigen, nicht die Findigen, denn es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit. Wir sitzen alle in einem Boot, aber einige müssen auch rudern, sonst kann man niemals soziale Gerechtigkeit in Deutschland finanzieren."

 

"Wir zahlen alle gerne Steuern für Bedürftige, aber eben nicht für Findige."

(Gastkommentar in "Die Welt" am 25.2.2010)

 

"Sozial gerecht ist, wenn sich Politik vor dem Verteilen um das Erwirtschaften kümmert."

 

"Freibier für alle macht beliebt, aber dann fährt der Karren vor die Wand."

 

"Europa hat seinen Preis, Europa hat aber auch seinen Wert. Und wer das vergißt, macht einen historischen Fehler."

 

"Wir sollten aber nie vergessen: Die Europäische Union ist eine Wohlstandsversicherung in Zeiten der Globalisierung und sie ist eine Friedensunion."

 

"Die europäische Integration ist das erfolgreichste Friedensprojekt der Geschichte."

 

"Alles, was man baut, kann auch zusammenfallen. Das gilt auch für Europa."

 

"Auch in Deutschland sollte das Volk genauso wie in vielen anderen EU-Mitgliedsstaaten direkt über die künftige Europäische Verfassung abstimmen."

 

"Der Mittelstand schafft 80 Prozent der Ausbildungsplätze und mehr als 60 Prozent der neuen Arbeitsplätze. Mittelstandsförderung ist Arbeitnehmerpolitik."

 

"Die Verleihung des Preises an Liu Xiaobo ist Ansporn und Mahnung, die Arbeit von Menschenrechtsverteidigern weltweit zu unterstützen und in unserem Eintreten für Meinungsfreiheit nicht nachzulassen."

 

"Eine Kultusministerkonferenz, die die Frage, ob man Schifffahrt mit zwei oder mit drei f schreibt, für wichtiger hält als die Bekämpfung des Unterrichtsausfalls, gehört entmachtet."

 

"Dieses Bremser-Gremium gehört aufgelöst, lieber heute als morgen. Da darf sich eine schnarchnasige Kultusministerkonferenz mit Hunderten von Beamten zehn Jahre lang mit der intellektuell erhebenden Frage beschäftigen, ob man Flanelllappen mit zwei oder drei 'l' schreiben soll, aber gleichzeitig bekommt sie weder die Verkürzung der Ausbildungszeiten noch den gravierenden Unterrichtsausfall in den Griff."

(aus der "Bild am Sonntag" vom 16.8.2004)

 

"Wenn es je eines Beweises bedurft hätte, daß in der deutschen Bildungspolitik die Prioritäten falsch gesetzt sind, dann ist er mit der deutschen Rechtschreibreform erbracht."

 

"Die Rechtschreibreform kann und sollte man rückgängig machen. Ich werde dafür kämpfen."

 

"Die Parteien wirken an der Willensbildung des Volkes mit, sie sollen sie nicht ersetzen."

 

"Ich vermisse geistige Führung in der Politik generell. Sie ist die Voraussetzung für jede Reformpolitik."

 

"Für die FDP hat Sicherheit weiter höchste Priorität. Auch gegenüber wirtschaftlichen Interessen."

 

"Wenn Multikulti heißt, daß wir unsere Wertmaßstäbe aufgeben sollen, dann ist Multikulti ein Irrweg. Wenn Multikulti heißt, daß Vielfalt und Vernetzung mehr denn je unser aller Leben prägen, daheim und international, dann ist Multikulti Realität."

(Grundsatzrede im Auswärtigen Amt)

 

"Meinungsfreiheit ist nicht die Freiheit, Andersgläubige zu beleidigen, zu beschimpfen oder zu verunglimpfen."

 

"Schlechte Umfragen sind nicht schön, aber sie sind kein Wahlergebnis."

 

"Wenn das so weitergeht, wird durch diese Umverteilungspolitik der ganz normale Steuerzahler zum Sozialfall."

 

"Die anderen wollen Volkseigentum, wir wollen ein Volk von Eigentümern."

 

"Will diese Koalition Opel retten, oder soll Opel die Koalition retten?"

 

"Wenn bei den Großen einer Pleite geht, dann kommt der Bundesadler, wenn bei den Kleinen einer Pleite geht, dann kommt der Pleitegeier."

 

"2500 Euro für ein altes Auto, aber nur einmalig 100 Euro für ein junges Kind."

 

"Diese Abwrackprämie wird zum Denkmal einer gescheiterten Politik der Regierung."

 

"Ob Schröder oder Lafontaine - die beiden sind die personifizierten Pleitegeier unter den Ministerpräsidenten, auch wenn der eine in den Medien die bessere Figur macht."

 

"Gerhard Schröder und Guildo Horn haben eins gemeinsam: Die Texte haben keinen Inhalt, und die Show ist wirklich gut."

 

"Die SPD geht mit Rot-Grün und der PDS nach links. Die Unionsparteien gehen mit dem bekennenden Konservativen Edmund Stoiber nach rechts. Die Mitte wird frei."

 

"Herr Stoiber könnte als Außenminister nicht einmal Frieden mit Österreich halten."

 

"Seehofer ist ein schwarz lackierter Sozialdemokrat."

 

"Schwarz und Grün passen so gut zusammen wie Lakritze und Spinat."

(am 29.11..2010 in Berlin über den Bruch der schwarz-grünen Koalition in Hamburg)

 

"Das lateinische Credo Respice finem, bedenke das Ende, zählte immer zu den wesentlichen Leitlinien meiner Außenpolitik."

(über den Militäreinsatz in Libyen)

 

"Die Behauptung aufzustellen, Deutschland sei international isoliert, trifft nicht zu."

(zur deutschen Enthaltung bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über eine Flugverbotszone für Libyen am 22.3.2011)

 

"Jeder hat auf seine Art und Weise einen Beitrag geleistet, daß die Zeit des Regimes von Oberst Gaddafi vorbei ist. Wir Deutsche mit unseren politischen Prioritäten, mit unserer gezielten Sanktionspolitik. Das wird auch international sehr geschätzt."

 

"Wir sind froh, daß es den Libyern auch mit Hilfe des internationalen Militäreinsatzes gelungen ist, das Gaddafi-Regime zu stürzen."

 

"Es war eine Abstimmung über die Zukunft der Atomkraft. Wir haben verstanden."

(nach FDP-Wahlverlusten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu Folgen für die künftige Energiepolitik am 27.3.2011)

 

"It’s okay to marry gay."

(als Reaktion auf US-Präsident Barack Obama am 10.5.2012, der sich für die "Homo-Ehe" stark macht)

 

"Gesundheit ist ein Menschenrecht und die Bedingung für Entwicklung und Stabilität."

(auf dem World Health Summit im Jahr 2013)

"Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen, der die Sache regelt - und das bin ich."

(als frisch gewählter FDP-Vorsitzender am 5.5.2001)

 

"Man sollte Politiker nach ihrem Arbeitszimmer bewerten, und nicht nach ihrem Schlafzimmer!"

(über Reaktionen auf seine Homosexualität

 

"Arrogant ist man schnell, wenn man nicht in Jesuslatschen, zerrissenen Jeans und Schlabberpulli rumläuft."

 

"Nur wer still stehen bleibt, tritt keinem auf die Füße."

 

"Fehler zu machen ist ärgerlich. Aus Fehlern nicht zu lernen ist unverzeihlich."

 

"Es schadet im Leben nicht, wenn man mehr zu Ende gemacht hat als die Fahrschule."

 

"Ich bin Rheinländer und FDP-Generalsekretär, und in dieser Kombination der geborene Optimist."

 

"Man kann sich die Welt nicht malen, man muß sich immer arrangieren."

 

"Ich lebe mein Leben und mehr sage ich nicht dazu."

(Reaktion auf eine Geschichte der Bild mit dem Titel "Westerwelle liebt diesen Mann", die ihn mit seinem Lebensgefährten Michael Mronz zeigte)

 

"Wenn ich nur populär hätte werden wollen, wäre ich Schlagersänger geworden."

(aus einem Interview mit dem "Der Spiegel" über seine katastrophalen Beliebtheitswerte am 6.2.2010)

 

"Ich verlasse das Deck nicht, wenn es stürmt."

(in der aktuellen FDP-Führungskrise am 19.12.2010)

 

"Wer sein Land führen will, muß bereit sein, Durststrecken zu ertragen."

(auf dem Dreikönigstreffen seiner Partei am 6.1.2011)

 

"Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt's einen, der die Sache regelt, und das bin ich - jetzt nicht mehr."

(am Ende seiner letzten Rede als FDP-Chef am 13.5.2011)

 

"Ich habe zwei Leidenschaften. Die eine ist Kunst. Die andere ist Politik. Aber die ist gerade etwas beschädigt."

(Zwei Tage nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag am 24.9.2013 in New York)

 

"Ich war zunächst Außenminister und erst in zweiter Linie ein schwuler Außenminister."

(in der "Stern" im Jahr 2014)

 

"Ich sage Ihnen: Bevor ich den Löffel abgebe, wird Schwulsein eine Selbstverständlichkeit sein."

(in der "Stern" im Jahr 2014)

 

"Sie freuen sich an den kleinen Dingen des Lebens, wundern sich, worüber sie sich aufgeregt haben, möchten am liebsten jedem Gesundem sagen, nutze dein Leben."

(in der "Stern" über seine Krebs-Erkrankung im Jahr 2015)

 

"Ich habe viel erlebt, vieles gesehen und habe nichts versäumt."

(aus einem Interview mit dem "Der Spiegel" am 7.11.2015)

 

"Ich habe einen Plan: zu überleben. Und mir mein altes Leben Schritt für Schritt zurückzuholen."

(bei der Vorstellung seines Buches "Zwischen zwei Leben" am 8.11.2015)

 

"Man bleibt derselbe Mensch und ist doch ein anderer geworden."

(bei der Präsentation seines Buches "Zwischen zwei Leben" auf die Frage, wie die Krankheit ihn verändert habe, am 8.11.2015 in Berlin)

 

"Wir haben gekämpft. Wir hatten das Ziel vor Augen. Wir sind dankbar für eine unglaublich tolle gemeinsame Zeit. Die Liebe bleibt."

(gemeinsame Erklärung von Guido Westerwelle und Michael Mronz, die nach Westerwelles Tod am 18.3.2016 auf der Seite seiner Stiftung veröffentlicht wurde)

 

"Bevor ich sterbe, ist Schwulsein normal."

 

(Dafür hat er dann leider doch nicht lange genug gelebt. Ich hätte es so sehr für ihn gehofft und ihm so sehr gewünscht! Er fehlt! Ich vermisse ihn sehr!)

 

 

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