Nachruf Bernhard Meiners

Heute wäre Herr Bernhard Meiners (* 18.5.1959; † 24.4.2024), mein zweiter Chef als Mitarbeiter der DKV-Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, 65 Jahre alt geworden. Es hat nicht sollen sein. In der Nacht vom 24. auf den 25. April 2024 ist er gestorben, meines Wissens an einer Lungenembolie.

 

Das kommt mir leider bekannt vor. Vor fast zehn Jahren ist meine Frau ebenfalls an einer Lungenembolie verstorben, ohne jede Vorwarnung.

 

Herrn Meiners, seinerzeit noch Johanning-Meiners, bin ich, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, schon während meiner Ausbildung zum Versicherungskaufmann begegnet - entweder noch als Trainee, er gehörte ab dem 2. Januar 1987 zu den ersten Trainees der DKV, oder schon als Referent im Chefsekretariat.

 

Nach meinem Kenntnisstand hatte er Englisch und Sport auf Lehramt studiert und danach berufsbegleitend noch ein Betriebswirtschaftsstudium absolviert: Diplom-Kaufmann - wie sein Vater Martin (* 5.6.1928, † 10.2.2018)

 

Besser kennengelernt habe ich ihn, nachdem ich zum 1. April 1992 in die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit versetzt worden bin. Er war zwischenzeitlich Leiter des Chefsekretariats geworden - als Nachfolger meines neuen Chefs, der am 1. Juli 1991 die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit übernommen hatte.

 

Auch in dieser Position beerbte ihn Herr Meiners ab dem 1. Januar 1994 und wurde damit mein neuer Chef. Unsere Zusammenarbeit klappte nicht von Anfang an reibungslos. Wir haben uns aber "zusammengerauft" und wurden ein gutes Team.

 

Einig waren wir uns immer in unserem Engagement für die private Krankenversicherung und auch und gerade für die private Krankheitskostenvollversicherung - er meines Wissens als Mitglied der CDU, ich seinerzeit als Mitglied der F.D.P.

 

So durfte ich ihn ab dem 2. April 1995 rund um das "DKV-Erscheinungsbild", ab dem 17. November 1995 auch rund um die Arbeitsgruppe Kommunikationsmanagement und ab Anfang 1996 in der Arbeitsgruppe Kommunikation Leistungsmanagement tatkräftig unterstützen und entlasten sowie ihn im Steuerungsgremium (Projektorganisation) und im Arbeitskreis Tarifpolitik vertreten.

 

Ohne ihn hätte ich im Jahr 1996 das interne Informationswesen der DKV nicht reformieren, Standards zur Vereinheitlichung des Erscheinungsbilds der Kundenpost erarbeiten und umsetzen und die Arbeitsgruppe Kundeninformation ins Leben rufen können.

 

Ab dem 15. Januar 1997 ermöglichte Herr Meiners mir, die Gruppe Presse und Information zu führen und Stellvertretender Pressesprecher der DKV zu sein. Als er erfuhr, daß ich nicht - wie von ihm vorgeschlagen - zum Handlungsbeauftragten ernannt werden sollte, rannte er seinem Chef, unserem Vorstandsvorsitzenden, und diese gemeinsam dem für die Ernennungen zuständigen Arbeitsdirektor quasi die Bürotür ein… Das nenne ich Einsatz für seine Mitarbeiter!

 

Gern erinnere ich mich an den 1. Juli 1997. An diesem Tag haben Herr Meiners und einige meiner Kollegen meine Frau und mich anläßlich unseres neues Hauses und meines 30. Geburtstages besucht - ein schöner Abend.

 

Kollegen und ich waren Gäste von seiner Frau Ute und ihm in ihrem Haus im Nonnenweg 31a in Rösrath-Kleineichen am 12. September 1996 - auch eine schöne und bleibende Erinnerung. Seine Frau hat, falls ich mich nicht irre, für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG gearbeitet.

 

Seine und meine beruflichen Wege trennten sich im Juli 1998. Das Ende unserer Zusammenarbeit war leider nicht so erfreulich und erinnerte etwas an unseren holprigen Start.

 

Das hatte allerdings auch seinen Grund:

 

Herr Meiners, inzwischen vom Leitenden Handlungsbevollmächtigten zum Prokuristen ernannt, war im ersten Halbjahr 1998 vom Vorstand mit der Aufgabe betraut worden, die Flexitel Telefonmarketing GmbH aufzubauen. Ziel von Flexitel war es, die Kunden häufiger anzusprechen, um nach der Zufriedenheit zu fragen oder über Neuigkeiten zu informieren - mit dem Ziel, die Kundenbetreuung zu verbessern, das Storno intensiver zu verhüten und den Verkauf zu fördern.

 

Nächste Station: Ressort Versicherungsbetrieb, früher Versicherungsdienste. Um sich auf die Übernahme der Leitung der Hauptabteilung Vertragsservice vorzubereiten, wechselte Herr Meiners, bisher Geschäftsführer der Flexitel Telefonmarketing GmbH, am 1. Juli 2000 in das Ressort von Herrn Günter Dibbern, der übrigens auch mal das Chefsekretariat geleitet hatte.

 

Am 1. April 2001 beerbte er Willi Sporbeck als Leiter der Hauptabteilung Vertragsservice, davor Bereich bzw. Hauptabteilung Vertrag, der nach 45 Jahren in den Ruhestand getreten ist. Sie gehörte ab dem 2. April 2001 zum Ressort Versicherungsservice und Produkte, das von Herrn Rainer Fürhaupter geleitet wurde.

 

Diese neue Aufgabe hatte insofern auch einen Bezug zu seiner Tätigkeit als Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, als diese gemeinsam mit der Hauptabteilung Vertrag seit Anfang des Jahres 1992 für die Kundenanschreiben anläßlich von Tarifaktionen zuständig geworden war. Ein Grund für die Stelle, auf die ich mich seinerzeit beworben hatte - dank meiner Frau.

 

Zum 1. Januar 2005 wurde aus der Hauptabteilung Vertragsservice der Bereich Betrieb und Produktmanagement Versicherung Gesundheit Köln.

 

Herr Meiners, inzwischen Abteilungsdirektor, wurde zum 1. Januar 2006 zusätzlich noch zum Geschäftsführer der aktiva GmbH ernannt. Die von der DKV eingerichteten sogenannten Neugeschäftsorganisationen aktiva süd-west und aktiva bayern nahmen am 1. Januar 1984 ihre Arbeit auf. Am 1. April 1985 kamen die Neugeschäftsorganisationen aktiva nord und aktiva rheinland dazu. Zu einer Gesamtorganisation, einem Vertriebsbereich wurde die aktiva zum 1. April 1991 und am 1. Januar 1994 in die eigenständige Gesellschaft aktiva Vermittlung von Versicherungen und Finanzdienstleistungen GmbH (aktiva GmbH) überführt. Diese gab es bis zum 23. Juli 2014. In den Jahren 2012 bis 2014 war Herr Meiners Liquidator der Gesellschaft.

 

Zum 1. April 2006 wurde das Produktmanagement Versicherung DKV aus der seit dem 2. August 2005 dank ERGO nicht mehr Hauptabteilung, sondern Organisationseinheit 1. Berichtsebene Betrieb und Produktmanagement Versicherung Gesundheit Köln in die neue Organisationseinheit 1. Berichtsebene Aktuariat Versicherungstechnik, Produktmanagement Versicherung Gesundheit verlagert. Gleichzeitig wurde die Organisationseinheit 1. Berichtsebene Betrieb und Produktmanagement Versicherung Gesundheit Köln in Betrieb Gesundheit Köln umbenannt.

 

Danach haben Herr Meiners und ich uns leider aus den Augen verloren. Meines Wissens blieb er in seiner Funktion bis vor einigen Jahren, bis er sich verstärkt seiner erkrankten Frau widmen wollte. Er war noch als Projektmanager der ERGO Group AG tätig. Seine Prokura erlosch am 8. Januar 2020.

 

Privat engagierte er sich im Lions Club Rösrath und in der Interessengemeinschaft Fluglärmschutz Kleineichen, seinem Wohnort, und als Pressereferent im Vorstand des Bürgervereins Fluglärmschutz Rhein-Berg e. V. Auf der Mitgliederversammlung des Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn e. V. (LSG) am 24. Mai 2022 wurde Herr Meiners auch in dessen Vorstand gewählt. Mitglied der LSG wurde er im Jahr 2019.

 

Er war als sachkundiger Bürger Stellvertreter des Vertreters der Stadt Rösrath in der Fluglärmkommission am Flughafen Köln/Bonn* und  hatte sich im Hinblick auf eine drohende Verlängerung der Nachtfluggenehmigung über das Jahr 2030 hinaus, stark für einen Dialog zwischen Fluglärm-Betroffenen und Flughafen (Landesregierung) eingesetzt. Die Initiative Köln/Bonn 2030 stützte sich zu wesentlichen Teilen auf seine Mitwirkung.

 

Herr Bernhard Meiners wird in unseren Herzen und in unseren Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse und Ereignisse weiterleben. In meinen Gedanken bin ich bei seiner Frau, seiner Familie, seinen Angehörigen und Freunden und wünsche ihnen viel Kraft und Zuversicht.

 

Die Beerdigung findet am 24. Mai 2024 auf dem Waldfriedhof Kleineichen statt.

 

 

 

 

 

 

 

*Mit den Fluglärmkommissionen an den einzelnen Flughäfen gibt es feste, gesetzlich vorgeschriebene Institutionen, die sich mit Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung gegen Fluglärm oder zur Verringerung der Luftverunreinigung durch Luftfahrzeuge in der Umgebung des Flugplatzes beschäftigen. Geregelt ist dieses im Paragraphen 32b des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG). In den Fluglärmkommissionen sind unter anderem die von Fluglärm betroffenen Gemeinden und die Luftverkehrswirtschaft vertreten.