E-Mail an Robert-Martin Montag am 2. März 2026

Betreff: E-Mail an Herrn Robert-Martin Montag: FDP und Gesundheitspolitik

Datum: Mon, 2 Mar 2026 11:46:31 +0100

Von: Wolfgang Gerstenhöfer <[email protected]>

An: Legionova GmbH <[email protected]>

 

Sehr geehrter Herr Montag,

 

bitte sehen Sie es mir nach, daß ich mich noch einmal mit Hilfe dieser E-Mail-Adresse an Sie wende.

 

Die Gesundheitspolitik und vor allem die Finanzierung unseres Gesundheitswesens gehören seit Ende der 1980er Jahre zu meinen politischen Steckenpferden. Mit dem Liberalismus und der FDP bin ich seit dem Beginn der 1980er Jahre verbunden - auf der Grundlage des Wahlprogramms der F.D.P. zur Bundestagswahl am 5. Oktober 1980 "Unser Land soll auch morgen liberal sein", beschlossen auf dem Bundesparteitag in Freiburg am 7. Juni 1980.

 

Chronik der DKV (und der PKV)

 

Bündnis 90/Die Grünen und die Krankenversicherung

 

PKV und Verbraucherschutzzentralen

 

Kammern und Krähen

 

Ärztliche Vertretung

 

Heilpraktiker

 

FDP-Bundesfachausschuß Gesundheit

 

Pflegereform

 

Hebammen

 

Erinnern Sie sich noch an die Herren Hansheinrich Schmidt ("Schmidt Kempten") und Dr. Dieter Thomae?

 

Mit Herrn Dr. Thomae stand ich im Jahr 1994 wegen seines Konzepts "Zur Reform der Krankenversicherung" vom 3. Januar 1994 in Kontakt. Er war seinerzeit Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Gesundheit, von 1991 bis 1998.

 

Ich war und bin für eine Reform der Finanzierung unseres Gesundheitswesens, die diesen Namen wirklich verdient und die zu einem freiheitlichen und nachhaltigen (generationengerechten) und gleichzeitig sozialen und solidarischen Krankenversicherungssystem führt, die längst überholte Aufteilung in Privat- und Kassenpatienten beseitigt, größtmögliche Wahlfreiheit mit der medizinisch notwendigen Vorsorge, Untersuchung und Behandlung verbindet und für angemessene Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen sorgt. Außerdem brauchen wir wieder eine unabhängige Zentralbank, die mit ihrer Geldpolitik Negativzinsen verhindert.

 

Reform der Krankenversicherung

 

Die Arbeit von Herrn Jürgen Möllemann (22.1.1993 (?) - 25.10.1998), Herrn Dr. Dieter Thomae (26.10.1998 - 17.10.2005), Herrn Daniel Bahr (18.10.2005 - 26.10.2009), Frau Ulrike Flach (27.10.2009 - 11.5.2011) und Herrn Heinz Lanfermann (12.5.2011 - 21.10.2013) als gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion habe ich mit großem Interesse begleitet und war zunächst sehr froh, als es mit Herrn Dr. Philipp Rösler endlich erstmals einen "FDP-Bundesgesundheitsminister" gab.

 

Leider war er für mich eine sehr große Enttäuschung, in vielerlei Hinsicht. Er war bedauerlicherweise nicht in der Lage, den Koalitionsvertrag "Wachstum. Bildung. Zusammenhalt." mit Leben zu füllen und umzusetzen.

 

Herr Bahr hat sich dann zwar mit dem "Pflege-Bahr" verewigt, aber die wesentlichen Änderungen in liberalem Sinne auch nicht durchsetzen können.

 

Seinen Rückzug aus der Politik und seinen Wechsel zur Allianz Private Krankenversicherungs-Aktiengesellschaft habe ich trotzdem bedauert.

 

Auch Frau Christine Aschenberg-Dugnus (2018 - 30.4.2022) und Herr Prof. Dr. Andrew Ullmann (1.5.2022 - 24.3.2025) konnten mich nicht überzeugen. Von ihnen hat man kaum etwas gehört oder gelesen.

 

Was ich von Ihnen in den vergangenen Jahren in Sachen Gesundheit mitbekommen habe, hat mir weitestgehend gefallen und habe ich auch als durchweg liberal empfunden, auch wenn ich Ihre Sympathien für Herrn Thomas L. Kemmerich nicht nachvollziehen und gutheißen konnte und auch, daß Sie vor der Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober 2019 FDP-nahe Wahlhelfer in einer E-Mail aufgefordert haben sollen, Wahlzettel "im Zweifelsfall als Stimme für die FDP zu werten", für sehr bedenklich halte.

 

Robert-Martin Montag

 

Nach wie vor würde ich es begrüßen, wenn Sie den Vorsitz im Bundesfachausschuß Gesundheit von Frau Aschenberg-Dugnus übernehmen würden.

 

Dieser Ausschuß braucht nach Frau Prof. Dr. Elisabeth Pott, für die Kommunikation ein Fremdwort war, und Frau Aschenberg-Dugnus, die überwiegend "schöne" Bilder veröffentlicht (hat), einen politischen Vorsitzenden, der klare Vorstellungen von der Zukunft unseres Gesundheitssystems und einer liberalen Gesundheitsreform hat.

 

Es geht nach meiner Überzeugung nicht um mehr Einnahmen oder weniger Leistungen. Es geht um mehr Effizienz, mehr Kommunikation und mehr Evidenz. Wir brauchen mehr Qualität für weniger Geld.

 

Sie wären sicher ein würdiger Nachfolger von Herrn Schmidt, der in den 1970er Jahren Vorsitzender des FDP-Bundesfachausschusses für Soziales, Jugend, Familie und Gesundheit gewesen ist und an der Formulierung der Freiburger Thesen beteiligt war.   

 

Liberalismus - Wie ich ihn sehe

 

Die Geschichte der liberalen Parteien

 

Gerhart Baum - sein Leben

 

FDP-Grundsatzprogrammkommission

 

Die Geschichte der Krankenversicherung

 

Bei Interesse stehe ich Ihnen selbstverständlich sehr gern für einen Gedanken-, Meinungs-, Informations- und Erfahrungsaustausch zur Verfügung.

 

Bitte nehmen Sie es mir nicht übel, daß ich Ihnen so ausführlich geschrieben habe. Für Ihr Verständnis und Ihre Aufmerksamkeit danke ich Ihnen. Mir war es wichtig, daß Sie meine Beweggründe für mein Vorgehen kennen

 

Mit freundlich-liberalen Grüßen aus dem Rheinland nach Erfurt

Ihr Wolfgang Gerstenhöfer

Kommunikations- und Politikberater

Liberaler aus Überzeugung und Leidenschaft

 

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